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Meschede

Dieser Artikel beschreibt die Stadt Meschede im Sauerland; für den deutschen Physiker Dieter Meschede siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 21′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Hochsauerlandkreis
Höhe: 260 m ü. NN
Fläche: 218,5 km²
Einwohner: 31.929 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59872
Vorwahlen: 0291, 02903
Kfz-Kennzeichen: HSK
Gemeindeschlüssel: 05 9 58 032
Stadtgliederung: 17 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Franz-Stahlmecke-Platz 2
59870 Meschede
Webpräsenz:
www.meschede.de
Bürgermeister: Uli Hess (CDU)

Meschede ist eine Mittelstadt im nördlichen Sauerland und Kreisstadt des Hochsauerlandkreises, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Meschede liegt südlich des Naturparks Arnsberger Wald beidseitig der Ruhr in unmittelbarer Nähe der Hennetalsperre. Südlich schließt sich das Rothaargebirge an. In der Liste der flächengrößten Städte Deutschlands liegt Meschede auf Platz 49.

Tiefster Punkt 214 m (Fluss Ruhr am Übergang nach Oeventrop), höchster Punkt 692,5 m ü. NN. (Berg Hockenstein, südl. Mosebolle)

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet beträgt 218,5 km², davon:

Nachbargemeinden

Die folgenden Entfernungen sind in Luftlinie angegeben.

Meschede grenzt im Norden an Warstein (13 km), im Osten an Bestwig (8 km), im Süden an Schmallenberg (22 km), im Südwesten an Eslohe (13 km), im Westen an Sundern (19 km) und im Nordwesten an Arnsberg (14 km).

Die nächsten größeren Städte mit über 100.000 Einwohnern sind im Nordosten Paderborn (51 km), im Osten Kassel (85 km), im Süden Siegen (57 km), im Westen Hagen (56 km) und im Nordwesten Dortmund (60 km) und Hamm (49 km).

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt Meschede gehören die folgenden Ortsteile und Wohnplätze dazu:

Baldeborn, Berge, Berghausen, Beringhausen, Blüggelscheidt, Bockum, Bonacker, Calle, Drasenbeck, Einhaus, Enkhausen, Enste, Ensthof, Erflinghausen, Eversberg, Frenkhausen, Freienohl, Frielinghausen, Galiläa, Giesmecke, Grevenstein, Heggen, Heinrichsthal, Höringhausen, Horbach, Immenhausen, Klause, Köpperkopf, Köttinghausen, Kotthoff, Laer, Löllinghausen, Löttmaringhausen, Mielinghausen, Mosebolle, Mülsborn, Obermielinghausen, Olpe, Remblinghausen, Schederberge, Schedergrund, Schüren, Stesse, Stockhausen, Vellinghausen, Visbeck, Wallen, Wehrstapel, Wennemen, Windhäuser und Wulstern.

Klima

Im allgemeinen wird Meschede durch den im südöstlichen Westfalen vorherrschenden Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen und dem kontinentalen Klima geprägt. Demnach sind die Sommer teils feucht-kühl, teils aber auch trocken-warm. So wurden Spitzenwerte von 38 °C, trotz der Lage im Bergland (230–632 m ü. NN) gemessen, Tiefstwerte von unter -15 °C sind aufgrund der Tallage keine Seltenheit. Ganzjährig kommt es häufig zu Niederschlägen, die am Nordstau des Gebirges intensiv ausfallen, die Stadt liegt am Nordwestrand eines Höhenzuges des Rothaargebirges, daher liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei knapp 1000 mm. In den Wintermonaten ist eine beachtliche Schneedecke anzutreffen, die durchaus eine Höhe von 50 cm erreichen kann. Berichte von Unwettern sind auch historisch gut dokumentiert. So geht der Bau des Hennesees unter anderem darauf hin zurück, dass die Stadt im 19. Jahrhundert oft von Hochwasser, oftmals bedingt durch die Schneeschmelze im Hochsauerland, heimgesucht wurde. In der jüngeren Vergangenheit ereigneten sich vermehrt schwere Gewitter, wie beispielsweise 1969, 1997, 2001, 2006 und zuletzt im Juni 2007. Im September 2006 wurde die Stadt Meschede und viele Nachbargemeinden von einem plötzlichen Unwetter überrascht, das in dieser Region seit vielen Jahren nicht beobachtet worden war. Bedingt durch flutartige Regenfälle entstanden Sachschäden in teils erheblicher Höhe.

