Boelcke-Kaserne (Koblenz)
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Boelcke-Kaserne (Koblenz)

Die Boelcke-Kaserne war von 1899 bis 2000 eine Kaserne in Koblenz. Auf dem im Stadtteil Rauental gelegenen Kasernengelände befindet sich heute ein Wohngebiet, während in den verbliebenen Kasernengebäuden Teile der Bundeswehrfachschule (Verwaltung und Unterkünfte) untergebracht sind.

Geschichte

Die erste Kaserne auf diesem Gebiet wurde von 1896 bis 1899 auf dem Gelände der Moselweißer Schanze (vormals auch Fort Blücher genannt) erbaut. Das Gelände war nach Beginn der Entfestigung der Festung Koblenz ab 1890 frei geworden. Diese erste Kaserne trug, nach der Erstbelegung durch das Telegraphen-Bataillon Nr. 3 am 2. Oktober 1899, den Namen Telegraphen-Kaserne. In zwei Etappen von 1906 bis 1912 und von 1911 bis 1915 wurde die Kaserne nach Norden und Nordwest hin erweitert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kaserne bis zum 24. Januar 1923 nacheinander mit amerikanischen, polnischen und tschechischen Soldaten belegt. Danach ging sie in französische Besitz über und wurde in Caserne Jemmapes umbenannt, wahrscheinlich nach der Schlacht von Jemappes. Später erhielt die Kaserne den Namen Caserne Kléber, nach Jean-Baptiste Kléber. In ihr wurden Génie- und Train-Einheiten sowie Pioniere stationiert. Bis 1926 war hier auch das 312. französische Artillerie-Regiment untergebracht, danach wurde dieses durch drei Kompanien des 12. Maschinengewehr-Regiments ersetzt. Am 30. Dezember 1929 wurde die Caserne Kléber an das Deutsche Reich übergeben.

Die Kaserne erhielt ihrer alten Namen zurück und wurde bis 1936 durch die preußische Landesschutzpolizei genutzt, was ihr im Volksmund den Namen „Schupokaserne“ (von Schupo=Schutzpolizei) gab.

Am 22. Todestag des deutschen Kampffliegers des Ersten Weltkriegs Oswald Boelcke wurde die Kaserne am 28. Oktober 1938 in Boelcke-Kaserne umbenannt. Dieser hatte von 1911 bis 1914 im Telegraphen-Bataillon gedient, das in dieser Kaserne stationiert war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kaserne am 10. Juli 1945 erneut durch französische Truppen belegt und blieb bis 1955 in französischer Verwaltung. Danach wurde die Kaserne durch die neu geschaffene Bundeswehr bis zur Auflösung der Kaserne (als solche) am 27. Juni 2000 genutzt, zum größten Teil mit den Stabskompanien des III. Korps - Korps Pionierkommando/Korps Artilleriekommando/Korps SanKommando u. a.). Die aktuelle Nutzung des Kasernengeländes und der Hauptgebäude wurde im Juni 1997 durch den Koblenzer Stadtrat beschlossen. Zwei Jahre später, nachdem fast das gesamte Gelände vom Bund verkauft worden war, wurde mit dem Um- und Neubau begonnen. Der auf dem Bild sichtbare Block neben dem noch bestehenden Kasernentor gehört heute zur Bundeswehrfachschule. Der Name Boelcke-Kaserne besteht zumindest inoffiziell nach wie vor.

Lage

Die Moselweißer Schanze und die danach folgende erste Kaserne von 1899 befanden sich ca. 1,5 km vor der Stadtmauer. Beim Bau der Kaserne waren ringsum keine befestigten Gebäude vorhanden. Heute befindet sich das Gelände am südlichen Ende des Stadtteils Koblenz-Rauental, direkt an der Moselstrecke gelegen.

Das erste Kasernengelände wurde im Süden von der Bardelebenstraße (seit 1948 Hoevelstraße) und im Osten durch eine Militärstraße begrenzt. Diese war die bis ca. 1890 die einzige Zufahrt zur Moselweißer Schanze. Im Jahre 1900 wurde sie in Montelambertstraße und 1948 in Yorckstraße umbenannt. 1906 wurde die Kaserne bis zur Behringstraße und 1912 bis zur Behringstraße erweitert.

Koordinaten: 50° 21’ N, 7° 34’ O