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Buchhandel

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Unter Buchhandel wird allgemein der Vertrieb von Büchern, Druckwerken und anderen Medien verstanden. Als typische Vetriebsform gilt das Ladengeschäft, die Buchhandlung.

Der fachliche Sprachgebrauch unterscheidet den herstellenden Buchhandel (Verlagsbuchhandel), den Buchgroßhandel (Zwischenbuchhandel) und den Bucheinzelhandel (Sortimentsbuchhandel).

Bücher sind nicht nur Waren, sondern auch Kulturgut. Daher haben sie eine Sonderstellung. Das unterstützen die Buchpreisbindung und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Bücher.

Inhaltsverzeichnis

Funktion des Buchhandels

Der verbreitende Buchhandel vermittelt Bücher und andere oben genannten Erzeugnissen von den Verlagen an die Endabnehmer. Er transportiert die Ware vom Ort der Herstellung zum Verbrauchsort. Lagerhaltung im Zwischen- und Sortimentsbuchhandel überbrückt die zeitliche Differenz zwischen Produktion und dem Bedarf beim Endverbraucher. Der Buchhandel bündelt die Angebote vieler Verlage und die vielfältige Nachfrage der Endverbraucher – und die Kontakte zwischen Hersteller und Abnehmer, was Transport- und Transaktionskosten senkt. Er stellt die für den Warenumschlag notwendige Infrastruktur zur Verfügung und Dienstleistungen wie im Sortimentsbuchhandel die Begutachtung und Selektion der Angebote der Verlage sowie die Beratung der Endkunden. Umgekehrt liefert er den Lieferanten aus Verlags- und Zwischenbuchhandel Informationen über Kundenbedürfnisse und Absatzzahlen.

Der Sortimentsbuchhandel sorgt letztlich für das Zustandekommen eines geldwerten Handelsgeschäftes durch Übermittlung und Durchsetzung von Forderungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Handelsbranchen ist die Preissetzungsfunktion in deutschen Buchhandel aufgrund der Buchpreisbindung auf den Produzenten des Handelsguts – die Verlage – beschränkt. Ausnahmen hiervon bilden das Antiquariat und das Moderne Antiquariat.[1]

Verlagsbuchhandel

Hauptartikel: Verlagsbuchhandel

Der herstellende Buchhandel umfasst alle Betriebe, die Bücher, Noten, Bilder, Landkarten, usw. produzieren und finanzieren. Es wird unterschieden in Allgemeinverlage, die mit ihren Erzeugnissen ein weites Spektrum an Themen abdecken und Fachverlage, die sich auf ein oder mehrere Sachgebiete spezialisieren. Bei fortschreitender Konzernbildung sind viele Verlage inzwischen Imprints, d.h., sie gehören zu einer Verlagsgruppe und veröffentlichen unter ihrem angestammten Namen, operieren oft aber nicht mehr eigenständig. Der Verlag besitzt die Rechte zur Produktion und zum Vertrieb der von ihm verlegten Buchtitel. Bei der Annahme eines Manuskriptes kommt es zum Vertrag mit dem Autor, bei dem er als Urheber das Recht zur Vervielfältigung, Verbreitung und Nutzung gegen ein vereinbartes Honorar an den Verlag überträgt. Im Gegenzug verpflichtet sich der, zu drucken, zu verbreiten und zu werben. Bei der Herstellung des Buches legt der Verlag nicht nur den Buchtitel fest, sondern er bestimmt auch in der Verlagsherstellung die äußere Gestaltung wie Typografie, Einband und Schutzumschlag und setzt darüber hinaus den gebundenen Ladenpreis im Rahmen der gesetzlichen Buchpreisbindung fest, zu dessen Einhaltung in Deutschland alle Buchhändler und sonstigen Wiederverkäufer verpflichtet sind.