Anfang Mai 2007 entzündete sich aufgrund der seit mehreren Wochen anhaltenden Trockenperiode ein 30.000 m² großes Waldstück zwischen Meschede-Grevenstein und Sundern-Altenhellefeld. Rund 150 Feuerwehrmänner aus dem gesamten Stadtbereich Meschede waren im Einsatz, unterstützt durch zwei Hubschrauber der Bundeswehr, die aus dem nahem Sorpesee Wasser holten und aus der Luft die Flammen bekämpften. Des Weiteren halfen die örtlichen Landwirte mit ihren Gülleanhängern, die Wasserversorgung der Feuerwehr aufrecht zu erhalten. Entdeckt wurde das Feuer am Mittag des 2. Mai, als gleichzeitig ein Polizeihubschrauber, der nach Waldbränden Ausschau hielt, und ein Spaziergänger den Brand meldeten. Schon bald stellte sich heraus, dass der Brand nicht fahrlässig oder vorsätzlich gelegt wurde, sondern offenbar eine Selbstzündung aufgrund der langen Trockenheit der Auslöser des großen Waldbrandes war.

Geschichte

Meschedes Anfänge

Die Anfänge der Mescheder Geschichte gehen zurück ins 9. Jahrhundert („Monasterium Mescedi“ 913, „Meskide“ 937, „Messcede“ 958, „Messchete“ 985, „Mescide“ 997). Zu dieser Zeit entstand etwa 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt (am heutigen Stadtrand) gelegen eine karolingische Wallburg, die Hünenburg. Unter fränkischer Herrschaft diente sie unter anderem als Fliehburg, sie demonstrierte aber gleichwohl auch als Machtsymbol nach den Auseinandersetzungen während der Sachsenkriege. Die Burg wurde strategisch errichtet, befand sie sich doch in der Nähe zweier, das Mittelgebirge kreuzender Straßen. Dort, an der Kreuzung dieser mittelalterlichen Routen wurde, ebenfalls im 9. Jahrhundert von Emhildis ein adliges Damenstift gegründet, dessen Patronin die heilige Walburga war. Emhildis selbst war dessen erste Äbtissin.

Das Stift wurde erst im 18. Jahrhundert säkularisiert. Im Zuge der Ansiedlung des Stiftes „blühte“ die Siedlung bereits im 10. Jahrhundert auf und erhielt von König Otto I. im Jahre 959, rund 40 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung des Namens Meschede das Markt- und Zollrecht. Das Stift konnte in der Folgezeit seine Besitztümer ausdehnen, es gehörte zu den reichsten und größten in Westfalen, stand aber immer unter der Gewalt des mächtigen Grafen von Arnsberg.

Schon früh wird in Meschede ein Kirchspiel nachgewiesen, dessen Ort in etwa der Straße „im Rebell“, also nur rund 100 m vom Damenstift entfernt, entspricht. Im Zuge der Säkularisierung des Klosters wurde das Kirchspiel erst in eine Schule umgewandelt und später ganz abgerissen. Ein weiterer frühmittelalterlicher, jedoch noch heute vorhandener Sakralbau ist die Michaeliskapelle auf dem Klausenberg (umgangssprachlich Klausenkapelle), die hoch über der Stadt seit dem 10. Jahrhundert zu finden ist.

