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Placebo (Band)

Placebo

Placebo beim Coachella Valley Music and Arts Festival 2007
Gründung 1994
Genre Alternative Rock
Indie-Rock
Britpop
Website http://www.placeboworld.co.uk/
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre, Keyboard Brian Molko
E-Bass, Gitarre, Keyboard Stefan Olsdal
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug Steve Hewitt (1997–2007)
Schlagzeug Robert Schultzberg (1995–1997)
Tour-Mitglieder
Gitarre, E-Bass, Keyboard Bill Lloyd (seit 1998)
Keyboard Xavier Roide (2003–2005)
Gitarre, Keyboard Alex Lee (seit 2006)

Placebo ist eine internationale Rockband.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

1994 trafen sich Brian Molko (amerikanisch/schottisch) und Stefan Olsdal (schwedisch) zufällig an der U-Bahn-Station South Kensington in London. Beide gingen in Luxemburg auf dieselbe Schule, hatten dort aber kaum Kontakt miteinander. Brian lud Stefan schließlich zu einem Gig ein, den Brian mit seinem jetzigen Drummer bestritt, woraufhin Stefan sehr angetan von den Beiden war und auf Brians Anfrage in die Band einstieg. Da es dementsprechend professioneller und ernster zuging, musste Steve aussteigen, weil er noch mit seiner zweiten Band Breed im Vertrag stand. Deswegen holten sie sich einen Freund von Stefan, Robert Schultzenberg, ins Boot.

Sie nannten sich anfangs Ashtray Heart nach einem Song der Band Captain Beefheart, änderten den Namen jedoch schnell in Placebo. Der Bandname (lat. „ich werde gefallen“) war dem Umstand zu verdanken, dass sich Mitte der 1990er Jahre mehrere Bands nach Drogen benannten. Um sich davon abzuheben und wegen des Klangbildes dieses Namens, wählten sie den Oberbegriff für lediglich psychisch wirkende Scheindrogen/-medikamente. Was auch noch für den Bandnamen sprach, war, dass sie einen Namen gesucht hatten, den die Fans auf Konzerten leicht rufen konnten. Da ihnen Ashtray Heart zu lang erschien, nannten sie sich eben "Placebo", obgleich beide Namen aus drei Silben bestehen.

Im Januar 1995 hatten die drei ihren ersten offiziellen Auftritt unter dem Bandnamen "Placebo" im Rock Garden in London. Im Oktober selbigen Jahres kam ein Plattenvertrag mit „Fierce Panda“ zustande, und der Titel „Bruise Pristine“ wurde auf einer Split-EP 7" zusammen mit Titeln einer Band Namens "Soup" veröffentlicht.

1996 unterschrieb die Band einen Vertrag bei „Deceptive Records“ und brachte ihre erste Single „Come Home“ heraus. David Bowie wurde auf die Band aufmerksam und war so begeistert von ihren Demos, dass er sie noch vor Erscheinen ihres ersten Albums mit auf seine Tour einlud.

Erstes Album „Placebo“ – 1996

Im Juni 1996 erschien dann ihr Debütalbum „Placebo“. Das Album erhielt in Großbritannien Gold. Die Single „Nancy Boy“ kam auf Anhieb auf Platz vier der britischen Charts, da Placebo sich musikalisch in eine völlig andere Richtung bewegten als die in England zu dieser Zeit dominierenden Bands.

Im Juli 1997 zeigte sich die Kehrseite des Erfolges. Molko und Olsdal trennten sich wegen interner Schwierigkeiten von Schlagzeuger Robert Schultzberg und baten Steve Hewitt, wieder in die Band einzusteigen. Da es um seine eigene Band Breed nicht gut bestellt war, nahm er das Angebot an. Ab diesem Zeitpunkt arbeiteten die drei unaufhaltsam an Demos und Songmaterial und traten als Support für U2 auf deren Tour auf. Unter anderem entstand eine Coverversion vom T. Rex Hit „20th Century Boy“ für den Soundtrack des Glam-Rock-Hommage Films „Velvet Goldmine“. Todd Haynes, der Regisseur des Films, bezog das Trio mit in die Filmaufnahmen ein und gab ihnen eine Nebenrolle mit einem kurzen Auftritt als Band.

Zweites Album „Without You I'm Nothing“ – 1998

Das im Oktober 1998 veröffentlichte Album „Without You I'm Nothing“ unterscheidet sich stilistisch stark von ihrem rockig-punkigen Erstlingswerk und wird von düster-melancholischen Balladen beherrscht. Als erste professionell produzierte Scheibe der Band wurde die ausgekoppelte Single „Every You Every Me“ zu ihrem bekanntesten und erfolgreichsten Lied in Deutschland. Der Titel liegt auch auf dem Soundtrack zum Film „Eiskalte Engel“. Durch den Vorspann des Films (in dem das Lied stark verändert und verkürzt gespielt wird) erschloss sich für die Band mit einem Schlag ein größerer Hörerkreis auch außerhalb Englands.

