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Kaiserin-Friedrich-Gymnasium

Kaiserin-Friedrich-Gymnasium
Schultyp Gymnasium und
altsprachliches Gymnasium
Anschrift Auf der Steinkaut 1–15
61352 Bad Homburg v.d. Höhe
Koordinaten 50° 13′ 30″ N, 8° 38′ 10″ O7Koordinaten: 50° 13′ 30″ N, 8° 38′ 10″ O
Bundesland Hessen
Land Deutschland
Schulträger Hochtaunuskreis
Gründungsjahr um 1550
Schülerzahl 1537[1]
Lehrerzahl 113[1]
Schulleiter OStD Heike Zinke
Website www.kaiserin-friedrich.de

Das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (kurz: KFG) ist neben der Humboldtschule (HUS) eines von zwei Gymnasien in Bad Homburg vor der Höhe sowie eine der ältesten Schulen im deutschen Sprachraum. Die nach Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha (1840–1901) benannte Schule ist ein Gymnasium und altsprachliches Gymnasium. Es ist Patronatsschule der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.[2] Das Gymnasium wird von 1537[1] Schülern besucht, die von 113[1] Lehrkräften unterrichtet werden. Die Schule kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis in das Jahr 1550 zurückgeht. Als private Lateinschule um das Jahr 1550 gegründet, ist die Schule heute zu einer der größten des Hochtaunuskreises gewachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste ausführliche Darstellung der Geschichte der Schule ist dem ehemaligen Direktor Dr. Theodor Szymanski zu verdanken, der diese 1950 zur 400-Jahrfeier aufschrieb und veröffentlichte.

Die alte Lateinschule

Nachweisbar bestand in Bad Homburg im Jahre 1550 eine städtische Lateinschule. Es wird jedoch vermutet, dass diese bereits um 1530, begünstigt durch die in Bad Homburg im Jahre 1528 eingeführte Reformation, entstanden ist. Eine Lücke klafft in den Schulchroniken bis etwa in das Jahr 1800, in dem die Schule durch Geldmangel und sinkende Schülerzahlen wegen der Gründung eines Lehrinstituts durch Stadtpfarrer Johann Georg Breidenstein an Bedeutung verlor. Das Ende der alten Lateinschule um 1830 brachte auch das Ende des altsprachlichen Unterrichts an der städtischen Bad Homburger Schule. Quellen belegen aber nicht das genaue Datum dieses Ereignisses. Einerseits könnte das Ende bereits 1819 eingetreten sein, da es seitdem keine Erwähnung mehr in den Stadtakten gab, andererseits wird 1826 ein neu ernannter Pfarrer als Rektor erwähnt. Es könnte jedoch sein, so deutet jedenfalls Szymanski diese seltsame Begebenheit, dass man um 1826 die Lateinschule bis 1830 wieder kurz aufleben ließ. Sicher ist jedoch, dass sie 1831 nicht mehr existiert hat, da Quellen erwähnen, dass der Leiter der Homburger Bürgerschule in diesem Jahr an seiner Schule Unterricht im Lateinischen und Griechischen gab. An die Stelle der Schule trat 1834 eine private Lateinschule.

Von der Lateinschule zum Gymnasium

Diese private Lateinschule bestand 1834 bis 1865. Leiter waren zuerst der Theologe Heinrich Feltmann und ab 1844 Wilhelm Goepel. Die Schülerzahlen wuchsen – auch wegen des ansteigenden Kurbetriebs – und die Schüler wurden auf die unteren Klassen eines Gymnasiums vorbereitet. Unter Schulleiter Goepel wurde eine gymnasiale Mittelstufe angefügt. Das kleine Progymnasium bekam kurz darauf noch eine Realabteilung mit Gewicht auf neue Sprachen und Naturwissenschaften. 1855 wurde Goepel wegen des wachsenden Ansehens in der Bevölkerung sogar zum Professor ernannt. 1865 endete die Privatschule, aus ihr ging die städtische höhere Knabenschule hervor, die 160 Schüler der Privatschule übernahm. Die Knabenschule hatte anfangs 219 Schüler und umfasste eine dreiklassige Realschule und einen dreiklassigen gymnasialen Zweig, der zum Eintritt in die Tertia eines Gymnasiums befähigte. 1867 wurde die Schule wegen der politischen Änderung im preußischen Schulsystem von 1866 zu einer Realschule II. Ordnung, die bis 1870 auf sechs Klassen erweitert wurde. Die abgehenden Schüler erlangten das kleine Reifezeugnis. Diese Entwicklungen in der Knabenschule machten eine größere Raumzahl nötig, deshalb errichtete die Stadt in der Gymnasiumsstraße einen Neubau, der 1870 vollendet war. Der Ausbau zum Realprogymnasium ging weiter und wurde 1890 mit der Einrichtung einer Obertertia und einer Untersekunda vollendet. 1888 ging Direktor Goepel in Pension. Sein Nachfolger Dr. Ernst Schulze brachte die Umwandlung der Schule zum Abschluss. Das neue Progymnasium war wegen des dort stattfindenden Lateinunterrichts bei den Eltern der Schüler nicht sehr beliebt, die den Stadtrat baten, neben dem Progymnasium eine lateinlose Realschule einzurichten. Dies wurde durchgeführt, so dass in den Jahren 1891 bis 1896 drei Schulformen an einer Schule nebeneinander bestanden: das Progymnasium, das abzubauende Realgymnasium und die aufzubauende Realschule. 1896 schließlich beschloss der Magistrat den Ausbau zu einem Vollgymnasium mit angegliederter Realschule. Nach der Umbenennung der Schule im Jahre 1900 in Kaiserin-Friedrich-Gymnasium erwarben Ostern 1901 die ersten Schüler ihr Abitur.

