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Solingen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 10′ N, 7° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 53–276 m ü. NN
Fläche: 89,45 km²
Einwohner: 162.575 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1817 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 42601–42719 (alt: 5650)
Vorwahl: 0212
Kfz-Kennzeichen: SG
Gemeindeschlüssel: 05 1 22 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Cronenberger Str. 59/61
42648 Solingen
Webpräsenz:
www.solingen.de
Oberbürgermeister: Franz Haug (CDU)
Lage in Nordrhein-Westfalen

Solingen ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach dem nordöstlich angrenzenden Wuppertal und vor Remscheid und Bergisch Gladbach die zweitgrößte Stadt der vier bergischen Großstädte und ein Mittelzentrum des Landes. Solingen ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland.

Die Einwohnerzahl Solingens überschritt 1929 nach einer kommunalen Gebietsreform und der damit einhergehenden Neustrukturierung und Erweiterung des Stadtgebietes die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Solingen liegt südwestlich von Wuppertal im Bergischen Land. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 89,45 Quadratkilometer, davon rund 50 % landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzt. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 62 Kilometer, die größte Ost-West-Ausdehnung 15,6 Kilometer und die größte Nord-Süd-Ausdehnung 11,7 Kilometer. Die Länge des Hauptflusses Wupper im Stadtgebiet beträgt 26 km. Mit 276 m über NN liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, dem heutigen Lichtturm. Der tiefste Punkt befindet sich westlich von Götsche und südlich von Verlach und liegt 53 m über NN.

Nachbargemeinden und Städte

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Solingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:

Wuppertal und Remscheid (beides kreisfreie Städte), Wermelskirchen und Leichlingen (Rheinland) (beide Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Langenfeld (Rheinland), Hilden und Haan (alle Kreis Mettmann).

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Solingens besteht heute aus fünf Stadtbezirken. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung, die aus 15 beziehungsweise 13 Mitgliedern besteht. Die Mitglieder dieser Vertretung nennt man Bezirksvertreter. Sie werden von der Bevölkerung des Stadtbezirks auf fünf Jahre gewählt. Der Vorsitzende der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretungen sind für bestimmte Aufgaben des Bezirks zuständig beziehungsweise sind zu allen wichtigen Angelegenheiten des Stadtbezirks zu hören.

Die 5 Stadtbezirke:

In den einzelnen Stadtbezirken gibt es teilweise noch Stadtteile, Wohnplätze oder Wohngebiete (so genannte Hofschaften) mit eigenem Namen, deren Grenzen aber oftmals nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören beispielsweise: Balkhausen, Brabant, Broßhaus, Central, Dahl, Demmeltrath, Dorperhof, Flachsberg, Fürk, Fürkeltrath, Fuhr, Glüder, Gosse, Hackhausen, Haasenmühle, Hasseldelle, Hästen, Ittertal, Kannenhof, Katternberg, Ketzberg, Kohlfurth, Kotzert, Krahenhöhe, Külf, Landwehr, Mangenberg, Mankhaus, Maubes, Meigen, Müngsten, Nümmen, Papiermühle, Piepersberg, Rüden, Schaberg, Schieten, Schnittert, Theegarten, Unterland, Weyer, Widdert, Wilzhaus, Zum Holz.

Geschichte

Siehe Hauptartikel Geschichte der Stadt Solingen

Der Name der zukünftigen Stadt soll angeblich erstmals 1067 von einem westfälischen Schreiber in Form von Solonchon benutzt worden sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen zwei Abwandlungen belegt sein:

Seit dem Mittelalter ist Solingen das Zentrum der deutschen Klingen-, Messer- und Schneidwarenindustrie und es verfügt noch heute über einen geltenden Ruf für Markenqualität. Durch die Solingenverordnung aus dem Jahr 1994 ist der Name Solingen gesetzlich geschützt.

1993 geriet Solingen weltweit in die Schlagzeilen durch einen Brandanschlag, bei dem fünf türkische Mädchen und Frauen getötet wurden; siehe Mordanschlag von Solingen.

Religionen

Die Stadt Solingen gehörte schon von Anfang an zum Gebiet des Erzbistums Köln beziehungsweise zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in Solingen unter den Grafen von Berg nach und nach die Reformation Einzug hielt, gab es in der Stadt auch weiterhin Katholiken, deren Gemeinde ab 1658 vom Landesherrn neu dotiert wurde. 1701 erhielten Sie auch wieder eine eigene Kirche. 1827 wurde Solingen Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Solingen) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

Wie bereits gesagt, fasste die Reformation in Solingen nur Zug um Zug Fuß. 1590 entstand eine reformierte Gemeinde, die der Bergischen Synode angeschlossen wurde. Erst 1649 wurde die Pfarrkirche der Stadt den Reformierten übergeben. Lutherische Gemeindeglieder gab es seit Anfang des 17. Jahrhunderts, 1635 wurde eine lutherische Gemeinde gegründet. 1672 wurden die religiösen Verhältnisse in einem Religionsvergleich geregelt. In Gräfrath wurde 1590 ebenfalls die Reformation eingeführt. 1629 ist dort ein Konsistorium nachgewiesen und ab 1716 gab es auch einige Lutheraner. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1838 zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingeführt worden.

Gehörten die protestantischen Gemeindeglieder Solingens anfangs zur Kreissynode Lennep (heute ein Stadtteil von Remscheid), so wurde in Solingen 1843 eine eigene Synode eingerichtet und die Stadt Sitz eines eigenen Superintendenten. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Solingen innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem die meisten Gemeinden Solingens gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Lediglich die Gemeinde Burg an der Wupper gehört zum Kirchenkreis Lennep.

Heute gehören etwa 34% der Bevölkerung der Stadt Solingen zur evangelischen Kirche und etwa 26% zur römisch-katholischen Kirche. Außerdem gibt es in Solingen aber auch eine griechisch-orthodoxe Kirche.

Ferner sind verschiedene Freikirchen in Solingen ansässig, darunter mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), eine Evangelisch-methodistische Kirche, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Christen Ecclesia, mehrere Freie evangelische Gemeinden (FeG) und die Heilsarmee.

Weitere Religionsgemeinschaften in Solingen sind die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Eingemeindungen

Das Stadtgebiet Solingens hat sich wie folgt entwickelt:

1889 wurde die Stadt Dorp (Stadtrechte seit 1856) eingegliedert und 1896 wurde Solingen eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz des Kreises Solingen. Auf Grund des „Gesetzes über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes“, das am 1. August 1929 in Kraft trat, wurde die Stadt Solingen mit den Städten Gräfrath, Höhscheid, Ohligs (bis 1891 Merscheid) und Wald, die alle seit 1856 die Stadtrechte besaßen und zum Kreis Solingen gehörten, zu einer (neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Solingen vereinigt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 die Eingliederung der Stadt Burg an der Wupper und des Ortsteils Höhrath, der bis dahin zur Stadt Wermelskirchen gehörte. Beide Orte gehörten bis dahin zum Rhein-Wupper-Kreis.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1880 und 1885 verdoppelte sich die Bevölkerung von Solingen durch die Eingemeindung der Stadt Dorp (11.999 Einwohner 1880) im Jahre 1889 von 18.000 auf 36.000. Im Jahre 1910 hatte die Stadt mehr als 50.000 Einwohner.

Am 1. August 1929 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Solingen (52.002 Einwohner 1925) durch den Zusammenschluss mit den Städten Ohligs (29.768 Einwohner 1925), Wald (27.443 Einwohner 1925), Höhscheid (15.854 Einwohner 1925) und Gräfrath (10.582 Einwohner 1925) die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1972 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 177.899 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2006 lebten in Solingen nach amtlicher Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 163.263 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1747 2.000
1804 2.871
1818 4.000
3. Dezember 1846 ¹ 6.127
3. Dezember 1861 ¹ 10.100
3. Dezember 1864 ¹ 11.800
3. Dezember 1867 ¹ 13.000
1. Dezember 1871 ¹ 14.040
1. Dezember 1875 ¹ 15.142
1. Dezember 1880 ¹ 16.900
1. Dezember 1885 ¹ 18.641
1. Dezember 1890 ¹ 36.540
2. Dezember 1895 ¹ 40.843
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 45.260
1. Dezember 1905 ¹ 49.018
1. Dezember 1910 ¹ 50.536
1. Dezember 1916 ¹ 45.720
5. Dezember 1917 ¹ 47.459
8. Oktober 1919 ¹ 48.912
16. Juni 1925 ¹ 52.002
16. Juni 1933 ¹ 140.162
17. Mai 1939 ¹ 140.466
31. Dezember 1945 129.440
29. Oktober 1946 ¹ 133.001
13. September 1950 ¹ 147.845
25. September 1956 ¹ 161.353
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 169.930
31. Dezember 1965 175.634
27. Mai 1970 ¹ 176.420
31. Dezember 1975 171.810
31. Dezember 1980 166.085
31. Dezember 1985 157.923
25. Mai 1987 ¹ 159.103
31. Dezember 1990 165.401
31. Dezember 1995 165.735
31. Dezember 2000 164.973
31. Dezember 2005 163.581
31. Dezmeber 2006 162.948
31. Dezember 2007 162.575

