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RECCO

RECCO ist der Markenname des von der Firma RECCO AB (Schweden) vertriebenen Lawinenverschütteten-Suchsystems. Das RECCO-System arbeitet mit passiven Reflektoren und aktiven Suchgeräten nach dem Harmonischen-Radar-Prinzip. Die Reflektoren benötigen keine eigene Energieversorgung und können daher kostengünstig in Wintersportbekleidung und -ausrüstung eingebaut werden. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Frequenzverdopplung durch eine Halbleiterdiode.

Inhaltsverzeichnis

Die Bergrettungsdienste müssen mit einem aktiven Suchgerät ausgestattet sein. Von diesem Handgerät werden Funksignale ausgesendet, welche von den Reflektoren (in der Kleidung oder auf der Ausrüstung angebracht) zurückgeworfen werden.

Nach der Vorstellung des Systems Anfang der 1990er Jahre hatte RECCO Schwierigkeiten, sich am Markt zu etablieren. Die Firma Swatch musste ihr Pop-Swatch-Modell mit integriertem RECCO-Reflektor wieder vom Markt nehmen. Mittlerweile ist jedoch vor allem Ski-Oberbekleidung jeder Preisklasse mit RECCO-Reflektoren ausgerüstet. Die meisten Lawinenrettungsdienste in größeren Skigebieten sind mit RECCO-Suchgeräten ausgerüstet. Außerhalb der Alpen (z.B. in Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald) sind meist keine RECCO-Suchgeräte für den Einsatz vorhanden.

Kritik

Ein wesentlicher Nachteil des RECCO-Systems besteht darin, dass das Suchgerät nur Rettungsdiensten zur Verfügung steht.

Die durch das RECCO-System suggerierte zusätzliche Sicherheit ist dementsprechend kritisch zu bewerten, denn die Überlebenswahrscheinlichkeit in einer Lawine hängt direkt von der Dauer der Verschüttung ab[1].

Alternativen

Mit Hilfe von LVS-Geräten können die nicht verschütteten Mitglieder einer Skitouren-Gruppe sofort mit der Suche beginnen und so die Überlebenschancen des Verschütteten deutlich erhöhen.

Einzelnachweise

  1. 90 Prozent aller Verschütteten überleben, wenn die Helfer sie in den ersten 15 Minuten bergen können, Welt der Wunder, 06.02.2005