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Johannesburg

Johannesburg, Südafrika
Flagge
Lage in Südafrika Lage in Gauteng
Basisdaten
Gründungsjahr: 1886
Provinz: Gauteng
Fläche: 1.644 km²
Einwohner: 3.225.608 (2001)
Bevölkerungsdichte: 1.962 Einwohner/km²
Höhe: 1.753 m ü. NN
Vorwahl: National: 011
International: +2711
Stadtgliederung: 11 Verwaltungsbezirke
Geografische Lage: Koordinaten: 26° 8' 42" S, 28° 3' 1" O
Alternativnamen: Joburg, iGoli, Jozi
Offizielle Website: www.joburg.org.za
Politik
Bürgermeister Amos Masondo

Johannesburg, auch iGoli (isiZulu, die goldene Stelle), iRhawutini (isiXhosa), ist die Hauptstadt der Provinz Gauteng in Südafrika.

Mit 3.225.608 Einwohnern (Volkszählung 9. Oktober 2001) ist Johannesburg die größte Stadt und der gesamte Großraum die größte Metropolregion im südlichen Afrika mit nahezu 8 Millionen Einwohnern. Landeshauptstadt ist allerdings das ca. 50 km nördlich gelegene Pretoria.

Inhaltsverzeichnis

Aussprache

Afrikaans: Johannesburg [juˈɦɑnəsbœrx, juɦɑnəsˈbœrx]
südafrikanisches Englisch: Johannesburg [ʤəˈhænəsbøːg]
Setswana und Pedi: Gauteng [xauˈteːŋ̩]
isiZulu: iGoli [iˈgoːli]
IsiXhosa: iRhawutini [ixawuˈtˀiːni]
Süd-Ndebele: iRhawuteni [ ixawuˈtˀeːni ]
Sesotho: Kgauteng [kxʰauˈteːŋ̩]

Geographie und Klima

Lage

Südafrika liegt auf der Südhalbkugel, was bedeutet, dass die Jahreszeiten gegenüber denen der Nordhalbkugel um ein halbes Jahr verschoben sind. Johannesburg liegt im östlichen Teil des großen südafrikanischen Zentralplateaus, das auch unter dem Namen Highveld bekannt ist. Die Grenzen des Großraums Johannesburg erstrecken sich von Orange Farm im Süden bis Midrand im Norden. Zwei weitere Großräume liegen in unmittelbarer Nachbarschaft, Tshwane im Norden und Ekurhuleni im Osten. Obwohl Johannesburg die geringste Fläche von diesen dreien hat, ist die Bevölkerungszahl am größten.

Die durchschnittliche Höhe beträgt 1.753 m ü. NN. Außerdem ist Johannesburg eine der größten Städte, die weder am Meer noch an einem Fluss oder an einem anderen Gewässer liegen. Weitere solche Städte sind Mexiko-Stadt, Teheran und Phoenix.

Klima

Das Klima in Johannesburg ist sonnig und zumeist trocken. Jedoch ist in den Sommermonaten von Oktober bis April oftmals mit Gewittern und Regenschauern am späten Nachmittag zu rechnen. Die Temperaturen in Johannesburg sind gewöhnlich äußerst mild, mit einer Durchschnittstemperatur an Sommertagen um 26°C. Im Winter liegen die Tagestemperaturen nur geringfügig tiefer bei ca. 20°C. Während der Wintermonate kann die Temperatur nachts jedoch unter den Gefrierpunkt fallen und Frost verursachen. Die Jahresniederschläge liegen im Schnitt bei 600 mm bis 800 mm, die aber hauptsächlich im Sommer fallen.

Verwaltungsbezirke

Johannesburg war bis zum Januar 2001 in folgende 11 Verwaltungsbezirke aufgegliedert:

Im Januar 2001 wurden diese verwaltungstechnisch in 7 Regionen zusammengefasst:

Geschichte

Die Region rund um Johannesburg ist schon seit Millionen von Jahren von Vormenschen bewohnt. Ein 3,3 Millionen Jahre alter Hominide der Gattung Australopithecus africanus, der in den Sterkfontein-Höhlen nordwestlich von Johannesburg im Jahr 1998 ausgegraben wurde, ist das älteste, bisher gefundene, vollständige menschliche Skelett.