Vom Stift zur Freiheit

Im heutigen Stadtgebiet von Meschede kam es im 13. Jahrhundert zur Ansiedlung zweier Plansiedlungen durch den Grafen von Arnsberg: Eversberg und Grevenstein. Durch diese beiden, mit dem Stadtrecht versehenen Siedlungen sollte ein Bollwerk und eine Grenzfestigung Arnsbergs gegenüber dem kölnischen Raum geschaffen werden. Meschede konnte aufgrund des Stiftes und dessen kölnische Ausrichtung das Privileg einer „Stadt“ nicht erlangen, sondern wurde erst 1457 zur Freiheit ernannt. Der Bau eines Rathauses 1581 spricht von einer bürgerlichen Weiterentwicklung in Meschede. Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges machten auch vor Meschede nicht Halt, so wurde unter anderem auch St. Walburga zerstört. Während des 17. Jahrhunderts zählte Meschede rund 600 Einwohner. Im frühen 18. Jahrhundert wird eine Tuchmacherzunft nachgewiesen, jedoch wird die Freiheit gegen Ende des Jahrhunderts gleich mehrfach von der Roten Ruhr heimgesucht.

Meschede im 18. und 19. Jahrhundert

Meschedes Aufschwung beginnt mit der Ernennung zur Kreisstadt 1819, zuvor hatte es kurzzeitig zu Hessen gehört. 1837 wurden, nach der preußischen Gemeindeordnung von 1835 zum ersten Mal neun Stadtverordnete gewählt. Meschede hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 1750 Einwohner. Erste industrielle und gewerbliche Anlagen lassen sich vornehmlich an den Flüssen Ruhr und Henne nachweisen, eine Werkzeugfabrik, ein Textilunternehmen und eine Schuhleistenfabrik sind zu nennen. Der Bau der Oberen Ruhrtalbahn, durch den Meschede ab 1874 auch mit der Bahn erreicht werden konnte, brachte einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung mit sich, mehr als der Ausbau der Köln-Mindener Fernstraße um 1815, der ein tiefes Eingreifen in das Siedlungsgefüge Meschedes nach sich zog. 1899 hatte Meschede knapp 3000 Einwohner.

Das 20. Jahrhundert in Meschede

Die Ansiedlung der Honsel-Werke bringt der Stadt den Aufstieg hin zur industriell geprägten Stadt. Im Jahre 1901 wurde mit dem Bau der Hennetalsperre begonnen, der 1905 beendet wurde. Damit war ein horrendes Problem Meschedes scheinbar gelöst: die Gefahr der Überschwemmung bei Hochwasser. Regelmäßig stand die Stadt an Ruhr und Henne unter Wasser, stellenweise soll das Wasser meterhoch durch die Straßen geflossen sein. 1927 jedoch waren die Fluten auch für die Hennetalsperre nicht zu bändigen – das Wasser floss auch über die Staumauer hinweg.

Während des Ersten Weltkrieges wurde im Norden der Stadt ein ausgedehntes Kriegsgefangenenlager eingerichtet, Zeugen hiervon sind heute noch die Ausrichtung einiger Straßen in Meschedes Norden sowie die Straßenbezeichnung „Lagerstraße“.

Zwischen den Kriegen, Meschede hatte ursprünglich ca. 4500 Einwohner, begann die Ausdehnung der Stadt – die Häuser kletterten zusehends die Hänge hinauf und verließen das Ruhrtal. Der Zuwachs der Bevölkerung war verbunden mit der Expansion der Honsel-Werke, die ursprünglich als Umschmelzhütte für Aluminiumschrotte (Sekundärhütte) gegründet wurden, sich aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg, im Zuge der sogenannten Aufrüstung, zu einer der größten deutschen Aluminiumgießereien entwickelt hatten. Dieser Zweig wurde nach den Kriegszerstörungen bevorzugt wieder aufgegriffen und die Honsel-Werke wurden relativ bald zur größten deutschen Kundengießerei auf dem Aluminiumsektor und verblieben als solche noch lange Jahre im Familienbesitz.