Verlagsvertreter vertreten Verlage gegenüber den Buchhandlungen. Bestellungen laufen längst seltener über sie, da Datenaustausch auch Lageraufträge zu Reisekonditionen an die Verlage übermittelt. Vertreter/Repräsentanten bearbeiten Anfragen bezüglich Rücksendungen und weisen die Buchhandlungen auf Neuheiten und aktuelle Titel, kurz „Novi“(täten) aus dem Verlagsprogramm hin; sie besuchen mindestens zweimal im Jahr, nehmen so genannte Reiseaufträge an. Sie präsentieren das Frühjahrsprogramm ab Januar bis Ostern (Ende der Vertreterreise); Herbstneuheiten (Reise Juni bis Oktober/November), für Novi bis zur Buchmesse im Oktober. Verlagsvertreter können fest angestellte Reisende eines Verlags sein, oder selbständige Handelsvertreter eines oder mehrerer, nicht konkurrierender Verlage. Da sich nur wenige Buch-Konzerne systematische Marktforschung leisten können, informieren die Vertreter beispielsweise über Produkte von Mitwettbewerbern und helfen, Buchtitel gängig zu formulieren. Aus wirtschaftlichen Gründen haben Sortimenter weitaus weniger Zeit für sie als früher. Sie sind auf ihren Rat angewiesen, z.B. holen Vertreter für jeweilige Buchhandlungen ungängige Bücher seltener aus der im Branchenjargon sogenannten „Omakarre“, Trolley mit den Mustern.

Fest angestellte Vertreter erledigen auch viele verwaltende Aufgaben, die zur Verlagsauslieferung gehören, wie Remittendenverwaltung; beziehungsweise die (Schlüssel-)Kundenbetreuer der Verlage (vom Key Account Management) übernehmen die Rolle der Verlagsvertreter. Selbständige / Freie brauchen gerechte Konditionen wie Gebietsschutz, der sie bei Direktbestellungen im Verlag beteiligt. Die AG Verlagsvertreter im Börsenverein berät weiter über Modelle der Honorierung. Die Bedeutung des Berufs ist in der Sparte längst rückläufig.

Zwischenbuchhandel

Zum Zwischenbuchhandel (auch: Buchgroßhandel) zählen alle Unternehmen, die am Bestell- und Warenverkehr zwischen Verlag und Sortimentsbuchhandel beteiligt sind. Da der Zwischenbuchhandel keine Bücher verlegt, gehört er zum Bereich des verbreitenden Buchhandels.

Barsortiment

Hauptartikel: Barsortiment

Barsortimente beliefern die vertraglich an sie gebundenen Buch(einzel)händler, genannt Kommittenten, auf eigene Rechnung und in eigenem Namen. Sie erhalten von den Verlagen einen Grosso-Rabatt und verkaufen an die Buchhändler zum üblichen Buchhandelsrabatt und erzielen so ihre Handelsspanne.

Die Barsortimente unterhalten eigene Lagerhallen, in deren Hochregalen der Bestand computergesteuert in Echtzeit verwaltet und bearbeitet wird. Bücherwagendienste mit eigenen Fahrzeugen oder beauftragten Fremdspediteuren bringen die bestellten Bücher im sogenannten Nachtsprungverfahren in die Buchhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die Grobverteilung erfolgt mit großen LKW zu zentralen Umladestellen, von dort aus geht es in kleineren Fahrzeugen weiter. Buchbestellungen aus dem Ausland wickeln in den Unternehmen integrierte Exportabteilungen ab, in der Regel per Post, Spedition oder Paket-Schnelldienst. Der Bucheinzelhandel wird durch dieses Vertriebssystem in der Regel innerhalb von 24 Stunden beliefert. Somit sind die Barsortimente der Garant für ein sehr breites, bestellbares Sortiment in jeder deutschen Buchhandlung.

Verlagsauslieferungen

Hauptartikel: Verlagsauslieferung

Verlagsauslieferungen sind Dienstleistungsunternehmen, die für Verlage die Lagerung, Bestellannahme, den Versand und das Factoring übernehmen. Sie handeln im Gegensatz zum Barsortiment in der Regel im Auftrag, im Namen und für Rechnung des Verlages, tragen also kein eigenes Verkaufsrisiko.

Einkaufsgenossenschaften etc.

Hauptartikel: Einkaufsgenossenschaften

An ihnen beteiligen sich Buchhändler zunehmend, um zu überleben. Sie fordern höhere Rabatte, ebenso wie Barsortimente, und die eigene Logistik immer größerer Filialisten; was das Konditionengefüge der Verlage wanken lässt.