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik

1911 ging Dr. Ernst Schulze, der Direktor seit 1888 in den Ruhestand. Ihm folgte Dr. Julius Schönemann. Die großen Veränderungen an der Schule waren abgeschlossen. Aber ein weiteres Zeichen für das Ansehen und die Wertschätzung, die die Schule in der Zeit genossen haben muss, ist die Anordnung der Schulbehörde, am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium das externe Abitur durchführen zu lassen. 1915 trat eine wesentliche Verwaltungsänderung ein: Die Schule wurde verstaatlicht. Der Staat Preußen nahm der Stadt Homburg damit die drückenden Verwaltungskosten für die Schule ab. Die Gebäude blieben aber Eigentum der Stadt. Aufgrund des Raummangels forderte Preußen jedoch ein neues Gebäude. Dies sollte aber noch bis 1955 dauern. Im Jahre 1921 plante die höhere Schulverwaltung in Preußen, die gymnasiale Oberstufe abzubauen. Dies konnte man jedoch bis in das Jahr 1930 verhindern. Im Oktober 1929 ging Schulleiter Dr. Schönemann in den Ruhestand. Im folgte Friedrich Bunnemann, unter dem die Umwandlung in ein Reformrealgymnasium begann. Die Realschule, die seit 1865 bestanden hatte, wurde nun auch aufgelöst. Die letzten humanistischen Abiturienten wurden Ostern 1938 verabschiedet.

Die Zeit des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg

Die Gleichschaltung der Schulen und die Machtergreifung Adolf Hitlers machten sich auch am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium bemerkbar. Immer mehr Schüler kamen in brauner Hitler-Jugend-Uniform zum Unterricht. Lehrer trugen nur selten Uniformen. Wenige Jahre später fiel der Samstagsunterricht zugunsten der HJ-Treffen aus. Doch der Schulleiter der Schule, Friedrich Bunnemann, wurde in NS-Parteikreisen als untragbar angesehen. Er wurde nach Marburg versetzt. Ihm folgte Dr. Theodor Szymanski, der die Umwandlung der Schule im Sinne des NS-Regimes durchzuführen hatte, denn 1937 führte Berlin die achtjährige sogenannte Deutsche Oberschule ein. Nach der Umwandlung hieß das ehemalige Kaiserin-Friedrich-Gymnasium nun Kaiserin-Friedrich-Schule, staatliche Oberschule für Jungen. Dies sollte auch bis 1945 so bleiben. Bei Kriegsausbruch trat eine erhebliche Behinderung des Unterrichts ein. So wurden zahlreiche Lehrer und Schüler zum Kriegsdienst eingezogen. Der schlimmste Luftangriff auf Bad Homburg ereignete sich am 8. März 1945. Mehrere Brandbomben trafen die Schule. Ein großer Brand konnte nur durch ein schnelles Eingreifen des Hausmeisters verhindert werden. Weitaus schlimmer getroffen wurde das Homburger Lyzeum. Somit musste das Lazarett in die Kaiserin-Friedrich-Schule verlegt werden. Der Unterricht wurde eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Anfang Dezember 1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden, allerdings im Gebäude der Landgraf-Ludwig-Grundschule in der Homburger Altstadt. Die amerikanische Verwaltung, die das Schulgebäude benutzt hatte, räumte dieses im Januar 1946, so dass das alte Gebäude am 6. Februar 1946 wieder bezogen werden konnte. Neuer Schulleiter wurde Dr. Franz Wegner. Aus politischen Gründen konnten jedoch einige Lehrer nicht weiter unterrichten. Alle anderen kehrten in den Dienst an der Schule zurück. Die Schule war nun ein Realgymnasium mit der Sprachenfolge Englisch/Latein oder Französisch/Französisch oder Latein. 1946 trat die neue Lehrverfassung in Kraft. Der Schulbesuch dauerte nun wieder neun Jahre.