Später, vor etwa 10.000 bis 25.000 Jahren, wurde das südliche Afrika von den San, einem Nomadenvolk besiedelt. Die San lebten in der Region um Johannesburg bis etwas in das 11. Jahrhundert nach Christus, als sie von den Bantu immer weiter in unwirtliche Gegenden verdrängt wurden.

Nachdem um 1880 zuerst in den östlichen Gebieten Transvaals um Barberton und Pilgrim’s Rest Gold gefunden wurde, entdeckten Goldgräber 1886 die Hauptgoldader am Witwatersrand, die sich schließlich als das größte Goldvorkommen der Welt erweisen sollte.

Die Stadt wurde als kleine Goldgräber-Siedlung und Zeltstadt gegründet, als Gründungsdatum gilt der 4. Oktober 1886. Mit der Entdeckung des Goldes wanderten Tausende Arbeiter und Glücksritter aus England und der Kapkolonie in die burischen Gebiete ein und ließen sich in Johannesburg nieder. Innerhalb von 10 Jahren wuchs die Stadt auf über 100.000 Einwohnern heran. Der ökonomische Wert dieses Landstriches stieg rasant, was zu Spannungen zwischen den Buren, die während des 19. Jahrhunderts die Herrschaft über die Region hatten, und den Briten führte, die ihren Höhepunkt im Burenkrieg zwischen 1899 und 1902 fanden. Die Buren verloren den Krieg und auch die Kontrolle über die Südafrikanische Republik an die Briten.

Als die Briten 1910 die Südafrikanische Union ausriefen, ebnete dies den Weg für den organisierten Bergbau. Allerdings installierte die südafrikanische Regierung in dieser Zeit ein strenges Rassensystem. Die Zuwanderung von Schwarzen und Indern wurde streng reglementiert. Die schwarze und farbige Bevölkerung wurde gezwungen, in nach Rassen getrennte Gebiete, die zuvor von der weißen Regierung oft willkürlich festgelegt wurden, umzuziehen. Dadurch entstanden riesige Barackensiedlungen, die sogenannten Townships, rund um Johannesburg, von denen Soweto (South Western Townships) das Bekannteste ist. Hier lebte auch Nelson Mandela viele Jahre seines Lebens, sein Haus in Orlando ist heutzutage eine Touristenattraktion. Zudem wurde der nicht-weißen Bevölkerung verboten, qualifizierte Arbeiten anzunehmen, und zahlreiche Schwarze mussten als Wanderarbeiter in Johannesburgs Goldminen arbeiten.

Trotz dieser radikalen Trennungspolitik war beispielsweise der Stadtteil Sophiatown zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein lebendiges Viertel der Stadt, in dem die verschiedenen Hautfarben mehr oder weniger friedlich nebeneinander lebten. Um 1950 wurde das alte Sophiatown Opfer der Apartheid-Politik der burischen Nationalpartei, die zum damaligen Zeitpunkt die Regierung Südafrikas stellte. Das gesamte Gebiet wurde zu einer „whites-only area“ (Gebiet nur für Weiße) erklärt, alle Andersfarbigen zum Umzug gezwungen, und das Stadtviertel bekam fortan den ironischen afrikaansen Namen Triomf für Triumph.

1976 brachen große und blutige Unruhen in Johannesburg und von allem in Soweto aus. Der Schüler- und Studentenrat von Soweto organisierte Demonstrationen gegen die geplante Einführung von Afrikaans, die damals als die Sprache der Unterdrücker angesehen wurde, als alleinige Unterrichtssprache in schwarzen Schulen. Am 16. Juni 1976 schoss die Polizei auf eine Studenten-Demonstration. In den folgenden 12 Monaten starben mehr als 550 Menschen (zumeist Jugendliche) bei Demonstrationen gegen das Apartheid-Regime. Das bekannteste Opfer dieser Unruhen war der damals 13-jährige Hector Peterson.

Seitdem die Apartheid im Jahr 1990 abgeschafft wurde, ist auch Johannesburg befreit von diskriminierenden Rassengesetzen. Die schwarzen Townships wurden in die Stadtverwaltung integriert. Viele Vororte werden heute wieder von Menschen verschiedener Hautfarben bewohnt.

