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Boeing

Dieser Artikel behandelt das Flugzeugbauunternehmen, den gleichnamigen Gründer des Unternehmens findet man unter William Edward Boeing.
The Boeing Company
Unternehmensform Corporation
Gründung 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company
Unternehmenssitz Chicago, Illinois, USA
Unternehmensleitung

James McNerney, CEO

Mitarbeiter 153.000 (2007)
Umsatz 66,4 Mrd. USD (2007)
Branche Flugzeugbau
Website www.boeing.com

Das US-amerikanische Unternehmen Boeing (The Boeing Company) ist der weltweit größte Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen und Hubschraubern sowie von Militär- und Weltraumtechnik.

Mit Airbus bildet Boeing das Duopol für Großraumflugzeuge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gedenktafel für Wilhelm Böing in Hagen-Hohenlimburg

Bereits 1915 begann der Ingenieur William Edward Boeing, Sohn des deutschen Auswanderers Wilhelm Böing, in Seattle (US-Bundesstaat Washington) die Arbeit an einer ersten „B&W“, zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt. Als dieser die Mitarbeit an dem Projekt aufgab, stellte Boeing die ersten beiden B&Ws ohne seine Hilfe fertig. Die Firmengründung fand am 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company statt. Bereits 1917 wurde das Unternehmen in Boeing Aeroplane Company umbenannt. William Boeing hatte an der Universität Yale studiert und anschließend zunächst in der Holzverarbeitungsindustrie gearbeitet, wo er Kenntnisse über Holzstrukturen erwarb, die ihm für seine spätere Tätigkeit im Flugzeugbau nützlich sein würden. 1934 war sein Unternehmen bereits sehr groß geworden. Infolge der Gesetzgebung nach der Depression, derzufolge die großen Firmen sich in kleinere Einheiten aufteilen mussten, schied William Boeing aus seiner Firma ganz aus.

In den beiden Weltkriegen entwickelte sich der Flugzeugbauer bald zu einem der größten Hersteller von Bombern. Mit dem Beginn des Kalten Krieges konnte Boeing seine führende Position im Bomberbau mit der Boeing B-47 und Boeing B-52 festigen. Weil die Reichweite dieser Bomber für einen Angriff auf die Sowjetunion nicht ausreichte, entwickelte Boeing für die USAF auch ein jetgetriebenes Tankflugzeug, das von Boeing zur 707 weiterentwickelt wurde und so Boeings Aufstieg zum größten Produzenten von Zivilflugzeugen einleitete. Während Boeing mit Zivilflugzeugen immer erfolgreicher wurde, ging der Erfolg bei der Ausschreibung neuer Bomberprojekte zurück. Boeing konnte jedoch auch in der Raumfahrt erfolgreich Fuß fassen und produzierte unter anderem die erste Stufe der Mondrakete Saturn V. 1997 übernahm Boeing den in der zivilen Luftfahrt zur Nummer Drei (hinter Airbus) abgesunkenen Flugzeugbauer McDonnell Douglas und die Aerospace Units von Rockwell International (Boeing North American).

Im März 2001 gab Boeing bekannt, seinen Firmensitz in Seattle aufzugeben und an einen anderen Standort zu wechseln. Im Gespräch waren unter anderem Chicago, Denver oder Dallas, wobei man sich letztlich für Chicago entschied. Die Produktion von Flugzeugen blieb davon unangetastet.

Rechtsstreit mit CIA und FBI

Zusammen mit American Airlines, United Airlines, US Airways, Delta Air Lines und Continental Airlines hat Boeing eine Klageschrift gegen FBI und CIA aufgrund der Anschläge vom 11. September 2001 eingereicht. Ziel ist die Klärung der Frage, ob die Airline-Branche eine Mitschuld an den Terroranschlägen von 9/11 trägt und/oder ob ihre Reaktionen richtig und angemessen waren.[1]

Finanzierung/Staatliche Subventionen

Boeings Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird seit vielen Jahren in hohem Maße von der US-Regierung über die NASA, das Verteidigungsministerium (Department of Defense), das Department of Commerce und andere Regierungsstellen subventioniert. Seit 1990 erhielt Boeing ca. 23,7 Milliarden US-Dollar an Regierungssubventionen.[2] Zusätzlich erhält Boeing ca. 200 Millionen US-Dollar an Exportsubventionen nach dem Extraterritorial Income Exclusion Act (obwohl diese von der WTO als illegal erklärt wurden).

