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Ratsherr

Ein Ratsherr ist ein (männliches) Mitglied der Gesellschaft einer Kommune, einer städtischen Gemeinde, der von seinen Mitbürgern in den Rat oder Stadtrat, das Parlament einer Kommune, gewählt wurde.

Der Ratsherr ist in der Regel Mitglied einer Partei. In der Rats-Arbeit dient er in meist mehreren Rats-Ausschüssen, die dem gesamten Rat Entscheidungsvorlagen vorbereiten.

In Deutschland werden Ratsmitglieder in der Regel alle fünf Jahre gewählt. Die Ratstätigkeit ist ein Ehrenamt. Nur über erweiterte Aufgaben bzw. einen erweiterten Verantwortungsbereich ist es möglich, das Rats-Mandat als Vollzeit-Berufspoltiker auszuüben, ohne sonstige Erwerbs-Arbeit: als Fraktions-Vorsitzender oder als hauptamtlicher Bürgermeister.

Weibliches Pendant zum Ratsherrn ist die Ratsherrin oder auch Ratsfrau. Ein neutraler Ausdruck ist Ratsmitglied. Darunter fällt in Niedersachsen jedoch auch der Bürgermeister, da er kraft Amtes dem Rat angehört, ohne jedoch Ratsherr im obigen Sinne zu sein.

Geschichte

In der Geschichte wurden Ratsherren oftmals auch in den Stadtrat (oder auch Senat) berufen, anstatt von den Mitbürgern gewählt worden zu sein. Typische Beispiele sind die Stadtparlamente im alten Griechenland und in Rom, in denen man Ratsherr oder Senator nur sein konnte, indem man auf Broterwerb durch diese Tätigkeit nicht angewiesen war, oder die Stadträte der mit dem Lübecker Stadtrecht begabten Hansestädte, die im Todesfall neue Ratsherren in das Gremium kooptierten und sich fast immer aus Mitgliedern der Kaufmannschaft selbst ergänzten.

Interessant ist die Trennung der Begriffe: die Hansestädte nennen ihre Stadträte Senat. Die "Senatoren" dort jedoch sind nicht die Stadträte, sondern die (zumeist auf 12 Jahre vom Stadtrat oder Senat gewählten) kommunalen Wahlbeamten, die andernorts "Dezernent" heißen.