Heim

Scott Joplin

Scott Joplin (* zwischen Juni 1867 und Januar 1868 in Texarkana, Texas; † 1. April 1917 in New York)[1] war ein US-amerikanischer Komponist und Pianist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Scott Joplin, geboren als Sohn eines ehemaligen Sklaven, war einer der ersten erfolgreichen Rag-Komponisten. Ihm wurde die Anerkennung seiner Zeitgenossen zuteil und er hatte einen sich immerhin teilweise auszahlenden Verkaufserfolg von Notenblättern seiner Stücke. Jedoch wurden nicht unerhebliche Teile seines Schaffens, darunter auch komplexe Werke wie ein Musical, eine Oper und eine Symphonie, nie veröffentlicht und sind bis heute verschollen. Durch einen Unglücksfall (es wurde ihm eine gefüllte Geldkassette gestohlen), brach sein sich entwickelnder Erfolg ab. Er veröffentlichte weiterhin und konnte nach einigen Jahren wieder passabel leben. Scott Joplin war insgesamt dreimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Belle wurde geschieden, seine zweite Frau Freddie verstarb nur 20jährig an den Folgen einer Lungenentzündung, seine dritte Frau war Lottie. Er selbst verstarb 1917 an den Folgen tertiärer Syphilis. Nach dem Tode Joplins verdrängte der Jazz den Ragtime für einige Jahrzehnte aus dem Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit. Knapp 60 Jahre nach seinem Tod genossen Joplin und sein Werk wieder weite Anerkennung.

Insbesondere durch den siebenfach mit dem Oscar ausgezeichneten Spielfilm Der Clou (1973) mit Robert Redford, für dessen Filmmusik aus dem Werk Scott Joplins geschöpft wurde, gewann der Ragtime wieder an Beliebtheit. Während die Interpretation seiner Rags durch John Arpin als besonders authentisch angesehen wird, ermöglichte die Einspielung von 1974 durch den Pianisten Joshua Rifkin einen neuen Blick auf diese Musik.

Von Joplins zahlreichen Rags sind der Maple Leaf Rag und The Entertainer die bekanntesten. Von seinen Bühnenwerke ist nur die Oper Treemonisha (1911; neu instrumentiert durch Gunther Schuller) erhalten. Das zu Ehren Theodore Roosevelts komponierte A Guest of Honor ist verloren.

Gemeinsam mit James Scott und Joseph Lamb gehört Joplin zu den „Big Three“ des klassischen auskomponierten Ragtime. Seine Kompositionen sind durchgehend pianistisch anspruchsvoll, daher gibt es zahlreiche vereinfachte Ausgaben. Joplin bestand stets darauf, dass seine Stücke „nicht schnell“ zu spielen seien; häufig wird „Slow March Time“ gefordert: „It's never right to play Ragtime fast“. Damit widersprach er der rasanten Spielpraxis einiger seiner Zeitgenossen, die anhand von einfacher strukturierten Rags eher Schnelligkeit als Musikalität zur Geltung brachten.

Es existiert eine von Joplin selbst eingespielte Aufnahme von Plesant Moments für die Metro-Art-Serie der Aeolian Company auf Klavierrolle[2] [3]. Sie vermittelt einen Eindruck der Spielgewohnheiten seiner Zeit. Die weiteren Klavierrollen sind von Editoren gezeichnete Rollen, häufig mit einer nicht von Hand spielbaren Anzahl von Anschlägen pro Takt.

Siehe auch

Werke

Ragtime Betty
Violinist: João Pedro Cunha
Speichern | Informationen

Fußnoten

  1. Biografie: The Scott Joplin International Ragtime Foundation
  2. Pianola Institute: History of the Pianola
  3. Worn Axles: Pleasant Moments
  4. Biography & History of Scott Joplin
PND: Datensatz zu Scott Joplin bei der DNB
Keine Treffer im DNB-OPAC, 22. Oktober 2007
Personendaten
Joplin, Scott
US-amerikanischer Komponist und Pianist
24. November 1868
Texarkana, Texas
1. April 1917
New York, New York