Bucheinzelhandel

Sortimentsbuchhandel

Buchhandlungen (Ladengeschäfte), die an Endkunden verkaufen und sie beraten; außerdem Buchabteilungen im allgemeinen Warenhaus (Warenhausbuchhandel) werden als Sortimentsbuchhandlungen bezeichnet. Der Buchhändler „sortiert“ aus allen lieferbaren Werken seine individuelle Auswahl, inhaltlich (z.B. Kunstbuchhandlungen, Fachbuchhandlungen) oder quantitativ (große oder kleine Ladenfläche vorhanden, etc.). Der Sortimenter (d.h. Sortimentsbuchhändler) bezieht seine Ware direkt beim Verlag oder beim Buchgroßhandel, in der Regel von beiden. Beim Kauf erhält er den so genannten Buchhändlerrabatt, der vom festen Ladenpreis abgezogen wird. Der Sortimenter kauft bei seinen Lieferanten in der Regel „fest“ ein, ohne oder unter bestimmten Bedingungen auch mit Rückgaberecht (Remission / Remittende), was an bestimmte Termine gebunden ist. In das wissenschaftliche Sortiment wird Fachliteratur oft auch „in Kommission“ oder „bedingt“ geliefert, nach strikten Vereinbarungen mit dem liefernden Verlag.

Hauptmerkmale des Sortimentsbuchhandels sind die drei „B“s:

Die Sortimentsbreite ist das wesentliche Merkmal des allgemeinen Sortimentbuchhandels, der, je nach Größe des Unternehmens, in Deutschland 10.000 bis 120.000 Titel vorrätig hält, hauptsächlich in den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Kinderbuch, zunehmend auch in den Bereichen Taschenbuch und Modernes Antiquariat. Fachbuchhandlungen kennzeichnen sich eher durch die Sortimentstiefe. Dies bedeutet, dass zu einem bestimmten (meist wissenschaftlichen) Schwerpunktgebiet nahezu sämtliche lieferbare Literatur vorrätig gehalten wird.

Versandbuchhandel

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Versandbuchhandlungen sind in der Regel Buchhandlungen ohne eigenes Ladengeschäft. Für das lieferbare Sortiment werben Prospektbeilagen, Anzeigen in der (Fach-)Presse und der Direktversand von Bestandskatalogen an die Kunden.

Der Online-Buchhandel via Internet - ursprünglich eine Sonderform - überwog 2006/2007 statistisch gesehen erstmals die Katalogbestellungen des Versandbuchhandels [2] [3]. In beiden Fällen erhält der Endverbraucher seine gekauften Produkte auf dem Postweg.

Traditionell boten Versandbuchhändler meist hochpreisige, umfangreichere Werke an, wie Lexika, Werkausgaben und Wörterbücher. Der Vertriebsweg Internet änderte das.

Nahezu jede stationäre Sortimentsbuchhandlung bietet heute die Bestellmöglichkeit über das Internet - wird so zur Versandbuchhandlung. Auch Buchgemeinschaften (Buchklubs) und internationale Zeitschriftenagenturen gehören zum Versandbuchhandel. Die Interessen des Branchenzweigs vertritt der Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler. Er wurde 1901 in Leipzig gegründet und hat seinen Sitz in Wiesbaden. Laut Aussage des Verbandes liegt der Anteil des Versandbuchhandels am gesamten Buchhandelsumsatz in der Bundesrepublik Deutschland bei etwa 12 Prozent.[4]

Im Jahr 2005 betrug der Gesamtumsatz des Versandbuchhandels (ohne Buchclubs) 1,03 Milliarden Euro. Vor allem der reine Onlinehandel hatte gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 508 Millionen Euro zugelegt. Auch der traditionelle Versandhandel stieg um 7,2 Prozent auf 523 Millionen Euro.[5]

Gesamtumsätze waren 2006: 1,14 Milliarden Euro; - 2007: 1,2 Milliarden Euro, davon im Online-Versandhandel ein Zuwachs von 8,4 Prozent auf 717 Millionen Euro / = erstmals mehr als das traditionelle Kataloggeschäft. Der Umsatz der Buchclubs ist rückläufig; 2007: 254 Millionen Euro. [6]

Reisebuchhandel

Der Reisebuchhandel ist historisch aus dem Kolportagebuchhandel entstanden und organisatorisch oftmals mit dem Versandbuchhandel verbunden. Meist hochpreisige Titel, umfangreiche Lexika, Enzyklopädien und Fachbücher werden von einem Vertreter mittels Reisemustern an ausgewählte Personen und Firmen verkauft. Der Vertreter erhält eine Provision auf die verkauften Werke; Lieferung und Inkasso übernimmt die Reisebuchhandlung. Aufgrund der besonderen Kosten erhält der Reisebuchhandel vom Verlag einen erhöhten Rabatt. Der Reisebuchhandel verliert heute zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.

