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Sadebaum

Sadebaum

Sadebaum (Juniperus sabina), Illustration.

Systematik
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae)
Unterfamilie: Cupressoideae
Gattung: Wacholder (Juniperus)
Untergattung: Juniperus
Art: Sadebaum
Wissenschaftlicher Name
Juniperus sabina
L.

Der Sadebaum (Juniperus sabina) aus der Gattung Wacholder (Juniperus), auch Stink-Wacholder genannt, ist ein kleiner Strauch, der früher eine wichtige Rolle in der Volksmedizin spielte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Sadebaum wird meist nur 1 bis 2, selten 5 Meter hoch. In der Jugend bildet er 4–5 Millimeter lange Nadeln aus, im Alter treten zusätzlich 1–4 Millimeter lange Schuppenblätter auf. Die Blätter riechen zerrieben unangenehm und haben eine Lebensdauer von 2–3 Jahren. Es treten sowohl einhäusige wie zweihäusige Individuen auf. Die Blütezeit liegt von März bis Mai, die Samenreife von Oktober bis April. In den 5–7 Millimeter großen, schwarzblauen bereiften Beerenzapfen sitzen 2–3 Samen.

Vorkommen

Der Sadebaum kommt in den Gebirgen Nordwestafrikas, Südeuropas bis Mittelasiens vor. In den Alpen befinden sich Vorkommen in Südtirol, Österreich (Kärnten, Tirol), Schweiz (Wallis, Unterengadin) und Südbayern (Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Ammergau). Durch seine Verwendung in der Volksmedizin wurde er weit über sein natürliches Wuchsgebiet verbreitet. Der Sadebaum ist lichtbedürftig und besiedelt flachgründige, felsige, oft basenreiche Böden. Er kommt in Felsritzen, Felshängen, Trocken- und Steppenrasen und in lichten Kiefern- und Lärchenwäldern bis in eine Höhe von 3000 Meter über Höhe über dem Meeresspiegel vor.

Giftstoffe

Der Sadebaum ist in allen Teilen giftig. Verantwortlicher Hauptwirkstoff ist das ätherische Sadebaumöl, eine Zusammensetzung aus Sabinen, Sabinylacetat, Sabinol, zyklischen Monoterpenen, harzartigen Verbindungen, Gerbstoffen, Bitterstoffglycosid Pinipicrin. Es verursacht beim Menschen Übelkeit, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Nieren- und Leberschäden und Atemstillstand. Bereits sechs Tropfen können zum Tod führen. Da es auch Gebärmutterkrämpfe hervorruft, wurde es seit dem Altertum als Abortivum benutzt, oft mit starken Nebenwirkungen.

Wirtspflanze

Der Stinkwacholder ist einer der Hauptwirte für den Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae), der Schäden an Birnbäumen hervorruft. Er wurde deswegen früher gebietsweise flächig beseitigt.

 Commons: Sadebaum – Bilder, Videos und Audiodateien