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Oman

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سلطنة عمان

Saltanat Uman
Sultanat Oman

Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Maskat
Staatsform absolute Monarchie (Sultanat)
Staatsoberhaupt und Regierungschef Sultan Qabus Bin Said
Fläche 309.500 km²
Einwohnerzahl 2.534.000 (2004)
Bevölkerungsdichte 8,2 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 9.070 US-$ ((2004))
Währung 1 Rial Omani (R. O.) = 1.000 Baizas
Unabhängigkeit 1971
Nationalhymne Ya Rabbana Ehfid Lana Jalalat Al Sultan
Zeitzone UTC+4
Kfz-Kennzeichen OM
Internet-TLD .om
Telefonvorwahl +968

Das Sultanat Oman, arabisch سلطنة عمان‎, DMG salṭanat ʿumān liegt an der Südostecke der Arabischen Halbinsel. Es grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im Südwesten an Jemen. Zum Staatsgebiet gehört auch die nördlich des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate an der Straße von Hormuz gelegene Halbinsel Ruus al-Jibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha sowie die Gruppe der Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masirah vor der Ostküste des Landes. Die Küste wird begrenzt durch das Arabische Meer im Süden und Osten und durch den Golf von Oman im Nordosten. Die Staatsgrenzen im Landesinneren sind nicht exakt festgelegt. Das Land ist etwas kleiner als Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Musandam

Naturraum

Al-Batinah („niederes Land“), der 250 km lange schmale Küstenstreifen am Golf von Oman zwischen Maskat und Sohar ist eine fruchtbare, vielfach bewässerte Aufschüttungsebene, deren Grundwasser von den nur zeitweise wasserführenden, schluchtartigen Wadis aus dem Omangebirge gespeist wird. Nach der anderen Seite des 600 km langen, parallel zum Golf verlaufenden Hadschar-Gebirges enden die Wadis in der abflusslosen Salzpfanne Umm as-Samim. In diesem Teil des Omangebirges wird im Jabal al-Kaur (3.017 m) die höchste Erhebung des Landes erreicht. Es grenzt die Küstenebene von der Wüste ab. Der zentrale, größte Teil Omans wird von der Inneren Wüste (Jiddat al Harasis) eingenommen. Von der Hochebene Az Zahirah (500 m ü. M.) fällt das Land nach Südwesten zum Rand der Wüste Rub al-Khali ab, die Oman mit Saudi-Arabien und dem Jemen teilt. Sie reicht bis zur ebenen Küste am Arabischen Meer und trennt die südliche Provinz Dhofar vom Norden des Landes. In Dhofar erhebt sich entlang der Küste der Gebirgszug der Karaberge.

Siehe auch: Städte und Landschaften im Oman

Klima

Allgemeines Klima

Passatwinde und Ausläufer des indischen Monsuns sind für das randtropische Klima Omans bestimmend. Im Binnenland ist es sehr heiß und trocken, in den Küstenebenen im Norden und in Dhofar feuchtheiß. Maskat hat im Januar Durchschnittstemperaturen von 22 °C, im Juni um 34,5 °C. Der Gharbi, ein heißer Fallwind aus dem Omangebirge, lässt während der Sommermonate die Temperaturen zeitweise unerträglich werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit (vor allem im Sommer) führt zu Nebelbildung und gelegentlich zu Sprühregen. Die jährlichen Niederschlagsmengen betragen in den Küstenregionen um 100 mm, im Omangebirge um 500 mm.