Der Neubau (1955)

Dr. Wegener ging 1949 in Ruhestand. Ihm folgte Dr. Friedrich Huf. Er musste noch viele Kriegsschäden beseitigen. 1950 ging ein alter Wunsch in Erfüllung: Das seit 1938 nicht mehr existierende altsprachliche Gymnasium wurde wieder aufgebaut. Ostern 1950 hatte die Schule wieder eine gymnasiale Sexta. Die Schule war jetzt ein Realgymnasium mit Gymnasium im Aufbau. Angesichts der steigenden Schülerzahlen und des damit verbundenen Raummangels wurde ein Neubau der Schule geplant, der schließlich am 21. Mai 1955 am südöstlichen Rand des Kurparks bezogen werden konnte. Schulleier Dr. Huf hat „seinen“ Neubau nie von innen gesehen. Er starb nach einer schweren Krankheit am 21. Dezember 1955. Der große Neubau bot Platz für 24 Klassen, einen naturwissenschaftlichen Trakt und einen Verwaltungstrakt. Nachfolger von Dr. Huf wurde ab Ostern 1956 Lancelot Marioth. Im Jahre 1956 wurde in der Oberstufe eine Gabelung in einen neusprachlichen Zweig und einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig vollzogen. Die Schule galt immer noch als Jungenschule. Doch in der Oberstufe wurden auch Mädchen aus dem Lyzeum aufgenommen, die Latein bis zum Abitur belegen wollten. 1966 wurde die Schulleitung von Dr. Joachim Dienemann übernommen. Er amtierte in einer Epoche, die stark von Schülerprotesten geprägt war. Diese gingen jedoch an Bad Homburg praktisch vorbei. Ständiges Thema war weiterhin der Raummangel, den man mit zwei Anbauten 1970 und 1985 zu lindern versuchte. Jetzt hatte die Schule unter anderem einen größeren Trakt für die Naturwissenschaften, eine weitere Turnhalle und ein neu gestalteter Musiksaal zur Verfügung. Dr. Dienemanns Gesundheitszustand zwang ihn, aus dem Schuldienst auszuscheiden. Sein Nachfolger wurde 1980 Ernst Richter. Dieser wurde 1989 durch Gerfried Stein abgelöst.

Am 21. Februar 2000 erhielt die Schule den Namen Kaiserin-Friedrich-Gymnasium zurück; bis zu diesem Zeitpunkt hieß sie Kaiserin-Friedrich-Schule. Im Jahr 2001 wurde die neue Aula und Sporthalle eingeweiht. Im Schuljahr 2004/2005 wurde der verkürzte Bildungsgang (G8) eingeführt. Im Jahr 2004 wurden des Weiteren der neue Sportplatz und Pausenhof für Bewegungsspiele sowie der neue Pausenhof für die Oberstufenschüler eröffnet. Im Juni/Juli 2005 begannen die Arbeiten für die neue Cafeteria neben dem Haupteingang. Im September 2006 wurde Heike Zinke zur neuen Schulleiterin.

Namensgeberin der Schule – Kaiserin Friedrich

Im Jahre 1900 genehmigte Wilhelm II. den Namen Kaiserin-Friedrich-Gymnasium für die Schule. Kaiserin Friedrich – wie sich Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha zu dieser Zeit aus Trauer über den Tod ihres Mannes Friedrich III. nannte – wohnte zu dieser Zeit auf Schloss Friedrichshof in Kronberg nahe Bad Homburg. Doch die Kontakte Victorias zur Schule beschränkten sich aufgrund eines Reitunfalls, den sie am 5. September 1899 erlitt, auf Schriftverkehr. Zum Abitur im März 1891 traf jedoch ein Schreiben Victorias ein, in dem sie die Abiturienten beglückwünschte.

Victoria verstarb am 5. August 1901. Sie galt zu Lebzeiten als modern, liberal und weltoffen.

Die Schule heute

Der Haupteingang des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums heute. Links befindet sich die neue Cafeteria.

