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Retorte

Die Retorte, aus dem Lateinischen vas retortum (zurückgedrehtes Gefäß), ist ein schon im Mittelalter verwendetes Destilliergefäß. Es handelt sich hierbei um einem Kolben mit einem langen, abwärts gebogenen, zum Ende hin sich verjüngenden Abflussrohr, und wird meist aus Glas, Metall oder Keramik hergestellt. Retorten sind eng verwandt mit dem Alambic und gehörten zu den wichtigsten Gefäßen der Alchemisten und Apotheker.

Retorten werden in ihrer ursprünglichen Anwendung als Laborgerät heute nicht mehr benutzt. Die Gründe dafür sind die sehr geringe Trennleistung bei der Destillation im Vergleich zu modernen Laborkühlern und das Aufkommen der flexibler einsetzbaren Normschliff-Gefäße. Als industrielle Produktionsgefäße werden Retorten in einigen Anwendungen aber noch heute verwendet, z. B. zur Erzeugung von Holzkohle oder zur pyrolytischen Behandlung von Ölschiefer. Sie werden dann meistens als Serien von innen mit feuerfesten Materialien ausgekleideten Stahlbehältern eingesetzt.

Symbolische Bedeutung

Die Retorte wird oft als Symbol für die Chemie im Allgemeinen, für ein chemisches Labor, chemische Prozesse oder chemische Technologie verwendet. Beispielsweise zeigt das Barettabzeichen der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr zwei stilisierte Retorten, umrahmt von Eichenlaub.

Wenn umgangssprachlich etwas aus der Retorte kommt, ist die künstliche oder planmäßige Herstellung einer Sache gemeint, die normalerweise einen natürlichen oder ungeplanten Ursprung hat. Beispiele dafür sind das Retortenbaby, die Retortenstadt und die Retortenband.

Siehe auch

 Wiktionary: Retorte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik