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Las Vegas

Dieser Artikel behandelt die Stadt Las Vegas in Nevada. Für andere Bedeutungen siehe Las Vegas (Begriffsklärung).
Las Vegas
Spitzname: The Entertainment Capital of the World, Sin City

Las Vegas bei Tag
Lage im Clark County und in Nevada
Basisdaten
Gründung: 1905
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Nevada
County: Clark County
Koordinaten: 36° 11′ N, 115° 8′ W7Koordinaten: 36° 11′ N, 115° 8′ W
Zeitzone: Pacific Standard Time (UTC−8)
Einwohner:
Metropolregion:
603.093 (Stand: 2007)
1.996.542 (Stand: 2007)
Bevölkerungsdichte: 1.774,8 Einwohner je km²
Höhe: 610 m
Fläche: 340,0 km²
davon 339,8 km² Land
Vorwahl: +1 702
FIPS: 32-40000
GNIS-ID: 0847388
Webpräsenz: www.lasvegasnevada.gov
Bürgermeister: Oscar Goodman

Las Vegas ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada. Sie ist vor allem wegen ihrer großen Anzahl an Casinos bekannt. Ihre Einwohnerzahl beträgt 603.093 (Stand: Schätzung 2007), die Agglomeration hat insgesamt etwa 2 Millionen Einwohner. Las Vegas ist Verwaltungssitz des Clark County.

Las Vegas ist ein global bedeutendes Touristikzentrum, in das jährlich etwa 39 Millionen Touristen reisen.[1] Derzeit wird noch etwa ein Viertel des Umsatzes in Casinos gemacht, drei Viertel entfallen auf Eintrittskarten für Shows, Souvenirs und Luxusartikel.

Neben den Casinos prägen die Shows den öffentlichen Charakter der Stadt. Zu den in Las Vegas tätigen Künstlern zählten und zählen Elvis Presley, The Rat Pack mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin, Céline Dion, Johnny Cash, Elton John, Illusionisten (Siegfried und Roy, David Copperfield oder der Cirque du Soleil). Bekannt ist die Stadt auch für ihre große Anzahl an Hochzeitskapellen, da Nevada außerordentlich unkomplizierte Eheschließungs- (und Scheidungs-) Gesetze hat.

Bis heute empfängt die Besucher der Stadt das weltberühmte Willkommensschild "Welcome to Fabulous Las Vegas" aus dem Jahr 1959.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Von der ersten Besiedlung bis zur Stadtgründung

Die erste Siedlung wurde 1854 von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) gegründet, aber schon drei Jahre später wieder aufgegeben. Mitte der 1860er Jahre errichtete die US-Armee das Fort Baker. Dank seiner Quellen wurde Las Vegas zu einem wichtigen Zwischenstopp für Wagentrecks und die Eisenbahn auf ihrem Weg zwischen Kalifornien im Westen und New Mexico im Osten. 1903 verkaufte die Rancherwitwe Helen Stewart für 55.000 $ einen Großteil ihres Farmgrundstücks an die Eisenbahngesellschaft, welche dieses wiederum 1905 aufgrund der regen Nachfrage parzellierte und am 15. Mai 1905 für insgesamt 265.000 $ an Spekulanten und Investoren versteigerte. Die Stadt Las Vegas war damit offiziell gegründet.

Die Legalisierung des Glücksspiels, der Boom und der Niedergang

Mit dem Bau des Hoover-Staudamms von 1931 bis 1935 und der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada 1931 wurde der Grundstein für das schnelle Wachstum der Stadt gelegt. Der Mobster Bugsy Siegel setzte Anfang der 40er Jahre mit dem Bau der ersten Hotels mit integriertem Spielcasino eine Entwicklung in Gang, die bis heute anhält. In den 1950er Jahren kamen zahlreiche Besucher in die Stadt, welche die Atombombentests sehen wollten, die in der Nähe der Stadt in der Wüste stattfanden. Zu dieser Zeit stieg der Einfluss der US-amerikanischen Cosa Nostra, zahlreiche Hotels wurden von ihr kontrolliert. Teile der Gewinne der Casinos wurden von den Gangstern abgeschöpft, bevor sie versteuert werden konnten, und landeten bei den Familien-Bossen, die fernab der Stadt aus Städten wie z.B. Chicago oder Miami die Casinos kontrollierten.

