Margaret Anderson
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Margaret Anderson

Margaret Caroline Frances Anderson (* 24. November 1886 in Indianapolis, Indiana; † 19. Oktober 1973 in Cannes) war eine US-amerikanische Schriftstellerin; Gründerin, Redakteurin und Herausgeberin von The Little Review – eines der wichtigsten avantgardistischen Literatur-Zeitschriften in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Margaret Caroline Frances Anderson war die älteste von drei Töchtern von Aubrey Arthur Anderson und seiner Ehefrau Jessie Shortridge. 1903 absolvierte sie die High School in Anderson, Indiana und darauf zwei Jahre Junior High School an der Western College for Women in Oxford, Ohio. 1906 verließ Anderson das Collage um eine Karriere als Pianistin zustarten. Im Herbst 1908 ging sie nach Chicago, wo sie als Lektorin für die The Continent, eine religiöse wöchentliche Zeitschrift, arbeitete. 1913 veröffentlichte sie ihr erstes Buch The Dial und bekam gute Kritiken in der Chicago Evening Post.

Jane Heap, Margaret Anderson und Ezra Pound, 1923

Im Jahre 1914 gründete Margret Anderson die Literaturzeitschrift The Little Review in New York City und brachte in Fortsetzungen James Joyces „A Portrait of the Artist as a Young Man“ und 1918 den „Ulysses“ heraus. Vier Ausgaben der Literaturzeitschrift Little Review wurden vom United States Postal Service konfisziert und verbrannt. 1920 machte man Anderson den Prozess wegen Verbreitung obszöner Schriften und verurteilte sie 1921 zu einer Geldstrafe von 100 US-Dollar. Ezra Pound war es zu verdanken, dass der bis dahin chaotisch geführten kleinen Literaturzeitschrift Profil und Richtung gegeben und die vielversprechendsten Autorinnen Europas – allen voran Joyce mit seinem Hauptwerk – sowie die wichtigsten der in Paris lebenden amerikanischen “Expatriates” als Beiträgerinnen gewinnen können. Zu ihren Klienten gehörten unter anderem Hart Crane, T. S. Eliot, Ernest Hemingway, William Butler Yeats, Sherwood Anderson, André Breton, Jean Cocteau, Malcolm Cowley, Marcel Duchamp, Ford Madox Ford, Emma Goldman, Vachel Lindsay, Amy Lowell, Francis Picabia, Carl Sandburg, Gertrude Stein, Wallace Stevens, Arthur Waley und William Carlos Williams.

Während andere Zeitschriften der frühen Moderne die literarische Revolution proklamierten, war ihre Zeitschrift ein Bekenntnis zur Anarchie.

Shari Benstock

1916 traf Anderson in Chicago erstmals Jane Heap, eine Journalistin der Chicago Arts and Crafts Movement und ehemalige Geliebte der Schriftstellerin Djuna Barnes. Anfang der 1920er Jahren gingen die beiden Frauen gemeinsam nach Paris, wo sie ihre Zeitschrift weiterhin verlegte und auf oft abenteuerlichen Pfaden nach Amerika zurückschmuggelte. Ihre Liebesbeziehung war da bereits beendet, denn Anderson hatte kurz zuvor ihre große Liebe Georgette Leblanc kennengelernt, eine französische Opernsängerin, die lange mit dem belgischen Schriftsteller Maurice Maeterlinck zusammengelebt hatte, bis der sie wegen einer Jüngeren verließ. Margaret überließ Jane die Leitung der Little Review und lebte mit Georgette bis zu deren Tod im Jahre 1941 in einer in jeder Hinsicht harmonischen und gegenseitig befruchtenden Beziehung.

1942 kehrte Anderson in die Staaten zurück; ihre nächste Lebensgefährtin wurde Dorothy Caruso, die Witwe des Tenors Enrico Caruso. Nach Dorothys Tod 1955 ging Margaret Anderson wieder nach Frankreich und arbeitete weiter an ihren autobiographischen Werken. Margaret Anderson starb 1973 und wurde in Cannes neben Georgette Leblanc begraben.

Primärliteratur

  • 1913 The Dial
  • 1932 My Thirty Years’ War
  • 1951 The Fiery Fountains
  • 1962 The Strange Necessity
  • 1962 The Unknowable Gurdjieff
  • 1996 Forbidden Fires, posthum

Sekundärliteratur

Personendaten
Anderson, Margaret Caroline
Margaret Caroline Frances Anderson
US-amerikanische Schriftstellerin; Gründerin und Herausgeberin von The Little Review
24. November 1886
Indianapolis, Indiana
19. Oktober 1973
Cannes