Detailliertes Klima

In der Küstenregion (Batinah-Ebene, Khasab, Maskat, Sohar, Sur) herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei etwa 22–25 °C und steigen bis zum Sommer hin auf durchschnittliche Tageswerte von 36–39 °C. Man muss allerdings mit heißeren Perioden rechnen, in denen das Quecksilber auf Spitzenwerte von beinahe 47 °C klettert. Ein Phänomen der Küstenebenen ist, dass keine allzu großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht vorkommen, was bedeutet, dass im Sommer in der Nacht oft nicht unter 30 °C zu erwarten sind. Ein weiteres Charakteristikum, vor allem der Region Maskat, ist die für Europäer ungewöhnliche Temperaturverteilung am Tag: oft sind die Vormittagsstunden die heißesten des Tages. Es kann gut vorkommen, dass bereits um 8 Uhr morgens 42 °C gemessen werden, ab Mittag das Thermometer aber bei 38 °C hält. Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Luftfeuchtigkeit an den Küsten ist das ganze Jahr über mit 60–80 % hoch, was die Hitze oft unerträglich macht. Der Niederschlag ist mit rund 100 mm im Jahr sehr gering (etwa 10–20 Niederschlagstage); Regen fällt meist wolkenbruchartig zwischen Dezember und März und kann zu Überflutungen führen, da der trockene, staubig-steinige Boden das Wasser nur schlecht und langsam aufnimmt. Im Sommer gibt es hier keinen Niederschlag. Das Meer lädt temperaturmäßig immer zum Baden ein: im Winter hat es rund 24 °C, im Sommer bis zu 31 °C.

Das Hajjar-Gebirge ist die einzige nennenswerte Gebirgszone des Oman und liegt im Nordosten des Landes. Die höchsten Erhebungen erreichen knapp über 3.000 m. Diese Gegend ist von kühlen Wintern und warmen Sommern geprägt. In den kältesten Monaten Januar und Februar fallen die Temperaturen im Hochgebirge, vor allem in den Nächten, häufig unter den Gefrierpunkt, gelegentlich gibt es auch Schnee. Der Niederschlag (Herbst und Winter) kann hier sogar mehrere Hundert Millimeter erreichen. Im Sommer steigen die Temperaturen auch in der Höhe an, es fällt so gut wie kein Niederschlag mehr, Tageswerte von über 30 °C sind auch in höheren Lagen möglich. In der Nacht fällt die Quecksilbersäule im Thermometer aber rapide, und es kann sehr kühl werden.

Das Landesinnere erstreckt sich südlich und westlich des Hajjar-Gebirges (Adam, Al-Ghubar, Bahla, Hayma, Ibra, Nizwa) bis hin zu den Grenzen zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hier liegen die beiden Wüsten des Oman: die Rub al-Khali (wörtlich „leeres Viertel“) und die Wahiba Sands. Das Klima ist heißes und trockenes Wüstenklima mit kühlen bis warmen Wintern und extrem heißen Sommern. Im Januar bewegen sich die Tagestemperaturen bei bis zu 25 °C, in der Nacht fallen die Werte aber auf 10–12 °C ab. Der seltene Regen fällt ebenso in dieser Zeit; meist sind es kurze und heftige, aber langfristig gesehen unergiebige Schauer. Im Sommer geht es tagsüber heiß her, mit Spitzenwerten von bis zu 52 °C (Tagesmittel 41–44 °C) und dann fallen die Werte in der Nacht auch nicht mehr unter 25 °C (obwohl dennoch eine beträchtliche Tag-Nacht-Schwankung zustande kommt). Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig gering und beträgt im Sommer oft nur 20 %.

Der Süden Omans (die Region Dhofar mit Salalah, Mirbat und Taqah) weist ein gänzlich anderes Klima auf: Es ist ganzjährig warm und feucht, beinahe tropisch. Die Wintertemperaturen bewegen sich zwischen 20–22 °C in den Nächten und 27–28 °C tagsüber. Zu dieser Zeit regnet es selten, die Luftfeuchtigkeit ist mittel (50–60%) und das Meer angenehm warm (24–25 °C). Der Frühsommer ist die eigentlich heiße Periode mit Tageswerten von 31–33 °C. In der Nacht bleibt es sehr warm mit knapp 27 °C. Selten bringen Winde aus den zentralen Landesteilen Hitzewellen mit sich; die höchste in Salalah gemessene Temperatur beträgt 47,2 °C. Das Meer erwärmt sich auf bis zu 29 °C. Die Luftfeuchtigkeit steigt als Vorbote des Sommers, der durch den südostasiatischen Monsun beeinflusst ist. Dessen Ausläufer stauen sich an den Küstenerhebungen des Dhofar und sorgen für reichlich Regen. Im Juli, August und September regnet es an bis zu 22 Tagen des Monats; es ist meist feiner Sprühregen, begleitet von Nebelschwaden und tief hängenden Wolken. Die ganze Landschaft ergrünt, und viele Omanis, aber auch Touristen aus den benachbarten Golfstaaten, besuchen die Region, um den für sie unbekannten Regenreichtum und das üppige Grün zu bestaunen. Die Temperaturen gehen im Sommer auf angenehme Werte zurück, Schwankungen zwischen Tag und Nacht gibt es fast nicht mehr, das Thermometer pendelt sich bei durchschnittlich 25 °C ein. Die Meerestemperatur ist in etwa gleich hoch, die Luftfeuchte steigt auf 80–90%.