Das National Crime Syndicate hatte Las Vegas sozusagen zur offenen Stadt erklärt; d.h. im Vergleich zu anderen Städten gehörte Las Vegas nicht einer „Familie“ oder einem Verbrecher-Clan, sondern in ihr durfte sich jeder geschäftlich engagieren. Die Umstände wurden im Film Casino thematisiert.

Pikanterweise hatten die Bosse die Baukosten ab 1960 aus dem neu gegründeten Pensionsfond der Transportarbeitergewerkschaft der Teamsters finanziert; insbesondere gilt dieses Vorgehen für die Rückkehr der Cosa Nostra nach Vegas in den 1970er Jahren, die über Strohmänner abgewickelt wurde.

So kaufte z.B. Allen Glick 1974 für 63 Millionen US-Dollar aus Gewerkschaftsmitteln zwei Casinos. Der Kontakt wurde dabei über offizielle Kanäle der Teamsters zu Frank Balistrieri geleitet, dem Cosa-Nostra-Boss von Milwaukee, der dann Nick Civella kontaktierte und der Fondsverwalter Roy Williams dann praktisch nur noch unterschreiben musste. Insbesondere gilt diese Form der Finanzierung für die Casinos Aladdin, Circus Circus, The Sands, Dunes und The Tropicana. [2]

Dieser Umstand und das „skimming“ der Casinos wurden aufgedeckt. Spätestens als am 14. Februar 1979 ein illegaler Geldkurier aus Las Vegas am Flughafen von Kansas City mit zwei 40.000 US-Dollar-Paketen gefasst wurde, waren die korrupten Vorgänge endgültig aufgeflogen und eine Reihe erfolgreicher Hausdurchsuchungen begann. 1986 wurden weitere Mobster des Chicago Outfit: Jackie Cerone, Joseph Auippa, Nick Civella und Carl DeLuna, wegen der finanziellen Abschöpfung der Casinos in Las Vegas in Höhe von 2 Mio. US-Dollar verurteilt. [3]

Es mussten neue Eigentümer für die Casinos gefunden werden; diese Rolle übernahm Howard Hughes, der die bis heute gängigen Business-Modelle einführte und die Gangster langsam verdrängte. In den 1970ern und 80ern galt die Stadt jedoch als zunehmend heruntergekommen. Auch die zwischen 1978 und 1981 produzierte populäre TV-Serie Vegas konnte den Imageverfall nicht stoppen.

Der neue Aufschwung

Eine Trendwende leitete Steve Wynn 1989 mit der Eröffnung des Mirage ein, das wieder neue und vor allem sehr zahlungskräftige Kundschaft anlocken konnte. In den letzten Jahren versuchte man von offizieller Seite das Image der Stadt von sin city (deutsch: Stadt der Sünde) mit Casinos, Nacktbars und illegaler Prostitution nach city of entertainment (deutsch: Stadt der Unterhaltung) zu ändern, da man die Stadt auch für Familien mit Kindern attraktiv gestalten möchte. Trotzdem ist und war diese Entwicklung ambivalent; denn während einerseits die Shows größtenteils familienfreundlich gestaltet wurden, finden sich immer noch massenhaft Werbeflugblätter von Prostituierten auf den Straßen.

Dennoch: Las Vegas hat vor allem seit den 1990er Jahren einen rasanten Einwohnerzuwachs zu verzeichnen, was darauf schließen lässt, dass die Stadt ihren Ruf erheblich verbessern konnte.

Bevölkerung

Der Altersschnitt der Bevölkerung ist mit 34 Jahren für die USA ungewöhnlich niedrig. Las Vegas zählt zu den am stärksten wachsenden Städten der USA. Durchschnittlich verbraucht jeder Bürger von Las Vegas ca. 700 Liter Wasser am Tag.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner¹
1970 125.787
1980 164.674
1990 258.204
2000 478.434
2007 603.093

¹ 1980 - 2000 : Volkszählungsergebnisse; 2005 : Fortschreibung des US Census Bureau

Ausflugsziele

Las Vegas ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Hoover-Staudamm, der südlich von Las Vegas den Colorado River zum Lake Mead staut. Weitere beliebte Ausflugsziele sind Death Valley und der Red Rock Canyon, die nordwestlich von Las Vegas liegen. Viele Las-Vegas-Touristen besuchen ebenfalls von hier aus den Grand Canyon.