Als Folge des Aufschwungs wurden in der Innenstadt neue Geschäftshäuser, auch eine Stadthalle errichtet, einige verbliebene alte Fachwerkbauten mussten weichen.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde auch Meschede „gleichgeschaltet“. 1938 kam es auch hier zu gezielten Attacken gegen die jüdische Bevölkerung. Die Ausdehnung der Stadt schritt weiter voran, die Honsel-Werke beschäftigten mittlerweile rund 3000 Mitarbeiter, 1940 lebten in Meschede 7500 Menschen. Zur Bombardierung der Möhne- und Edertalsperre am 17. Mai 1943 kam auch in Meschede erstmals Unruhe auf, in den Straßen wurden, aufgrund der Angst vor einem möglichen Angriff auf die Hennetalsperre Plakate mit der Aufschrift „Fluchtweg bei Hochwasser“ aufgehängt. Die kriegswichtige Industrie, aber auch die näher rückende Westfront brachte den Meschedern dann, nur zwölf Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges die verheerenden Folgen von Not und Zerstörung in ihren Ort: am 19. Februar 1945, mittags um halb drei griffen alliierte Bomberverbände die Stadt aus südöstlicher Richtung an, neben 200 Sprengbomben prasselten rund 20.000 Brandbomben nieder. Die Innenstadt war ein einziges Flammenmeer, der Kirchturm von St. Walburga überragte dieses Bild. Viele Mescheder flüchteten auf umliegende Felder und betrachteten von dort aus das Ende des alten Meschede. Am Ende des Tages waren 45 Todesopfer zu beklagen, St. Walburga und die meisten Häuser der Innenstadt waren total zerstört oder schwer beschädigt. Nur neun Tage nach diesem Angriff wurde die Stadt erneut Ziel eines Luftangriffes, bei dem erneut die Innenstadt, das Bahnhofsgelände und die Honsel-Werke zerstört wurden. Nach dem dritten Angriff, der hauptsächlich Wohnsiedlungen im Norden und den Honsel-Werken galt, waren 75 % der Stadt zerstört.

Wiederaufbau

Frühling: Blick auf den Hennesee heute mit Meschede im Hintergrund (2008)

Die Nachkriegsjahre waren wie überall durch Not und Elend geprägt. Einen konkreten Aufbauplan für Meschede gab es 1948/49. Er sah eine Straßenbegradigung und eine Höherlegung der Innenstadt zum Hochwasserschutz vor, aber auch eine Verlegung des Rathauses von der zentralen Kreuzung ans Ruhrufer. Pläne, die St. Walburga-Kirche für eine breite Kreuzung in der Innenstadt zu opfern, konnten von Pfarrer Künsting gerade noch verhindert werden. Die Stadt wuchs vor allem durch den Zuzug von Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten nach Norden und nach Südosten. 12.500 Einwohner wurden bereits 1955 gezählt, in diesem Zeitraum wurden die gröbsten Kriegsschäden aus der Stadt beseitigt, die St. Walburga-Kirche bekam ihren historischen Turmhelm wieder. Jedoch sind bis heute noch Baulücken im Zentrum anzutreffen, die auf Kriegseinflüsse zurückzuführen sind. Mitte der 1950er Jahre wurde auch der „neue“ Hennesee eingeweiht, die alte Staumauer wurde 1948 aufgrund von Unterspülungen stillgelegt, ein Steinschüttdamm wurde 200 m flussaufwärts errichtet, wobei das Fassungsvermögen von 11 auf knapp 39 Millionen m³ erhöht wurde. Zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 1959 wurde dann auch das Rathaus eingeweiht. In den 1960er Jahren dehnte sich Meschede in alle Himmelsrichtungen weiter aus, 1961 wurde der Ehrenfriedhof Eversberg eingeweiht. 1964 wurde im Norden hoch über der Stadt die Friedenskirche der Benediktiner-Abtei geweiht, heute neben der St. Walburga-Kirche und dem Kreishaus mit das imposanteste Gebäude der Stadt. 1970 kam es zu einer bundesweit beachteten Pockenepidemie in Meschede, bei der vier Menschen starben.