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Die Bürger der Stadt Solingen konnten bereits seit 1374 einen Rat und einen Bürgermeister wählen. Der Bürgermeister wechselte jährlich am 24. Juni. Nach dem Übergang an Preußen wurde Solingen 1816 Sitz eines Kreises, der sich im Laufe der Zeit mehrmals veränderte und schließlich im Rhein-Wupper-Kreis aufging. 1856 wurde in Solingen die preußische Städteordnung eingeführt und 1896 wurde Solingen kreisfrei. An der Spitze der Stadt stand nun ein Oberbürgermeister, der während der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1997 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seither direkt vom Volk gewählt.

Der Rat der Stadt Solingen hat gegenwärtig (Stand: Oktober 2005) 68 Sitze, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

CDU SPD FDP Bündnis 90/Die Grünen Bürgergemeinschaft
für Solingen
Freie Bürger Union Solingen Aktiv Gesamt
2005 23 19 6 6 6 6 2 68

Oberbürgermeister seit 1894

  • 1894–1896: Friedrich Haumann
  • 1896–1928: August Dicke
  • 1928–1930: Schmidhäußler, geschäftsführender Oberbürgermeister
  • 1930–1933: Joseph Brisch
  • 1933–1937: Helmut Otto
  • 1937–1945: Rudolf Brückmann
  • 1945: Oskar Rieß
  • 1945–1946: Josef Brisch
  • 1946: Albert Müller
  • 1946–1948: Gerhard Hebborn
  • 1948–1955: Eugen Maurer
  • 1955–1961: Karl Haberland
  • 1961–1964: Otto Voos
  • 1964–1972: Heinz Dunkel
  • 1973–1975: Elisabeth Roock
  • 1975–1976: Otto Voos, zweite Amtszeit
  • 1976–1984: Georg Schlößer
  • 1984–1997: Gerd Kaimer
  • 1997–1999: Ulrich Uibel
  • 1999-heute: Franz Haug

Oberstadtdirektoren 1946–1997

Jugendstadtrat

Zusätzlich zu dem Stadtrat besitzt die Stadt ein Gremium für Jugendliche. Der Jugendstadtrat wird alle zwei Jahre von den Jugendlichen selber gewählt und besteht aus 21 Jugendstadträten. Er soll die Probleme der Jugend ansprechen und für die Lösung eintreten. Mit Hilfe des Stadtrates gelang es dem Jugendstadtrat z.B. die Skaterhalle „Rollhaus“ zu verwirklichen, ein Integrationsprogramm für Migranten zu entwickeln oder die Nachtexpresse zur Diskothek „Getaway“ einzurichten.

Wappen

Das Wappen der Stadt Solingen zeigt in Blau zwei silberne, schräg gekreuzte, gestürzte Schwerter mit goldenen Griffen, mit denen ein goldener Anker verschränkt ist. Dabei steht der Anker als Symbol für den Schutzheiligen der Stadt, Clemens, der den Märtyrertod durch Ertränken fand. Über dem Schild ist eine goldene Mauerkrone mit fünf Zinnentürmen, je mit Durchlass und zwei Zinnen. Die fünf Türmchen symbolisieren nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – die fünf Städte, aus denen 1929 Solingen gebildet wurde, sondern geben nur an, dass Solingen mehr als 10.000 Einwohner hat. Am 17. Juli 1935 erhielt die Stadt Solingen das Recht zum Führen dieses Wappens. Der Entwurf des Wappens stammt vom Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher.

