Ebersecken
Heim

Ebersecken

Ebersecken
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Willisau
BFS-Nr.: 1126Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6245
Koordinaten: (637392 / 225937)Koordinaten: 47° 11′ 0″ N, 7° 55′ 55″ O; CH1903: (637392 / 225937)
Höhe: 548 m ü. M.
Fläche: 8.57 km²
Einwohner: 423

(31. Dezember 2006)

Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Ebersecken ist eine politische Gemeinde im Amt Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ebersecken liegt zwischen zwei Hügelzügen am Rickenbach in einem westlichen Seitental des Wiggertals im nördlichen Teil des Kantons Luzern. Die Gemeinde besteht aus zahlreichen weit verzweigten Weilern und Einzelgehöften. Der Weiler Goldbach (643 m.ü.M.) liegt zum Beispiel 1,3 km nordwestlich, die Enklave Lingi (698 m.ü.M.) 2,3 km südlich, der Weiler Badachtal (525 m.ü.M.) 1,4 km südöstlich und Wallbrig (604 m.ü.M.) 2,2 km südöstlich des Dorfes. 78,8% des Gemeindegebiets von 857 ha werden landwirtschaftlich genutzt. Weitere 17,4% sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 3,7% sind Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden

Ebersecken grenzt an Altbüron, Altishofen, Fischbach LU, Grossdietwil, Nebikon, Ohmstal, Reiden, Schötz und Zell LU.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 541
1860 609
1900 476
1920 549
1930 479
1950 552
1990 386
2004 413

Die Zahl der Bewohner stieg bis 1860 unaufhörlich an. Dann ging sie bis 1900 massiv zurück. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwankte die Einwohnerzahl ständig. Von 1950 an sank sie auf das historische Tief im Jahr 1990 und ist seither kaum angestiegen.

Sprachen

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 98,02% der Bewohner Deutsch, 1,24% Albanisch und 0,25% Französisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen

Die Bevölkerung ist traditionell Römisch-Katholisch. Nach neuesten Angaben (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung wie folgt aus: 86,63 römisch-katholische Christen, 5,69% evangelisch-reformierte Christen, 2,23% Konfessionslose und 0,99% Muslime.

Herkunft

Fast alle Einwohner sind Schweizer (95,79% ohne- resp. 96,78% einschliesslich Doppelbürger).Die wenigen Zuwanderer sind Albaner aus dem Kosovo, Südeuropäer, Holländer, Deutsche und Österreicher. Der Ausländeranteil betrug 2003 2,7%.

Politik

Das Volk ist das oberste politische Organ und kann sich mittels Wahlen, Volksabstimmungen und an der Gemeindeversammlung äussern.

Gemeinderat

Bei den letzten Gemeinderatswahlen im Jahr 2004 kam es zu keiner Kampfwahl. Deshalb wurden bei einer Wahlbeteiligung von 60,82% folgende Personen Mitglied des dreiköpfigen Gemeinderats:

Wahlen zum Grossrat(Kantonsparlament)

Bei den letzten Wahlen im Jahr 2003 erhielt die CVP 43,95% aller Stimmen; gefolgt von der FDP mit 35,96% und der SVP mit 17,25%. Alle anderen Parteien erhielten nur unbedeutende Wähleranteile.

Wirtschaft

Ebersecken ist von jeher ein Bauerndorf (2001 gab es noch 45 Landwirtschaftsbetriebe). Insgesamt gibt es (Stand 2000) 211 Erwerbstätige. Davon sind 104 Wegpendler, denen 23 Zupendler entgegenstehen. Im Jahr 2001 arbeiteten 70,1% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, 9,2% in Industrie und Gewerbe und 20,7% in Dienstleistungsberufen.

Tourismus

Der Fremdenverkehr spielt keine bedeutende Rolle.

Verkehr

Die Gemeinde ist durch die Buslinie Dagmersellen-Nebikon-Schötz-Ebersecken an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen. In Nebikon liegt auch in einer Entfernung von 5 km von Ebersecken die nächstgelegene Bahnstation der Linie Olten-Luzern. 1870 wurde zwischen Ebersecken und Altbüron ein 2 km langer Eisenbahntunnel als Teil der geplanten Linie Wauwil-Langenthal gebaut. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Linie nie fertiggestellt, so dass Ebersecken das Kuriosum einer an keiner Bahnlinie liegenden Ortschaft mit einem (teilweise mit Wasser gefüllten) Eisenbahntunnel vorzuweisen hat. Der nächste Autobahnanschluss Dagmersellen an der A2 ist 8 km entfernt.

Geschichte

In Ebersecken stand einst eine Burg der Freiherren zu Balm, deren Kapelle St. Ulrich ums Jahr 1000 zum ersten Mal erwähnt wird. Später entstand drumherum eine Siedlung. 1274 wird Eberseche erstmals erwähnt, als die Freiherren Rudolf von Balm und Jakob von Fischbach von Bischof Rudolf II. von Konstanz die Erlaubnis zum Bau eines Frauenklosters erhalten. Das Zisterzienserinnenkloster wurde am 23. Juli 1275 den Nonnen, welche aus dem Mutterhaus Rathausen kamen, übergeben. Das Kloster erhielt den symbolischen Namen pura vallis (lauteres/reines Tal). Die 1277 erbaute Klosterkirche brannte bereits 1279 ab und wurde wieder neu aufgebaut. Im Jahr 1461 brannte dann fast das ganze Kloster nieder. Es wurde wieder aufgebaut, doch verliessen bereits 1594 die übrig gebliebenen Nonnen das Kloster. 1608 erlaubte der damalige Bischof von Konstanz den Abbruch, welcher aber erst 1707 erfolgte. Der Ort Ebersecken teilte das Schicksal seiner Grafschaft/Vogtei Willisau. Die Herrschaft ging im frühen 15. Jahrhundert von den Habsburgern an Luzern über. Es gehörte bis 1798 zur Vogtei Willisau. Danach, während der Helvetischen Republik, gehörte es zum Distrikt Altishofen und seit 1803 zum neugebildeten Amt Willisau.

Schule

Im Schuljahr 2003/2004 besuchten 13 Kinder den Kindergarten und 46 Kinder die Primarschule. Ab dem 7. Schuljahr erfolgt der Schulbesuch in Nebikon.

Sehenswürdigkeiten

Grösste Sehenswürdigkeit ist die an Stelle der ehemaligen Klosterkirche erbaute Kapelle St. Katharina, welche 1731 geweiht wurde. Der Altar, die Glocken und Teile des Gemäuers stammen von der alten Klosterkirche. So stammt der im Spätrenaissance-Stil errichtete Altar aus dem Jahr 1662. Die Chorfenster wurden 1887 eingebaut. In den Jahren 1932 und 1997/1998 wurde die Kapelle renoviert, 1932 auch vergrössert. Auch die weiteren Sehenswürdigkeiten sind religiöser Natur (Kapellen und Wegkreuze).

Literatur

Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern. Band V, Seiten 59-63. Birkhäuser, 1959