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Teheran

Teheran
DMS
Teheran
Basisdaten
Staat:  Iran
Provinz: Teheran
Koordinaten: 35° 42′ N, 51° 25′ OKoordinaten: 35° 42′ N, 51° 25′ O
Höhe: 1.191 m
Fläche: 716,9 km²
Einwohner: 7.797.520 (Volkszählung 2006 [1])
Bevölkerungsdichte: 10.877 Einwohner je km²
Vorwahl: 021
Zeitzone: UTC+3:30
Stadtgliederung: 22 Bezirke
Webseite: www.tehran.ir
Politik
Bürgermeister: Mohammad Bagher Ghalibaf

Teheran (persisch تهران(Tehrān) /teɦˈrɔːn/) ist die Hauptstadt Irans und der gleichnamigen Provinz. Im administrativen Stadtgebiet leben 7.797.520 Menschen, in der Metropolregion, die in etwa mit der Fläche der Provinz Teheran identisch ist, 13.413.348 (Volkszählung 2006)[1]. Sie beherbergt zahlreiche Universitäten, Museen sowie Baudenkmäler und ist das Industrie- und Handelszentrum Irans.

Teheran besitzt zwei Flughäfen, „Mehrabad International Airport“ im Westen und den 30 Kilometer südlich der Stadt gelegenen Flughafen „Imam Khomeini International Airport“. 1999 erfolgte die Eröffnung der U-Bahn Teheran, die die Verkehrssituation entlasten soll. Die moderne Teheraner U-Bahn mit drei Linien ist jedoch noch nicht komplett und wird erweitert.

Inhaltsverzeichnis

Der Name der Stadt

Der Ursprung des Namen Teheran ist umstritten und nicht endgültig festgelegt. So wird beispielsweise vermutet, dass sich der Name aus „tah“ und „ran“ zusammensetzt, dessen Bedeutung die Angewohnheit der alten Einwohner widerspiegelt, ihre Wohnungen in der Tiefe („tah“) aufzubauen. Eine andere Meinung ist, dass der Name Teheran sich vom altpersischen teh ran, was in etwa „warmer Ort“ bedeutet, ableitet.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt südlich des Elburs-Gebirges und des Kaspischen Meeres im Iranischen Hochland durchschnittlich 1.191 Meter über dem Meeresspiegel. 66 Kilometer nordöstlich befindet sich der 5.671 Meter hohe Damavand, in nördlicher Richtung grenzen die Abhänge des 3.975 Meter hohen Berges Towchal (mit Seilbahn) an das Stadtgebiet.

Auf Grund der Hanglage gibt es in der Hauptstadt erhebliche Höhenunterschiede. Die Stadtbezirke im Süden grenzen an die Salzwüste Dasht-e Kavir und liegen durchschnittlich 1.000 Meter über dem Meeresspiegel, das Stadtzentrum bei circa 1.100 bis 1.200 Meter und die Vororte im Norden bei etwa 1.700 Meter.

Das Stadtgebiet mit einer Fläche von 716,9 Quadratkilometern erstreckt sich jeweils 50 Kilometer in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Die Metropolregion - entspricht der Bodenfläche der Provinz Teheran - hat eine Ausdehnung von 18.814 Quadratkilometer.

Die Flüsse Karadsch im Westen der Ebene und der Djadjrud, der im Osten an Teheran vorbeifließt, versorgen die Stadt mit Wasser. An den beiden Flüssen sind im 20. Jahrhundert Talsperren errichtet worden, unter anderem die Amir-Kabir-Talsperre. Entlang den großen Straßen der Hauptstadt verlaufen offene Kanäle, in die Wasser aus den umliegenden Bergen geleitet wird.

Geologie

Teheran liegt in einer erdbebengefährdeten Zone. Die Region im Iranischen Hochland ist tektonisch sehr aktiv. Hier stoßen die Indisch-Australische und die Arabische Kontinentalplatte auf die Eurasische Platte. Mehrmals im Jahr kommt es zu leichten Erdstößen. Am 27. März 1830 erschütterte ein Beben von 7,0 Punkten auf der Richterskala die Stadt. Fast alle Gebäude der Hauptstadt wurden zerstört. In der gesamten Region starben schätzungsweise 45.000 Menschen.