Das größte Problem des Großraums Johannesburg ist heute die Kriminalität. Als Folge wird die Innenstadt von leeren Hotels und Bürogebäuden dominiert, da viele weiße Bewohner und Firmen das Stadtzentrum aus Sicherheitsgründen verlassen haben und in die nördlichen Vororte abgewandert sind. Heute ist das zwischen Johannesburg und Pretoria liegende Midrand das Hauptzentrum für viele internationale Firmen. Das Zentrum der südafrikanischen Finanzbranche befindet sich in Sandton nördlich des Stadtzentrums.

Obwohl die Minen der Stadt schon seit langem nicht mehr genutzt werden, da die Goldquellen erschöpft sind und neues Gold an anderen Orten gefunden wurde, wird es in isiZulu immer noch eGoli genannt, was Platz des Goldes bedeutet.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Johannesburgs beträgt 3.225.608, die in 1.049.175 Haushalten leben. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen betrug im Jahr 2003 etwa 99.320 ZAR (8769.96 EUR) pro Jahr. Die Arbeitslosenrate beträgt derzeit ca. 37,3%. 91% der Arbeitslosen gehören der schwarzen Bevölkerungsgruppe an.

In den Jahren von 1998 bis 2003 stieg die Einwohnerzahl Johannesburgs um 22,2 %. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen die bantu-stämmigen Afrikaner mit etwa 73% Anteil an der Gesamtbevölkerung, gefolgt von den Weißen mit 16 %, Farbigen (6 %) und Indern (4 %). 42 % der Einwohner sind jünger als 24 Jahre, nur 6 % sind älter als 60 Jahre.

26 % der Johannesburger sprechen Nguni-Sprachen als Muttersprache, 26 % Sotho-Sprachen, etwa 19 % Englisch und 8 % Afrikaans.

86 % aller Haushalte verfügen über fließendes Wasser, und 80 % haben Zugang zum öffentlichen Stromnetz. Etwa 22 % der Johannesburger leben in Behelfsunterkünften oder Baracken.

19 % aller Erwerbstätigen arbeiten im Dienstleistungssektor, 18 % in der Finanzbranche, 17% im öffentlichen und sozialen Dienst, und 12 % sind im produzierenden Sektor tätig. Nur noch 0.7% aller Arbeiter sind im ursprünglich dominierenden Bergbau beschäftigt.

29 % der Erwachsenen haben Abitur, etwa 14 % einen Universitätsabschluss. Die Analphabeten-Quote in der Stadt beträgt 7 %.

53 % der Bevölkerung gehört einer der großen christlichen Kirchen an, 24 % sind konfessionslos. 14 % sind Mitglieder afrikanischer unabhängiger Kirchen, 3 % Moslems, 1 % Juden und 1 % Hindus.

Der Name Johannesburg

Die Herkunft des Namen Johannesburg kann nicht mit letzter Sicherheit geklärt werden. Unbestritten ist einzig die Tatsache, dass die Stadt nach einem Mann namens Johannes, ein häufiger und sehr gebräuchlicher niederländischer Name, benannt ist. Die meisten Experten gingen im Laufe der Stadtentwicklung jedoch davon aus, dass die Stadt ihren Namen von den beiden damaligen Staatsbeamten Johann Rissik und Christiaan Johannes Joubert erhielt. Diese Männer wurden kurz nach dem Goldfund 1886 zum Witwatersrand geschickt, um nach einem geeigneten Platz für eine Siedlung zu suchen und entschieden dann, die Stadt nach ihrem gemeinsamen Vornamen Johannesburg zu nennen.

Politik

Stadtteile

Zentrum

Die Straßen des Stadtzentrums und der umliegenden Innenstadtviertel, wie Joubert Park, Hillbrow oder Berea werden dominiert von Hochhäusern, in denen viele der größten Firmen Johannesburgs Büros unterhalten. Allerdings ziehen viele dieser Unternehmen nach und nach in die nördlichen Vororte, wie z. B. Sandton, da das Zentrum von Johannesburg als zu gefährlich und unattraktiv wahrgenommen wird. Ein Beispiel hierfür ist die Johannesburg Securities Exchange, die größte Börse Afrikas. Seit dem Ende der Apartheid-Zeit im Jahr 1990 gaben viele Bewohner Sowetos ihr Township-Leben auf, um zusammen mit Einwanderern aus dem restlichen Afrika in der Innenstadt, oft auch in verlassenen Bürogebäuden oder verfallenen Lagerhäusern zu leben. Hillbrow und Berea sind bekannt für hohe Bevölkerungsdichte, Arbeitslosigkeit und Armut sowie für eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Am Westrand von Hillbrow ist der Constitution Hill, der Sitz des südafrikanischen Verfassungsgerichts. Außerdem befindet sich hier auch der etwa 270 m hohe Hillbrow Tower, der die Skyline Johannesburgs beherrscht und stilisiert auch im Stadtwappen zu finden ist.