Flora und Fauna

In der Inneren Wüste wechseln sich Halbwüsten mit Trockengräsern, Dattelpalmen und Dornsträuchern und vegetationslose Vollwüsten ab. Die feuchten Gebirgshänge werden von Wäldern und Gesträuch mit Akazien, Maulbeerfeigen und Jasmin bedeckt. In den Karabergen überwiegen Trockensträucher, darunter der Weihrauchbaum. In Höhen über 1.000 m finden sich Wacholder, Ölbäume, Zedern und Euphorbien, an letzterer findet sich gelegentlich als Besonderheit der Parasit Hydnora johannis.

Unter den wildlebenden Tieren kommt noch das seltene Schwarze Stachelschwein vor; als Haustiere genießen Omans Dromedare einen besonderen Ruf. Es gibt etwa 85 Arten von einheimischen Vögeln, hinzu kommen Zugvögel, die man im Oman beobachten kann. Insgesamt wurden schon über 450 verschiedene Vogelarten gesichtet. Es gibt im Land Schutzgebiete für die an den Stränden Omans eierlegenden Meeresschildkröten. Die ursprünglich in freier Natur schon ausgestorbene Arabische Oryx wurde in den 1980ern wieder in einem Schutzgebiet angesiedelt, das Arabian Oryx Sanctuary wurde von der UNESCO 1994 als Weltnaturerbe anerkannt. Im Jahre 2007 wurde dem Gebiet als erstem weltweit das UNESCO-Patent wieder aberkannt, da es von der Regierung auf ein Zehntel verkleinert worden war und es damit die Voraussetzungen nicht mehr erfüllte.[1]

Vor den Küsten liegen reiche Fischgründe mit Makrelen, Thunfischen, Sardinen und Haien, Walen und Delphinen.

Bevölkerung

Oman ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Etwa 5% der Bevölkerung leben noch als Nomaden. Zwischen 1994 und 2004 wuchs die Bevölkerung um 1,8%. Zu dem steigenden Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren trug vor allem der Zuzug ausländischer Arbeitnehmer bei:

34,9% der Omaner waren 2004 jünger als 15 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung lag im gleichen Jahr bei 75 Jahren. Der Anteil der städtischen Bevölkerung war 2004 auf 78% angewachsen. 2003 lebten 1.781.558 Omaner und 559.257 Ausländer im Land. In den Hafenstädten leben zahlreiche Inder, Pakistaner, Bangladeschi und Filipinos; im Nordosten stammen viele auch aus Ostafrika.

Soziale Lage

Etwa 1970 begann Oman mit dem Aufbau sozialer Einrichtungen, heute gibt es Alters- und Invaliditätsrenten, Witwen- und Waisenunterstützungen. Nennenswerte Arbeitslosigkeit kennt das Land nicht. Das Gesundheitswesen wurde stark ausgebaut, die medizinische Behandlung ist kostenlos.

Sprachen

Die Amtssprache ist Arabisch, daneben werden auch iranische (Balutschi, Persisch) und indoarische (Urdu) Sprachen gesprochen. Handelssprache ist Englisch. Ein Teil der Bevölkerung spricht einen Suaheli-Dialekt, wie er in Ostafrika und auf Sansibar gesprochen wird. Indische Sprachen werden immer verbreiteter.

Religion

Staatsreligion ist der Islam. Etwa 75 % der Bevölkerung sind islamische Ibaditen. Die verbleibenden 25 % der Bevölkerung sind im wesentlichen Sunniten, Schiiten und Hindus.[2] Die Christen in Oman, die 2,5 % der Bevölkerung ausmachen, sind größtenteils Immigranten aus Ost- und Mittelasien.