Die massiven Verstöße Boeing's gegen Festlegungen im Agreement on Subsidies and Countervailing Measures der WTO sowie gegen das 1992 geschlossene US-EU Agreement on Trade in Large Civil Aircraft[3] führten zu zahlreichen Beschwerden der EU bei der WTO, und im Gegenzug zu Beschwerden der USA bezüglich illegaler Subventionierung von Boeings Hauptkonkurrenten Airbus.[4][5][6] Ein Nachweis für unerlaubte Subventionierung ist aber auch sehr schwierig, da sowohl Boeing als auch EADS (Airbus) ihren Umsatz zu über der Hälfte mit Rüstungsaufträgen ihrer eigenen Regierungen machen. Es müsste also nachgewiesen werden, dass die Regierungen bei den Rüstungsgütern überhöhte Preise akzeptieren.

Flugzeugbestellungen und -auslieferungen

Flugzeugbestellungen

2007

Boeing hat im Jahr 2007 bisher 1413 Bestellungen von 70 Kunden erhalten.[7]

2006

Im Jahr 2006 hat Boeing insgesamt 1044 Flugzeugbestellungen von 62 Fluggesellschaften erhalten. Diese Zahl übertrifft den bisherigen Rekord von 2005 mit 1022 Aufträgen. Erstmals seit sechs Jahren überflügelt Boeing mit dieser Anzahl von bestellten Flugzeugen außerdem den Konkurrenten Airbus. Sie verteilen sich folgendermaßen[7]:

Weiteres

Flugzeugauslieferungen

Auslieferungen 2007

(Stand: Dezember 2007)

Boeing hat bis Dezember 2007 insgesamt 441 Passagierflugzeuge ausgeliefert.

Größte Kunden

(Stand: Dezember 2006)

  1. ILFC mit 28 Flugzeugen
  2. Southwest Airlines mit 20 Flugzeugen
  3. GE Capital Corporation mit 19 Flugzeugen
  4. Ryanair mit 17 Flugzeugen
Auslieferungen 2006

(Stand: Dezember 2006) Boeing hat 2006 insgesamt 398 Passagierflugzeuge ausgeliefert:

Größte Kunden

(Stand Dezember 2006)

  1. ILFC mit 35 Flugzeugen.(24/737 und 11/777)
  2. Southwest Airlines und GE Capital Corporation mit je 34 Flugzeugen (34/737) an Southwest und (30/737, 4/777) an GE Capital Corporation.
  3. Ryanair mit 23 Flugzeugen. (26/737)
Weiteres

Flugzeugpreise

Die Preise für die Flugzeuge variieren je nach Konfiguration. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Preisspannen für das Jahr 2007 (Angaben in Millionen US-Dollar)[8]:

Boeing-737-Familie
737-600 50.0 -- 57.0 $ 737-800 70.5 -- 79.0 $
737-700 57.0 -- 67.5 $ 737-900 ER 74.0 -- 85.0 $
Boeing-747-Familie
747-400/-ER 228.0 -- 260. $ 747-8 I 285.5 -- 300.0 $
747-400F/-ERF 228. -- 260.0 $ 747-8 F 294.0 -- 297.0 $
Boeing-767-Familie
767-200 ER 124.5 -- 135.5 $ 767-300 F 151.0 -- 162.0 $
767-300 ER 141.0 -- 157.5 $ 767-400 ER 154.0 -- 169.0 $
Boeing-777-Familie
777-200 ??? -- ??? 777-300 ??? -- ???
777-200 ER 200.0 -- 225.0 $ 777-300 ER 250.0 -- 279.0 $
777-200 LR 231.0 -- 256.5 $ 777-200 F 246.0 -- 254.0 $
Boeing-787-Familie
787-3 146.0 -- 151.5 $ 787-9 189.0 -- 200.0 $
787-8 157.0 -- 167.0 $ 787-10 k/A

Krise

In den letzten Jahren musste der Konzern einige Rückschläge hinnehmen. Durch die Krise im Luftverkehr und die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA war keine Fluggesellschaft bereit, den zwar schnellen, aber relativ unwirtschaftlichen Sonic Cruiser zu bestellen. Der Konkurrent Airbus gewann darüber hinaus immer mehr Marktanteile. Dazu kam, dass der Konzern einen großen Auftrag an Lockheed Martin verlor. Das von Boeing entwickelte Militärflugzeug X-32 wurde von der US Air Force abgelehnt. Außerdem warf die NASA der Boeing Nachlässigkeiten wegen des Columbia-Unglücks vor.

Boeing verbuchte im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 54,069 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 0,492 Milliarden Dollar. 2002 produzierte Boeing 381 Flugzeuge, liegt aber nicht mehr vor Airbus. Weltweit beschäftigt Boeing mehr als 150.000 Mitarbeiter in 70 Ländern.[9]

2003 gab das Unternehmen bekannt, die 757-Produktion Ende 2004 einzustellen - seit den Terroranschlägen 2001 wurden nur neun Flugzeuge dieser Art bestellt. Auch der 767, im transatlantischen Luftverkehr in den letzten 20 Jahren dominierend gewesen, droht wegen mangelnder Nachfrage das Aus, zumal ein Nachfolgemodell, die 787 bereits angeboten wird.