Etwa eine Stunde nördlich auf dem Weg zum Death Valley liegt die Geisterstadt Rhyolite. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Goldgräberstadt mit 10.000 Einwohnern, ist sie heute ein Freilicht-Museum.

In den Bergen um Las Vegas liegen beliebte Winter-Skigebiete. Ungefähr 80 Kilometer vom Strip entfernt, liegt auf 2600 Meter über dem Meeresspiegel das "Las Vegas Ski & Snowboard Resort".

Wirtschaft und Verkehr

Die Einnahmen durch Touristen betrugen 2004 ca. 33,7 Milliarden US-Dollar. Die Casinos selbst haben einen Gesamtumsatz von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar im Jahr. In Las Vegas stehen etwa 150.000 Betten für Touristen zur Verfügung.

Aufwand und Kosten für die Errichtung der Hotels werden dabei immer höher. Der Bau des Venetian Resort Hotel kostete allein schon 1,6 Milliarden US-Dollar. Das neue Casino und Hotel von Steve Wynns verschlang 2,7 Milliarden US-Dollar. Donald Trump baut ein Hochhaus mit Eigentumswohnungen in der Stadt, der Multimillionär und MGM Mirage-Mehrheitsaktionär Kirk Kerkorian plant bis 2010 gar eine eigene Stadt in der Stadt zu bauen, mit geschätzten Baukosten von 7,4 Milliarden US-Dollar.

Der größte Arbeitgeber außerhalb der Glücksspielindustrie sind die Behörden der Stadt mit 20.000 Angestellten. Neben der Unterhaltungsbranche sorgt hier vor allem die öffentliche Hand mit der University of Nevada und der Post für Arbeitsplätze. Es gibt mittlerweile 30 Krankenhäuser, die Zahl stieg in den letzten Jahren deutlich.

Verkehr

Der Flughafen Las Vegas Mc Carran hatte im Jahr 2003 ein Fluggastaufkommen von etwa 27 Millionen Passagieren.

Die Stadt verfügt seit dem Jahre 1990 über das CAT-Busnetz mit insgesamt 38 Linien, das eine Fläche so groß wie der Kanton Zürich (1.732 km²) abdecken muss. Die Linien werden jedoch selbst in Spitzenzeiten oft nur im 15- oder 20-Minutentakt angeboten, zudem sind sie nicht aufeinander abgestimmt. Seit 2004 gibt es die Las Vegas Monorail, sie fährt in 14 Minuten vom Hotel MGM Grand zum Hotel Sahara und macht Zwischenstation am Las Vegas Convention Center, Caesar's Palace und Bally’s. Sie dient dazu, den Gästen sämtliche angeschlossenen Hotels bequem per Bahn erreichbar zu machen.

Bekannte Hotels

Die meisten dieser Hotels konzentrieren sich dabei auf lediglich zwei Straßen, den Strip sowie die Fremont Street. Einige der Hotels stellen Nachbauten von bekannten Orten der Welt dar.

Im Rio All-Suite Hotel and Casino findet jedes Jahr die World Series of Poker statt.

Das Hotel Bellagio ist vor allem bekannt durch die berühmten Fountains of the Bellagio, einer halbstündlich stattfindenden Wassershow mit Springbrunnen und Musik. Außerdem war das Hotel Schauplatz des Filmes Ocean’s Eleven.

Das Hotel Wynn ist derzeit (Mai 2005) das teuerste Hotel, das erweiterte Venetian Resort Hotel löste Anfang 2008 das MGM Grand Hotel als größtes Hotel der Stadt ab und ist mit über 7000 Zimmern gleichzeitig auch der größte Hotelkomplex der Welt.

Wegen der vielen Autotouristen besitzt Las Vegas eine Unzahl von RV-Parks für Wohnwagen.

Des Weiteren existiert in der Stadt ein Nachbau des Münchner Hofbräuhauses, das Hofbräuhaus Las Vegas.

Söhne und Töchter der Stadt


Partnerstädte


Sonstiges

Klimadiagramm von Las Vegas


Einzelnachweise

  1. Las Vegas History
  2. The Hoffa Files: How This Tough Guy Made Las Vegas auf www.klas-tv.com (englisch)
  3. www.time.com „Blood Threat“ vom 3. Februar 1986

Literatur

Herwig, Oliver: Dream Worlds. Architecture and Entertainment. Fotografien von Florian Holzherr. Prestel, München 2006, ISBN 3-79133-22-01

 Commons: Las Vegas – Bilder, Videos und Audiodateien