Bildung

Die Alphabetisierung Omans betrug 2004 87% der männlichen und 74% der weiblichen Bevölkerung. Obwohl keine allgemeine Schulpflicht besteht, werden über 90% der Kinder eingeschult, der Schulbesuch ist kostenlos (Stand: 2004). Die einzige staatliche Hochschule des Landes, die Sultan-Qabus-Universität, wurde 1986 in Maskat gegründet. Daneben existieren vier private Universitäten. Außerdem gibt es noch sechs staatliche und zwölf private Colleges, die in etwa den deutschen Fachhochschulen beziehungsweise Berufsakademien vergleichbar sind.

Städte

Die Hauptstadt Maskat ist räumlich begrenzt und hat nur 25.000 Einwohner, der engere Hauptstadtbereich hat 370.000, die gesamte Capital Area 632.000.

Siehe: Liste der Städte in Oman

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Oman

Das heutige Oman war bereits in der Steinzeit besiedelt. In vorislamischer Zeit gehörte die Provinz Dhofar zum Reich der Sabäer, das durch die Legende vom Besuch der Königin von Saba bei König Salomo bekannt geworden ist. Oman war schon um 3.000 v. Chr. den Sumerern in Mesopotamien bekannt (siehe: Magan).

Nach der Übernahme des Islams um 630 n. Chr. wurde Oman Teil des Kalifats der Umayyaden und Abbasiden. Vor allem im Hinterland breitete sich um 700 die Sekte der Ibaditen aus, die im 9. Jh. im Innern des Landes ein unabhängiges Imamat gründeten. Teile der omanischen Bevölkerung wichen nach Ostafrika aus, wo sie die Vorherrschaft der Araber im westlichen Indischen Ozean begründeten. Die Hafenstadt Sohar stieg währenddessen zum bedeutendsten Handelszentrum der islamischen Welt auf und pflegte Kontakte bis in das Kaiserreich China und nach Ostafrika. Nach der Zerstörung Sohars durch die Buyiden (965) wurde das Land mehrmals von persischen Eroberern besetzt, bevor im Ende des 15. Jh./Anfang des 16. Jh. die Portugiesen die Kontrolle über Hormuz erlangten.

Im Kampf gegen die Eindringlinge wurde Oman unter der Yaruba-Dynastie seit dem 17. Jahrhundert vereinigt. Nach der Vertreibung der Portugiesen Mitte des 17. Jh. stieg Oman zur Seemacht im Indischen Ozean auf und Maskat wurde ein bedeutender Handelsplatz zwischen Arabien und Indien. Um 1730 eroberte Saif ibn Sultan Sansibar und weite Gebiete der ostafrikanischen Küste. Die Insel wurde 1840 durch Said ibn Sultan, auch bekannt als Sayyid Said (1806-1856), sogar zur Residenz erklärt. Um 1750 wurde die Said-Dynastie gegründet, die Oman bis heute beherrscht.

Von 1798 an erlangte Großbritannien im Oman Einfluss: Ein zwischen dem Sultan von Maskat und der britischen Ostinidenkompanie geschlossener Vertrag stärkte die Vorherrschaft der Briten in der Golfregion. Dennoch erlebte der Oman in der ersten Hälfte des 19. Jh. den Höhepunkt seiner Macht. Nach dem Verlust Sansibars (1856) begann der wirtschaftliche Niedergang des Landes, der durch die konservative Politik der Sultane noch verschärft wurde. 1891 wurde das Sultanat britisches Protektorat. Erst ein Freundschafts- und Handelsvertrag mit Großbritannien 1939 leitete zu einer mehr indirekt ausgeübten Schutzherrschaft über, die 1971 mit dem Abzug der britischen Truppen „östlich von Sues“ beendet wurde.

