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Optativ

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Der Optativ ist ein in einigen Sprachen existierender, eigenständiger Modus des Verbs, in anderen Sprachen wiederum fällt er mit dem Konjunktiv zusammen. Viele Sprachen kennen eine solche Form überhaupt nicht.

Der Optativ bezeichnet vor allem

- was erwünscht oder
- was möglich ist.

Der Optativ als eigenständige Form kommt unter anderem im Färöischen, Türkischen, Rumänischen sowie Lettischen vor. Im Altgriechischen, Sanskrit u.a. sowie im Mittelägyptischen existiert ebenfalls die Form des Optativ.
Im Deutschen wird dieser Modus in der Regel mit Modalverben umschrieben, wobei teilweise eine ganz exakte Übersetzung kaum möglich ist, da die Modalverben nicht völlig mit dem Optativ gleichzusetzen sind. Teilweise werden die unterschiedlichen Modi noch mit zusätzlichen Wörtern markiert oder sind über den Kontext zu ermitteln, ansonsten ist die Übersetzung von der subjektiven Interpretation des Optativs abhängig.

Zum Beispiel könnte das türkische geleyim (Grundform: gelmek) folgendermaßen übersetzt werden: ich soll (mal) kommen, ich komme (mal), ich möchte (mal) kommen, ich darf (mal) kommen, …. Beispiele für altgriechische Optative: εἰ γὰρ πορεύοισθε ei gar poreuoisthe „wenn ihr doch reistet!“ - der Optativ mit ἂν an im Altgriechischen hat jedoch die Funktion des Potentialis.


In einigen Sprachen, wie z. B. dem Sumerischen, wird der Optativ der ersten Person anders gebildet als der der übrigen Personen:

Person Bezeichnung Beispiel (Sumerisch) Übersetzung
1. Kohortativ/Hortativ ga-na-b-dug ich will es ihm/ihr sagen
2./3. Prekativ ḫe-mu-ù-zu du sollst es erfahren

Dabei ist für das Sumerische zu beachten, dass das „normale“ Personenzeichen der ersten Person im Kohortativ (wäre ein Suffix -en) meist weggelassen wird, da durch die Verwendung des Kohortativ-Präfix die erste Person bereits ausgedrückt ist. Im Fall des Prekativs ist die Verwendung der Personenzeichen notwendig, um zweite und dritte Person unterscheiden zu können.


Der alte indogermanische Optativ wurde in allen germanischen Sprachen zum Konjunktiv (gut ersichtlich im Gotischen ), während der alte indogermanische echte Konjunktiv verloren ging.

J. R. R. Tolkien verleiht seiner Kunstsprache Sindarin einen „Imperativ für alle Personen“, der in der dritten Person eine Optativfunktion ausdrückt. So bedeutet tolo, mellon „komm, Freund!“, wohingegen tolo mellon als „der Freund komme/möge kommen“ zu interpretieren ist.

Literatur

Norbert Fries: Online Lexikon Linguistik