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Herbert Backe

Herbert Ernst Backe (* 1. Mai 1896 in Batumi, Georgien; † 6. April 1947 in Nürnberg) war ein deutscher Politiker. Er war Reichsminister für Ernährung in der Endphase des Dritten Reichs, SS-Obergruppenführer im Rasse- und Siedlungshauptamt.

Leben

Er wurde als Sohn eines ausgewanderten Kaufmanns und preußischen Reserveleutnants geboren. Ab 1905 besuchte er in Batumi das Gymnasium. 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, musste er die Schule ohne Abschluss verlassen und wurde in Russland interniert, weil er preußischer Staatsangehöriger war. Während des Russischen Bürgerkriegs floh er nach Deutschland, holte das Abitur nach. Er studierte an der Georg-August-Universität Göttingen Landwirtschaft. Von 1923 bis 1924 war er Assistent der Technischen Hochschule Hannover. Danach pachtete er in Pommern einen Bauernhof.

1922 trat er der SA bei, 1923 in Hannover der NSDAP (Mitgliedsnummer 87882). 1925 war er Ortsgruppenleiter und wurde in seinem Bezirk 1931 Bauernführer.

Im Oktober 1933 wurde er Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, um dort ein Jahr später die sog. Erzeugungsschlacht einzuführen. Dabei ging es darum, durch eine Erhöhung der Lebensmittelproduktion die Importe so niedrig wie möglich zu halten und so das Ideal einer autarken Wirtschaft anzustreben. Gleichzeitig wurde er am 1. Oktober 1933 zum SS-Sturmbannführer ernannt (SS-Mitgliedsnummer 22766) und dem Stab des Rasse- und Siedlungshauptamtes zugewiesen.

1936 wurde er Leiter der Geschäftsgruppe Ernährung im Rahmen des Vierjahresplans und damit Hermann Göring direkt verantwortlich. Aufgrund seiner Erfahrungen galt er auch als Russlandexperte und folgte daher am 23. Mai 1942 Richard Walther Darré als Leiter des Landwirtschaftsministeriums. Seine Hauptaufgabe dabei war es, für den Nachschub an Lebensmitteln im Krieg gegen die Sowjetunion zu sorgen. Backe ging dabei recht forsch an seine neue Aufgabe und entwarf eine radikale Hungerstrategie gegen die russische Zivilbevölkerung, den Backe-Plan.

Aus den Zwölf Geboten des Staatssekretärs Herbert Backe für das Verhalten der Deutschen im Osten und die Behandlung der Russen vom 1. Juni 1941 geht hervor, dass „lieber ein falscher Entscheid, als kein Entscheid“ von den Soldaten im Kampf gegen Russland, dem „Land der Korruption, der Denunziation und des Byzantinismus“ gefordert war.

Backe, der wesentlich pragmatischer als sein Vorgänger war, drängte die romantisierte Blut- und Bodenideologie zurück und orientierte sich an den industriellen Rahmenbedingungen. Ende 1943 ernannte Hitler ihn zum Reichsminister und Reichsbauernführer und am 1. April 1944 schließlich zum Reichsernährungsminister. Diesen Posten behielt er sowohl in Hitlers politischem Testament als auch im darauf folgenden Kabinett Dönitz.

Am 6. April 1947 erhängte sich Backe im Nürnberger Kriegsverbrechergefängnis. Er hätte sich im so genannten Wilhelmstraßen-Prozess vom 4. November 1947 - 14. April 1948 verantworten müssen.

Auszeichnungen

Personendaten
Backe, Herbert
deutscher Politiker (NSDAP)
1. Mai 1896
Batumi am Schwarzen Meer
6. April 1947
Nürnberg