Städtepartnerschaften

Solingen unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

Złotoryja (Goldberg) in Polen seit 1955
Gouda in den Niederlanden seit 1957
Chalon-sur-Saône in Frankreich seit 1960
Blyth in Großbritannien seit 1962
Jinotega in Nicaragua seit 1985
Ness Ziona in Israel seit 1986
Thiès in Senegal seit 1990
Aue in Sachsen seit 1990

Wirtschaft und Infrastruktur

Historisch betrachtet, besagt schon der Beiname „Klingenstadt“, dass hier das Herz der deutschen Schneidwarenindustrie sitzt. Auch heute noch dominiert die Schneidwarenindustrie die Wirtschaft in Solingen. Allerdings sind im Laufe der Jahrzehnte weitere Zweige der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie hinzugekommen. So haben in Solingen auch viele Zulieferer der Automobilindustrie, z.B. die Kronprinz AG, ihren Firmensitz.

Verkehr

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen neben den Obuslinien mehrere normale Buslinien der Stadtwerke Solingen GmbH. Solingen ist darüber hinaus auch an das S-Bahn-Netz Rhein-Ruhr (siehe S-Bahn Rhein-Ruhr) angeschlossen. Von Solingen Hbf verkehrt die Linie S 7 über Düsseldorf zum Flughafen Düsseldorf. Alle Verkehrsmittel in Solingen sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen. Bei Fahrten in Richtung Süden (Leichlingen, Wermelskirchen, Köln) gilt seit 1. Februar 2005 einheitlich der Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg.

Medien

Die älteste Solinger Tageszeitung, zugleich die mit der größten Verbreitung am Ort, ist das im Verlag B. Boll erscheinende Solinger Tageblatt; als weitere Tageszeitung erscheint die Solinger Morgenpost, eine Lokalausgabe der Rheinischen Post. Ableger des Solinger Tageblatts ist das wöchentlich erscheinende kostenlose Anzeigenblatt Das Solinger. Zudem erscheint einmal in der Woche die Solinger Wochenpost. Ende 2005 wurde erstmals der Solinger Stadtanzeiger veröffentlicht, der sich als unabhängiges Stadtmagazin versteht und einmal im Monat erscheint.

Aktuelle Nachrichten für Solingen (und die Nachbarstadt Remscheid) sendet der Lokalsender Radio RSG auf den Frequenzen 94,3 und 107,9 MHz.

Die größten Arbeitgeber (alphabetisch)

Öffentliche Einrichtungen

Solingen ist Standort eines Amtsgerichtes, darüber hinaus ist ein Arbeitsgericht hier angesiedelt. Außerdem befindet sich eine Polizeiinspektion in der Stadt.

Bildungseinrichtungen

Neben 24 Grundschulen und 6 Förderschulen finden sich in Solingen auch alle weiterführenden Schulformen: fünf Hauptschulen, drei Realschulen, drei Gesamtschulen, vier Gymnasien und drei Berufskollegs.

Darüber hinaus sind in Solingen die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft und das Walter-Bremer-Institut beheimatet.

Städtische Gesamtschule Solingen

Die Städtische Gesamtschule Solingen befindet sich an der Wupperstraße. Die Schule verfügt über mehrere Gebäude, darunter zwei Turnhallen und eine Mensa. Sie bekam Auszeichnungen für ihre technische Ausstattung. Zur Zeit besuchen mehr als 1200 Schüler die Schule.

Geschwister-Scholl-Gesamtschule Ohligs

Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule im Stadtteil Ohligs ist an zwei Standorten in der Uhlandstraße (Kl. 5-7) und der Querstraße (Kl. 8-10 und Oberstufe) untergebracht. Sie ging aus dem gleichnamigen Gymnasium hervor, das im Zuge der Errichtung der Gesamtschule aufgelöst wurde. Die Schule hat ca. 1300 Schüler (einschließlich der gymnasialen Oberstufe) und wird ab dem Schuljahr 2007/2008 in den Ganztagsbetrieb gehen. Die „Scholle“ bietet als einzige weiterführende Schule in Solingen Italienisch als zweite oder dritte Fremdsprache ab Klasse 8 an.

Friedrich-Albert-Lange-Schule

Die Friedrich-Albert-Lange-Schule ist eine städtische Gesamtschule in Solingen-Wald.

Die nach Friedrich Albert Lange benannte Schule wurde 1990 gegründet und bekam vier Jahre später ihr erstes Erweiterungsgebäude. Ein weiteres Nebengebäude entstand 1995/96 für die Schüler der Klassen 5 und 6. Ende 2001 wurde eine zweite (größere) Turnhalle eingeweiht.