Antiquariat

Im Antiquariat fehlt grundsätzlich die Preisbindung, d. h. der Antiquar setzt je nach Marktlage, Zustand des Werkes oder Seltenheitswert fest, was es kostet. Antiquariate handeln stets gebrauchte oder alte Bücher oder Restexemplare vergriffener Titel, bei denen der Verleger den Preis aufgehoben hat. (Das muss er im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel in einer eigenen Rubrik anzeigen, sofern er Mitglied des Börsenvereins ist. Grundsätzlich genügt die Kennzeichnung als „unverbindliche Preisempfehlung“ über das VLB, das Verzeichnis Lieferbarer Bücher). Man unterscheidet drei Formen des Antiquariats:

Statistiken über die Branche sind rar (vgl. Antiquariat).

Sonderformen des Bucheinzelhandels

Bahnhofsbuchhandel

Hauptartikel: Bahnhofsbuchhandlung

Die Bahnhofsbuchhandlung ist im Buchhandel speziell an Bedürfnissen von Reisenden ausgerichtet und in einem Bahnhof oder Flughafen, wohl auch Hafen angesiedelt. Gegenüber dem Sortimentsbuchhandel nimmt der Bahnhofsbuchhandel eine Sonderstellung ein. Neben Zeitungen und Zeitschriften wird das Angebot im Bahnhofsbuchhandel von Taschenbüchern und Non-Book-Artikeln beherrscht.

Buchgemeinschaften

Hauptartikel: Buchgemeinschaft

Bücherverkaufsstellen

Als Bücherverkaufsstellen werden Verkaufsstellen bezeichnet, die Bücher nur im Nebensortiment anbieten. Dies können beispielsweise Schreibwarengeschäfte, Supermärkte und Fachgeschäfte sein. Der Wareneinkauf erfolgt meist im rack-jobbing-Verfahren, das heißt, externe Lieferanten (Verlage, Zwischenbuchhändler) organisieren die Bestückung der Verkaufsfläche. Eine Sonderform der Bücherverkaufsstelle stellt der Warenhausbuchhandel dar.

Die korrekte Bezeichnung ist „Buchverkaufsstelle“, nicht Bücherverkaufsstelle

Standesorganisationen

Im deutschsprachigen Raum ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Standesorganisation der Verleger und Buchhändler in Deutschland, der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) nimmt dieselben Interessen in der Schweiz wahr, in Österreich der Hauptverband des österreichischen Buchhandels.

Im Internationalen Buchhändler Verband IBF/IBV für Wissens- und Erfahrungsaustausch sind 35 Länder oder überregionale Verbände. (Präsident: Karl Pus, ab 10/2006 (Buchhändler in St. Pölten, Vösendorf und Wien – erstmals ein Österreicher – in der 50-jährigen Geschichte des Verbands.)

Buchmarkt-Forschung

Hauptartikel: Buchmarktforschung

Die Verlagsindustrie kann sich im allgemeinen kaum Marktforschung leisten. Bekanntester Buch- und Leseforscher war Ludwig Muth, vor seiner Pensionierung im Freiburger Herder-Verlag tätig und im Börsenverein des Deutschen Buchhandels engagiert, mit langfristiger Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Mit die wichtigste Frage für verlagsinterne kleine Forschung: wie teuer darf ein Buch sein, um auf dem Markt zu bestehen? Stets geht es unter anderem um die anderen Waren, gegen die sich Buchgeschenke durchsetzen müssen. Allgemein lässt sich etwa fragen: Bringen Jubiläen den Theatern oder Verlagen zusätzliche Zuschauer und Leser oder fehlen die dann anderswo? Das hat die für die Marktforschung charakteristischen wirtschaftlichen, letztlich existenziellen Seiten. Während auf das Fernsehen bezogen: Rundfunkgebühren zahlt man meist ohnehin. Hier erkundigt sich äußerst langfristig die der Buchmarktforschung ganz nah verwandte Leseforschung, ob andere Medien das Lesen fördern oder eher kürzen. – Je älter Kinder werden, desto weniger lesen sie in den USA: wenn Eltern das unterlassen. Die sind nach Bibliothekaren die wichtigste Anlaufstelle für auf Buchempfehlungen sehr angewiesene Kinder und Jugendliche. (Nur 21 Prozent der Eltern in den USA lesen regelmäßig Bücher; 16 Prozent bis 17-Jährige lesen täglich, bei bis zu Achtjährigen: noch 44 Prozent).[7]

Neben dem Zeitbudget kann es sein, dass beispielsweise ein Kinofilm dazu verleitet, auch das verfilmte Buch zu kaufen. (Das Beispiel Jubiläumsautor und die entsprechende Werbung bringt den jeweiligen Verlagen ein Plus, im Theater kaum.)