Das 1913 von Bergstämmen im Landesinnern ausgerufene Ibaditen-Imamat wurde 1959 von den Truppen des Sultans besetzt und der Imam vertrieben. Sultan Said ibn Taimur, der von 1932 bis 1970 herrschte, beließ das Land in seiner Rückständigkeit und außenpolitischen Isolierung: Die Sklaverei wurde aufrechterhalten, hohe Binnenzölle erhoben, das Schulsystem auf Koranschulen beschränkt. Erst mit Beginn der Erdölförderung und dem Regierungsantritt von Qabus ibn Said, der 1970 seinen Vater abgesetzt hatte, kam es zu ersten Reformen: Abschaffung der Sklaverei sowie der Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Verwendung von Teilen der Erdöleinnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur.

In den 1960er Jahren erhoben sich in der Provinz Dhofar Rebellen, die zum Teil vom Südjemen unterstützt wurden, gegen die Regierung. Beigelegt wurden diese immer wieder aufflackernden Auseinandersetzungen erst 1982. Im Zuge der irakischen Besetzung Kuwaits 1990 verstärkten die USA ihre militärische Präsenz in diesem Teil der Golfregion.

Militär

Hauptartikel: Omanische Streitkräfte

Politisches System

Gemäß der Verfassung von 1996 („Basic Law of the State“) ist Oman eine absolute Monarchie (Sultanat). Oberster Herrscher des Landes ist der Sultan, der das Amt des Staatsoberhaupts und Regierungschefs in sich vereint. Die von ihm ernannten Minister haben nur beratende oder administrative Funktion. Die Rechtsprechung erfolgt nach islamischem Recht. Oman ist Mitglied der Vereinten Nationen (VN) und der Arabischen Liga.

Der Nationale Konsultativrat (Majlis Oman) ist eine nach Zweikammersystem aufgebaute Versammlung mit lediglich beratender Funktion. Das Oberhaus (Majlis ad-Dawla) setzt sich aus 41 vom Sultan ernannten Mitgliedern zusammen. Das Unterhaus (Majlis ash-Shura) wird von Omanern im Alter ab 21 Jahre auf drei Jahre gewählt, wobei der Sultan aus 164 gewählten Kandidaten schließlich 82 zu Mitgliedern der Versammlung ernennt. Außerdem hat der Sultan das Recht, die Wahl für ungültig zu erklären. Die Gesetzgebung erfolgt durch Dekrete; politische Parteien sind verboten.

Oman ist in acht Governorate (mintaqah) gegliedert, die sich wiederum in Distrikte (wilayat, Sg. wilaya) unterteilen.

Siehe: Liste der Regionen und Distrikte im Oman

Wirtschaft

Allgemeines

Oman hat durch die Ende der 1960er Jahre einsetzende Förderung von Erdöl eine weitgehende Umstrukturierung von einer agrarisch ausgerichteten Wirtschaft zur exportorientierten Erdölwirtschaft erfahren. 2004 hatte die Landwirtschaft nur noch einen Anteil von 2% am BIP, während die Industrie 56% und der Dienstleistungssektor 42% ausmachte. Im gleichen Jahr war das BIP um 3,1% gewachsen. Die Arbeitslosigkeit unter den omanischen Staatsangehörigen lag 2005 im Durchschnitt bei 13,5%. Erwerbstätig waren im Jahr 2000 6% der Bevölkerung in der Landwirtschaft, 11% in der Industrie und 82% im Dienstleistungssektor. 2003 betrug der Anteil der Militärausgaben am BIP 12,2%, derjenige für Bildung 4,6% und derjenige für Gesundheit 3,2%.

Währung

Die Währungseinheit in Oman ist der Rial Omani beziehungsweise Omani Rial (üblicherweise abgekürzt mit R. O.) zu 1.000 Baizas. Er ist fest an den US-Dollar gebunden. 1 R. O. macht 1,865 Euro aus beziehungsweise 1 Euro 0,53 OMR (14. September 2007). Inflation existiert so gut wie nicht und im Zehnjahresschnitt von 1985–1995 gab es sogar eine Deflation von 0,2% (entspricht -0,2% Inflation). 2003 betrug sie im Durchschnitt sogar -0,4%. Deshalb wird die eigene Währung auch sehr gern angenommen, was für Reisende wichtig ist. Man kann überall in R. O. bezahlen, nur selten hingegen in US-Dollar oder gar Euro. Es gibt viele Banknoten, auf denen Sultan Qabus abgebildet ist, denn sogar 100 Baizas (etwa 20 Euro-Cent) werden in Papiergeld ausgegeben.