Ein Highlight im Schuljahr sind die nicht nur regional bekannten Walder Theatertage.

Gymnasium Schwertstraße

Das städtische Gymnasium Schwertstraße (GSS) liegt im Zentrum Solingens. Es wurde am 15. Oktober 1841 unter dem Namen „Höhere Handelsschule“ gegründet und ist damit das älteste Solinger Gymnasium. Das während des Zweiten Weltkrieges fast komplett zerstörte Schulgebäude wurde nach dem Krieg an alter Stelle wieder aufgebaut. Heute hat das Gymnasium etwa 1.000 Schüler. Die Schule bietet einen bilingualen Zweig für Englisch und seit neuestem eine „Streicherklasse“ an, in der die Schüler in Kooperation mit der Solinger Musikschule Unterricht an Streichinstrumenten erhalten. Bekannte ehemalige Schüler sind unter anderem Rudolf Cronau, Walter Scheel, Michael Lesch, Johannes Schuy und Veronica Ferres.

Gymnasium August-Dicke-Schule

Die August-Dicke-Schule ist ein städtisches Gymnasium mit knapp 1000 Schülern. Das Gebäude liegt nahe dem Stadtkern an der Schützenstraße.

Die Genehmigung der Regierung für die Gründung der heutigen August-Dicke-Schule wurde am 15. August 1873 erteilt. Den Namen verdankt die Schule dem Oberbürgermeister der Stadt Solingen in den Jahren 1896–1928, August Dicke, einem Ehrenbürger der Stadt Solingen, der die Entwicklung Solingens am Beginn dieses Jahrhunderts entscheidend geprägt hat.

Anlässlich der Einweihung wurde das Schulgebäude in der Presse als „schönste Schule Westdeutschlands“ bezeichnet. Die Architektur ist in bestem Sinne Ausdruck ihrer Zeit: Massiv, viergeschossig im symmetrischen und gesteigerten Aufbau mit horizontaler und rhythmischer Gliederung. Das Haus ist einfach, sachlich, funktional, aber mit einer imposanten Wirkung, im Geist einer neuen Sachlichkeit und Formgebung erbaut.

1984 wurde das Schulgebäude unter Denkmalschutz gestellt, und 1998 wurde das Ziegelmauerwerk der Fassade umfangreich restauriert.

Mit Beginn des Schuljahres 2003/2004 ist an der August-Dicke-Schule eine Klasse mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil eingerichtet worden. Zusätzlich zum Unterricht erhalten die Schüler dieser Klasse ein naturwissenschaftliches Unterrichtsangebot in Form einer Arbeitsgemeinschaft, die für die Klassen 5 bis 8 verpflichtend, aber nicht versetzungsentscheidend ist. Diese Arbeitsgemeinschaft endet nach der Klasse 8, da in den Klassen 9 und 10 im Wahlpflichtbereich die Möglichkeit der naturwissenschaftlichen Schwerpunktbildung besteht.

Humboldtgymnasium

Das Humboldtgymnasium, benannt nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, besteht seit 1903 und liegt an der Stadtteilgrenze zwischen Wald und Ohligs. Das in der Sekundarstufe I 5-zügige Gymnasium hat über 1.200 Schüler und ca. 80 Lehrer. Das Schulgebäude wurde 1978 eingeweiht und 2002 um einen Neubau erweitert. Zudem verfügt die Schule über eine eigene separate Sporthalle.

Schulzentrum Vogelsang

Im Schulzentrum Vogelsang sind das Gymnasium Vogelsang und die Realschule Vogelsang untergebracht. Es liegt im Norden Solingens an der Grenze der Bezirke Gräfrath und Wald. Das 1979 fertiggestellte Gebäude ist mit ca. 1700 Schülern (ca. 1000 am Gymnasium, ca. 700 an der Realschule) der größte Schulkomplex Solingens. 1982 setzte sich der Verbund aus Realschule und Gymnasium mittels einer breiten Bürgerbewegung erfolgreich gegen die Umwandlung in eine Gesamtschule zur Wehr.

Gymnasium Vogelsang

Das Gymnasium Vogelsang wurde 1972 gegründet und ist damit das jüngste der vier Solinger Gymnasien. Zunächst im so genannten „Roten Esel“, dem Gebäude einer ehemaligen Volksschule aus roten Ziegelsteinen im Stadtteil Wald, und einigen anderen Dependancen untergebracht, zog die Schule 1979/80 an ihren heutigen Standort, das neugebaute Schulzentrum Vogelsang auf der namengebenden Anhöhe.