Soweto

Soweto (Abkürzung für South Western Townships) ist ein überwiegend schwarzes Wohngebiet südwestlich des Stadtzentrums. Während des Apartheid-Regimes wurde Soweto für die schwarze Bevölkerung ausgewiesen, die bis dahin in Gebieten lebten, die von der Regierung als „weiße“ Viertel bestimmt wurden, wie z. B. das bunte und lebendige Sophiatown. Heute ist Soweto eine der ärmsten Gegenden Johannesburgs, aber es gibt auch Anzeichen von wirtschaftlichem Aufschwung und auch das Nachtleben entwickelt sich.

Östliche Vororte

Yeoville, östlich von Berea, wurde der Mittelpunkt des schwarzen Nachtlebens in Johannesburg. Östlich von Yeoville liegt Observatory, ein ruhiges Viertel mit großen Häusern. Hier befindet sich außerdem ein großer Sportpark. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen das Leichtathletik-Stadion Johannesburg Stadium, die Standard Bank Arena und das Ellis-Park-Stadion.

Nördliche Vororte

Da das Zentrum während der vergangenen zehn Jahre einen dramatischen demographischen Wandel erlebt hat, der einherging mit dem Verfall der Innenstadt, verlegten viele Unternehmen ihren Sitz in die nördlichen Vororte. Direkt im Norden liegen die luxuriösen Vororte Parktown, Saxonwold und Houghton mit ihren großen Grundstücken und stattlichen Villen. Nach Houghton folgen Rosebank, Hyde Park, Sandton und Morningside, alle vorherrschend von Weißen bewohnt und sehr wohlhabend. Seit 2000 befindet sich in Sandton die JSE Securities Exchange, die größte Börse Afrikas, womit Sandton endgültig zum Finanzzentrum der Stadt aufgestiegen ist.

In auffälligem Gegensatz zu diesen reichen und angesehenen Stadtteilen steht Alexandra, eines der ersten Townships von Johannesburg, das im Jahr 1912 zum „schwarzen“ Wohngebiet erklärt worden war. Alexandra wird nur durch die Stadtautobahn M1 von Sandton und Rosebank getrennt und gilt als eines der ärmsten und gefährlichsten Gebiete im ganzen Land. Die Einwohner Alexandras gelten als eine Gruppe für sich; „Fremde“ werden ungern gesehen und meiden dieses Viertel. Die Fläche dieses Townships beträgt ca. 8 km² und hat eine geschätzte Einwohnerzahl von 350.000.

Nordwestliche Vororte

Westlich von Parktown liegt Auckland Park, wo die South African Broadcasting Corporation (Südafrikanischer Rundfunk) und die University of Johannesburg liegen. Der nahe Stadtteil Greenside erlebt derzeit eine Wiederbelebung. Nördlich von Auckland Park liegt Melville, das sich in ein lebendiges und nachtaktives Viertel mit Restaurants, Cafés, Buchläden und Nachtclubs verwandelt hat. Westlich von Melville liegt außerdem das bereits oben erwähnte Sophiatown.

Kriminalität

Wie viele andere Großstädte der Welt hat auch Johannesburg ein Kriminalitätsproblem. In Johannesburg war das Problem aber so gewaltig und allgegenwärtig, dass hier die Zahl der Morde sogar die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle übertraf. Inzwischen hat sich die Lage jedoch deutlich verbessert. Durch Überwachungsmaßnahmen, Aufwertung des Stadtzentrums durch kulturelle Angebote und die Rückkehr des Einzelhandels ist die Sicherheitslage deutlich entschärft worden. In armen Stadtteilen wie Soweto bleibt die Situation jedoch weiterhin angespannt. Trotz des Rückgangs der Kriminalität hängt der Ruf, gefährlichste Stadt der Welt zu sein, immer noch an Johannesburg, obwohl dies schon längst Rio de Janeiro übernommen hat.

