Opal
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Opal

Dieser Artikel behandelt den Edelstein Opal, zu weiteren Bedeutungen siehe Opal (Begriffsklärung).
Opal
Blaugrüne Opaladern in eisenreichem Muttergestein aus Australien
Chemismus SiO2•nH2O
Mineralklasse Oxide mit Metall: Sauerstoff = 1:2
IV/D.1-80 (nach Strunz)
75.2.1.1 (nach Dana)
Kristallsystem amorph
Kristallklasse
Farbe höchst vielfältig, farblos oder milchig, grau, braun, rot, gelb
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5,5 bis 6,5 [1] (je nach Wassergehalt: je mehr Wasser umso weicher)
Dichte (g/cm³) 2,0 bis 2,2 (vom Wassergehalt abhängig) [1]
Glanz Fettglanz
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch muschelig, uneben, splittrig
Spaltbarkeit keine
Habitus
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen opalisierendes Farbspiel

Der Opal ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall:Sauerstoff=1:2. Als amorpher Festkörper besitzt Opal (ähnlich wie Glas) keine Kristallstruktur und tritt meist als massige Adernfüllung oder knollig ausgebildet auf.

Opale werden ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Besondere Eigenschaften

Als eines der wenigen amorphen Minerale besteht Opal aus hydratisiertem Kieselgel mit der allgemeinen chemischen Zusammensetzung SiO2•nH2O. Der Wassergehalt beträgt meist zwischen vier und neun Prozent, kann aber maximal etwa 20% erreichen. [1]

Die herausragende Eigenschaft, die den Opal als Schmuckstein so begehrenswert macht, ist das buntfleckige, schillernde Farbenspiel, das so genannte Opalisieren, des Edelopals. Es entsteht durch Reflexion und Interferenz der Lichtstrahlen zwischen den Kügelchen aus Kieselgel, die zwischen 150 und 400 nm (entspricht 1500 bis 4000 Å) groß sind. Bei Edelopalen sind diese Kieselgelkugeln etwa gleich groß und liegen in regelmäßiger Anordnung und dicht gepackt vor. [1]

Der ähnlich klingende und oft irreführend gebrauchte Begriff Opaleszenz bezeichnet dagegen einen milchig-bläuliches, dem Perlglanz ähnlichen optischen Effekt der gemeinen Opale. [2]

Opale können durch Fluorwasserstoffsäure und Kalilauge aufgelöst werden. Beim Erhitzen über offener Flamme schmilzt er nicht, sondern wird matt und knistert.

Etymologie und Geschichte

Der Begriff Opal wurde aus dem lateinischen opalus bzw. dem griechischen opallios für „kostbarer Stein“ übernommen und stammt vermutlich aus dem Sanskrit upala („edler Stein“).

Opale galten bereits in der Antike als besonders wertvolle Edelsteine, die teilweise sogar höher als der Diamant bewertet wurden. Plinius der Ältere schrieb dazu: „[…] ihm ist ein Feuer zu eigen, feiner des im Carbunculus, er besitzt den purpurnen Funken des Amethystes und das Seegrün des Smaragdes und eine überhaupt unglaubliche Mischung des Lichts.“ [3]

Varietäten

Das Kieselgel selbst ist farblos oder allenfalls schwach gefärbt. Farblose oder wasserklare Varietäten werden entsprechend als Glas- oder Milchopal bezeichnet. Durch verschiedenfarbige Verunreinigungen kann der Opal aber dennoch alle möglichen dunkleren Grundfarben, auch Körperfarbe genannt, annehmen. Graue, bernsteingelbe, rote, braune und seltener schwarze Varietäten kommen vor. In der Schmuckindustrie wird zwischen Edelopalen und Gemeinen Opalen unterschieden.

Angel-Skin-Opal ist dagegen eine irreführende Bezeichnung für ein dem Opal ähnliches Mineral namens Palygorskit von weißer bis rosiger Farbe.

schwarzer Opal mit vollem Farbenspiel

Edelopal

Allgemein als Edelopal werden Opale mit lebhaftem, opalisierendem Farbenspiel in Edelsteinqualität bezeichnet. Sie werden je nach Körperfarbe in Weiße Opale (helle bzw. weiße Grundsubstanz) und Schwarze Opale (dunkle, graue, blaue, grüne oder schwarze Grundsubstanz) unterschieden. Der begehrteste unter den Edelopalen ist jedoch der Harlekin-Opal mit seinem kräftigem segmentförmigem Farbspiel bei durchsichtiger bis durchscheinender Grundsubstanz.

Ebenfalls zu den Edelopalen gezählt wird der Feueropal mit orangem bis rotem Körper ohne Farbenspiel, wenn er von guter, durchsichtiger bis durchscheinender Qualität ist. Eine weitere Edelopalvarietät ist die Opal-Matrix, eine gebänderte Verwachsung von Edelopal und seinem Muttergestein.

Weitere Handelsbezeichnungen für Opale, die teilweise zu den Edelopalen gerechnet werden, sind Jelly(-Opal) (bläulichgrau mit geringem Farbenspiel), Crystal-Opal (geringes rötliches Opalisieren bei farblosem Körper) und der Girasol (farblos, bläulicher Lichtschein).