Landwirtschaft

Etwa 5% der Staatsfläche werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Hauptanbauprodukte sind Datteln, Limonen, Granatäpfel, Bananen, Tomaten, Zwiebeln, Mangos, Weizen, Kartoffeln und Tabak. Ein besonders ertragreicher Landstreifen im ansonsten eher unfruchtbaren Oman ist die Batinah-Ebene im Norden des Landes. Diese Region gilt als Agrarzentrum des Oman, mit einem kleinen Pendant im Süden: dem Gebiet um Salalah, das aufgrund des höheren Niederschlags landwirtschaftlich nutzbar ist. Auch im Hinterland des Jebel Akhdar-Gebirges gibt es stellenweise fruchtbare Täler, die jedoch meist nur für Dattelpalmen reichen. An einer einzigen Stelle im Oman (in der Nähe des Wadi Samail, das den Jebel Akhdar in einen östlichen und einen westlichen Gebirgszug teilt) wird nennenswerter Kaffeeanbau betrieben. Die Gewässer rund um den Oman sind sehr fischreich. Im Norden und Osten werden Schwert- und Thunfische im großen Stil gefangen, im Süden Haie. Allerdings gibt es strikte jährliche Fangquoten, um die Bestände nicht zu gefährden. Die Viehzucht wird noch überwiegend von Nomaden betrieben.

Bodenschätze, Energie, Industrie

Der wertvollste Rohstoff ist das Erdöl, das dem Land auch zu Reichtum verholfen hat. Die Erdölstätten liegen vorwiegend in den Wüsten im Innern des Oman. Die bedeutendsten Quellen sind Lekhwar, Natih, Qarn Alam, Shamah und Sadad, die sich von den Ausläufern des Jebel Akhdar bis hinunter in den Dhofar erstrecken, mit Schwerpunkt im Zentrum des Oman. Neben Erdöl ist das Land auch reich an Erdgas, das im übrigen als Zukunftsdevise dienen wird. Die omanische Regierung hat für die Zeit nach dem Öl große Pläne bezüglich Gas. Die noch weitgehend unerschlossenen Erdgasvorkommen werden von offizieller Seite mit mehreren Billionen Kubikmetern angegeben, was etwas hochgegriffen scheint.

Neben den reichen Erdöl- und Erdgasfeldern beschränkt sich der Bergbau auf den Abbau von Kupfer (vor allem im äußersten Norden) und wenig Chromit. Im Osten gibt es bei Al Ashkarah unweit von Sur Steinkohlevorkommen, die aber noch nicht erschlossen sind. Die Energieversorgung basiert im wesentlichen auf Erdöl; sie wurde seit Anfang der 1970er Jahre erheblich ausgebaut. Der Industriesektor verzeichnet ein starkes Anwachsen von Kleinbetrieben (unter anderem Handwerk, Nahrungsmittel- und Baustoffindustrie). Unter staatlicher Regie wurden eine Erdölraffinerie, eine Gasverflüssigungsanlage und ein Kupferschmelzwerk errichtet.

Außenhandel

Seit 1967 wird Erdöl exportiert, das zusammen mit Erdgas (seit 1978) 2004 81% der gesamten Exporte ausmacht. Weitere Exportgüter sind Fische, Metalle und Textilien. Zielland sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Importiert wurden Maschinen und Fahrzeuge, Industriegüter und Lebensmittel, zu 32% aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit Beginn der Ölexporte ist die Handelsbilanz positiv.