Meschede um 1975

Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1975 wurden die Kreise Arnsberg, Brilon und Meschede zum Hochsauerlandkreis vereint, Meschede wurde Kreisstadt. In der Folge einiger Eingemeindungen erhöhte sich die Einwohnerzahl auf über 32.000. Im Norden der Stadt wurde in den frühen 1970er Jahren die „Gartenstadt“ (die jedoch keine klassische Gartenstadt im Sinne des Erfinders ist) mit großflächigerem Geschosswohnungsbau errichtet, hinzu kamen ausgedehnte Wohngebiete im Süden der Stadt, neue Schulen und Behörden entstanden, darunter auch das erwähnenswerte Kreishaus, welches 1987 der Bestimmung übergeben wurde.

Stadtentwicklung in der jüngsten Vergangenheit

Die Kernstadtsanierung, die ab 1970 angegangen wurde, ist eines der wichtigsten Projekte der jüngeren Mescheder Geschichte. Zahlreiche Missstände galt es zu beseitigen: Gewerbeansiedlungen im Innenstadtbereich, unzureichende optische Erscheinung einiger Straßenzüge, bauliche Mängel, aber vor allem die bundesweit bekannte „Staufalle“ Meschede mussten beseitigt werden. 1982 konnte die Antonius-Brücke eingeweiht werden, die Verlegung der B55 hatte begonnen. Durch den Bau einer weiteren Brücke über die Ruhr konnte der Bahnübergang, mit verantwortlich für den Dauerstau in der Innenstadt geschlossen werden und die Ruhrstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt werden.

Die vierspurige Tangente, die südlich des alten Stadtkerns vorbei geführt wurde, konnte bis 1987 in einem zweiten Schritt fertiggestellt werden. Der Stiftscenter wurde 1984 eröffnet, 1980 wurde die neue Zentrale der Sparkasse Meschede eröffnet, in der direkten Nachbarschaft wurde im selben Jahr die Stadthalle eingeweiht. Der Kaiser-Otto-Platz wurde 1991 Fußgängerzone, die gesamte zentrale Innenstadt wurde Fußgängerzone oder verkehrsberuhigte Zone. Durch die Fertigstellung des Innenstadtringes konnte 1998 die Sanierung der Innenstadt abgeschlossen werden. Zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe wurden in das Industriegebiet „Enste“ umgesiedelt. Mit der Sanierung wurde die Qualität der inneren Stadt deutlich aufgewertet und die bisweilen triste Bauweise der 1950er Jahre wurde so aufgefangen. In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche neue Bauten in der Innenstadt verwirklicht werden: mehrere Altenwohnheime und neue Geschäftshäuser entstanden. Mit dem Bau der Agentur für Arbeit und der kürzlich sanierten St. Walburga-Kirche findet die innerstädtische Entwicklung ihren Abschluss. Neue Wohngebiete entstanden ab 2000 und entstehen im Nordwesten der Stadt am Hainberg und im Südosten.

Aktuelle Planungen in der Stadt Meschede konzentrieren sich auf das Areal der Deutschen Bahn, die sich in den vergangenen 20 Jahren immer mehr zurückgezogen hat. Nach zehnjähriger Planungszeit werden 2008 die Arbeiten an der sogenannten „Bahnschiene West“ abgeschlossen sein. Neben einem größeren Lebensmittelmarkt wird hier eine Bowlingbahn mit angeschlossener Gastronomie hergestellt. Im Untergeschoss des Gebäudes wird ein bekannter Lebensmitteldiscounter sowie ein Schalter der Bahn zum Verkauf von Fahrkarten einziehen - zudem fanden ein Friseur sowie eine Filiale einer bekannten Fast-Food-Kette im Untergeschoss Platz.

