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Reichserbhofgesetz

Das Reichserbhofgesetz wurde am 29. September (zwei Tage vor dem Erntedankfest) 1933 von der nationalsozialistischen Regierung erlassen. Es ist Ausdruck der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie.

Durch das Gesetz wurden rund 35 % der land- und forstwirtschaftlichen Besitzungen im Deutschen Reich zu „Erbhöfen“ erklärt. Gesetzlich fixiert waren diese als „… der unveräußerliche und unbelastbare, unteilbar auf den Anerben übergehende land- und forstwirtschaftliche Besitz eines Bauern …“. Die Größe des Hofes musste mindestens 7,5 ha betragen und durfte 125 ha nicht überschreiten. Der Erbhofeigentümer wurde per Gesetz als Bauer, alle anderen als Landwirte bezeichnet.

Der § 13 besagte: „… Bauer kann nur sein, wer deutschen oder stammesgleichen Blutes ist. Deutschen oder stammesgleichen Blutes ist nicht, wer unter seinen Vorfahren väterlicher- oder mütterlicherseits jüdisches oder farbiges Blut hat …“.

Das Gesetz stützte sich rechtshistorisch stark auf das alte hannoversche Meierrecht. Wie dieses hatte es eine zwiespältige Folge. Die Höfe konnten zwar nicht infolge Überschuldung zersplittert werden, konnten aber auch keine Entwicklungskredite absichern und hinkten in der Maschinisierung der Landarbeit nach.

Das Gesetz wurde 1947 vom Alliierten Kontrollrat aufgehoben. Für die britische Besatzungszone wurde stattdessen die Höfeordnung erlassen.

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