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Lappland

Dieser Artikel behandelt das Siedlungsgebiet der Samen; für die finnische Provinz siehe Lappland (Finnland), für die historische Provinz Schwedens Lappland (Historische Provinz).

Lappland (samische Sprachen z.B. Sápmi oder Same Ätnam, finnisch Lappi, schwedisch und norwegisch Lappland, russisch Лапландия) ist eine Landschaft in Nordeuropa, deren Abgrenzung unterschiedlich gezogen wird. Häufig wird damit der nördlich des Polarkreises liegende Teil Skandinaviens bezeichnet. Die größte Ausdehnung hat Lappland, wenn man es als das Siedlungsgebiet der Samen - der Urbevölkerung Lapplands - versteht. Die Sámi sind ein indigenes Volk, das früher „Lappen“ genannt wurde. Lappland hatte nie eine eigene Staatlichkeit und ist heute zwischen den vier Staaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland aufgeteilt. In einem erstarkenden Nationalbewusstsein der Ureinwohner ist die samische Flagge heute immer häufiger zu sehen. Die Samen sind jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Hauptartikel: Lappland (Historische Provinz) und Lappland (Finnland)

Die sehr dünn besiedelte Landschaft steigt von der Ostsee nach Westen über flachwellige Taigagebiete allmählich an und erreicht an der schwedisch-norwegischen Grenze im Fjällgebirge Berghöhen von gut 2.000 Metern (Kebnekaise, Sarek, Akka).

Sápmi ist von zahlreichen großen Strömen durchzogen. Diese sind Torneälv, Muonioälv (schwedische Schreibweise), Kemijoki, Oulujoki, Kalixälv, Luleälv, Piteälv, Tuloma, Ivalojoki.

Die größten Städte sind Kiruna (Eisenerzabbau), Rovaniemi, Jokkmokk, Arvidsjaur, Tornio, Pallastunturi, Malmberget, Gällivare, Inari und Kirkenes. Wird die Halbinsel Kola noch zu Sápmi hinzugezählt, dann ist Murmansk die größte Stadt der gesamten Region.

In Sápmi gibt es weite Tundren (teilweise mit Permafrostböden), die mit Moosen, Flechten und Zwergsträuchern bewachsen sind und Rentieren ideale Weidegründe bieten. Die Moltebeere (fin. Lakka, schwed. Hjortron), die in den Moorgebieten wächst, ist bei den Bewohnern des Landes eine beliebte Nachspeise und besonders in Finnland in Form von Lakkalikööri sehr populär.

Die Nationalparks und Naturschutzgebiete Lapplands bilden zusammenhängend den größten Schutzgebietskomplex in ganz Europa. Sie sind „Europas letzte Wildnis“.

Bekannte Regionen in Sápmi:

Geschichte

In Sápmi finden sich Spuren einer Jäger- und Fischerkultur aus der Jungsteinzeit. Ab etwa 100 v. Chr. bewohnten die Samen das Land. Im 17. Jahrhundert wurden sie immer weiter von der bäuerlichen Bevölkerung Schwedens nach Norden abgedrängt. Von der Rentierjagd gingen sie allmählich zur Rentierzucht und seit der Annektierung durch die Mitteleuropäer vom Nomadenleben zur Sesshaftigkeit über.

Sápmi wurde schon früh zwischen Norwegen, Schweden, Russland und später Finnland aufgeteilt. Bereits zur Wikingerzeit wurden in Nordsápmi sowohl vom norwegischen König als auch vom russischen Zaren Steuern erhoben. Im 17. Jahrhundert gehörten auch weite Teile der heute norwegischen Finnmark zum schwedischen Lappland (s. Karte). Erst 1826 wurde die Grenze zwischen Russland und Norwegen gezogen. Der südliche Teil Sápmis gehörte bis 1809 vollständig zu Schweden. In den folgenden Jahren war das heutige Finnland und damit Finnisch-Sápmi russisches Großherzogtum, 1917 wurde Finnland schließlich unabhängig.

Politik und Verwaltung

Schweden

Den schwedischen Teil von Sápmi bildet die historische Provinz Lappland, welche von den Länen Norrbottens län und Västerbottens län verwaltet wird. Landschaftssymbole sind die Silberwurz und der Polarfuchs.

Kultur

Die deutschen Völkerkundler Erich Wustmann und Ernst Manker haben in den 1930er bis 1960er Jahren in Sápmi gelebt und mehrere Filme und Bücher über die Lebensweise und Kultur der Samen veröffentlicht.

Ernst Didring hat sein Hauptwerk Malm (Erz) dem Eisenbahnbau in Sápmi und der Eisenerzgewinnung gewidmet.

International bekannt ist die Künstlerin Mari Boine, die den samischen Joik in die Jazz- und Weltmusik-Szene einführte.

Verkehr

Das schwedische Lappland wird von drei Europastraßen durchzogen. In Karesuando an der schwedisch-finnischen Grenze beginnt die E 45, die südwärts sogar bis nach Agrigent an der Südküste Siziliens führt. Im schwedischen Teilabschnitt der E 45 (bis Göteborg) ist diese zugleich die Reichsstraße 45 (Rv 45, Inlandsvägen) – die einzige Nord-Süd-Alternative zur E 4 an der Ostseeküste entlang. Die E 10 (Nordkalottenvägen), die Rv 95 (Silvervägen) und die E 12 (Blåvägen) durchqueren Lappland in Ost-West-Richtung. Die Verkehrsdichte ist sehr gering, das größte Unfallrisiko besteht in der Begegnung mit Rentieren oder Elchen.

Die Erzbahn (Malmbanan) durchzieht den nördlichen Teil Lapplands von Luleå kommend über Boden (Anschluss nach Stockholm und Göteborg), Gällivare, Kiruna und Riksgränsen in Richtung Narvik. In Gällivare beginnt auch die Inlandsbanan, die über 1300 km bis nach Kristinehamn am Ufer des Vänern südwärts führt. Diese Strecke dient heute fast nur noch touristischen Zwecken.

Siehe auch

 Wikiquote: Samische Sprichwörter – Zitate
 Commons: Lappland – Bilder, Videos und Audiodateien