Eine Ausweitung der Gewerbe- und Industrieflächen im Gewerbe- und Industriegebiet Enste sind im Gespräch. Außerdem wurde eine Neugestaltung des Rathausumfeldes durchgeführt. Hier wird ein Modehaus sowie Gastronomie mit Blick auf die Ruhr entstehen.

Einwohnerentwicklung

Mit Stand vom 1. Januar 2006 hat Meschede 34.678 Einwohner, davon 17.552 weiblich und 17.126 männlich. In der Kernstadt leben 16.931 Einwohner, der Rest verteilt sich auf die umliegenden Ortschaften.

Mit Stand vom 1. Januar 2007 beträgt die Einwohnerzahl 34.046, davon sind 17.255 weiblich und 16.791 männlich. Davon entfallen auf die Kernstadt Meschede 16.673 Einwohner.

Politik

Gemeinderat

Meschede wird abgesehen von einem kurzen Intermezzo der SPD von 1949 bis 1952 seit dem Zweiten Weltkrieg mit absoluter Mehrheit von der CDU regiert. Der Rat der Stadt Meschede hat 44 Mitglieder und setzt sich zur Zeit aus Fraktionen der CDU, SPD, UWG, FDP und Grünen zusammen.

Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 26. September 2004

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 22 Sitze
SPD 10 Sitze
UWG 7 Sitze
FDP 3 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze

Darüber hinaus gibt es mit der Jungen Union und den Jungsozialisten zwei politische Jugendorganisationen, die in Meschede tätig sind.

Bürgermeister

Bürgermeister (und Stadtvorsteher) seit 1900

Städtepartnerschaften

Seit dem 30. Oktober 1965 besteht eine Städtepartnerschaft mit Le Puy-en-Velay (Frankreich). Außerdem führt Meschede eine schon vor der Eingemeindung 1975 bestehende Städtepartnerschaft Freienohls mit Cousolre (Frankreich) fort. Am 10. Juni 1956 hat die Stadt beschlossen, die Patenschaft für die Vertriebenen der ehemaligen schlesischen Stadt Winzig (Polen) zu übernehmen. Über diese Patenschaft hat sich inzwischen auch eine enge Verbindung zur Gemeinde Neufraunhofen entwickelt, ohne dass eine offizielle Partnerschaft besteht. Genauso bestehen – ebenfalls inoffizielle – freundschaftliche Beziehungen zu Coventry (Vereinigtes Königreich), Coventry (USA) und Vannes (Frankreich).

Wappen

Blasonierung:

Von Blau und Silber gespalten; vorn ein halber silberner Adler mit roter Zunge, hinten ein durchgehendes schwarzes Kreuz.

Beschreibung:

Der Adler verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Arnsberg und das Kreuz auf das Kurfürstentum Köln. Die neue Stadt Meschede übernahm 1975 das Wappen der alten Stadt Meschede. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 30. Juli 1976.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Regelmäßige Kulturveranstaltungen verschiedenster Art finden in der Stadthalle statt. Für kleinere Ausstellungen und Konzerte bietet sich das Bürgerzentrum Alte Synagoge an. Es entstand in einem Gebäude, dass vor dem Zweiten Weltkrieg als Synagoge genutzt wurde und nach dem Krieg zunächst eine Schreinerei war. In den Mescheder Kirchen finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem gibt es in Meschede ein kleines Kino.

Musik

Brass Band der Musikschule des Hochsauerlandkreises

Museen

Im Ortsteil Eversberg befindet sich das Museum für Bäuerliche Handwerks- und Gewerbegeschichte, Landschafts- und Kulturentwicklung.

Bauwerke

Neben der erwähnten alten Krypta unter der Kirche lohnen folgende Objekte eine Besichtigung:

Sport

Seit 2007 ist Meschede der Veranstaltungsort des VELTINS Basketball CUPs, der zwischen vier Mannschaften der deutschen Basketball-Bundesliga ausgetragen wird.

