Heim

Rosenaustadion

Rosenaustadion
Die Gegengerade
Daten
Ort Augsburg, Deutschland
Architekt Erste Pläne: Thomas Wechs, Ausführung: Stadtbaurat Werner
Eigentümer Stadt Augsburg
Verein FC Augsburg
Eröffnung 16. September 1951
Erstes Spiel 16. September 1951
Kapazität Offiziell: 28.000, Inoffiziell: ca. 31.300 Plätze
Spielfläche Kampfbahn Typ A m
Oberfläche Rasen, Rekortan
Kosten 1,1 - 1,8 Millionen DM
Sanierungen zuletzt 2006/2007
Veranstaltungen

Heimspiele des FC Augsburg

Das Rosenaustadion ist das größte Stadion Augsburgs. Es wurde am 16. September 1951 eröffnet. Bis 1972 besaß es aufgrund seiner Größe und Modernität eine große Bedeutung für den deutschen Fußball und die internationale Leichtathletik. Mit der Eröffnung des Münchner Olympiastadions schwand diese Stellung allmählich. Der Augsburger Fußball-Zweitligist FC Augsburg absolviert seine Heimspiele im Rosenaustadion.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Rosenaustadion ist ein Mehrzweckstadion mit Leichtathletikanlage in klassischer Ellipsenform. Die Stadt Augsburg hat das Stadion auf Trümmern und Schutt aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Die Gegengerade des Stadions lehnt sich an den Trümmerberg an. 1949 begann der Stadionbau, 1951 entstand die Haupttribüne. Die Baukosten betrugen ca. 1,1 - 1,8 Millionen DM. Es war der erste Neubau einer großen Sportarena in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.


"Rosenau" ist ein Flurname in Augsburg, abgeleitet von den "Rössen", ehemaligen Wasserarmen der Wertach. „Au“ (auch „Flussaue“) bezeichnet eine vom wechselnden Hoch- und Niedrigwasser geprägte Niederung entlang eines Baches oder Flusses. Das Rosenaustadion liegt auf diesem Gebiet neben der Wertach.

Der Zuschauerrekord des FC Augsburg datiert von 1973 beim Regionalligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg mit 42.000 Zuschauern. Die höchste Besucherzahl bei einem Fußballspiel stammt mit fast 65.000 Zuschauern vom 9. November 1952 beim Länderspiel BR Deutschland – Schweiz, ermöglicht durch temporäre Zusatztribünen. Die deutsche Mannschaft von 1954 wurde aufgrund dieser Begegnung auch „Augsburger Elf“ genannt, da acht von 11 WM-Spielern bereits hier zusammen spielten.

Der absolute Rosenau-Rekord jedoch kommt aus dem Jahr 1958, als insgesamt 85.000 Menschen an zwei Tagen den Leichtathletik-Länderkampf BR Deutschland – UdSSR sahen. Ludwig Müller wurde mit Siegen über 5.000 und 10.000 Meter zum "Held von Augsburg".

Der Augsburger Boxer Willi Färber war von 1951 bis 1972 Platzwart im Rosenaustadion.

Große Veranstaltungen

Leichtathletik/Feldhandball

Bis 1978 fanden 12 Leichtathletik-Länderkämpfe im Rosenaustadion statt, außerdem zwei Feldhandball-Länderspiele. Das moderne Rosenaustadion war dafür in Deutschland erste Wahl, dank ausgezeichneter Organisation und begeistertem Publikum. Man sprach von der "Sportstadt" Augsburg. Bis 1961 kamen fast 3,5 Millionen Zuschauer zu über 400 Veranstaltungen.

Fußball

Der FC Bayern errang 1957 im Rosenaustadion seinen ersten DFB-Pokal-Sieg. Bei den Olympischen Spielen 1972 war das Stadion Austragungsort einiger Fußball-Vorrundenspiele. Der Augsburger Fußballer Helmut Haller spielte von 1973 bis 1979 für den FC Augsburg im Rosenaustadion.

Die Datschiburger Kickers spielten in den 60ern und 70ern mehrmals im Rosenaustadion. 30.000 Zuschauer kamen zu ihrem ersten Spiel am 17. Juli 1965 gegen den FC Schmiere.

Beim DFB-Pokal-Spiel 1986 des FC Augsburg gegen den Hamburger SV musste HSV-Torwart Uli Stein nach roter Karte den Platz verlassen. Er verabschiedete sich von den Augsburger Fans mit dem Stinkefinger, nachdem er vorher massiv provoziert wurde. Die Szene ist legendär, das Foto wurde in allen Zeitungen gedruckt.

Am 5. Oktober 1993 fand das erste Benefizspiel der DFB-Geschichte in Augsburg statt: Nationalmannschaft gegen „Bundesliga international“, eine Auswahl ausländischer Bundesligaspieler. Das Motto war: „Mein Freund ist Ausländer“ gegen Ausländerfeindlichkeit.

Vier Ligapokal-Halbfinale wurden von 1997 bis 2001 nach Augsburg vergeben. Der FC Bayern spielte zweimal gegen Borussia Dortmund, einmal gegen den 1. FC Kaiserslautern und einmal gegen Hertha BSC Berlin.

