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Kleiner Mann – was nun?

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Kleiner Mann – was nun ist ein Roman von Hans Fallada aus dem Jahre 1932.

Inhaltsverzeichnis

Historischer Hintergrund

Da Hans Fallada von 1893 bis 1947 lebte, musste er beide Weltkriege miterleben, allerdings war er untauglich und musste an keinem der Kriege teilnehmen.

1929 war die Weltwirtschaftskrise, für die der „Schwarze Freitag“ ausschlaggebend war. Sie brachte viel Elend und Armut in die Bevölkerung und große Probleme für die Arbeitslosen.

Literarische Epoche

Hans Fallada schrieb seine bekanntesten Werke in der Epoche der Neuen Sachlichkeit. Die Neue Sachlichkeit bezeichnet in der Literatur der Weimarer Republik eine Richtung, die sich nüchtern und realistisch abgrenzt vom Pathos des Expressionismus. An die Stelle gefühlsbetonter Wendungen und radikal-romantischer Bilder trat eine ernüchterte, oft kühl-distanzierte, beobachtende Haltung, die dokumentarisch-exakt und scheinbar gefühllos die moderne Gesellschaft darstellte, wobei häufig Alltagsdokumente in die Werke einmontiert wurden. Die Bezeichnung "Neue Sachlichkeit" ist auf die Abgrenzung zum Realismus als "alte Sachlichkeit" zurückzuführen. Entstanden nach dem Ersten Weltkrieg, zeichnet sich die Neue Sachlichkeit aus durch schlichte Klarheit, sachliche Ausdrucksweise sowie teils hoch politische Inhalte.

Inhaltsangabe

Der Buchhalter Johannes Pinneberg (23) und seine Freundin, die Verkäuferin Emma „Lämmchen“ Mörschel (22), suchen im Juli 1930 im vorpommerschen Platz einen Frauenarzt auf, um sich nach Verhütungsmethoden zu erkundigen. Dabei erfahren sie, dass Lämmchen im zweiten Monat schwanger ist. Da Pinneberg als Buchhalter in einem Landwarenhandel in Ducherow nur wenig verdient und die beiden keine offizielle Verbindung pflegen, reagiert er entsetzt. Bei der werdenden Mutter schlägt hingegen früh Überraschung in Freude um. Noch am selben Tag macht er Lämmchen einen Antrag und lernt auch gleich ihre Familie kennen, die ihn nicht herzlich empfängt.

Schon im August beziehen die Pinnebergs nach der Blitzhochzeit eine möblierte Wohnung bei der lethargischen Witwe Scharrenhöfer am Stadtrand von Ducherow. Dabei hält Johannes seinen neuen Familienstand geheim, um nicht bei seinem launischen Chef Kleinholz in Ungnade zu fallen, der ihn mit seiner Tochter Marie (33) verkuppeln will. So verleugnet Pinneberg seine Frau sogar, wenn er sie zufällig im Ort trifft. Das Versteckspiel endet bald: Als er sich standhaft weigert, einen Wochenenddienst zu übernehmen, um mit der Gattin nach Maxfelde reisen zu können, werden beide am Ausflugsort in inniger Umarmung von Familie Kleinholz gesehen. Tags darauf kommt es zu einem hitzigen Wortgefecht mit Marie. Und so fällt die Wahl auf Pinneberg, als sich Kleinholz zum allmonatlichen Kündigungstermin von einem seiner Mitarbeiter trennt. Seine beiden Kollegen wollen von der Abmachung, die sie einige Tage zuvor getroffen haben, aus Solidarität mitzukündigen, nichts mehr wissen. Eine Vorsprache beim Arbeitsamt bringt nichts ein, ebenso wenig beim Konfektionshaus Bergmann, bei dem ihm einst gekündigt worden war, weil er die Post nicht holen wollte.

Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Marie, genannt Mia, einer Prostituierten aus Berlin, mit der Lämmchen unterdessen brieflichen Kontakt aufgenommen hat. Da sie ihrem Sohn eine Stellung als Verkäufer im Berliner Warenhaus Mandel in Aussicht stellt, siedeln die Pinnebergs Ende September als Untermieter nach Tiergarten über. Mias Liebhaber Holger Jachmann fädelt in der Tat ein Vorstellungsgespräch in der Mandel‘schen Personalabteilung ein, so dass Pinneberg trotz Konjunkturkrise in der Abteilung für Herrenkonfektion beginnen kann. Auch wenn die Entlohnung miserabel ausfällt, ringt er sich zum Kauf einer Frisiertoilette durch, die es Lämmchen angetan hat. Das Ehepaar leidet unter dem ständigen Lärm von Mias frivolen Abendgesellschaften, auf die überdies der missliebige Kollege Keßler durch ein Zeitungsinserat aufmerksam geworden ist. Verkäufer Joachim Heilbutt, mit dem sich Pinneberg etwas angefreundet hat, muss die Streithähne an der Arbeitsstelle trennen.