Studien: Buchkauf

Jeder Bundesbürger kauft durchschnittlich vier Bücher pro Jahr, Frauen etwas mehr; 20- bis 29-Jährige – unabhängig davon – holen am meisten Bücher und auch Informationen aus dem Internet. Von 1.331 befragten Personen hatten 882 im Jahr 2005 ein Buch gekauft; ihre wichtigsten Impulsgeber, meist mehrere zugleich: Buchhandel – 77 Prozent; redaktionelle Buchbesprechungen und Werbung – 50 Prozent; persönliche Buchempfehlungen von Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen – 35 Prozent; Buchabteilungen in Waren- und Kaufhäusern oder Verbrauchermärkten – 20 Prozent; Online-Buchhandel – 13 Prozent; Bahnhofsbuchhandel: 6 Prozent. Es würden wohl noch mehr Informationen über Bücher gewünscht, d.h. Verkaufsmaterialien wären zu prüfen, optimieren, erweitern.

Während der Fußballweltmeisterschaft ging der Umsatz im Buchhandel zurück (außer im Segment Ballsport). Nach dem kühlen August (Lese- etc. Wetter) hatte das Jahr (verglichen mit 2005) wieder 2,2 Prozent plus geabt: Hörbücher hatten 23,1 Prozent, Taschenbücher und Hardcover 9,8 bzw. 8,3 Prozent Umsatzsteigerung. Auch Reise, Literatur und Sachbuch/Ratgeber gingen gut; Geisteswissenschaften, Kunst und Musik dagegen schlecht.

Relativ zur Preisentwicklung geben die privaten Kunden in den Buchhandlungen heute rund 10 % weniger aus als vor zehn Jahren.

Mundpropaganda stärkt kommerziellen Erfolg von Buch-Neuerscheinungen erwartungsgemäß. Fallstudien führen den Verkaufserfolg bis zu 45 Prozent zurück, belegt Jonathan Beck, Ökonom am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), mit einem eigens entwickelten Modell. Einer der vier untersuchten Titel hat Becks Berechnungen zufolge überhaupt nicht von persönlicher Weiterempfehlung profitiert. Andere gehen auf geschätzte 13 und 45 Prozent der Gesamtverkäufe des betreffenden Titels darauf zurück.

Für seine Fallstudien hat der Wissenschaftler wöchentliche Verkaufszahlen für vier Romane in anonymisierter Form ausgewertet. Datenbasis ist das “Handelspanel Buch“ der Media Control GfK INTERNATIONAL, das auch dem monatlichen Newsletter „Branchen-Monitor BUCH“ des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zugrunde liegt. Die von Beck entwickelte Berechnungsmethode lässt sich auch auf neue Filme oder CDs anwenden. Für die Verlage könnte die neue Methode unmittelbaren Nutzen haben, zum Beispiel um Werbemaßnahmen besser auswerten oder den Erfolg von Neuauflagen genauer bestimmen zu können.

Weihnachten: 57 Prozent der Deutschen freuen sich im Advent auf einen Roman oder Krimi. 15 Prozent wollen Koch- und Backbücher bzw. klassische Weihnachtsgeschichten; 13 Prozent nichts besonderes (so was sind langfristige Trends; hier gemäß einer Umfrage aus dem Jahr 2006). Im Herbst 2007 planten 2.000 befragte Deutsche 22 Prozent mehr – 246 Euro – für alle Weihnachtsgeschenke auszugeben und nennen an erster Stelle, zu 63 Prozent, Bücher. Es folgen CDs bzw. DVDs und Kleidung (je 52 Prozent). Knapp die Hälfte möchten Geld oder Gutscheine verschenken. Frauen haben vor, 28 Euro für Buchgeschenke auszugeben, Männer 22 Euro. Auch in Österreich zeigt eine Studie: Bücher sind die beliebtesten Weihnachtsgeschenke, sie gelten als persönlich, sowie einfach und kostengünstig zu beschaffen.

Entwicklung

Prognosen

Fast jeder vierte von über 1300 befragten internationalen Fachleuten des Verlagswesens fürchtet: Buchläden sterben – anders als Verlage – in 50 Jahren aus. Geradezu gefährlich seien konkurrierende andere Medien und Unterhaltungsangebote, denkt jeder zweite. Noch häufiger fürchtet die Branche die Digitalisierung – und da zumal die Globalisierung, sowie nutzergenerierte Inhalte (24 bzw. 22 Prozent).