Vereine in Meschede

Meschede verfügt über ein aktives Vereinsleben. So gibt es sowohl im Mescheder Süden als auch im Norden einen Schützenverein. Zahlreiche Musikvereine und Chöre in Meschede und seinen Dörfern gestalten das kulturelle Leben mit. Auch der Sport kommt in der Stadt nicht zu kurz – so gibt es z. B. mehrere Fußballvereine. Die Geschichte des ältesten ansässigen Angelsportervein ASV Sauerlandia reicht bis auf das Jahr 1938 zurück. Die Mescheder Pfadfinder leisten schon seit 1949 Jugendarbeit in der Stadt. Der Stamm zählt ca. 100 Mitglieder. Im Jahr 2005 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Auch das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft oder das Technische Hilfswerk sind mit einer Ortsgruppe in Meschede vertreten. Seit 1991 gibt es einen Esperanto-Klub.

Regelmäßige Veranstaltungen

Eines der Highlights in Meschede ist das kostenlose Heimspiel- Openair, das jährlich im Herzen der Innenstadt stattfindet. Weiterhin gibt es den Triacon, eine Sportveranstaltung, bei der sich Teams oder Einzelkämpfer auf Inline-Skatern, dem Fahrrad und zu Fuß messen können. Beim jährlichen Weinfest in der Innenstadt können Weine verschiedener Winzer gekostet werden. Bei den zwei Schützenfesten im Jahr steht eher das Bier im Vordergrund. Während im Mescheder Süden auf einem traditionellen Freibierfest gefeiert wird, hat das Schützenfest im Norden durch das große Zelt und die Buden auf dem Festplatz eher Volksfestcharakter. Zudem findet im August jedes Jahres die St.-Georgs-Kirmes statt. Ferner gibt es zahlreiche Live-Veranstaltungen rund um den Hennesee.

Nachtleben

In Meschede ist, auch durch die Fachhochschule, ein Angebot an Kneipen und Bars entstanden. Überregional bekannt ist Das Netz am Stiftsplatz am Rande der Fußgängerzone, das 1983 als Bistro Bijou den Betrieb aufnahm und 1997 als Internetkneipe neu eröffnet wurde. Inzwischen finden hier häufig Live-Konzerte statt. Man findet die Kneipe Pils Pub gleich gegenüber. Ebenfalls in der Nähe an der St.-Walburga-Kirche liegt die Kneipe Blauer Baum. Am Winziger Platz im Sparkassen-Gebäude liegt die Café-Bar Café Brazil. Die Tröte, eine vorwiegend von Studenten besuchte Kneipe, findet man gegenüber der Commerzbank. Das Campus an der Kolpingstraße liegt ebenfalls in der Nähe, jedoch auf der anderen Ruhrseite. Diese Kneipe wird von Jung und Alt gleichermaßen besucht und bietet auch ein sehr gutes Essensangebot bis spät abends. Im Sommer lockt der große Biergarten. Bis in die frühen Morgenstunden sind die Discothek Embassy, das Papillon in der Nähe des Kreishauses sowie das Nachtcafé Flair geöffnet. Für Freunde elektronischer Tanzmusik gibt es die Cocktail- und Kleinkunstbar mono im Stiftscenter. An warmen Sommertagen ist am Henneseestaudamm unterhalb des Tennisclubs die Strandbar „Chillin“ geöffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Größte Arbeitgeber in Meschede sind die Honsel GmbH & Co. KG (Leichtmetallprodukte), die Brauerei Veltins und die Deutsche Telekom AG. In der Kreisstadt finden sich zudem zahlreiche mittelständische Betriebe verschiedenster Branchen, das Metall verarbeitende Gewerbe sowie der Karosseriebau sind traditionell stark vertreten. Durch den Sitz verschiedener Behörden und Einrichtungen (unter anderem das Kreishaus, Kreispolizei, Landes-Straßen-Bauamt („StraßenNRW“), dem Haus der Landwirtschaft sowie der Agentur für Arbeit) verfügt die Stadt auch über einen großen Anteil an Angestellten und Beamten.

