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Alphonse Mouzon

Alphonse Mouzon (* 21. November 1948 in Charleston, South Carolina) ist ein Schlagzeuger, Komponist und Produzent.

Nach seinem Schulabschluss 1966 zog Mouzon nach New York und begann kurz darauf beim Broadway-Musical „Promises, Promises“ und im Ross Carnegie-Orchester zu spielen. Sein großer erster Durchbruch gelang ihm aber, als der Saxophonist Billy Harper, der mit Mouzon und dem Pianisten Lonnie Liston Smith bei einer Hochzeit spielte, Alphonse für eine Plattenaufnahme mit dem Komponisten, Arrangeur und Pianisten Gil Evans empfahl.

So kam es zu Alphonse Mouzons Plattendebut, welches auf Gil Evans Platte „Blues in Orbit“ von 1969 dokumentiert ist. Diese Platte und die bei Jamsessions kennengelernten Musiker führten zu Konzerten mit George Benson, Chubby Checker, Robin Kenyatta, Anita O’Day, Stanley Turrentine und anderen, die teilweise auch auf Platte dokumentiert sind.

Mitte 1969 traf Mouzon den Vibraphonisten Roy Ayers, der ihn in seine Band „Ubiquity“ holte. Es folgte eine Tournee durch die USA und Europa, dort u.a. zum Montreux Jazz Festival. Außerdem entstand eine Plattenaufnahme mit dieser Band.

Nach seiner Zeit mit Roy Ayers ging Mouzon zu Soul-Sänger und -Komponist Eugene McDaniels. In seiner Band war auch der junge tschechische Bassist Miroslav Vitous. Die Band spielte die Platte „Headless Heroes of the Apocalypse“ auf Atlantic Records ein, ein Protestalbum gegen den Vietnamkrieg und die Diskriminierung von Schwarzen. Unzählige Rapgruppen sampelten Mouzons Grooves dieser Platte.

Mitte 1970 bekam Mouzon einen Anruf von Joe Zawinul, der ihn fragte, ob er Interesse hätte mit Wayne Shorter und Miroslav Vitous eine Band zu gründen. Mouzon war sofort interessiert. Er kannte die drei Musiker von einem gemeinsamen Projekt. Weather Report war geboren.

Anfang 1972 holte McCoy Tyner Mouzon in seine Band. Das erste Album auf Milestone Records und mit Mouzon, "Sahara", wurde für einen Grammy nominiert. 1972 bekam Alphonse Mouzon auch einen Plattenvertrag bei Blue Note Records angeboten. Auf Blue Note entstanden zwischen 1972 und 1975 vier Platten unter eigenem Namen.

Larry Coryell, Alphonse Mouzon und der Keyboarder Mike Mandel gründeten Ende 1973 die Band The Eleventh House und holten den Trompeter Randy Brecker und den Bassisten Danny Trifan hinzu.

Im Dezember 1974 brachte Mouzon „Mind Transplant“ auf Blue Note Records heraus. Mouzon arbeitete mit 3 Gitarristen - Tommy Bolin, Lee Ritenour und Jay Graydon. Mouzon gastierte im Mai 1975 als „Special Guest“ beim Konzert der „Gitarrengötter“ Eric Clapton, Carlos Santana und John McLaughlin im Nassau Colosseum, Long Island, NY, vor mehreren zehntausend Menschen.

Als Mouzons Vertrag mit Blue Note abgelaufen war unterschrieb er einen Vertrag beim deutschen Label MPS (Musik Produktion Schwarzwald). Mouzons neuer Produzent wurde Joachim Ernst Berendt. Bei den Berliner Jazztagen 1976 gastierte Mouzon mit dem deutschen Posaunisten Albert Mangelsdorff und dem Bassisten Jaco Pastorius im Trio.

Von 1978 bis 1982 arbeitete und tourte Mouzon vor allem mit Herbie Hancock, aber auch mit seinen eigenen Bands oder vereinzelt als „featured artist“. Im Sommer 1980 gastierte Mouzon mit Herbie Hancock, Stanley Clarke, Carlos Santana, John McLaughlin und John Lucien beim Berklee Jazz Festival.

1992 gründete Mouzon sein eigenes Plattenlabel „Tenacious Records“. Zwischen 1992 und 2001 veröffentlichte Mouzon auf seinem Label fünf neue Produktionen und wiederveröffentlichte acht seiner in den 1980er-Jahren aufgenommenen Smooth Jazz Alben.

Im Spätsommer 1998 ging die Eleventh House Reunion Band-Tournee mit drei originalen Mitgliedern aus den 1970er-Jahren auf Tournee: dem Trompeter Randy Brecker, dem Gitarristen Larry Coryell und Alphonse Mouzon am Schlagzeug sowie dem jungen Bassisten Richard Bona. Die Band tourte in wechselnden Besetzungen durch die USA, Europa und Asien. Randy Brecker wurde Ende 1998 durch den Trompeter Shunzo Ono oder den Saxophonisten Donald Harrison ersetzt.

Mouzon begann 1997 fünf CD-Projekte, alle mit Gästen wie den Trompetern Arturo Sandoval, Wallace Roney und Shunzo Ono, den Gitarristen Larry Coryell, Paul Jackson Jr., Chuck Loeb und Jeff Golub, dem Bassisten Christian McBride, den Saxophonisten Ernie Watts und Bob Mintzer und den Pianisten Kenny Barron und Cedar Walton. Keines dieser fünf CD-Projekte wurde bisher zu Ende gebracht und veröffentlicht.

Mouzon ging im Sommer 2002 auf eine Kurztournee mit „Just Friends“, die schon 1991 tourten. Die Band bestand wieder aus Jasper van't Hof (Keyboards und Klavier), Bob Malach am Saxophon, Michał Urbaniak an der Violine und dem alten Weather Report-Kollegen Miroslav Vitous am Bass. Außerdem gastierte Mouzon mit seiner Band beim Long Beach Jazz Festival in Los Angeles.

Im Winter 2003 tourte Mouzon mit seinem Trio (Ernie Watts - Saxophon, Jeff Berlin - Bass) durch Europa.

Alphonse Mouzon ist auch als Schauspieler in einigen Filmen zu sehen, unter anderem in Tom Hanks Film "That thing you do" (1996) und Robert Davi's "The Dukes" (2007). Zu beiden Filmen steuerte Mouzon auch Filmmusik bei.

2008 veröffentlichte Alphonse Mouzon die Cd "Jazz in Bel-Air", einen Live Mitschnitt seines Quartetts.

Diskographie (unter eigenem Namen)

+ auf Tenaciousrecords veröffentlicht

Personendaten
Mouzon, Alphonse
Schlagzeuger, Komponist und Produzent
21. November 1948
Charleston, South Carolina, USA