Anzahl der bestellten
Flugzeuge pro Jahr[7]
Jahr Flugzeuge
2003 239
2004 272
2005 1002
2006 1044
2007 1423

Mit der 787, dem so genannten Dreamliner, versucht Boeing, auf dem 250-Sitzer-Markt wieder Fuß zu fassen. Das Modell soll damit die 757 und 767 ersetzen.

2005 gab das Unternehmen bekannt, auch die 717-Produktion Ende 2006 einzustellen, als Grund wird ebenfalls mangelnde Nachfrage angegeben.

Boeing erklärte den Point-to-Point-Verkehr, im Gegensatz zum Hubkonzept, als das Luftverkehrsmodell der Zukunft. Daher würden zukünftig kleinere Flugzeuge mit großer Reichweite erforderlich.[10]

Seit dem Jahr 2005 ist die Anzahl der bestellten Flugzeuge wieder deutlich angestiegen[7]. Auch die Umsätze und Gewinne im Vergleich zu den Jahren davor sind wieder gestiegen[11], so dass die Krise mit dem Jahr 2005 beendet wurde.

Flugzeugmodelle

Zivilflugzeuge

Gegenwärtige Flugzeuge

Die genaue Bezeichnung eines Flugzeugs variiert in den letzten zwei Stellen, so bedeutet bspw. 737-86N(WL), dass es sich um eine 737-800 mit Winglets handelt, die nach dem Boeing Customer Code[12] der Leasing-Firma GECAS gehört. Speziell bei Leasingfirmen bedeutet dies jedoch nicht, dass das Flugzeug unter dem Eigentümernamen oder dessen Länderkennung fliegt.

Geplante Flugzeuge

Ausgelaufene Flugzeuge

Zeitleiste

Zeitleiste ziviler Verkehrsflugzeuge von Boeing (inkl. McDonnell Douglas)
Boeing
McDonnell Douglas Douglas McDonnell Douglas Boeing
Typ 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
Strecke Rumpf Antrieb 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
kurz/mittel Standard zweistrahlig DC-9 MD-80 / MD-90 717 (MD-95)
kurz/mittel Standard zweistrahlig 757
mittel Standard zweistrahlig 737 (736, 73G, 738, 739)
kurz/mittel Standard dreistrahlig 727
mittel/lang Standard vierstrahlig DC-8
mittel/lang Standard vierstrahlig 707 (707, 720)
lang Großraum zweistrahlig 767 (762, 763, 764)
lang Großraum zweistrahlig 787 („Dreamliner“)
lang Großraum zweistrahlig 777 (772, 773)
lang Großraum dreistrahlig DC-10 MD-11
lang Großraum vierstrahlig 747 („Jumbo Jet“)


Militärische Flugzeuge

Neben Waffensystemen, Raketen, Lenkflugkörpern (z.B. Peacekeeper), Hubschraubern (u. a. AH-64 Apache, RAH-66 Comanche) sowie Überwachungs- und Schulungsflugzeugen produziert Boeing Kampfflugzeuge, Jagdflugzeuge und Bomber sowie Tank- und Transportflugzeuge.

Siehe auch

Connexion by Boeing

 Commons: Boeing – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Boeing – Nachrichten

Quellenangaben

  1. aerosecure.de: Airlines verklagen FBI und CIA, 9. August 2007
  2. Wirtschaftswoche: EU wirft USA Subventionierung von Boeing vor, 22. März 2007
  3. europa.eu: Agreement ... concerning the application of the GATT Agreement on Trade in Civil Aircraft on trade in large civil aircraft, 17. Oktober 1992
  4. European Commission: Civil aircraft sector, Abruf am 5. März 2008
  5. eurunion.org: EU RESUMES WTO CASE AGAINST BOEING News Release No. 56/05, 31. Mai 2005
  6. eurunion.org: US-BOEING: EU takes US to the WTO over subsidies granted to Boeing, News Release No. 137/04, 6. Oktober 2004
  7. a b c d Boeing: Orders and Delivers - Recent Annual Orders, Abruf am 5. März 2008
  8. Boeing: Commercial Airplanes - Jet Prices, Abruf am 5. März 2008
  9. Boeing: About Us, Abruf am 5. März 2008
  10. Boeingblogs Randy's Journal: What's the point of P2P?, 10. Mai 2005
  11. Boeing.com: Archived Quarterly Earnings Releases and Financial Reports, Abruf am 27. März 2008
  12. aerospaceweb.org: Boeing Numbering System