Als einziges Solinger Gymnasium bietet es seit Mitte der 1980er Jahre in Klasse 5–7 einen Montessori-Zweig mit mehreren Wochenstunden Freiarbeit an. Ein weiterer pädagogischer Schwerpunkt ist der musisch-künstlerische Bereich mit Musik, Theater und bildender Kunst, zum Beispiel Streicherklassenunterricht (Erlernen eines Streichinstruments im Musikunterricht) in Klasse 5 und 6 und Leistungskurse im Fach Kunst in der gymnasialen Oberstufe.

Realschule Vogelsang

Die Realschule Vogelsang bietet ebenfalls, als einzige Realschule in Solingen, einen Montessori-Zweig (Klasse 5–10) an.

Fachschule Solingen

Die Fachschule Solingen geht in ihrem Ursprung auf eine Planung des Großherzogtums Berg von 1807 zurück. Die Umsetzung der Planung dauerte, wie vieles in Solingen, fast 100 Jahre. Die Schule wurde 1904 feierlich eingeweiht und war ein wirtschaftliches Instrument der Solinger Schneidwarenindustrie mit dem Bildungsauftrag, die Konkurrenzsituation zum Erzrivalen Sheffield auf dem Schneidwarenmarkt zu verbessern. Im Laufe der Zeit sind beachtliche Besteckentwürfe (Pott), Klingenentwürfe und flächige Gestaltungen erstellt worden. Gegenwärtig bildet die Fachschule Solingen staatlich geprüfte Techniker für Industriedesign sowie Maschinen- und Galvanotechnik aus.

Technisches Berufskolleg Solingen

Das Technische Berufskolleg Solingen liegt im Zentrum der Stadt und wurde 1823 als Sonntagschule der damaligen unabhängigen Stadt Höhscheid gegründet. Es hat gegenwärtig 2000 Schüler, die in den Schulformen Berufsschule, Berufsfachschule und Technisches Gymnasium Solingen beschult werden. Das Technische Berufskolleg ist als Ausbildungsstätte für Galvaniseure und Graveure bundesweit bekannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater/Clubs/Diskotheken

Museen

Bauwerke

Die St. Clemenskirche mit ihren beiden Sichtbeton-Turmspitzen von Dominikus Böhm, ist ein markantes Wahrzeichen der Solinger Innenstadt. Die sonstigen bedeutenden Bauwerke liegen jedoch außerhalb der City. So ist das Schloss Burg, eine wieder aufgebaute mittelalterliche Burganlage aus dem 12. Jahrhundert, die ihre historische Gründung den Grafen von Berg verdankt und lange Zeit deren Residenz war, bevor diese nach Düsseldorf übersiedelten. Seit der Zugehörigkeit zu Solingen 1975 ist sie das meist besuchte Wahrzeichen der heutigen Stadt Solingen. Überregional bekannt ist auch die Müngstener Brücke. Mit einer Höhe von 107 Metern ist sie Deutschlands höchste Stahleisenbahnbrücke. Sie verbindet Solingen mit Remscheid und überspannt dabei das Tal der Wupper. Ein weiteres Wahrzeichen der Gesamtstadt ist der historische Marktplatz des Stadtteils Gräfrath.

Trotz schwerer Zerstörungen insbesondere der innerstädtischen Bereiche Solingens während des Zweiten Weltkriegs hat in der Stadt eine Fülle historischer Bausubstanz überlebt. Besonders Bauten aus der Zeit zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg sind erhalten. Aufgrund der Kriegszerstörungen, Abrisse und baulicher Verdichtung in der Nachkriegszeit sind sie allerdings seltener in geschlossenen Ensembles anzutreffen, sondern über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Sie sind Zeugnisse des großen wirtschaftlichen Bedeutung Solingens und des gesamten bergischen Raumes als Industriestandort im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Typisch für Solingen sind große und aufwendige Fabrikantenvillen, die schon seit der Frühindustrialisierung im beginnenden 19. Jahrhundert häufig direkt neben den Betrieben entstanden sind. Sie liegen vorzugsweise an den heute innerstädtischen Verbindungsstraßen zwischen den ehemals selbstständigen Städten und an den Ausfallstraßen. Eine große Zahl dieser Villen ist bis heute erhalten. Außerdem stehen in Solingen noch viele der mehrstöckigen gründerzeitlichen Mietshäuser, der größte Teil in den innerstädtischen Bereichen. Leider sind diese oft durch beträchtliche bauliche Veränderungen aus der Nachkriegszeit (neue Türen und Fenster, entfernte Ornamentik, neue Anstriche) nicht mehr im ursprünglichen Zustand erhalten. Die immer noch beachtliche Menge historischer Bausubstanz kann so vom Passanten häufig nicht erkannt und „erlebt“ werden, die Aussagekraft vieler Denkmale ist so gemindert. Behutsame Rekonstruktionen bei Renovierungen können hier aber, wie Beispiele belegen, zu einer überzeugenden Wiederherstellung des intendierten Erscheinungsbildes führen.

