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Adobe Flash

Adobe Flash
Entwickler: Adobe Systems
Aktuelle Version: Adobe Flash Player 9.0.124.0

Flash CS3 Professional 9.0.3
(5. Mai 2007)

Betriebssystem: Windows, Mac OS X, Linux (nur Player)
Kategorie: Erstellung multimedialer Inhalte
Lizenz: Proprietär,

Freeware (Player)

Deutschsprachig: Ja
Website: Adobe Flash CS3 Professional Adobe Flash Player

Adobe Flash [əˈdoʊbi ˈflæʃ] (kurz Flash, ehemals Macromedia Flash [ˌmækɹoʊˈmiːdiə]) ist eine proprietäre integrierte Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer Inhalte, der Flash-Filme. Die resultierenden Dateien liegen im SWF-Format vor, einem auf Vektorgrafiken basierenden Grafik- und Animationsformat. Das Kürzel SWF steht dabei für Shockwave Flash.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

Flash findet heutzutage auf vielen Webseiten Anwendung, sei es als Werbebanner, als Teil einer Website z. B. als Steuerungsmenü oder in Form kompletter Flash-Seiten. Durch diese sehr unterschiedlichen Einsatzgebiete wirkt Flash auf die Internetgemeinde stark polarisierend und teilt sie in Befürworter und Gegner, sowohl bei Webdesignern als auch bei Web-Benutzern.

Die mit Adobe Flash erstellten Quelldateien (FLA-Dateien) werden zum Einsatz auf einem Webserver in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch auch komprimiert. Die FLA-Dateien werden nur von den Autoren während der Entwicklung verwendet und sind veränderbar. Die kompilierten SWF-Dateien sind für die Anzeige im Webbrowser gedacht und können in dieser Form nicht mehr einfach verändert werden.

Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist das proprietäre Abspielprogramm Flash Player erforderlich, das auch als Webbrowserplugin eingebunden werden kann. Die alternativen freien Abspielprogramme Gnash (aus dem GNU-Projekt) und Swfdec unterstützen derzeit (2007) noch nicht alle Möglichkeiten des Flash-Formates.

Einsatzgebiete und Fähigkeiten

Da Flash ursprünglich ein reines Animationswerkzeug war, wurde es in der Vergangenheit oft ausschließlich für so genannte Intros auf Webseiten oder animierte Werbebanner eingesetzt. Mit Version 4 wurde Flash um ActionScript erweitert und erlaubte seitdem die Erstellung komplexer Websites oder die Programmierung browserbasierter Anwendungen.

Durch die Kombination von Animation und Programmierung ist Flash besonders geeignet, komplexe Zusammenhänge interaktiv im Wortsinn „begreifbar“ zu machen. Die Wirkungsweise eines Viertaktmotors zum Beispiel lässt sich so sehr anschaulich darstellen. Mit Hilfe von ActionScript lassen sich beispielsweise Online-Spiele, multimediale Präsentations-CDs oder auch Kugelpanoramen realisieren.

Aufgrund seiner multimedialen Möglichkeiten werden in Flash häufig Video- oder Sounddateien eingesetzt. Da diese Formate meist größere Datenvolumen beanspruchen, kommen in Flash oft so genannte Preloader zum Einsatz, die einen Teil oder den ganzen Film zwischenspeichern. Da Flash ein streamendes Format ist, ist es jedoch auch möglich, Seiten zu bauen, die bei kleinen Bandbreiten ohne deutliche Wartezeiten sofort starten.

Um die Videos oder Sounddateien über das Internet zu streamen, wird RTMP (Real Time Messaging Protocol) benutzt.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich Flash für multimediale Tutorials, bei denen Bildschirmaktivitäten aufgenommen werden können. Dadurch können neue Funktionen oder bestimmte Methoden dargestellt werden. Diese Flash-Dateien sind häufig kleiner als die üblichen Videoformate und erfordern neben dem Plugin keine weiteren Multimedia-Player. Zum Einsatz kommt dabei z. B. ein Programmpaket wie vnc2swf, das die Bilddaten von einem VNC-Server abgreift und in eine Flash-Datei abspeichert. Mit zusätzlichen Programmen ist es dann auch möglich, diese Animationen nachzuvertonen.

Die Skriptsprache PHP enthält auch das Modul Ming zur Generierung von Flash-Dateien.