Drittes Album „Black Market Music“ – 2000

Placebo waren bis zum Herbst 1999 durchgehend auf Tour und nahmen im März 2000 lediglich eine Pause von fünf Monaten, um Stücke für ihr drittes Album „Black Market Music“ zu erarbeiten und aufzunehmen. Die Platte erschien im Oktober 2000. Sie wird wiederum von melancholischen Stücken dominiert, ist jedoch etwas rockiger als ihr Vorgänger. Auf dem Titel „Spite & Malice“ steuert Justin Warfield, damals noch MC bei One Inch Punch, heute Frontmann der Band She Wants Revenge, Sprechgesangspassagen und politische Statements bei.

Viertes Album „Sleeping With Ghosts“ – 2003

Das am 1. April 2003 veröffentlichte Album „Sleeping with Ghosts“ wurde durch Jim Abiss (Bjork, U.N.K.L.E, Paul Oakenfold, Arctic Monkeys) produziert. Es klingt elektronischer, behält aber die künstlerische Linie der Vorgängeralben konsequent bei, die von den besonderen Gitarren-Tunings und der fragil-dekadenten Stimme von Brian Molko lebt.

Obwohl Placebo oft in einem Atemzug mit Oasis und Blur genannt werden, wehrte sich die Band vehement dagegen, als Britpop-Gruppe bezeichnet zu werden. Mit Berechtigung, da durch die Stilwechsel der Band eine gewisse Schwierigkeit besteht, Placebo einer bestimmten Musikrichtung zuzuordnen – sie liegen wohl irgendwo zwischen reinem Rock, Punk, Indie-Rock und elektronischem Rock.

Das Album wurde in zwei Versionen aufgelegt und so erschien eine Special Edition mit einer Bonus-CD aller Cover-Versionen der Band bis zu diesem Zeitpunkt. Darin enthalten sind vornehmlich Stücke der 1980er Jahre, die die Band seit Bestehen begleiten und sporadisch bei Liveauftritten gespielt wurden. So unter anderem die Titel: „Bigmouth Strikes Again“ (The Smiths), „Johnny and Mary“ (Robert Palmer), „20th Century Boy“ (T. Rex), „Holocaust“ (Alex Chilton) und „I Feel You“ (Depeche Mode). Zu den neueren Covern gehören Titel wie „Daddy Cool“ (Boney M), „Jackie“ (Sinead O'Connor) und „The Ballad of Melody Nelson“ (Serge Gainsbourg). Hervorzuheben sind dabei die besonders erfolgreichen Coverversionen von The Pixies – „Where Is My Mind?“ und Kate Bushs „Running up that Hill“, welche beide in das Tourprogramm zum Album aufgenommen wurden.

Singles-Compilation „Once More With Feeling – The Singles 1996–2004“ – 2004

Im Jahr 2004 veröffentlichten Placebo ihre erste Singles-Compilation „Once More With Feeling – The Singles 1996–2004“. Sie erschien sowohl auf CD als auch auf DVD. Auf der DVD sind zusätzlich alle Videos der Band (außer „Come Home“) sowie zwei neue Tracks enthalten : Twenty Years und I Do. Twenty Years erscheint zugleich auch als Single.

2005 kann als eher ruhigeres Jahr in der Bandgeschichte angesehen werden, denn die Band absolvierte nur wenige ausgewählte Liveauftritte und arbeitete in Südfrankreich an neuen Songs. Am 2. Juli 2005 traten Placebo im Zuge der weltweiten Live8-Konzerte in Paris auf, wo sie aber lediglich zwei Songs (Bitter End und Twenty Years) zum Besten gaben. Das letzte Konzert im Jahr 2005 fand am 5. November 2005 statt und war ein Heimspiel in der ausverkauften Londoner Wembley Arena. Die Band verabschiedete sich für den Rest des Jahres und zog sich in den anschließenden drei Monaten in die Rak Studios zurück, um gemeinsam mit dem französischen Produzenten Dimitri Tikovoi (Peter Kingsbery, Trash Palace, Goldfrapp) an den Aufnahmen für das fünfte Studioalbum „Meds“ zu arbeiten.

Fünftes Album „Meds“ – 2006

Die erste Single „Because I Want You“ erschien am 6. März 2006 in England. Weltweit erschien, ebenfalls am 6. März 2006, die Single „Song To Say Goodbye“. Das dazugehörige fünfte AlbumMeds“ wurde am 10. März 2006 in Deutschland veröffentlicht.