Heute ist das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium mit 1537[1] Schülern eine der größten Schulen im Hochtaunuskreis. Der Unterricht findet zwischen 07:55 und 18:45 Uhr statt. Am Gymnasium wurde im Schuljahr 2004/2005 der verkürzte Bildungsgang (G8) eingeführt. Dadurch wurde für die Sekundarstufe I die Ganztagsschule verbindlich eingeführt. Ab dem Schuljahr 2008/2009 führt das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium erstmals zweisprachigen Unterricht in Klasse 5 ein. Neben Englisch wird in Jahrgangsstufe 5 auch Latein als erste Fremdsprache angeboten. (Siehe auch Fremdsprachen.)

Als eine der ersten Schulen in Hessen bietet das Gymnasium seinen Schülern, die leistungsstark sind, seit dem Schuljahr 1999/2000 ein besonderes Angebot an. Diese Schüler kommen in eine sogenannte Projektklasse (G8-Zweig). Diese spezielle Klasse lernt den Unterrichtsstoff der Jahrgangsstufen 6 bis 10 innerhalb von vier anstatt fünf Jahren. Erreichen diese Schüler die Oberstufe, so kommen diese in die nächsthöhere Jahrgangsstufe gemeinsam mit den Schülern der „normalen“ Klassen (G9-Zweig).

Das Angebot der Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe ist vielfältig. Besondere Leistungskurse, die nicht selbstverständlich angeboten werden, sind Latein, Altgriechisch, Musik und Erdkunde.

Das Gymnasium verfügt über eine Bibliothek, die etwa 10.000 Bücher umfasst. Sie verfügt neben aktueller und klassischer Kinder- und Jugendliteratur, Sach- und Fachbücher, didaktischer Literatur für die Lehrkräfte auch Bücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Es werden über 30 verschiedene Arbeitsgemeinschaften (AG) angeboten (Stand: 2008). Die Schüler können aus den Bereichen „Chor“, „Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik“, „Orchester“, „Sport“, „Sprachen und Literatur“, „Theater“ und „Weitere Arbeitsgemeinschaften“ wählen.

In jedem Schuljahr werden Klassenfahrten unternommen. Vorgesehen werden diese in den Jahrgangsstufen 6, 7, 9 und 13. In der Jahrgangsstufe 6 wird eine dreitägige Klassenfahrt zu einem Ort in Hessen unternommen, in der Stufe 7 eine neuntägige Schulfahrt zum Skilandheim in Mayrhofen (Seiser Alm), in der 9. Klasse eine dreitägige Klassenfahrt innerhalb Deutschlands und in Jahrgangsstufe 13 (Tutorenkurse) eine Studienfahrt für zehn Tage ins Ausland.

Das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium führt mit sechs internationalen Schulen Schüleraustausche durch. Die Schulen befinden sich in Großbritannien, in den USA, in Frankreich, in Argentinien und in Russland.

Eine Besonderheit des Gymnasiums ist das eigene Parkhaus.

Fremdsprachen

Als Gymnasium und altsprachliches Gymnasium bietet das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium seinen Schülern viele Möglichkeiten, Sprachen zu lernen. Zusätzlich zu den unten genannten Wegen besteht die Möglichkeit, eine Arbeitsgemeinschaft für die Sprachen Neugriechisch und Früh-Englisch (für Lateinanfänger ab Jahrgangsstufe 5) zu besuchen.

Fremdsprachenfolge im G9-Zweig
(Abitur nach der 13. Klasse)
Ab Klasse 5 Ab Klasse 7 Ab Klasse 9 (WPU) Ab Klasse 11
Latein → Englisch → Griechisch
Französisch
Russisch, Spanisch
Englisch → Französisch → Latein
Russisch
Spanisch
Englisch  → Latein → Französisch →
Russisch →
Spanisch
Fremdsprachenfolge im G8-Zweig
(Abitur nach der 12. Klasse)
Ab Klasse 5 Ab Klasse 6 Ab Klasse 8 (WPU) Ab Klasse 11
Latein → Englisch → Griechisch
Französisch
Russisch, Spanisch
Englisch → Französisch → Latein
Russisch
Spanisch
Englisch → Latein → Französisch
Russisch
Spanisch

Absolventen

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. a b c d e Stand: 12. November 2007
  2. rhein-main.net: Weiterführende Schulen im Hochtaunuskreis, 23. Januar 2008
 Commons: Kaiserin-Friedrich-Gymnasium – Bilder, Videos und Audiodateien