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Karlshagen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 54° 7′ N, 13° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ostvorpommern
Amt: Usedom-Nord
Höhe: 3 m ü. NN
Fläche: 5,07 km²
Einwohner: 3137 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 619 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17449
Vorwahl: 038371
Kfz-Kennzeichen: OVP
Gemeindeschlüssel: 13 0 59 038
Adresse der Amtsverwaltung: Möwenstraße 1
17454 Zinnowitz
Webpräsenz:
www.karlshagen.de
Bürgermeisterin: Marlies Seiffert
Lage der Gemeinde Karlshagen im Landkreis Ostvorpommern

Karlshagen ist ein Ostseebad im Landkreis Ostvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern im Norden der Insel Usedom. Es gehört zum Amt Usedom-Nord mit Sitz in Zinnowitz.

Karlshagen hat ca. 3.100 Einwohner und liegt zwischen Zinnowitz und Peenemünde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1885 entstand in Karlshagen eine Seebrücke. Heute befindet sich hier einer der wichtigsten Yachthäfen Usedoms.

Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich in Karlshagen hunderte Zwangsarbeiter in einem Außenlager des KZ Ravensbrück, im Lager Trassenmoor, die in Peenemünde bei Rüstungsarbeiten eingesetzt waren. Viele von ihnen starben beim ersten alliierten Bombenangriff 1943.

Karlshagen lag von 1939 bis 1945 im Sperrgebiet der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. In Karlshagen befand sich auch die Wohnsiedlung für die Führungskräfte und Wissenschaftler der Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Obwohl diese 1943/1944 zum größten Teil bei Luftangriffen zerstört wurde, sind immer noch Teile erhalten. Eine Mahn- und Gedenkstätte für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, welche für den Bau der V1- und V2-Raketen im nahen Peenemünde eingesetzt wurden, befindet sich seit 1971 unweit des Ortsausgangsschildes in Richtung Trassenheide. Eine Bildwand mit Mosaik wurde von dem Künstler Klaus Rösler gestaltet. Seitlich davon befindet sich ein Sammelgrab für 56 Tote, die durch Kopfschuss ermordet wurden. In der Nähe der Gedenkstätte befindet sich Friedhof für 2000 Opfer der Bombenangriffe von 1943 und 1944. Zu DDR-Zeiten war das Gebiet nördlich von Karlshagen inklusive des Dorfs Peenemünde Sperrgebiet.

Wappen

Blasonierung: Durch Wellenschnitt von Blau und Silber geteilt; oben eine nach links fliegende silberne Möwe mit goldenem Schnabel; unten ein blaues Fischernetz.

110 kV-Leitung

Zwischen Peenemünde und Karlshagen überquert eine zweikreisige 110-kV-Drehstrom-Freileitung die Peene, deren 75 Meter hohe Masten weit sichtbar sind. Diese Leitung wurde zu Beginn der 1950er Jahre gebaut, um den im Kohlekraftwerk Peenemünde erzeugten Strom, der nach Auflösung der Heeresversuchsanstalt zum größten Teil nicht mehr auf Usedom gebraucht wurde, effektiv zum Festland abzuführen. Später wurde von dieser Leitung eine Stichleitung zum Umspannwerk Karlshagen errichtet.

Nachdem das Kraftwerk Peenemünde 1990 stillgelegt wurde, wurde die 110-kV-Freileitung vom Abzweig der Stichleitung nach Karlshagen zum Kraftwerk Peenemünde abgebaut, so dass die über die Peene führende 110-kV-Drehstromleitung nur noch das Umspannwerk Karlshagen speist.