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Eurokorps

Eurokorps

Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. Oktober 1993
Land Deutschland

Frankreich
Belgien
Spanien
Luxemburg
Polen

Streitkräfte Bundeswehr

Les forces armées françaises
Armée belge/Defensie van België
Fuerzas Armadas Españolas
Lëtzebuerger Arméi/L'Armée luxembourgeoise
Wojsko Polskie

Typ Rapidly Deployable Corps Headquarters

NATO Response Force (temporär)

Unterstellung SHAPE
Hauptquartier Straßburg
Kommandeur
Kommandierender General GenLt Pedro Pitarch
Stellvertretender Kommandierender General GenMaj Philippe Sommaire

Das Eurokorps ist ein multinationaler militärischer Verband der Staaten Deutschland, Frankreich, Belgien, Spanien und Luxemburg, der allen Mitgliedsstaaten der Westeuropäischen Union (WEU) und den mit der WEU asssozierten Staaten offensteht. Zu Ausbildungszwecken nimmt auch das polnische Heer in Brigadestärke am Eurokoprs teil. Das Korps stellt Kräfte für EU- und NATO-Missionen, u.a. für die schnelle Eingreiftruppe der NATO.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Geburtsjahr des Eurokorps ist das Jahr 1987: in diese Zeit fällt auch die Einrichtung des Deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates. Zwei Jahre später wurde eine erste Deutsch-Französische Brigade aufgestellt, die dann 1991 einsatzbereit war. Auf der Grundlage des Beschlusses des deutsch-französischen Gipfeltreffens am 22. Mai 1992 in La Rochelle wurde das eigentliche Eurokorps gegründet, das am 1. Oktober 1993 mit dem Dienstantritt von Generalleutnant Helmut Willmann offiziell geschaffen und am 5. November 1993 in Straßburg der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Im SACEUR-Abkommen vom 21. Januar 1993 wurden die Beziehungen und Kompetenzen zwischen NATO und Eurokorps geregelt. Ab 1993 beteiligte sich Belgien, ab 1994 Spanien und ab 1996 auch Luxemburg am Eurokorps. Beginnend 1998 verstärkten Soldaten des Korps das SFOR-Hauptquartier. In 2000 stellte das Korps das KFOR Hauptquartier im Kosovo. Im Juni 2001 wurde das Eurokorps in ein sogenanntes "schnelles Reaktionskorps" umgewandelt, das nicht nur der EU, sondern auch der NATO zur Verfügung steht. Das Korps ist in der NATO-Kommandostruktur als Rapidly Deployable Corps Headquarters mit Unterstellung zum Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) klassifiziert und stellt turnusmäßig Kräfte für die NATO Response Force. Seitdem sind im Korpsstab Verbindungsoffiziere mehrerer NATO-Bündnispartner präsent. 2004 stellte das Eurokorps den Kern des Hauptquartiers für ISAF in Kabul.

Verbands- und Barettabzeichen

Barettabzeichen

Wie auch das Verbandsabzeichen des 1. Deutsch-Niederländischem Korps zeigt das Verbandsabzeichen ein nach oben gerichtetes Schwert auf einem EU-blauen Hintergrund und der stilisierten Darstellung des europäischen Kontinents mit 9 (nur teilweise sichtbaren) verzerrten goldenen Sternen. Das Verbandsabzeichen wird - zumindest bei den deutschen Anteilen des Korps - auf dem linken Ärmel des Dienstanzugs getragen. Das Barettabzeichen ist einheitlich für alle Mitglieder des Korpstabes und ist an das Verbandsabzeichen angelehnt. Zusätzlich zeigt es die 12 Sterne, die auch auf der Flagge der Europäischen Union abgebildet sind und die auf dem Verbandsabzeichen nur unvollständig und verzerrt abgebildet sind. Auch die deutschen Truppenanteile tragen dieses Abzeichen und nicht wie gewöhnlich eines, das ihre Truppengattung anzeigt. Wie auch die Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade, die allerdings ein eigenes Abzeichen haben, tragen die Soldaten ein blaues Barett.

Organisation

Mit Ausnahme Luxemburgs unterstellen die Nationen im Bedarfsfall eine Division. Damit ist auch das Eurokorps kein ständig präsenter Großverband, es hat aber die Deutsch-Französische Brigade unter seinem Kommando. Diese etwa 4.600 Soldaten starke Infanteriebrigade ist ein ständiger präsenter Verband und war auch schon auf dem Balkan im Einsatz. Das Korps besteht jetzt aus etwa 60.000 Soldaten und ist seit 1995 einsatzbereit. Es besteht ausschließlich, mit Ausnahme der Deutsch-Französischen Brigade, aus Panzerdivisionen. Eine weitere Brigade ist die Multinational Command Support Brigade (MNCS Bde), die zur Unterstützung des Stabes dient (z. B. Führungsunterstützung (=Fernmelder und Elektronische Kampfführung), Pioniere, Feldjäger und ABC-Abwehr). Auch sie wird nur im Bedarfsfall voll aktiviert und kann je nach Einsatzform differenziert zusammengestellt werden. Im Frieden ist die Brigade nur 80 Soldaten stark.

Neben der bedarfsgesteuerten Unterstellung unter EU und SHAPE werden die nationalen Kontingente auch der ständig präsenten Truppenteile truppendienstlich national geführt. Die deutschen Anteile beispielsweise werden durch das Heeresführungskommando geführt.

Kommandierende Generale

Folgende Kommandierende Generale standen der Brigade vor:

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
8 GenLt Pedro Pitarch 21. Sep. 2007 -
7 GenLt Charles Henri Delcour 23. Sep. 2005 21. Sep. 2007
6 GenLt Jean-Louis Py 04. Sep. 2003 23. Sep. 2005
5 GenLt Holger Kammerhoff 10. Dez. 2001 04. Sep. 2003
4 GenLt Juan Ortuño Such 26. Nov. 1999 10. Dez. 2001
3 GenLt Leo van den Bosch 1. Jan 1998 26. Nov. 1999
2 GenLt Pierre Forterre 31. 01. 1996 15. Dez. 1997
1 GenLt Helmut Willmann 1. Oktober 1993 31. Jan. 1996

Eurokorps-Gliederung 2008

Die genaue Zusammensetzung variiert, bleibt jedoch qualitativ vergleichbar.

Eurokorps-Gliederung 2007

Das Eurokorps ist 2007 wie folgt gegliedert:

Eurokorps-Gliederung 1997/98