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Lahntal

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Gebiet entlang des Flusses, siehe Lahn.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 51′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 200 – 500 m ü. NN
Fläche: 40,49 km²
Einwohner: 6910 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35094 (alt: 3551)
Vorwahlen: 06420 / 06423
Kfz-Kennzeichen: MR
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 012
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Oberdorfer Straße 1
- Sterzhausen
35094 Lahntal
Webpräsenz:
www.lahntal.de
Bürgermeister: Manfred Apell (SPD)
Lage der Gemeinde Lahntal im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Die Gemeinde Lahntal befindet sich im Landkreis Marburg-Biedenkopf im nordwestlichen Mittelhessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Lahntal liegt an der oberen Lahn etwa 83 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main und zirka sieben Kilometer nordwestlich von Marburg.

Westlich der Gemeinde ragt der 498 Meter hohe Rimberg auf.

Nachbargemeinden

Lahntal grenzt im Norden und Osten an die Stadt Wetter, im Südosten an die Gemeinde Cölbe, im Süden an die Stadt Marburg, sowie im Westen an die Gemeinde Dautphetal (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Gemeindegliederung

Geschichte

Die Gemeinde entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen der Jahre 1972 bis 1977 unter dem neuen Namen Lahntal. Ihre einzelnen Ortsteile haben voneinander unabhängige historische Wurzeln.[1]

In der Nähe des Ortsteils Brungershausen wurde 1992 ein Burgstall, aus dem 10. bis 13. Jahrhundert, entdeckt. Ob die Burg, über die es keine Belege gibt, in Verbindung mit der Adelsfamilie „de Brungodeshusen“ steht, ist bisher ungeklärt.
siehe auch Burgstall Brungershausen

Die Kirche in Caldern war Mittelpunkt eines Zisterzienserinnen-Klosters von der noch Reste erhalten sind und die als landgräfliches Gericht um 800 n.Chr. erwähnt wurde.

Der Ortsteil Göttingen wurde erstmals im Jahre 1306 erwähnt und war aufgrund seiner Lage von jeher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Seit dem Dreißigjährigen Krieg führte die Handelsstraße von Frankfurt nach Bremen durch Göttingen und Cölbe und die alte Niederrheinische Straße von Göttingen nach der Eibenhardt am Chausseehaus von Bürgeln vorbei.

Das bereits um 850 n. Chr. in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda erstmals erwähnte Goßfelden war jahrhundertelang dem Deutschen Ritterorden in Marburg zugehörig. Zu der ab Beginn des 19.Jahrhunderts bestehenden eine Synagogengemeinde in Goßfelden[2] gehörten die jüdischen Bewohner von Caldern, Goßfelden, Sterzhausen und Wetter.

Erstmals wurde der Ortsteil Kernbach laut Aufzeichnungen des Staatsarchivs Marburg um 1130 mit dem Namen „Cagernbach“ erwähnt. Später wurde nach Urkunde aus dem des Kloster Caldern im Jahre 1254 der Ort unter dem Namen „Kerenbach“ geführt.

Der Name des Ortsteiles Sarnau ist keltischen und slawischen Ursprungs. Sarnowa bedeutet Rehaue oder Rehwiese. Keramische Funde lassen auf eine entsprechend frühe Besiedlung schließen. In einer Urkunde taucht Sarnau erstmals um das Jahr 1200 auf. 1322 verwaltet der Ritter Gottschalk von Sarnowe den Ritterhof in Sarnau.

Das Dorf Sterzhausen gehörte im 13. Jahrhundert zur Grafschaft Wetter, für das aus alten Urkunden und Aufzeichnungen verschiedene Schreibweisen bekannt sind, wie Steinerthusen (1280), Stereshusen (1330) und Stertzhausen (1570). Der weithin sichtbare Wehrturm der Kirche von Sterzhausen ist mit Abstand das älteste Gebäude. Sehr wahrscheinlich gehen die Grundmauern des Turmes auf eine romanische Kapelle zurück. Die ältesten Balken im Turm sind auf das Jahr 1246 datiert worden. Im Chorraum sind Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert erhalten. [3]