Stilistisch geht „Meds“ wieder stark in Richtung des ersten Albums; Band und Fans bezeichnen es als „Back To The Roots“. Man distanzierte sich wieder von elektronischen Einflüssen und stützte sich vermehrt auf die Instrumente Gitarre, Bass, Schlagzeug und Piano – was laut Aussagen der Band nicht nur für die Single, sondern für das gesamte Album gilt. Auch arbeiteten Placebo wieder mit Gastmusikern zusammen, so wird der Opener des Albums „Meds“ mit Alison Mosshart alias VV von "The Kills" aufgenommen. Ein weiterer Titel, „Broken Promise“, zusammen mit dem R.E.M.-Sänger Michael Stipe.

Nachdem Tour-Keyboarder Xavier Roide die Band im Jahr 2005 auf eigenen Wunsch verlassen hatte, um sich einer Theaterausbildung zu widmen, begann die längere Suche nach einem entsprechenden Ersatzmann für Liveauftritte. Schließlich wurde der Multiinstrumentalist Alex Lee der britischen Band Suede engagiert.

Placebo begannen ihre Welt-Tournee, die sie für voraussichtlich eineinhalb Jahre um den Globus führen wird, am 19. Februar 2006 in Bangkok, Thailand.

Am 26. Mai 2006 erschien die zweite Single des aktuellen Albums, „Infra-Red“. Am 9. Oktober 2006 erschien ihre dritte Single „Meds“ aus dem gleichnamigen Album.

Mitte Mai 2007 bestätigten Placebo ihre Teilnahme am „Projekt Revolution“, einer Konzerttournee die seit 2001 jährlich durch Linkin Park und das Plattenlabel Machine Shop Recordings zum Zweck der Verbindung von Rockmusik und Hip-Hop organisiert wird.

Am 1. Oktober 2007 wurde auf der offiziellen Internetseite der Band bekanntgegeben, dass Steve Hewitt, der seit dem 1998 erschienenen Album "Without You I'm Nothing" Schlagzeuger war, die Band wegen persönlicher und musikalischer Differenzen verlassen hat.

Brian Molko und Stefan Olsdal gaben bekannt, dass ab Frühling 2008 das neue und sechste Album produziert werden soll.

Trivia

Bandeigene Gitarrenstimmung

Placebo verwenden in einer Vielzahl ihrer Songs eine für sie charakteristische und von der normalen Stimmung (E A D G H E) abweichende alternative Gitarrenstimmung. Die Saiten der Gitarre werden dabei um einen Halbtonschritt höher gestimmt, die höchste Saite wird dagegen auf C reduziert, sodass die Saiten mit der zweithöchsten, die ebenfalls auf C gestimmt ist, einen sehr kraftvollen höhenlastigen Sound erzielen können (F Ais/B Dis/Es Gis/As C C), um so der hohen Stimmlage des Sängers entgegenzukommen.

Diskografie

Alben

Jahr Titel Chart Position Plattenfirma
DE AT CH FR GB AU
1996 Placebo 5 Virgin Records
1998 Without You I'm Nothing 55 43 95 7 7 Virgin Records
2000 Black Market Music 4 7 15 1 6 Virgin Records
2003 Sleeping With Ghosts 2 6 3 1 11 Virgin Records
2004 Once More With Feeling – Singles 1996–2004 14 8 4 1 8 Virgin Records
2006 Meds 2 1 1 1 7 4 Virgin Records

Singles

Jahr Titel Chart Position Album
DE AT CH FR GB AU
1995 Bruise Pristine - Placebo
1996 Come Home 103 Placebo
1996 36 Degrees 83 Placebo
1996 Teenage Angst 30 Placebo
1997 Nancy Boy 4 Placebo
1997 Bruise Pristine (Re-Release) 14 Placebo
1998 Pure Morning 4 49 Without You I'm Nothing
1998 You Don't Care About Us 5 Without You I'm Nothing
1999 Every You Every Me 11 46 Without You I'm Nothing
1999 Without You I'm Nothing (feat. David Bowie) 79 Without You I'm Nothing
1999 Burger Queen Français (FR-Single) 78 Without You I'm Nothing
2000 Taste In Men 31 16 Black Market Music
2000 Slave To The Wage 92 63 19 Black Market Music
2000 Special K 60 50 Black Market Music
2001 Black-Eyed 94 Black Market Music
2003 The Bitter End 34 53 31 12 47 Sleeping With Ghosts
2003 This Picture 75 63 23 Sleeping With Ghosts
2003 Special Needs 71 67 27 Sleeping With Ghosts
2004 English Summer Rain 98 23 Sleeping With Ghosts
2004 Protège-Moi (FR & CH-Single) 26 18 Sleeping With Ghosts
2004 Twenty Years 52 59 50 54 18 Once More With Feeling
2006 Because I Want You (UK-Single) 13 Meds
2006 Song To Say Goodbye 34 44 38 41 30 Meds
2006 Infra-Red 75 42 52 Meds
2006 Meds 83 78 35 Meds
2006 Follow The Cops Back Home (Download) Meds
2007 Running Up That Hill 66 The O.C. Soundtrack vol. 06

DVDs

Soundtracks