Das Präsentationsprogramm Impress und das Grafikprogramm Draw des Office-Pakets OpenOffice.org bieten die Möglichkeit, Dateien in das SWF-Format zu exportieren, damit sie in dieser Form leicht über das World Wide Web verfügbar gemacht werden können.

Für vektorisierte, interaktive Animationen im Web ist Flash derzeit fast alternativlos. Der offene Standard Scalable Vector Graphics (SVG), der teilweise ähnliche Anwendungsfelder wie Flash abdeckt, wird noch von wenigen Browsern gut unterstützt, und Entwicklungswerkzeuge (z. B. Inkscape) zur effektiven Nutzung dieser Technologie sind noch nicht sehr ausgereift. Der offene Standard von SVG und die nachträglichen frei zugänglichen Editiermöglichkeiten der fertigen Datei, die im XML-Format vorliegen, sind andererseits für offene Projekte, wie z. B. die Wikipedia, eine große Stärke gegenüber dem Flash-Format. Auch hat SMIL, eine offene Beschreibungssprache für multimediale Inhalte auf Webseiten, keine weitverbreitete Unterstützung von Webbrowsern erfahren. Für SMIL existiert kein bekanntes Programm, mit dem die Erstellung von Animationen für SVG möglich wäre.

Mit Java-Applets kann man zwar prinzipiell auch ähnliche Dinge umsetzen wie mit Flash, allerdings handelt es sich dabei um eine weniger spezialisierte Technologie, so dass dies selten wirtschaftlicher ist. Ein weiterer Vorteil von Flash gegenüber Java-Applets ist es, dass das Flash-Plugin im Vergleich zum Java-Plugin wesentlich schneller vom Webbrowser geladen und initialisiert werden kann. Hingegen laufen Java-Applets, gerade bei größeren Anwendungen, schneller und effizienter als Flash-Dateien.

GIF-Ersatz u. a.

Da sich das Animationsformat MNG nicht durchsetzen konnte, etablierte sich Flash auf den Websites großer Firmen auch als Ersatz für GIF-Animationen, die wegen der Beschränkung auf 256 Farben nicht mehr häufig verwendet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Flash auch den zu einer Übertragung gehörenden Ton transportieren kann, wodurch es sogar filmtauglich ist und damit die Fähigkeiten von GIF übertrifft und Multimedia-Player ersetzen kann.

Barrierefreiheit

Flash bietet Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu erstellen, die besonders auf Menschen mit stark eingeschränkten Fähigkeiten zugeschnitten sind. Seit der Version 2004 MX wurde auch die Kompatibilität zu textbasierten Browsern stark verbessert. Auch Optionen für eine bessere Suchmaschinenindizierung sind vorhanden, etabliert hat sich jedoch die Variante, mittels einer XML-Datei textliche Inhalte zu laden, und diese somit den Suchmaschinenrobotern zur Verfügung zu stellen. Trotz dieser vielfältigen Möglichkeiten zur Erstellung barrierefreier Inhalte gibt es nur vergleichsweise wenige Seiten, die dieses Potential auch ausschöpfen.

Eine 64-Bit-Version ist noch nicht erschienen, somit können Flash-Inhalte beispielsweise im 64-Bit-Internet-Explorer nicht abgespielt werden.

Der Zugriff auf Flash-Inhalte mit Hilfe von Bildschirmleseprogrammen ist nur unter Windows möglich.

Nachteile

Proprietäre Technologie

Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist ein Plugin erforderlich, das laut Adobe einen weltweiten Verbreitungsgrad von über 97 Prozent besitzt.[1][2] Die aktuelle Version ist derzeit (März 2007) für Microsoft Windows, Mac OS und Linux verfügbar. Die Linux-Variante wird nur für i386-kompatible Prozessoren angeboten.[3] Flash-Dateien, die diese Version voraussetzen, können also nicht mit anderen Betriebssystemen oder Plattformen angezeigt werden.

Da die Technologie nicht in Form offener Standards spezifiziert wurde,[4] kann sie nur durch aufwendiges Reverse Engineering als Freie Software neu implementiert werden (Gnash, Swfdec). Kritiker weisen darauf hin, dass dies den freien Informationsaustausch im Internet behindert und man besser auf Technologien setzen sollte, die auf offenen Standards basieren, wie z. B. Scalable Vector Graphics (SVG).[5]

Die vom Hersteller vorgeschlagene Vorgehensweise zur Einbindung des „Flash-Players“ in Webseiten verwendet das HTML-Element <embed>, welches nie in den W3C-Standards zu HTML enthalten war.[6] Eine standardkonforme Einbindung ist zwar möglich,[7] bereitet jedoch manchen Browsern Probleme.