Hyalit

Gemeiner Opal

Zu den Gemeinen Opalen zählt der Hyalit (von griech. hyalos = Glas) oder auch Glasopal, der als einfacher, wasserklarer Opal mit traubig-nieriger bis krustenförmiger Ausbildung kein Farbenspiel zeigt. Der ebenfalls den Gemeinen Opalen zugerechnete Hydrophan oder auch Milchopal entsteht durch alterungsbedingten Wasserverlust aus Edelopal und ist milchigweiß mit nur noch mattem Glanz und schwacher Opaleszenz. Holzopal schließlich entstand durch Verkieselung von Holz und ist von gelblicher bis bräunlicher Farbe.

Weitere zu den Gemeinen Opalen gehörende Varietäten sind der gebänderte Achatopal, der durch Eisenverbindungen rötliche bis braune Jaspopal [4] der gelbliche Honigopal, der porzellanähnliche, perlmuttglänzende Kascholong (Cacholong, Porzellanopal), der Moosopal mit seinen dendritischen Strukturen, der grüne und oft als Imitation für den Chrysopras verwendete Prasopal (Chrysopal) und der gelblichbraune, wachsglänzende Wachsopal.

Kieselgur ist die einzige technisch verwendete Varietät. Als lockeres Aggregat mit feinen Poren ist er sehr saugfähig und wärmedämmend und wird daher im Bauwesen eingesetzt.

Bildung und Fundorte

Opale bilden sich hydrothermal in verschiedenen vulkanischen Gesteinen wie beispielsweise Tuff, aber auch durch Sedimentation in organischem Material, wodurch unter anderem Holzopal entsteht. Begleitmineral ist der Chalcedon.

Eine bekannte Fundstätte für Edelopale ist Australien, dort vor allem Baracoo River in Queensland und Coober Pedy in South Australia, sowie White Cliffs in New South Wales. Die Australien vorgelagerte Insel Tasmanien zählt ebenfalls zu den dortigen Opalfundstätten.

Dubník in der Slowakei war vermutlich bereits zur Römerzeit als Abbaugebiet für Opale bekannt. Gesichert ist der Opalabbau jedoch vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Von dort kommt auch einer der größten je gefundenen Edelopale, der 1775 gefunden und mit einem Gewicht von 600 Gramm ein stolzes Ausstellungsstück des Naturhistorischen Museums in Wien ist. Der größte australische Opal mit einer Größe von etwa 50 x 15 Zentimetern ist im American Museum of Natural History in New York ausgestellt.

Weitere Fundorte sind unter anderem Cerritos, Hidalgo, Jalisco, Querétaro und Zimapan in Mexiko; Valeč und Smrcak in Tschechien sowie der heutige polnische Teil von Schlesien[5]

Verwendung als Schmuckstein

Opale in Edelsteinqualität sind äußerst selten, ein industrieller Abbau findet daher nicht statt. Opal wird auf allen Kontinenten gefunden, allerdings kommen 96 Prozent aller Opale aus Australien. Dort liefern den Hauptanteil der weltweiten Förderung die Lagerstätten um die Stadt Coober Pedy.

Um ihr schillerndes Farbenspiel zur vollen Entfaltung zu bringen, werden Opale zu Cabochonen verschliffen. Eine Ausnahme stellt der Feueropal dar, bei dem der rot leuchtende Glanz mit einem Facettenschliff verstärkt wird.

Da Opale mit der Zeit ihr Kristallwasser verlieren (Alterung) und dadurch Risse entstehen, die die Reflexions- und Interferenzeffekte stören bzw. vermindern, werden sie in der Schmuckindustrie häufig als Tripletten ausgeführt. Eine Opaltriplette besteht aus drei Elementen – ein Onyxplättchen als Untergrund, darüber der Opal und als Schutz wird darauf eine Bergkristallschicht gegeben, um den Opal vor der Austrocknung zu schützen. Um alterungsbedingte Risse zu überdecken, werden Opale mit Öl oder Walrat getränkt. Diese Form der Behandlung heben Glanz und Farbenspiel jedoch nur vorübergehend. Eine bewährte Methode ist dagegen die Lagerung in feuchter Watte, die das Farbenspiel sogar erhöhen kann. [2]

Esoterik

Bereits im Alten Rom galt der Opal als der Stein der Liebe und Hoffnung. Er gilt allgemein als Talisman der Diebe und Spione.

Bei den Esoterikern wird der Opal als Heilstein zur Steigerung von Lebensfreude und Optimismus eingesetzt. Daneben soll er körperliche Leiden wie Halsentzündungen lindern bzw. allgemein gegen Entzündungen wirken. Auch bei Herz- und Nierenproblemen werden dem Opal heilsame Wirkungen nachgesagt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c d Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-23812-3
  2. a b Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3, S. 54 u. 166 ff.
  3. Jaroslav Bauer, Vladimír Bouska, František Tvrz: Der Kosmos-Edelsteinführer. Kosmos Gesellschaft für Naturfreunde, Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1982, ISBN 3-440-04925-6
  4. Meyers Enzyklopädisches Lexikon (Band 17). Bibliografisches Institut AG, Mannheim, 1976, korrigierter Nachdruck 1978
  5. MinDat – Opalfundstätten (engl.)

Literatur

 Commons: Opal – Bilder, Videos und Audiodateien