Natürlich bedroht so auch freies Wissen wie in der Wikipedia den teils sowieso hoch gefährdeten Buchhandel. Zugleich, hoffentlich vor allem, kann es Verflachung, Abhängigkeit vom Markt... etwas entgegen setzen – unabhängig von Absatz, Werbung, Einschaltquoten.

Die 15 größten Buchhandels-Unternehmen und ihre Bedeutung für die Branche

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Die 15 größten Buchhandels-Unternehmen im deutschsprachigen Raum nach ihrem Umsatz 2005:

Rang Firmen Firmensitz Umsatz in Mio. € Verkaufsstellen Verkaufsfläche in m² insg.
1. DBH Buch Handels GmbH München 674,6 465 (2007) 171.682 (2005)
2. Thalia Holding GmbH Hagen 640,0 202 166.596
3. Schweitzer Sortiment München 135,0 25 5.705
4. Mayersche Buchhandlung Aachen 125,0* 21 k.A.
5. Karstadt Warenhaus Essen 98,0* 93 16.000*
6. Kaufhof Köln 80,0* 118 17.000
7. Libro Handelsgesellschaft Guntramsdorf 77,0* 223 k.A.
7. Orell Füssli Zürich 77,0 13 8.060
9. Lehmanns Heidelberg 68,0 34 11.000
9. Buch und Kunst Dresden 68,0* 43 k.A.
11. Morawa Buch und Medien Wien 47,6 23 7'660
12. Ex Libris Dietikon 39,0* 120 k.A.
13. Osiander Tübingen 36,1 14 10.059
14. Bücher Pustet Regensburg 36,0 11 7.900
15. Stern-Verlag Düsseldorf 35,5* 2 8.000

(*) geschätzte Zahlen

Fusion von Weltbild und Hugendubel im August 2006: Umsatz von 672 Millionen Euro, 451 Buchhandlungen und 3436 Beschäftigte; Marktanteil von sieben Prozent. Thalia hat sechs bis sieben Prozent des Branchenumsatzes (kündigt Ansteigen an).

Verglichen mit dem angelsächsischen Raum schreitet die Monopolisierung im deutschsprachigen Sortiments- und Verlagsbuchhandel langsamer voran. In England, wo die Buchpreisbindung schon gefallen und der Kampf um die Rabatte verstärkt ist, musste z. B. die Wettbewerbskommission über die Übernahme der Waterstones-Kette durch Ottokar's entscheiden – das dramatischste Kapitel des bisherigen Konzentrationsprozesses.

Buchhandelsketten wie Hugendubel, Weltbild Plus oder Thalia; und Verlagskonzerne wie Bertelsmann mit Random House und seinen zahlreichen Imprints, prägen jedoch auch hier zunehmend die Branche. Ein Beispiel war die Diskussion um finanzielle Forderungen der Buchhandelskette Thalia an Verlage (Unterstützungen bei Ladenmiete etc.) gewesen. Die Thalia-Muttergesellschaft Douglas (Parfümeriekette) hatte Fehler eingeräumt, nachdem der Vorstand des Börsenvereins beschloss, „künftig aggressives Marktverhalten im Lichte der eigenen Regeln der Buchbranche zu bewerten und bis zu den Grenzen der Buchpreisbindung zu prüfen, wie weit Marktteilnehmer in ihrer Politik gegenüber Branchenkollegen gehen dürfen“. Die Kette hatte von rund 100 Verlagen eine Kostenbeteiligung für Umbauten und Neueröffnungen von Filialen gefordert, „war sicherlich etwas zu scharf formuliert“.

2007 setzen Thalia und DBH dreimal mehr als große Publikumsverlage um und prägen den Markt (noch deutlich weniger große Ketten etwa in England, wo ihn 30 Zentraleinkäufer zu 80 Prozent prägen). Die größten zehn Filialisten haben hierzulande zusammen knapp 23 Prozent des Buchhandels, was bis 2010 laut Börsenverein auf 29 Prozent steigt.

Bestseller, im Fachjargon „Spitzentitel“, werden immer mehr gefördert. Neben Welt-Bestsellern, die sich global gut verkaufen, haben viele nur in einigen Ländern Erfolg: Marketing spielt entscheidend mit (bis hin zu dem nationalen Geschmack angepasstem Cover, dazu passenden Spielen, Kleidung, Merchandising) etc.). Ein Großteil der Verlagseinnahmen kommt aus Lizenzen auch für andere Medien, besonders das Kino, besonders deutliches Beispiel: der Diogenes-Verlag, wo eigentlich nur Bücher bekannter Autoren erscheinen, aus denen dann Filme werden können.