Vor allem in den Solinger Hofschaften finden sich zum Teil jahrhundertealte bergische Fachwerkhäuser, die aber in den meisten Fällen vielfache bauliche Veränderungen durchgemacht haben. Eines der selteneren Beispiele für eine Fabrikantenvilla des 18. Jahrhunderts ist das heute als Standesamt genutzte Haus Kirschheide.

Sonstige Sehenswürdigkeiten sind der Wipperkotten, der letzte original erhaltene (Doppel-)Schleifkotten an der Wupper (Schleiferei, Museum, Denkmal und Designerwerkstätte), der Balkhauser Kotten, ein altes Zeugnis der handwerklichen Geschichte Solingens (heute ein so genanntes Arbeitsdenkmal) und die Sengbachtalsperre, eine Trinkwassertalsperre im Südosten von Solingen. Die Sternwarte Solingen bietet regelmäßig öffentliche Führungen und Vorträge an.

Regionale 2006

Die Regionale 2006 ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Gemeinschaftsprojekt der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal für die Entwicklung des Bergischen Städtedreiecks. Im Rahmen der Regionale haben die drei Städte seit 2001 gemeinsame und eigene Projekte entwickelt, die städtebauliche, kulturelle und wirtschaftliche Akzente für den Strukturwandel in der Region setzen. Ziel ist, die Region zu profilieren und zukunftsfähig zu machen. Ein großes Netzwerk von Sachverständigen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Institutionen der Region ist für die Arbeit an der Regionale entstanden. Von der Regionale 2006 gehen für Solingen die stärksten städtebaulichen Impulse seit Eröffnung der Clemens-Galerien aus.

Im Jahr 2006 wurden zum Abschluss des Programms auf der Bergischen Expo '06 die Ergebnisse der Kooperation sowie die Leistungen und Qualitäten der Region präsentiert.

In Solingen wurden folgende Projekte verwirklicht:

Regelmäßige Veranstaltungen

Ungenannt die zahlreichen, teilweise seit Jahrzehnten regelmäßig stattfinden Veranstaltungen diverser Vereine aus den Bereichen Hahnenköpper, Stadtteile, Hofschaften, Siedler, Heimat und Kleingarten sowie lebendes Getier.

Sonstiges

Der Cow Club ist ein Verein, der sich für die Förderung von Jugendkultur und Rockmusik einsetzt.

Sport

Sportvereine

Sportveranstaltungen

Am 26. Februar 2005 fand auf einer Kunstschneerampe am historischen Marktplatz in Solingen-Gräfrath die erste Snowboard- und Mountainbike-Meisterschaft statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Solingen hat seit der Städtevereinigung im Jahre 1929 bislang nur einer weiteren Persönlichkeit die Ehrenbürgerwürde verliehen. Es handelt sich um den ehemaligen Bundespräsidenten und gebürtigen Solinger Walter Scheel, dem diese Auszeichnung 1976 zuteil wurde.

Die Stadt Solingen vergibt jedoch weitere Auszeichnungen an Persönlichkeiten, die sich um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Dabei handelt es sich um den Kulturpreis der Bürgerstiftung Solingen 600, den Ehrenring der Stadt Solingen und den Ehrenpreis der Stadt Solingen „Die schärfste Klinge“. Diese Auszeichnungen werden in unregelmäßigen Abständen vergeben.

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Personen sind in Solingen geboren, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis (die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr):

Literatur

 Commons: Solingen – Bilder, Videos und Audiodateien