Weitere schwere Erdbeben trafen die Region in den Jahren 300 v. Chr. (Stärke 7,6), 743 (7,2), 855 (7,1), 958 (7,7), 1177 (7,2), 1383 (7,0), 1665 (6,5) und 1815 (7,1)[2]. Nach Angaben von Seismologen kommt es in Teheran im Durchschnitt alle 150 Jahre zu einem großen Beben. Da das letzte schon länger als diese Zeitspanne zurückliegt, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein schweres Erdbeben in den nächsten Jahren.

Das Iranische Hochland mit der Hauptstadt Teheran erstreckt sich 3.000 Kilometer weit von Nordwesten nach Südosten quer durch den Trockengürtel der nördlichen Passatzone und trennt das afrikanisch-arabische Wüstengebiet von dem turanisch-zentralasiatischen. In seinem Aufbau erinnert es an Kleinasien. Hier wie dort wird ein aus Senken und Teilbecken bestehendes Hochland von Randgebirgsketten eingefasst. Im Norden wird die Einfassung von dem an das Kaspische Meer angrenzenden Elburs-Gebirge, mit dem ehemals vulkanischen Demawend, und dem girlandenartigen Zug der nordiranischen Randgebirge gebildet.

Das Innere ist durch Gebirgszüge in eine Anzahl Senken und Becken gekammert, die abflusslos sind. Infolge des Trockenklimas kann der vom Gebirge stammende Verwitterungsschutt bei der geringen Wasserführung der Flüsse nicht abtransportiert werden, so dass die Gebirge gleichsam in ihrem eigenen Schutt „ertrinken“. In den Becken finden sich ausgedehnte Wüsten, die teilweise von den Flüssen mit salzhaltigen Tonen gefüllt sind und sich in der Regenzeit in Salzsümpfe verwandeln.

Stadtgliederung

Teheran gliedert sich in 22 Bezirke und 120 Unterbezirke. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählungen (Zensus) von 1996 und 2006 (jeweils 25. Oktober) [3].

Bezirk Zensus 1996 Zensus 2006
1 249.676 379.962
2 458.089 608.814
3 259.019 290.726
4 663.166 819.921
5 427.995 679.108
6 220.331 237.292
7 300.212 310.184
8 336.474 378.725
9 173.482 165.903
10 282.308 315.619
11 225.840 275.241
Bezirk Zensus 1996 Zensus 2006
12 189.625 248.048
13 245.142 245.724
14 394.611 483.432
15 622.517 642.526
16 298.410 291.169
17 287.367 256.022
18 296.243 317.188
19 227.389 247.815
20 356.079 335.634
21 188.890 159.793
22 56.020 108.674

Klima

In der iranischen Hauptstadt herrscht Kontinentalklima. Es variiert stark abhängig von der Höhe über dem Meeresspiegel. Der hoch gelegene Norden Teherans erfreut sich kühlerer Temperaturen als der südliche Teil der Stadt, der am Rand der zentraliranischen Wüstenregionen liegt.

Die Sommer sind trocken und heiß. Die Durchschnittswerte für den Juli liegen im Süden der Stadt bei über 30 °C (im Norden um die 25 °C). Die Winter sind kühl (im Norden im Januar 2 °C, im Süden 5 °C). Oft schneit es im Norden und Westen Teherans, während im Süden der Stadt die Sonne scheint.

Es fällt insgesamt wenig Niederschlag. Die mittlere Durchschnittstemperatur beträgt 16,5 °C. In der Region fallen im Jahresdurchschnitt 230 Millimeter Niederschlag. Im Sommer steigen die Temperaturen bis auf 40 °C.

Der kälteste Monat ist der Januar. Die Temperaturen fallen dann auf einen mittleren Wert von 2,2 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einem Durchschnittswert von 29,7 °C. Der meiste Niederschlag fällt zwischen Dezember und April mit 28 bis 37 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste zwischen Juni und September mit eins bis drei Millimeter im Mittel.