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 22,2 7 22,1 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 51,4 16 43,1 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,6 2 10,4 3
BÜRGERBLOCK Bürgerblock Goßfelden-Sarnau-Göttingen 12,9 4 16,6 5
WG Wählergemeinschaft Lahntal-Sterzhausen 5,9 2 7,8 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,1 60,9

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Lahntal zeigt im roten, durch einen mit dem Deutschordensschild (schwarzes durchgehendes Kreuz in Silber) belegten silbernen Wellenbalken, geteilten Schild hinter dem Herzschild einen schräggestellten und nach innen gekehrten goldenen Äbtissinnenstab mit silbernem Velum, begleitet oben links von drei, unten von vier silbernen, dreiblättrigen Kleeblättern. Das Wappen wurde nach der Gemeindebildung im Rahmen der hessischen Gebietsreform angenommen, und verweist mit dem Wellenbalken auf den namensgebenden Fluss. Die Zahl der Kleeblätter entspricht der Anzahl der Ortsteile, von denen mit dem Äbtissinnenstab auf Caldern (ehemaliges Kloster) und mit dem Deutschordensschild auf den südlich der Lahn gelegenen Teil von Goßfelden verwiesen wird.

Gemeindepartnerschaften

Die Gemeinde Lahntal ist seit dem 6. April 1986 mit der französischen Gemeinde Sussargues verschwistert. Sussargues liegt im südfranzösischen Department l´Herault in unmittelbarer Nähe zu Montpellier (etwa 17 Kilometer) und zum Mittelmeer. Die Entfernung zwischen Lahntal und Sussargues beträgt in etwa 1050 Kilometer.
Zwischen der polnischen Gemeinde Stara Kiszewa und der Gemeinde Lahntal wurde am 10. Januar 2005 in Polen die Gemeindepartnerschaft in einem Festakt besiegelt. Die Unterzeichnung in Lahntal hat am 26. Mai 2006 stattgefunden. Die Gemeinde Stara Kiszewa hat rund 6200 Einwohner in etwa 20, teilweise sehr kleinen Ortsteilen und liegt im Landkreis Koscierzyna, etwa 80 Kilometer südlich von Gdansk (Danzig) und 80 Kilometer westlich von Malbork (Marienburg) in der touristisch interessanten Region Kaschubei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verläuft in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 62 aus Richtung Biedenkopf nach Cölbe und weiter in Richtung Alsfeld. Im Ortsteil Göttingen endet die aus nördlicher Richtung kommende Bundesstraße 252 aus Diemelstadt bzw. Korbach.

Die Obere Lahntalbahn verbindet Marburg über Biedenkopf und Bad Laasphe mit Erndtebrück. Sie wird von der Kurhessenbahn betrieben. Haltepunkte befinden sich in Sarnau (Bahnhof), Goßfelden, Sterzhausen und Caldern.

Tourismus

Die Gemeinde Lahntal gehört mit Teilen ihres Gebietes jeweils zur Region Burgwald, zur Tourismusregion Lahn und zum Naturpark Lahn-Dill und liegt am Lahntal-Radweg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  1. Ludwig Weiershäuser (* 1916; † 10. Januar 2005)
    Verleihung am 12. Oktober 1972
    In Anerkennung seines überdurchschnittlichen ehrenamtlichen Engagements
  2. Johannes Laukel (* 1929; † 27. Juli 2005)
    Verleihung 1989
    In Anerkennung seines ehrenamtlichen Engagements
  3. Justus Gimbel (* 1935; † 18. Februar 2006)
    Verleihung am 18. Juni 2001
    In Anerkennung seines ehrenamtlichen Engagements
  4. Jakob Kraus (* unbekannt)
    Verleihung am 19. September 2006
    In Anerkennung seines ehrenamtlichen Engagements
  5. Wilhelm Damm (* unbekannt)
    Verleihung am 19. September 2006
    In Anerkennung seines ehrenamtlichen Engagements
  6. Otto Ruppersberg (* unbekannt)
    Verleihung am 19. September 2006
    In Anerkennung seines ehrenamtlichen Engagements

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Quellen

  1. lahntal.de: Ortsteile der Gemeinde Lahntal, Geschichte
  2. synagoge-wetter.de: Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V.
  3. lahntal.de/kg: Pfarramt von Sterzhausen, Unsere Kirche
 Commons: Lahntal – Bilder, Videos und Audiodateien