Infrastruktur

Es gibt in Oman rund 32.800 km Straßen, inzwischen (2005) sind fast alle Orte auf asphaltierten Straßen erreichbar, es fehlen aber Querverbindungen (beispielsweise Ibri-Sohar und die Küstenstraße östlich von Maskat), so dass die Asphaltstraßen noch kein Netz bilden. Vierspurige Autobahnen (779 km) verbinden Maskat mit Sohar/Fudschaira und mit Nizwa, und Ibri mit Buraimi. Viele Omaner benutzen private PKW (285.000), so dass die Zahl der Überlandbusse zwischen großen Orten eher abnimmt, ergänzend verkehren Sammeltaxis zwischen kleineren Orten. Bei jährlich etwa 10.000 Verkehrsunfällen sterben rund 600 Menschen. Viele der Autos, vor allem in den Städten, sind neu − zweifelsohne Zeichen des jungen Wohlstandes. Gefahren werden zu einem guten Teil japanische Automarken wie Toyota, Mitsubishi, etc. Es verkehren auffallend viele Jeeps auf den Straßen, die eine Art Statussymbol sind. Alle Privat-PKW haben einen „Piepser“ eingebaut, der sich beim Überschreiten der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h automatisch einschaltet. Die Verkehrsbeschilderung ist mittelmäßig, allerdings so gut wie überall zweisprachig Arabisch-Englisch.

Ein Eisenbahnnetz existiert nicht. Der Transport von Öl und Gas erfolgt über etwa 7.000 km Pipelines. Mina el Fahal bei Maskat ist der Ölexporthafen. Weitere wichtige Häfen sind Mina Sultan Qaboos in Matrah und Raysut bei Salalah, der weiter ausgebaut wird und Freihandelszone ist. Internationale Flughäfen existieren im südlichen Salalah und im nördlichen Sib (rund 30 km westlich von Maskat).

Kultur

Nationalfeiertag ist der 18. November, an dem Sultan Qabus ibn Said seinen Geburtstag feiert. Die Feierlichkeiten erstrecken sich in der Regel über drei Tage und werden mit einem riesigen Feuerwerk abgerundet.

Beziehungen zwischen dem Sultanat Oman und Deutschland

Politische Beziehungen

Deutschland genießt im Oman hohes Ansehen. Die politischen Beziehungen sind freundschaftlich und problemlos.

Diplomatische Besuche deutscher Offizieller

Der damalige Bundesaußenminister Joschka Fischer besuchte den Oman im Juni 2004. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder bereiste im März 2005 den Oman. Im Rahmen dieses Besuches wurde eine „Gemeinsames Kommuniqué“ veröffentlich, in dem der Wunsch nach weiterer Vertiefung der Beziehungen Ausdruck gegeben wurde. Einem Besuch von Frank-Walter Steinmeier im Mai 2006 folgte ein Besuch des damaligen Bundesratspräsidenten Peter Harry Carstensen im September des gleichen Jahres.

Diplomatische Gegenbesuche omanischer Offizieller

Der omanische Arbeitsminister besuchte im Juni 2005 Deutschland. Anlässlich der ITB in Berlin im März 2005 und 2006 weilte jeweils die omanische Tourismusministerin in Berlin. Die Hochschulministerin besuchte Deutschland im Mai 2006.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland gehört seit jeher zu den wichtigen Wirtschaftspartnern Omans. Es existieren ein Abkommen über die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit, ein Investitionsfördervertrag, ein Luftverkehrsabkommen, sowie ein erweiterter Investitionsfördervertrag. Das Doppelbesteuerungsabkommen ist ausgelaufen und sollte 2007 wieder neu abgeschlossen werden, was aber bisher nicht passiert ist (Stand Januar 2008).

Kulturelle Beziehungen

Es gibt kein bilaterales Kulturabkommen und keine deutschen kulturellen Institutionen (z. B. Goethe-Institut) im Oman. Allerdings existiert seit 2007 die German University of Technology in Oman GUtech. Die im September 1992 gegründete Deutsch-Omanische Gesellschaft widmet sich dem Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen beider Völker.

Einzelnachweise

  1. Oman's Arabian Oryx Sanctuary : first site ever to be deleted from UNESCO's World Heritage List
  2. CIA - The World Factbook: Oman

Literatur

Literatur über die Geschichte des Oman

Landkarten

Allgemeine Reiseführer zu Oman

Spezielle Reiseführer (Geländefahrten, Klettern, Tauchen)

 Wikimedia-Atlas: Oman – geografische und historische Karten
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 Wiktionary: Oman – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik


Koordinaten: 20° 14' N, 55° 58' O