Um Mias überhöhten Mietforderungen zu entgehen, zieht das Ehepaar bereits Mitte November heimlich aus, zumal sich Lämmchens Schwangerschaft nicht mehr lange verheimlichen lässt. Die werdende Mutter tut eine baupolizeilich nicht gemeldete Wohnung in Alt-Moabit auf, die zum Möbellager des Tischlers Puttbreese gehört. Trotz der niedrigen Miete vereinbart Lämmchen mit ihrem Mann einen strikten Haushaltsplan, der selbst zu Weihnachten keinen Spielraum zu Extravaganzen erlaubt. Auch bei der Arbeit steht Pinneberg unter Druck, weil Organisator Spannfuß eine zu erreichende Verkaufsquote verlangt, die zu Mauscheleien und Konkurrenzkämpfen unter den Verkäufern führt. Seine einzige Freude ist seine Frau, die er einst auf einer Wochenendreise am Ostseestrand zwischen Lensahn und Wiek kennengelernt hat.

Während er Heilbutt zögernd zu dessen FKK-Abend in die Badeanstalt begleitet, bringt Lämmchen am Abend des 14. März 1931 den Sohn Horst zur Welt, genannt Murkel. Wieder ist das Geld knapp, weil der Antrag auf Wochen- und Stillgeld von der Krankenkasse nur schleppend bearbeitet wird. Zu allem Überfluss bleiben im April die kleinen Finanzspritzen von Heilbutt aus, der – angeblich gegen seinen Willen – auf dem Titelblatt einer Aktzeitschrift abgebildet worden ist. Er verliert seinen Job und zieht wenig später ins Stadtzentrum, um eine „Bilderzentrale“ zu eröffnen.

Im Mai wird Pinneberg nach Dienstschluss von Jachmann abgefangen, der bei seinem geheimnisvollen Auftritt so tut, als werde er verfolgt. Er quartiert sich sogar bei der jungen Familie ein und nötigt sie zu einem Abendbummel, bei dem er plötzlich einen gewissen „Onkel Knilli“ trifft, mit dem er auf Nimmerwiedersehen entschwindet. Als Mutter Mia zwei Monate später in der Wohnung erscheint, um nach ihrem Ex-Liebhaber zu suchen, ist Jachmann längst verschollen. Nur mit Mühe können Pinnebergs dessen Koffer vor ihrem Zugriff bewahren.

Am 29. September 1931 endet für Pinneberg nach genau einem Jahr die Tätigkeit im Warenhaus Mandel. Nach mehreren Ermahnungen wegen Zuspätkommens ist er mit seiner Verkaufsquote im Rückstand. So fleht er den Filmschauspieler Franz Schlüter, der sich im Laden nur umschauen möchte, unter Verweis auf die Quote derart aufdringlich um einen Kauf an, dass man Pinneberg fristlos kündigt. Wie sich später herausstellt, resultiert die Kündigung aber eher aus einem anonymen Brief, in dem er als SA-Mitglied denunziert wird. Auch hätten, wie es heißt, mit Pinnebergs Abgang die Hakenkreuz-Schmierereien auf der Betriebstoilette aufgehört.

Im November 1932 lebt die Kleinfamilie illegalerweise in Heilbutts Gartenlaube etwa 40 Kilometer östlich von Berlin. Obwohl Pinneberg seit 14 Monaten arbeitslos ist, verbietet ihm „Lämmchen“, einen gewissen Krymna auf dessen Holz-Beutezügen zu begleiten. Stattdessen treibt er ausstehenden Lohn für seine Frau ein, die bei Privatleuten Strümpfe stopft. Außerdem fährt er mit der U-Bahn in die Stadt, um die Krisenunterstützung abzuholen und die Mietschulden bei Puttbreese und Heilbutt abzustottern. Unterdessen kreuzt Jachmann nach einem Jahr Gefängnishaft bei Lämmchen auf, um die Koffer zu holen. Obwohl Mia ihn angezeigt hat, wird er ihres Reichtums wegen zu ihr zurückkehren. Erst als Jachmann am späten Abend die Laube verlässt und wegfährt, gibt sich Pinneberg hinter den Fliederbüschen zu erkennen. Gedemütigt durch Berliner Schutzpolizisten, die ihn vom Bürgersteig verscheucht haben, traut er sich kaum, seiner Frau unter die Augen zu treten.

Trotz ihrer schlechten Lage entdecken Pinneberg und 'Lämmchen' die alte Liebe wieder und erkennen, dass nur sie wirklich wichtig ist.

Personenübersicht

Johannes Pinneberg (Hauptperson): lebt in sehr armen Verhältnissen und sehr einfach, ist ein guter Arbeiter, kümmert sich viel um seine Frau und sein Kind

Emma „Lämmchen“ Mörschel (Hauptperson): lebt in sehr armen Verhältnissen und sehr einfach, steht immer hinter ihrem Mann

Marie „Mia“ Pinneberg (Mutter von Johannes Pinneberg): Prostituierte, ist reich und sehr sparsam, will kein Geld ausgeben

Heilbutt (Kollege von Pinneberg bei der Firma Mandel und guter Freund): sehr hilfsbereit, lässt sich nackt fotografieren, kann sich gut durchsetzen

Scharrenhöfer, Puttbreese (Wohnungsvermieter an Pinneberg)

Kleinholz (Chef im Landwarenhandel): sehr launisch, spart überall ein, nimmt keine Rücksicht auf Mitarbeiter

Spannfuß (Chef in der Firma Mandel): spart überall ein, führt Verkaufsquoten in der Firma ein und setzt dadurch die Angestellten sehr unter Druck

Literatur

Verfilmungen