Am 4. Juni 2005 spielte der FC Augsburg gegen Jahn Regensburg vor 27.000 Zuschauern um den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Der FC Augsburg verlor 1:2 und stieg nicht auf. In der Saison 2004/2005 kamen 64.517 Zuschauer zu den 17 Heimspielen des FC Augsburg.

Andere Großveranstaltungen

Zwischen 1982 und 1997 gab es fünf große Open-Air-Konzerte im Rosenaustadion. Insgesamt 75.000 Zuschauer kamen zu den großen Veranstaltungen.

Die Abschlusskundgebung des 27. Deutschen Feuerwehrtages am 24. Juni 2000 fand vor über 12.000 Zuschauern ebenfalls im Rosenaustadion statt. Hierbei war auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zu Gast.

Modernisierung 2006/2007

Der FC Augsburg und die Stadt bauen ein neues Stadion als reine Fußballarena. Die sportliche Voraussetzung, der Aufstieg in die 2. Bundesliga, ist geschafft. Seit Oktober 2007 wird die Impuls Arena gebaut, deren Fertigstellung für Sommer/Herbst 2009 geplant ist.

Im Sommer 2006 wurde das Rosenaustadion für die Anforderungen der 2. Bundesliga noch einmal modernisiert:

Im Sommer 2007 wurde eine Rasenheizung verlegt. Die Kosten betrugen ca. 400.000 Euro.

Die Zuschauerkapazität liegt inoffiziell bei ca. 31.300 Plätzen (vor dem Umbau 2006: 32.354). Zu den Ligaspielen werden aber aus Sicherheitsgründen nur 28.000 Zuschauer eingelassen. Dies ist auch die offizielle Kapazität.

Stadionneubau in Augsburg

Der FC Augsburg und die Stadt bauen ein neues Stadion als reine Fußballarena. Die Seit Oktober 2007 wird die Impuls Arena gebaut, deren Fertigstellung für Sommer/Herbst 2009 geplant ist. Der FC Augsburg wird ab der Saison 2009/2010 seine Heimspiele dort austragen. Das Eröffnungsspiel wird gegen den FC Bayern München ausgetragen.

Zukunft

Die Zukunft des Rosenaustadions nach Fertigstellung der Impuls Arena ist offen. Diskutiert wird z. B. ein Abriss, um das Gelände als Baugrund für Eigenheime zu verkaufen und damit den städtischen Anteil an den Neubaukosten zu finanzieren.

Es gibt allerdings noch keinen Stadtratsbeschluss. Die Optionen sind der kompletten Erhalt, der teilweise Rückbau oder der vollständige Abriss. Wirtschaftlich sind die Varianten noch nicht durchgerechnet.

Es hängt von politischen Entscheidungen ab. Die städtischen Ämter haben bis jetzt noch keine der Möglichkeiten aus technischen oder rechtlichen Gründen ausgeschlossen. (Beteiligte Ämter: Sport- und Bäder, Stadt- und Verkehrsplanung, Immobilienmanagement, Grünordnung/Naturschutz)

Für die Zeit ab 2009, wenn der FCA seine Heimspiele in der Impuls Arena austrägt, wird geprüft, ob statt des vollständigen Erhalts des Stadions zur Einsparung von Sanierungskosten einzelne Teile geschlossen werden können. Das wären z.B. einzelne Zuschauer-Blöcke, die bisher jedes Jahr aufgrund der Witterungsschäden am Beton repariert werden müssen.

Das Rosenaustadion wird – unter anderem wegen der relativ neuen Rasenheizung – Trainingsplatz für den FCA bleiben, im Winter und auch um die Spielfläche der Impuls Arena zu entlasten. Auch für die Frauenfußball-WM 2011 ist das Rosenaustadion als Trainingsstätte geplant. Weiterhin sind Veranstaltungen und Spiele im Rosenaustadion durchführbar, für die die Impuls-Arena nicht geeignet ist oder wegen ihrer Kapazität oder Arenamiete nicht gewünscht wird.

Ein Ersatz für die Leichtathletikanlage wäre möglich durch einen Neubau an der Karl-Mögele-Sportanlage und die erweiterte Nutzung der Sportanlage Süd mit dem Ernst-Lehner-Stadion.

Die Pläne für den Umbau zu einem Wohngebiet und Naherholungsflächen sind noch nicht sehr konkret: es gibt Boden-Setzungen, weil durch die Verrottung von organischem Material im Untergrund Hohlräume entstanden sind. So gab es bereits sichtbare Absenkungen der alten Rasenfläche. Außerdem sind beim Einbau der Rasenheizung Altlasten gefunden worden. Bei den einen Meter tiefen Bodenabtragungen waren dies Bombensplitter, Teile von Sprengbomben und alte Schusswaffen (Karabiner).

Flächendeckende, tiefere Untersuchungen über Kampfmittel, Altlasten und Baugrund (auch unter dem Nebenspielfeld) stehen noch aus. Ebenso sind noch die Kosten eines Bodenaustauschs zu klären, falls dieser nötig würde. Bekannt bzw. erwartet sind bereits jetzt Belastungen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Siehe auch

Koordinaten: 48°21′19″ N,10°52′33″ O