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Herat

Herat
Blick auf Herat, 2006
Lage der Provinz Herat
DMS
Basisdaten
Staat: Afghanistan
Provinz: Herat
Geografische Lage: 34° 21' N, 62° 11' O Koordinaten: 34° 21' N, 62° 11' O
Fläche: xxx km²
davon xxx km² Land
Einwohner Stadt:
- Provinz:
254.800 (2003)
1.200.000 (2004)
Bevölkerungsdichte: xxx Einwohner je km²
Höhe: 925 NN
Zeitzone: +3,5 MEZ
Stadtgliederung: xxx
Postleitzahlen: xxx
Vorwahl: (+93)40
Website: http://www.herat.gov.af/

Herat, (Paschtu/Dari: هرات‎, in der Antike Haraiva[ta]), ist eine Stadt im westlichen Afghanistan im Tal des Hari Rud. Sie ist die Hauptstadt der Provinz Herat und die zweitgrößte Stadt des Landes nach Kabul. Ihre Einwohnerzahl beträgt 254.800 (2003), hauptsächlich Tadschiken (Eigenbezeichnung Farsi).

Inhaltsverzeichnis

Klima

Die Temperaturen schwanken im Winter zwischen 5 - 10 °C und liegen im Sommer um 40 °C.

Geographie

Zentralasien mit Seidenstraße

Herat ist eine alte Stadt mit vielen historischen Bauwerken, obwohl diese unter den militärischen Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte litten. Die meisten Gebäude sind aus Lehmziegeln erbaut. Die Ruine einer Zitadelle, die unter Alexander dem Großen errichtet wurde, beherrscht die Ansicht der Stadt, im 15. bis 17. Jahrhundert wurde Herat auch als das Florenz Asiens bezeichnet. Die Stadt hat eine günstige Lage an den Handelsrouten zwischen Iran, Indien, der Volksrepublik China und Europa. Die Straßen nach Turkmenistan und in den Iran sind noch immer von strategischer Bedeutung. Im Jahr 2007 haben der Iran und Afghanistan vereinbart eine Eisenbahnlinie aus dem Iran nach Herat zu bauen. Herat hat einen Flugplatz (34° 13′ N, 62° 14′ O), der 10 km südöstlich an der Straße nach Farah liegt.[1]

Geschichte

Der iranische Stamm Aria, altpersisch Haraiva[ta], gründete das heutige Herat ca. 1200 v. Chr. unter dem Namen Artacoana. Sie war die Hauptstadt der Region Aria und der gleichnamigen persischen Satrapie.

Alexander der Große eroberte die Stadt 330 v. Chr. und baute sie neu auf. In dieser Zeit entstand die berühmte Zitadelle der Stadt. Die Region um Herat wurde nach dem Fall der Seleukiden von den einheimischen Parthern erobert - von hier aus begann die Gründung des mächtigen Parther-Imperiums.

Mit dem Fall der persischen Sassaniden wurde Herat Teil des muslimischen Kalifats. Die Samaniden ernannten später Herat zu ihrer Hauptstadt und entwickelten sie zu einem Zentrum der persischen Kunst, Kultur und Literatur.

Um 1000 n. Chr. eroberten die türkischen Ghaznawiden die Stadt und circa 1100 die Seldschuken. Ab 1175 herrschten in Herat für eine kurze Zeit die einheimischen Ghoriden, bevor sie Teil des Khawarazm-Reichs wurde.

Beschädigter Musalla-Komplex

In dieser Zeit war Herat ein wichtiges Zentrum der Herstellung von Metallwaren, besonders Bronze, die oft mit kunstvollen Einlegearbeiten aus wertvollen Metallen verziert wurden. 1221 eroberten die Mongolen unter Dschingis Khan Herat und zerstörten sie. Im Jahre 1245 wurde die Stadt an die Kart Maliks vergeben.

Timur Lang zerstörte Herat um 1381. Unter seinem Sohn Schah-Rukh wurde sie wieder aufgebaut und zur Hauptstadt Khorassans und des Timuridenreiches erklärt. Beispielsweise errichtete Schah-Rukhs Frau Gauhar Shad den Musalla-Komplex mit seinen vielen Minaretten.

Die Usbeken eroberten Herat 1507; nur wenige Jahre später wurde die Stadt von Ismail Safawi eingenommen. Herat wurde wieder Teil von Persien und blieb bis zur Eroberung durch die Afghanen eine der wichtigsten Städte der Safawiden in Khorassan.

Zwischen 1718 und 1880 gab es viele Schlachten um Herat, bis die Stadt schließlich im Laufe des Great Game, dem politischen Schach der beiden europäischen Kolonialmächte Russland und Großbritannien, Afghanistan zugesprochen wurde. Damit entstand eine Pufferzone zwischen Russland und Britisch-Indien, die gleichzeitig die Unabhängigkeit Persiens und Afghanistans versicherte.

Schon vor der sowjetischen Invasion Afghanistans Ende 1979 gab es eine umfangreiche Präsenz von sowjetischen Beratern mit ihren Familien in Herat. Vom 10. bis zum 20. März 1979 meuterte die Armee in der Stadt unter Führung von Ismail Khan und 350 Sowjetbürger wurden getötet. Die Sowjets bombardierten die Stadt, was zu umfangreichen Zerstörungen und zu tausenden Toten führte, und eroberten die Stadt mit Panzern und Fallschirmjägern zurück.

Ismail Khan wurde Mujahedin-Kommandeur und nach dem Abzug der Sowjets Gouverneur von Herat. 1995 eroberten die Taliban Herat. In dieser Zeit entstand das geheime Frauencollege "Goldene-Nadel-Nähschule". Am 12. November 2001 fiel Herat an die Nordallianz und Ismail Khan kam in der Region wieder an die Macht.

Im Jahre 2004 setzte Hamid Karzai Ismail Khan ab und ernannte Said Mohammad Kheir-Khowa zum neuen Gouverneur. Kurz danach rebellierten die Einwohner Herats, da sie mit der Entscheidung Karzais nicht einverstanden waren.

Verkehr

In der Stadt befindet sich der Flughafen von Herat (HEA). Fluglinien wie Ariana Afghan Airlines, Kam Air, Pamir Airways fliegen ihn an.

Wirtschaft

Banken:

Bildung und Forschung

In Herat wird zur Zeit die Universität wieder aufgebaut. Aufgrund von Platzmangel sind die Büros und Verwaltungsbereiche der Universität in Regierungsgebäuden untergebracht.

Kultur

Illustration zu Dschamis Haft Awrang

Herat war lange Zeit ein Zentrum der persisch-muslimischen Kulturwelt. Besonders bekannt ist die Stadt für ihre bedeutenden Kunst- und Literaturtradition. Einer der bekanntesten Dichter Persiens, Dschami, der gleichzeitig als der letzte bedeutende Sufi-Meister des Mittelalters gilt, war aus Herat. Auch der Halveti- und der Cheschti Sufi-Orden wurden in Herat gegründet. Eine weitere Berühmtheit der Stadt war Ustad Kamal-ud Din Behzad, der bedeutendste Vertreter der persisch-muslimischen Miniaturmalerei. Herat ist zudem für seine handgeknüpften Perserteppiche bekannt. Der (nach der Stadt benannte) Herat-Stil gehört zu den teuersten und bekanntesten seiner Art.

Bis zum Zerfall des Safawiden-Reichs war Herat, damals auch bekannt als Perle Persiens, die zweitgrößte Stadt des Königreichs und die wichtigste Metropole im Osten Persiens.

Bedeutende Personen aus und in Herat

Quelle

  1. Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Transport and Civil Aviation: Herat Airport