Klimatabelle[4]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
7,2 9,9 15,4 21,9 28,0 34,1 36,8 35,4 31,5 24,0 16,5 9,8 22,5
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
-1,1 0,7 5,2 10,9 16,1 20,9 24,0 23,0 19,2 12,9 6,7 1,3 11,7
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
37,2 34,0 37,4 27,8 15,2 2,9 2,5 1,4 0,9 13,7 20,6 36,3 229,9
Durchschnittliche
Regentage
6,4 5,1 6,3 5,4 3,8 0,9 0,5 0,4 0,3 2,6 3,4 6,0 41,1

Geschichte

Ursprung

Die erste geschichtliche Erwähnung einer unbedeutenden Ansiedlung namens Teheran lässt sich auf das Jahr 942 datieren. Die Ansiedlung mit Obstgärten war in der Nähe der seldschukischen Residenzstadt Ray gelegen. Die ersten Bewohner lebten unterirdisch in Gängen und Höhlen.

Nach der Eroberung der Residenzstadt 1220 durch die Mongolen flohen die Einwohner Rays in die unterirdische Siedlung, um Schutz vor den Angreifern zu suchen.

Herrschaft der Safawiden und Zand-Prinzen

Teheran entwickelte sich erst während der Regierung der Safawiden zu einer Stadt. Die Siedlung und deren Zitadelle (der spätere Golestanpalast) wurden unter Tahmasp I. (1513−1576) mit einer Mauer umgeben. Tahmasp war 1524 im Alter von nur zehn Jahren als Nachfolger seines Vaters, Ismail I. (1501−1524), zum zweiten Schah der Safawidendynastie gekrönt worden.

Unter Abbas I. (1571−1629), der zeitweise in Teheran residierte, entstanden breite Straßen und Alleen. Auch Karim Khan (1705−1779), Gründer der kurzlebigen Dynastie der Zand-Prinzen, nutzte die Stadt zeitweilig als Residenz. Er ließ einen Palast bauen und die Stadtmauer wegen der Bedrohung durch die Kadscharen verstärken. Trotz militärischer Erfolge gegen die Kadscharen − er tötete deren Anführer Mohammed Hassan Khan und nahm seinen Sohn Aga Mohammed Khan (1742−1797) als Geisel − verlegte er seine Residenz aus Sicherheitsgründen wieder zurück nach Schiraz.

Machtübernahme der Kadscharen

Trotz der Umwallung unter den Safawiden und Zand-Prinzen kam Teheran nicht über das Stadium einer Provinzstadt hinaus. Dies änderte sich schlagartig mit dem Tod von Karim Khan 1779. Agha Mohammad Khan konnte sich nun aus der Gefangenschaft befreien und mit Hilfe der Kadscharen die Macht übernehmen.

1788 nahm er den letzten Regenten der Zand-Dynastie, Lotf Ali Khan (1769−1794), gefangen und tötete ihn. Ein Jahr später verlegte er seine Residenz nach Teheran. Dort krönte er sich im Frühjahr 1796 zum Schah und begründete damit die Kadscharen-Dynastie. Um das Jahr 1800 zählte man etwa 15.000 Einwohner.

Unter seinem Nachfolger Fath Ali (1762−1834) entstanden zahlreiche Moscheen, Medressen und Paläste, darunter unter anderem die Imam-Chomeini-Moschee und der Golestanpalast. Auch die Befestigungsmauer um die Stadt wurde teilweise restauriert. Der Kadscharenherrscher Nāser ad-Dīn Schah (1831−1896) vergrößerte während seiner Regierungszeit das ursprüngliche Stadtgebiet um das Fünffache. Er ließ die alte Stadtmauer abreißen und durch eine neue ersetzen. 1883 zählte man über 100.000 Einwohner. Damit wurde Teheran zur größten Stadt Persiens, bedingt auch durch die starke Zentralisierung des Landes.

Regierung der Pahlavis

Von links nach rechts: Stalin, Roosevelt und Churchill 1943 in Teheran

Unter Reza Schah Pahlavi wurde die Stadt in den 1930er Jahren nochmals vergrößert, eine Autobahn quer durch die Stadt gebaut und die alten Kadscharenansiedlungen eingeebnet. Die alte Befestigungsmauer riss man ab und baute ein neues geometrisches Straßennetz.

Bedeutend war die Teheran-Konferenz von Churchill, Roosevelt und Stalin in der Zeit vom 28. November bis 1. Dezember 1943. Thema war in erster Linie die Absprache über die weitere Vorgehensweise auf dem europäischen Kriegsschauplatz im Jahre 1944 und die Zeit nach einem Sieg der Alliierten über Nazideutschland.