Straßenverkehr

Straßen im unmittelbaren Stadtgebiet: B7, B55, A46

Nach der abgeschlossenen Sanierung der Innenstadt und die damit verbundene Verlegung der Kreuzung von B7 und B55 am zentralen Platz (Kaiser-Otto-Platz) entschärfte sich das als überregional bekannte „Nadelöhr“ Meschede deutlich. Der innerstädtische Erschließungsring wurde Ende der 1990er Jahre fertiggestellt. Zur besseren Erschließung der nördlichen Stadtteile mit dem Stadtzentrum wird seit Jahren über eine weitere Querung der Bahntrasse diskutiert.

Die Einbindung der Stadt Meschede in das überregionale Verkehrsnetz erfolgt vornehmlich über die in Ost-West-Richtung verlaufende BAB A46. Sie stellt im Nordwesten eine Anbindung an die BAB A44 Dortmund-Kassel her und soll nach Osten in Richtung Brilon weiter als B 480 zum Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren der BAB A44/A33 weitergebaut werden.

In Nord-Süd-Richtung verläuft die B55 als wichtige überregionale Straßenachse durch das Stadtgebiet Meschede. Sie sichert im Norden u. a. über die Anbindung an die BAB A44 und A2 die Verbindung nach Lippstadt, Paderborn und dem ostwestfälischen Raum und führt im Süden über Olpe und die Anbindung an BAB A45 und A4 nach Köln und Bonn.

Öffentliche Verkehrsmittel

Am Bahnhof Meschede an der Oberen Ruhrtalbahn fährt der Dortmund-Sauerland-Express RE 57 im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zwischen Dortmund und Winterberg sowie der RE 17 von Hagen nach Kassel-Wilhelmshöhe bzw. Warburg ab. Die Züge verkehren im Stundentakt.

Das Gebiet der Kernstadt wird von einem Stadtbus-System erschlossen, zudem fahren Busse in die Ortsteile, Städte und Gemeinden des Hochsauerlandkreises sowie nach Warstein und nach Lennestadt-Grevenbrück.

Flughafen

Im Ortsteil Schüren befindet sich der Flugplatz Meschede-Schüren, ein Flugplatz der Kategorie II.

Medien

Meschede ist Sitz des Lokalsenders Radio Sauerland. Außerdem gibt es Redaktionen und Geschäftsstellen der Westfalenpost und der Westfälischen Rundschau sowie des Anzeigenblattes Sauerlandkurier.

Öffentliche Einrichtungen

Meschede ist als Kreisstadt des Hochsauerlandkreises Sitz der Kreisverwaltung. Ebenfalls in der Stadt beheimatet ist die Finanzverwaltung NRW mit dem Finanzamt Meschede, die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft sowie die Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift des Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Bildung

Einer von vier Standorten der Fachhochschule Südwestfalen befindet sich in Meschede. Hier werden knapp 1400 Studierende in Maschinenbau, Informations- und Kommunikationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre und dem internationalen Studiengang European Studies in Technology and Business ausgebildet. Außerdem gibt es in Meschede zwei Gymnasien (das Gymnasium der Stadt Meschede im August-Macke-Schulzentrum mit differenzierter Oberstufe für Jungen und Mädchen und das Gymnasium der Benediktiner), zwei Realschulen, drei Hauptschulen, elf Grundschulen, eine Sonderschule, ein Berufskolleg mit mehreren Zweigen sowie die Fachschule für Agrarwirtschaft. Für außerschulische Bildung bietet unter anderem die Volkshochschule Kurse an.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

 Commons: Meschede – Bilder, Videos und Audiodateien