Decompiling

Flash-Anwendungen lassen sich decompilieren, d. h. es ist möglich, aus einer Flash-Datei lesbaren Quellcode zu erzeugen.

Datenschutz-Probleme

Der „Flash-Player“ von Adobe kann kleine Binärdateien, so genannte Local Shared Objects (LSOs), auf dem Rechner des Anwenders abspeichern. Diese erfüllen die gleichen Zwecke wie HTTP-Cookies, lassen sich im Gegensatz zu diesen aber nicht direkt im Browser ansehen. Man kann sie aber über ein Interface, welches der Flashplayer bereit stellt, löschen und deaktivieren.

Siehe Flash-Cookie.

Geschichte

1992
Aus dem Zusammenschluss der Firmen MacroMind und Authorware entsteht das Softwareunternehmen Macromedia mit Sitz in San Francisco.
1995
Es kommt zur Übernahme von Aldus, dem Hersteller des Grafikprogramms Freehand. Die Firma FutureWave aus San Diego veröffentlicht das vektorbasierte Illustrationsprogramm SmartSketch und ein entsprechendes Plugin, um das Format namens Splash (SPL) im Browser darzustellen. Der Player selbst trägt den Namen FutureSplash.
1996
Auf der Grundlage von SmartSketch entwickelt FutureWave das Animationsprogramm FutureSplash-Animator, den Vorläufer von Flash. Macromedia übernimmt noch im selben Jahr die Firma FutureWave. Die Produkte FutureSplash-Animator und der Player werden unter dem Namen Flash und Shockwave Flash Player weiterentwickelt.
1997
Flash Version 1 wird von Macromedia veröffentlicht. Der Shockwave Flash Player wird entsprechend mitgeliefert. Die Einbindung von Audio- und Rastergrafikformaten wird integriert.
Noch im selben Jahr erscheint die Flash-Version 2 und ein erweiterter Shockwave Flash Player. Die Rastergrafikeinbindung wurde wesentlich optimiert und dem Entwickler stehen neue Aktionen zur Verfügung. Mit diesen lassen sich einfache Interaktionen umsetzen.
1998
Flash Version 3 wird veröffentlicht und enthält bereits einen erweiterten Befehlssatz. Die Interaktionsmöglichkeiten wurden gegenüber den Versionen 1 und 2 stark erweitert. Nun lassen sich Aktionen auch auf Schlüsselbilder und Bilder zuweisen. Zusätzlich wird das Testen von Flash-Projekten während der Entwicklungsphase durch den in die Entwicklungsumgebung integrierten Player wesentlich erleichtert.
1999
Die in diesem Jahr veröffentlichte Flash Version 4 enthält weitgehende Verbesserungen der nun integrierten Programmiersprache ActionScript. Es stehen erste Kontrollstrukturen wie Bedingte Anweisungen und Schleifen zur Verfügung, mit deren Hilfe die Entwicklung von Computer Based Training, POI oder Spiele-Projekten möglich wird. Die Eingabetextfelder versetzen den Entwickler in die Lage, komplexe Formulare zu erstellen und die eingegebenen Daten über das Common Gateway Interface (CGI) zu empfangen, auszuwerten und mit dynamisch generierten Webseiten darauf zu reagieren.
2000
Im Sommer veröffentlicht Macromedia die Version 5. ActionScript wurde in dieser Version stark verändert und an den ECMAScript-Standard angepasst, auf dem auch JavaScript aufbaut. Dadurch soll Entwicklern, die mit anderen Programmiersprachen zu tun hatten, der Einstieg in ActionScript erleichtert werden. Neue Objekte erleichtern die Integration externer Formate, darunter XML. Zusätzliche Hilfsmittel wie der Debugger erleichtern die Fehlersuche in Flash-Projekten.
2002
Im März erscheint Flash MX (Version 6). Diese Version hat eine umfangreichere Funktionsbibliothek. Bemerkenswert ist insbesondere die neue Zeichnen-API, die die Erstellung dynamischer Formen erlaubt. Weiterhin enthält diese Version einen Videocodec und Unterstützung für Unicode. ActionScript entspricht noch mehr dem ECMAScript-Standard. Zusätzlich wurde das Objekt- und Ereignismodell erweitert.
2003
Im Oktober erscheint Flash MX 2004 und damit auch ActionScript 2.0. Die integrierte Programmiersprache wurde in Version 1.0 (objektbasiert) und 2.0 (objektorientiert) geteilt. Darüber hinaus lässt sich nun auch die Flash-API mit Hilfe von Flash-JavaScript komfortabler erweitern und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Eine weitere Neuerung stellt die Integration zweier neuer Arbeitsweisen dar, Bildschirm- und Formularanwendungen sind nun auch in Flash realisierbar.
2004
Ende Juli erscheint die Aktualisierung von Flash MX 2004 7.1.1 auf 7.2. In dieser Version wurden Stabilitätsprobleme behoben und die Leistung verbessert.
2005
Adobe übernimmt Macromedia für 3,4 Milliarden US-Dollar. Mitte Juni stellt Macromedia die „Flash Platform“ vor, die vor allem Unternehmenskunden adressiert. Am 8. August wurde zusammen mit „Studio 8“ auch Flash Professional 8 vorgestellt. Die deutschsprachige Version wurde im September veröffentlicht, ebenso wie der neue Flash Player 8. Zu den Neuerungen in Flash 8 gehören: die Möglichkeit Rastergrafiken (bitmaps) zu erzeugen oder zu verändern, Filter wie Gaußscher Weichzeichner, Schlagschatten oder Verzerrung, Blending-Modes wie in Photoshop, Datei-Upload, eine neue Text-Engine namens FlashType, Bitmap-Caching, einstellbares Easing, ein neuer Videocodec mit Alphakanal-Unterstützung (On2 VP6), ein stand-alone Video-Encoder mit Stapelverarbeitung, sowie eine verbesserte Programmoberfläche. Am 3. Dezember 2005 schloss Adobe Systems die Akquisition von Macromedia ab. Zunächst führt Adobe die Bezeichnung Macromedia Flash für die Produkte weiter. Mit den nächsten Produktzyklen werden alle Produkte in das Adobe-Namensschema überführt, weshalb die Technologie dann Adobe Flash heißt.
2006
Am 27. Juni 2006 erschien der Adobe Flash Player 9 für Windows und Mac OS X. Er enthält Anpassungen für eine bessere Integration in Adobe Flex 2. Die neue ActionScript-Version 3.0 enthält E4X und damit eine weitergehende Unterstützung für XML. Die Ausführung der Skripte wurde durch die Einführung eines Just-in-time-Compilers beschleunigt.
2007
Am 17. Januar 2007 wurde die Version 9 des Adobe Flash Players für Linux veröffentlicht. Seit 5. Mai 2007 ist die nächste Programmversion erhältlich, die den Namen Adobe Flash CS3 trägt und Importe aus Adobe Photoshop und Adobe Illustrator zulässt.