In den 1960er und 1970er Jahren wurden während der Regierung von Mohammad Reza Pahlavi das Straßennetz erweitert. Zu den dauerhaften Leistungen des Schahs zählen die Ansiedlung von Industrie und die Schaffung einer modernen Infrastruktur.

Das Bevölkerungswachstum war durch Landflucht und eine hohe Geburtenziffer enorm. 1966 lebten in Teheran 2,7 Millionen Menschen. Im Jahre 1976 ergab eine Volkszählung bereits 4,5 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung lebte in den wachsenden Slums der Vorstädte unter erbärmlichen Bedingungen. Es herrschten Elend und soziale Verwahrlosung.

Islamische Republik

1979 kam es im Rahmen der Islamischen Revolution in Teheran zu Unruhen, in deren Verlauf Ruhollah Chomeini (1902−1989) die Islamische Republik Iran proklamierte und die Botschaft der USA besetzt wurde (Geiselnahme von Teheran).

Im Ersten Golfkrieg (1980−1988) war Teheran Ziel irakischer Luft- und Raketenangriffe. Am 22. September 1980 bombardierte die irakische Luftwaffe erstmals die Hauptstadt. 1985 begann der sogenannte „Städtekrieg“. Dabei wurde Teheran mehrmals von ballistischen Raketen des Irak getroffen. Der größte Teil der Opfer, die bei den Angriffen starben, waren Zivilisten.

Am 21. Oktober 1996 zählte Teheran bei der Volkszählung 6,8 Millionen Einwohner. Am 1. Juli 2004 lebten nach einer offiziellen Schätzung des „Statistischen Zentrums des Iran“ 7,1 Millionen Menschen in der Hauptstadt.

Nach dem schweren Erdbeben in Bam 2004 wurde wieder über eine Verlagerung des Regierungssitzes von Teheran in eine weniger erdbebengefährdete Region nachgedacht. Jedoch beschloss man die Stadt durch Regelungen erdbebensicherer zu machen, statt den Regierungssitz zu verlegen.

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerungszahl Teherans hat sich in einem schnellen Tempo entwickelt. Lebten 1800 erst 15.000 Menschen in der Stadt, so überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1883 bereits die Grenze von 100.000, womit sie zur Großstadt wurde. Bis 1956 stieg sie auf 1,5 Millionen und bis 2006 − bedingt durch Eingemeindungen zahlreicher Vororte und Zuzug von Migranten aus dem Umland − auf 7,8 Millionen. Die Bevölkerungsdichte in der Stadt beträgt 10.877 Einwohner pro Quadratkilometer. In der Metropolregion leben 13,4 Millionen Menschen (Volkszählung 2006). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 713 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich um Schätzungen und von 1883 bis 2006 um Volkszählungsergebnisse. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne den Vorortgürtel.

        Jahr         Einwohner
1800 15.000
1870 85.000
1883 106.482
1891 160.000
1922 210.000
1932 310.139
1939 540.087
1949 618.976
        Jahr         Einwohner
1956 1.512.082
1966 2.719.730
1976 4.530.223
1980 5.443.721
1986 6.042.584
1991 6.475.527
1996 6.758.845
2006 7.797.520

Entwicklung der Wohnsituation

Nach dem “globalen Plan für Teheran” sollte während der Regierung von Mohammad Reza Pahlavi nach dem Vorbild Manhattans in der Gegend „Abbasabad“ ein Hochhausviertel als das neue Finanz- und Geschäftszentrum Irans und des Mittleren Ostens erschaffen werden. Dieser Plan wurde nach den Wirren der Islamischen Revolution von 1979 aufgegeben. Teilweise stehen diese Grundstücke („Araazie nosazie abbasabad“ zu deutsch: „Grundstücke zum Neubau Abbasabads“) immer noch brach oder werden nur langsam verbaut.

Auch sonst wurde für die Zukunft eine hochmoderne und städtebaulich durchdachte Entwicklung Teherans vorgesehen. Das alles ist nach der Revolution aufgegeben oder nicht mehr weitergeführt worden. Als der einzige noch vor der Revolution verwirklichte Stadtteil dieses Plans steht die „Shahrak-e-Gharb“ im Nordwesten der Stadt. Diese und die Hochhaussiedlung „Ekbatan“ im Westen sind bis zum heutigen Tage die einzigen Stadtteile Teherans die nach den modernen Stadtbautheorien geplant und gebaut wurden.