Die privatwirtschaftlich organisierten Verlage achten immer mehr auf Wirtschaftlichkeit/Zahlen; ein kulturelles Engagement, das die Bedürfnisse vieler Leser verfehlt, geht längst zurück. Die profilierten Verlagsprogramme sind eher vorbei. Heute erscheinen im ehemals Groschenroman-Verlag auch Übersetzungen, die in den USA in wissenschaftlichen Verlagen heraus kamen. Bei Suhrkamp wäre eine Biografie eines Bergsteigers früher undenkbar gewesen. „Es sagt viel über die fortgeschrittene Kommerzialisierung der Branche, wenn sich Teile der Literaturkritik heute mehr um die Vermarktungskünste der Verlage sorgen als um deren zunehmenden Bestsellerwahn und den damit verbundenen Substanzverlust“. Dazu die „FAZ“ über Kommentare zur Trennung des Verlags von Geschäftsführer Georg Rieppel: „Als kritischer Beobachter der Branche kann man doch heilfroh sein, wenn man einmal nicht von greller Spitzentitelwerbung mit beigelegten CDs und Gimmicks behelligt, mit aus der Luft gegriffenen Startauflagezahlen veralbert und mit der Nase auf die Relevanz irgendeines Popkultjungstars gestoßen wird. Sondern wenn man selbst ganz genau hinschauen muß, um die Perlen im Programm zu entdecken…“ In der „Zeit“ analysiert Ulrich Greiner zum selben Thema: Die Diskussion „verstellt den Blick dafür, dass Suhrkamp mit dem Fundus seiner Autoren, die ein ganzes Jahrhundert des Geistes verkörpern, sorgsam umgeht. Das ist beispielhaft. Auch riskiert der Verlag immer wieder literarisch Neues, wenngleich er es oft nicht hinreichend sichtbar macht. Seit Unselds Tod hat er seinen Rhythmus nicht wiedergefunden. Daher kommt es, dass die Ab- und Zugänge seiner Geschäftsführer mehr debattiert werden als seine Bücher. Dass sich dies bald umkehre, ist dringend zu hoffen.“

Die Konzentration in der Verlags- und Buchhandelsbranche hat sich im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt: 138 Übernahmen und Beteiligungen – 47 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dabei verzeichneten alle Marktsegmente mit Ausnahme der Buchverlage mehr Transaktionen als im Vorjahr. Die meisten Bewegungen gab es im Bereich Fachinformationen (42), gefolgt vom Buchhandel (22) und den Special/General Interest-Verlagen (15).

Im Buchhandel hat sich die Zahl der Transaktionen 2005 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. “Dies ist auch ein klares Anzeichen für die rasche Zunahme der Konzentration in dem noch immer recht fragmentierten Markt”, so die Analyse der Studie. Die größten Deals waren der Kauf von Gondrom durch Thalia, die Übernahme der Wohlthat-Filialen durch Weltbild sowie der Kauf der Buchhandlung Schmorl & von Seefeld durch Hugendubel.

Das spiegelt sich auch bei der Vermietung von Einzelhandelsflächen in 1a-Lage, wo bonitätsstarke Filialunternehmen neun Prozent bezogen. Nun sind die Buchhändler hinter Young Fashion (35 Prozent) und Textilien (19 Prozent) die drittstärkste Mietergruppe. Etwa die Hälfte der gesamten untersuchten Vermietungen entfällt auf die Größenklasse bis 250 Quadratmeter. Immer häufiger müssen Traditionsbuchhandlungen aufgeben, im wohl unvermeidlichen Konzentrationsprozess, wie die des – weil er mit seinem Team zu Thalia wechselte – zurückgetretenen Vorstehers des Börsenvereins. Begründet hatte er das mit Familiennachfolgeproblemen in der eigenen Buchhandlung, de facto ist hier wie in allen anderen Fällen jedoch nicht die das Wirken anonymer Konzententrationskräfte oder das Walten unwilliger Erben ausschlaggebend gewesen, sondern letztlich die mangelnde Fähigkeit, sich an die Gegebenheiten des Marktes anzupassen. Die Kaufentscheidungen der Kunden sind in letzter Konsequenz der Maßstab für Erfolg oder Misserfolg in einer Branche, die in der Vergangenheit gerne den kaufmännischen Aspekt Ihres Tätigkeitsfeldes ausblendete, sich diesen Luxus aber immer weniger leisten kann.