Flash-Dateiformate

Dateiendung Funktion
.AS ActionScript-Dateien
.ASC Serverseitige ActionScript-Dateien (Flash Communication Server)
.ASI ActionScript-Intrinsic-Dateien (seit Flash MX 2004 Komponenten)
.ASO ActionScript-Objektcode
.ASR Serverseitige ActionScript-Dateien (ActionScript Remote / Flash Remoting)
.EXE Ein standalone-Flash-Player (auch „Projector“ genannt), der .swf-Datei(en) eingebettet enthält
.FLA Quelldateien, auch Autorendateien genannt
.FLP Flash-Projekt-Dokument
.FLV Flash-Video-Dateien
.JSFL Flash-JavaScript-Dokument
.SOL Local Shared Object (Flash-Cookie)
.SPL FutureSplash-Dokument
.SWC vorkompilierte Flash-MX-2004-Komponenten-Dateien
.SWD Flash-Debugger-Dokument
.SWF kompilierte Dateien (Small web Format (früher auch Shockwave Flash))

Siehe auch

Literatur

Quellen

  1. Verbreitungsstatistik des Flash-Players von Adobe (englisch)
  2. Vergleich der Verbreitung des Flash-Players mit der von anderen Browser-Plugins (englisch)
  3. Downloadseite für das Adobe Flash-Plugin (englisch)
  4. File Format Specification FAQ (englisch)
  5. Joost van Baal: Macromedia Flash considered harmful (englisch)
  6. Flash TechNote – Macromedia Flash OBJECT and EMBED tag syntax, 19. Juli 2002 (englisch)
  7. Karl Hofmann: Flash W3C konform und suchmaschinenfreundlich einbinden, 19. Juli 2006