Nach dem Fall des sogenannten Group Areas Act von 1950, der ein wichtiges Instrument der Apartheid-Regierung darstellte, wurde die Innenstadt von Johannesburg zu Beginn der 1990er Jahre von tausenden armen, hauptsächlich schwarzen Einwanderern überschwemmt. Diese Menschen kamen zumeist aus den umliegenden Townships, da ihnen während der Zeit der Apartheid das Leben in der Innenstadt verboten wurde. Die Verbrechensrate stieg stark an, besonders in Vierteln mit hoher Bevölkerungsdichte wie beispielsweise in Hillbrow. Viele Unternehmen und Einrichtungen zogen es daher vor, ihre Niederlassungen in die nördlichen Vororte zu verlegen, um das Sicherheitsrisiko zu senken. Die Wiederbelebung der Innenstadt von Johannesburg ist eine der Hauptaufgaben der gegenwärtigen Stadtverwaltung. Mittlerweile wurden drastische Maßnahmen getroffen, um die Kriminalität in der Stadt zu verringern, wie z. B. Überwachungskameras an Straßen und Plätzen. Die neuesten Polizeistatistiken zeigen, dass die Kriminalitätsrate in Johannesburg in den letzten Jahren durch den langsamen wirtschaftlichen Aufschwung zurückgegangen ist. Seit 2002, also seit dem Start der verschärften Sicherheitsbedingungen, konnte die Kriminalität um 80% gesenkt werden. Dieser Trend ist jedoch nicht stabil. Die Kriminalitätsrate steigt Mitte 2005 wieder kontinuierlich an. Ein Grund hierfür ist u.a. eine organisierte Kriminalität mit Gruppenüberfällen bis zu 20 Personen als Reaktion auf die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Johannesburg selbst ist kein klassisches Touristenziel, aber die Stadt dient als Drehscheibe für Anschlussflüge nach Kapstadt, Durban, den Pilanesberg National Park und den Kruger-Nationalpark. Trotzdem bietet die Stadt einige Sehenswürdigkeiten.

Die Cradle of Humankind („Wiege der Menschheit“) [1], die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, liegt ca. 25 km nordwestlich der Stadt. Die Sterkfontein-Höhlen sind weltberühmt für die meisten Hominidenfunde der Welt. In ihnen wurden ein Australopithecus africanus gefunden, der das bis heute älteste gefundene, vollständige vormenschliche Skelett ist. In einem Besucherzentrum ist u. a. das Kind von Taung ausgestellt, das erste in Afrika gefundene Fossil eines Vormenschen.

Südlich der Innenstadt liegt Gold Reef City, ein großer Vergnügungskomplex und Themenpark. Dieser Park entstand rund um den alten Schacht Nr. 14 der Crown Mine. Hier ist es u. a. möglich, sich einen Eindruck vom Leben und Arbeiten der damaligen Minenarbeiter zu verschaffen, da man die Mine in 200 Metern Tiefe besichtigen kann.

Das Carlton Centre ist mit 50 Etagen und ca. 220 m das höchste Haus Afrikas und bietet einen prächtigen Rundumblick auf die Innenstadt von Johannesburg und die Umgebung.

Das ehemalige Marktgebäude in Newtown, westlich der Innenstadt, beheimatet seit 1976 das Market Theatre und das Museum Africa. In diesem Gebäudekomplex gibt es drei Theater, zwei Galerien, Restaurants, Bars, einen Jazzclub, sowie einen Flohmarkt am Sonntagmorgen.

Sport

Im Norden Johannesburgs befindet sich die Rennstrecke Kyalami. Sie wurde unter anderem bekannt durch die mit Unterbrechungen von 1967 bis 1993 im Rahmen der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragenen Rennen um den Großen Preis von Südafrika. Die Strecke wird allerdings derzeit abgerissen und durch eine moderne Strecke weiter außerhalb ersetzt. Südafrika wird im Jahr 2010 als erstes afrikanisches Land in der Geschichte dieses Wettbewerbs Gastgeber der 19. Fußball-Weltmeisterschaft sein.

Aus diesem Grund werden die beiden Johannesburger Stadien Ellis Park mit 60.000 Plätzen und das FNB-Stadion, welches momentan Platz für ca. 80.000 Zuschauer bietet, modernisiert und ausgebaut.

Johannesburg ist ein sehr großes regionales Sportzentrum und die Heimat der folgenden Sportvereine:

Fußball:

Cricket:

Rugby Union:

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Johannesburg ist das wirtschaftliche und finanzielle Zentrum Südafrikas, hier werden 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Gauteng und 16 Prozent des gesamten Landes erwirtschaftet. Der Bergbau war der Ausgangspunkt der Entwicklung am Witwatersrand, aber der Einfluss dieses Zweiges sinkt seit Jahren, so dass bis zum Jahr 2004 nur noch 0,7 % der Beschäftigten unter Tage arbeiteten. Trotz der Tatsache, dass innerhalb der Stadtgrenzen kein Gold mehr abgebaut wird, behielten die Bergbaufirmen ihre Firmensitze in der Stadt.

In der Stadt sind unterschiedliche Industriebranchen ansässig, wie die Stahl- oder Zementindustrie. Außerdem ist sie die Heimat vieler Banken und Handelsunternehmen. Aufgrund des großen wirtschaftlichen Einflusses finden sich in der Stadt mehrere Zweigstellen von Regierungsbüros und Konsulaten, die normalerweise nur in der Hauptstadt eines Landes zu finden sind.

Der gesamte Großraum am Witwatersrand ist der größte Wasserverbraucher im trockenen Landesinneren Südafrikas. Durch das fortwährende Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ist Johannesburg abhängig von Wasserzuleitungen aus den umliegenden Regionen und den Staudämmen im Hochland von Lesotho.

Das Containerterminal im sog. City Deep ist ein sehr großer “Trockenhafen”. Etwa 60 % aller Frachten, die den Hafen von Durban erreichen, werden nach Johannesburg weiter transportiert. Das Gelände von City Deep wurde von der Provinzregierung Gautengs zur Industrie-Entwicklungs-Zone als Teil des Blue IQ Projektes (Bau eines Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzes) erklärt.

Das größte und prächtigste Einkaufszentrum Johannesburgs ist Sandton City. Andere bekannte Zentren sind Eastgate, Westgate, Northgate, Southgate, Melrose Arch, die Rosebank Mall und Cresta. Derzeit gibt es Pläne, ein 250.000 m² Einkaufszentrum in Midrand zu errichten, das den Namen Zonk’Izizwe Shopping Resort (isiZulu: alle Völker) tragen soll.

Medien

Viele südafrikanische Zeitungen und Magazine haben ihren Sitz in Johannesburg.

Wichtige Tageszeitungen:

Wichtige Wochenzeitungen:

Verkehr

Dadurch, dass Johannesburg nicht in der Nähe von Wasser gebaut wurde, war von Beginn der Stadtgeschichte an der Transport von Personen und Gütern in und aus der Stadt heraus besonders wichtig. Allerdings fehlt es in Johannesburg, wie in den meisten afrikanischen Großstädten, bis heute an einem umfangreichen und zuverlässigen öffentlichen Personennahverkehr. Wegen der vergleichsweise hohen Armut der meisten Johannesburger Einwohner sind viele trotzdem auf den öffentlichen Transport angewiesen, der im Stadtgebiet hauptsächlich mit Minibus-Taxis betrieben wird.

Bahn

Die Johannesburger Vorortbahnen verbinden die Innenstadt mit Soweto, Pretoria und den meisten umliegenden Städten und Townships des Witwatersrand. Die Bahnen transportieren jeden Tag eine große Anzahl Pendler. Die Gleisanbindungen wurden jedoch schon in der Gründerzeit der Stadt gebaut und so können nur die älteren Stadtgebiete bedient werden. Da sich die Stadt aber während der vergangenen 50 Jahre stark in die nördliche Richtung ausgedehnt hat, hat keiner der nördlichen Vororte, auch nicht die Geschäftsviertel von Sandton, Midrand, Randburg und Rosebank, einen Gleisanschluss.

Das Blue IQ Project der Provinzregierung von Gauteng plant jedoch, rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 den Bau eines Hochgeschwindigkeits-Nahverkehrszuges – den so genannten Gautrain – fertigzustellen. Dieser soll zwischen Johannesburg und Pretoria als Nord-Süd-Achse entlang der Autobahn N1 und Sandton und dem Flughafen und Ost-West-Richtung verlaufen. Täglich sollen bis zu 160.000 Passagiere befördert werden können.