„Die Branchenkonzentration im verbreitenden Buchhandel ist neu justiert im LD-Konzentrations-Index (LKI) aufgrund der Firmendaten und der neuen Schätzung des Branchenumsatzes durch den Börsenverein. /Der LKI misst fortlaufend den Anteil der zehn größten Buchhandelsunternehmen am Umsatz des deutschen Sortimentsbuchhandels, der liegt aktuell bei 28,1 Prozent. Nach den vorherigen Zahlen war der LKI von einem Wert um 30 Prozent ausgegangen.

Um den Umsatzanteil der großen Player fortlaufend und zeitnah zu bestimmen, wird einerseits der Umsatz der zehn Größten aufgrund deren Neueröffnungen und Übernahmen (und gelegentlich Schließungen), andererseits der Branchenumsatz aufgrund des kumulierten LD-Umsatztests fortgeschrieben. In den letzten zwölf Monaten habe sich bei der Fortschreibung der Umsätze der Großen eine leichte Überhöhung ergeben, die jetzt korrigiert sei.“

Der niederländische Medienkonzern VNU, mit einem Gesamtumsatz 2005 von 3,46 Milliarden Euro der sechstgrößte Fachverlagskonzern der Welt, wird voraussichtlich von einem Private Equity-Konsortium geschluckt. (Übernahmeangebot: 7,5 Milliarden Euro mit dem Wertverlust des Dollars attraktiver geworden, da der größte Teil des Konzernumsatzes in Dollar erwirtschaftet.)

Buchmärkte international

Infos hierzu fallen unter (internationale) Buchmessen ab, staatliche Subventionierungen prägen den Buchmarkt mehr oder weniger, nur ein Beispiel: die Buchmesse Kairo, zweitgrößte der Welt für den arabischen/nordafrikanischen Raum, ist bisher staatlich. Hier basieren etwa Übersetzungen, wie die ins Arabische, auf englischen und französischen Texten, weitere wichtige Sprachen sind Spanisch und zur Zeit der Sowjetunion Russisch. Selten sind Übertragungen aus anderen europäischen Sprachen sowie aus dem Japanischen, Chinesischen, Persisch, Türkisch und Hebräisch. So liegen Werke von Jürgen Habermas lediglich in einer schlechten Übertragung aus dem Französischen vor, erschienen in Syrien. Einige Werke von Friedrich Nietzsche, ebenfalls aus dem Französischen, wurden in Marokko verlegt. In Syrien erschien „Der Antichrist“ in einer Übersetzung aus dem Italienischen.

Ein beachtetes Beispiel – auch im Zusammenhang mit der Frankfurter Buchmesse 2009 und dem Gastlandauftritt – ist schon wegen möglicherweise vieler Buch-Lizenzen Chinesische Literatur.

Branchenwerbung

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Das Buchhandels-Logo sowie Aktionen des Dachverbands Börsenverein und der Stiftung Lesen gelten der ganzen Branche. Ein im März 2008 vorgeschlagener Fonds schlägt vor, dass zur Imagepolitur für das Buch und das Lesen (...) aus einem Rabatt-Verzicht auf Zeit von beispielsweise einem halben Prozent (...) von den Barsortimenten eingesammelt“ wird für eine „nachhaltige Kampagne“.

Zahl der Ausbildungen

Der Buchhandel schult 2008 rund 2.100 junge Menschen, etwas wenigere als davor. Das Angebot für Medienkaufleute Digital und Print stieg um 7,2 Prozent auf über 2.300 besetzte Ausbildungsplätze.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Riehm, Ulrich: Buchhandel. In: Kuhlen, R.; Seeger, Th., Strauch, D. (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Band 1: Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und -praxis. Saur, München 2004, S. 525–531 (5. A.) ISBN 3598116748
  2. Boersenblatt.net: Umsatzlokomotive Internet (16. Mai 2006)
  3. Versandbuchhandel Internet überrundet Kataloggeschäft 2006 [1]
  4. Bundesverband der Deutschen Versandbuchhändler e.V.: Über Uns – Der Verband
  5. Boersenblatt.net: Umsatzlokomotive Internet (16. Mai 2006)
  6. Solides Wachstum Versandbuchhandel (Boersenblatt.net 27. Mai 2007), Ref. wie oben [2]
  7. „Kids and Family Reading Report“ (Quelle: PW Daily 14. Juni 2006)
 Wikisource: Buchhandel – Quellentexte
 Wiktionary: Buchhandel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik