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Candes-Saint-Martin

Candes-Saint-Martin
Staat Frankreich
Region Centre
Département Indre-et-Loire
Arrondissement Chinon
Kanton Chinon
Geographische Lage 47° 13′ N, 0° 4′ OKoordinaten: 47° 13′ N, 0° 4′ O
Höhe 40 m
(27 m–101 m)
Fläche 5,77 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
227 Einwohner
39 Einw./km²
Postleitzahl 37500
INSEE-Code 37042
IGN-Nummer 37086
Website http://candes-st-martin.fr
Candes-Saint-Martin - Blick über die Loire

Candes-Saint-Martin ist eine französische Gemeinde im Département Indre-et-Loire in der Region Centre mit der Wallfahrtskirche Saint-Martin.

Candes-Saint-Martin, ein freundlicher, in hellem Kalktuff „gekleideter“ Ort mit alten Häusern am Zusammenfluss von Loire und Vienne, ist verbunden mit dem Namen des heiligen Martin von Tours. Zu Lebzeiten gründete er hier eine Kirche zu Ehren des hl. Mauritius und suchte gern Entspannung im örtlichen Kloster.

Inhaltsverzeichnis

Martin von Tours

Ende 397 wurde er gerufen, um einen Streit der Kleriker zu schlichten. In dieser Zeit, am 8. November, starb er im gesegneten Alter von 81 Jahren. Aber nun konnte man sich nicht einigen, ob sein Leichnam in Poitiers oder in Tours bestattet werden sollte. Doch mitten in der Diskussion wurde der heilige Martin kurzerhand mit dem Boot die Loire rund 50 km aufwärts nach Tours überführt, wo er am 11. November unter großer Teilnahme beigesetzt wurde.

Sein Grab in Tours wurde bald ein von vielen Menschen besuchter Wallfahrtsort, und es entstand die Basilika St. Martin, eine der größten Wallfahrtskirchen des Mittelalters. In den Wirren der Französischen Revolution wurde die Kirche jedoch zerstört, und eine Straße führte mitten durch das Areal. Das Grab des heiligen Martin ging verloren, und erst am 14. Dezember 1860 wurde es wieder entdeckt. Jetzt befindet es sich in der Krypta der neuerbauten, 1902 fertiggestellten Basilika St. Martin.

Wallfahrtskirche Saint-Martin

In Candes erhebt sich heute an der Stelle des Sterbehauses die Wallfahrtskirche Saint-Martin. Sie wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut, und mit ihren Zinnen und Pechnasen aus dem 15. Jahrhundert vermittelt sie den Eindruck einer Festung. Die einschiffige Martinskapelle an der Nordseite des Chorjoches, von der aus die Kirche weiter wuchs, soll die Stelle des Sterbelagers bezeichnen.

Die Fassade der Nordseite und die Vorhalle mit einer Michaelskapelle im Obergeschoss gehört zu den architektonischen Glanzstücken der Kirche. Drei Säulenreihen beleben die Fassade. Der Figurenschmuck (Apostel und Heilige) ist nur in der obersten Reihe vollständig, die mittlere hat gar keinen, und in der unterste Reihe sind die Figuren nur zum Teil ausgeführt. Im Inneren der Vorhalle stützt eine Mittelsäule das Rippengewölbe. Rechts und links des reich skulpturierten Kirchenportals befinden sich Heiligenfiguren in den Zwischenräumen einer Säulenarchitektur.

Das auffällig sorgfältig ausgeführte, wirkungsvolle Langhaus lässt Anregungen aus den großen Kirchen von Le Mans, Bourges und Tours erkennen. Insgesamt gilt der Stil des Kirchenbauwerkes, der bei der Überarbeitung des Kirchenschiffes und des Portalvorbaus gefunden wurde, als Beispiel für die Lebenskraft der Kunst Westfrankreichs in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Bilder aus Candes-Saint-Martin

 Commons: Candes-Saint-Martin – Bilder, Videos und Audiodateien