Flughäfen

Der Flughafen Johannesburg, ca. 35 km östlich der Innenstadt gelegen, ist Start- und Zielort für nationale und internationale Flüge und der größte Flughafen des Kontinents. Andere Flughäfen sind der Rand Airport, der Grand Central Airport und Lanseria. Der Rand Airport in Germiston ist ein kleines Flugfeld, hauptsächlich für private Flüge genutzt, ebenso wie Grand Central in Midrand. Der Flughafen Lanseria wird für Geschäftsflüge nach Kapstadt, Botswana oder Pilanesberg/ Sun City genutzt.

Busse

Johannesburgs Busverkehr wird von Metrobus [2] ausgeführt, einem Unternehmen der Stadt Johannesburg. Die Fahrzeugflotte besteht aus 550 einfachen Bussen und Doppeldecker-Bussen, die auf 84 verschiedenen Routen in der Stadt verkehren. Metrobus transportiert bis zu 20 Millionen Fahrgäste im Jahr.

Taxis

In Johannesburg gibt es zwei Arten von Taxis: die herkömmlichen Taxis und die sogenannten Minibus-Taxis (auch Black Taxis genannt). Im Gegensatz zu anderen Städten dürfen normale Taxis keine Fahrgäste vom Straßenrand mitnehmen, sondern müssen zu einem gewünschten Startort gerufen werden. Die herkömmlichen Taxis sind in Johannesburg im Vergleich zu anderen Großstädten selten.

Minibus-Taxis sind keine wirklichen Taxis. Sie verkehren als fahrplanlose Kleinbusse auf bestimmten Routen, für die die Passagiere einzeln bezahlen müssen. Typischerweise wird der Minibus tageweise an einen Fahrer vermietet. Taxikriege sind an der Tagesordnung und werden von der organisierten Kriminalität angezettelt. Die Minibus-Taxis werden von anderen Verkehrsteilnehmern oft als große Gefahr für den Straßenverkehr angesehen, da viele dieser Fahrzeuge nicht zugelassen, hoffnungslos mit Passagieren überladen oder in extrem schlechtem Zustand sind. Die Fahrer führen ihr Fahrzeug oftmals ohne Führerschein und das Missachten von Verkehrsregeln und -schildern ist die Regel.

In der Regel werden die normalen Taxis eher vom Mittelstand und reichen Bürgern benutzt, während die Minibus-Taxis der De-facto-Standard sind und für die arme Bevölkerungsmehrheit das tägliche Beförderungsmittel.

Autobahnen

Der Johannesburger Autobahnring ist einer der meistbefahrenen Streckenabschnitte in Südafrika. Dieser Ring besteht aus drei Autobahnen, die die Stadt auf 80 km Länge umgeben: Die N3-Ostumfahrung, die Johannesburg mit Durban verbindet, die N1-Westumfahrung, die von Beitbridge an der Grenze zu Simbabwe über Pretoria, Johannesburg und Bloemfontein nach Kapstadt führt und die N12-Südumfahrung, die Johannesburg mit Witbank im Osten und Kimberley im Westen verbindet. Trotz seiner teilweise 12 Fahrstreifen ist die Johannesburger Ringautobahn sehr stark befahren. Vom Autobahnkreuz Gillooly am Schnittpunkt der N3-Ostumfahrung und der R24 zum Flughafen wird behauptet, dass sie die meistbefahrene Straße der Südhalbkugel sei.

Bildung

In Johannesburg finden sich viele der größten und wichtigsten Universitäten des Landes.

University of the Witwatersrand

Die University of the Witwatersrand, kurz Wits genannt, gehört zu den renommiertesten Hochschulen des Landes und brachte bereits mehrere Nobelpreisträger hervor, wie zum Beispiel Aaron Klug mit dem Nobelpreis für Chemie im Jahr 1982, Nelson Mandela mit dem Friedensnobelpreis 1993 oder Sydney Brenner, der 2002 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Die Universität verfügt über fünf Fakultäten.

University of Johannesburg

Die Universität Johannesburg wurde am 1. Januar 2005 durch den Zusammenschluss der ehemals eigenständigen Universitäten Rand Afrikaans University (RAU), Technikon Witwatersrand und Vista University gegründet. Die Zusammenlegung hat zum Ziel, das Ungleichgewicht des Bildungssystems, das während der Apartheid-Zeit etabliert wurde, zu beseitigen. Nicht-weißen Studenten wurde bis zur Aufhebung der Rassentrennung der Zugang zu der qualitativ höherwertigen Bildungsinfrastruktur der weißen Studenten verwehrt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

 Commons: Johannesburg – Bilder, Videos und Audiodateien
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