Shahrak-e Gharb

Nach der Revolution setzte sich die Landflucht Richtung Teheran fort und verstärkte sich durch die Flüchtlinge des Ersten Golfkriegs aus den Kriegsregionen im Westen und Südwesten Irans. Hinzu kamen noch hunderttausende afghanische Flüchtlinge, die nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Afghanistan, in Teheran Zuflucht und Arbeit suchten. Diese und das völlige Fehlen eines staatlichen Wohnungsbaus und größerer privater Wohnungsbaugesellschaften führte zu einer Wohnungsnot und folglich zu einem astronomischen Preisanstieg des Wohnraumes, der bis heute anhält.

Die Wohnungsknappheit in der Stadt und die hohen Mieten und Immobilienpreise führten zu einem explosionsartigen Bevölkerungsanstieg im preislich günstigeren Umland von Teheran. So verwandelten sich kleine Dörfer innerhalb weniger Jahre zu Großstädten ohne jegliche städtische Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen. Als Beispiele zu dieser Entwicklung sind die Städte „Eslam-Shahr“ im Südwesten, „Varamin“ im Südosten und „Shahre Ghods“ im Westen der Stadt zu nennen. Diese übernahmen die Slum-Funktion für Teheran. Die 25 Kilometer westlich gelegene Stadt „Karadsch“ und seine Umgebung hat mittlerweile etwa drei Millionen Einwohner und wird oft als die größte Schlafstadt der Welt bezeichnet.

In den 1990er Jahren sind viele neue Parks und Grünanlagen errichtet worden. Durch massiven Wohnungsbau von Grundstücksspekulanten in den rentenkapitalistisch interessanten Nobelvierteln Nordteherans sind viele Gartenanlagen und Villen zerstört worden. Diese Luxuswohnungen haben kaum Einfluss auf die Wohnungssituation der Stadtbevölkerung, weil sich nur wenige diese Wohnungen leisten können. Zudem stehen viele dieser Wohnungen jahrelang leer, weil viele Besitzer gar nicht an eine Bewohnung oder Vermietung interessiert sind, sondern auf einen höheren Wiederverkaufswert spekulieren.

Obwohl sich die Stadt in rasantem Tempo entwickelt und die Slums aus der Zeit der Schah-Regierung beseitigt sind, gibt es noch immer zahlreiche Familien, die in engen Wohnverhältnissen leben − überwiegend im ärmeren Süden Teherans. Die Folge sind oft Unzufriedenheit, soziale Probleme und Auseinandersetzungen innerhalb der Familie. Im Allgemeinen sind aber die traditionellen Familienstrukturen, in denen auch entfernte Verwandte integriert sind, noch intakt.

Politik

Stadtregierung

Bürgermeister von Teheran ist seit 2005 Mohammad Bagher Ghalibaf. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad, der seit 2003 die Stadt regierte. Bei den Stadtratswahlen am 28. Februar 2003, es waren die zweiten seit 1999, wurde Ahmadinedschad bei extrem geringer Wahlbeteiligung (in Höhe von zwölf Prozent) zum Bürgermeister der Hauptstadt Teheran gewählt.[5] Um bei den Präsidentschaftswahlen 2005 zu kandidieren, trat er von seinem Amt zurück. Seit 3. August 2005 ist er sechster Präsident der Islamischen Republik Iran.

Der „Islamische Stadtrat von Teheran“ besteht aus 15 Abgeordneten. Er hat die Aufgabe, den gewählten Bürgermeister zu bestätigen und das Budget zu beschliessen. Alle Mitglieder gehörten bis 2006 der „Koalition der Erbauer des Islamischen Iran“ (Etelaf-e Abadgaran-e Iran-e islami) an. Die Partei wird dem politischen Lager von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zugerechnet.

Bei den Kommunalwahlen vom 15. Dezember 2006 wurde mit rund 60 Prozent überraschend eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung erreicht, die den Trend der letzten Jahre beendete. Das Ergebnis war eine herbe Niederlage für die Radikalislamisten um den Präsidenten Ahmadinedschad. Und das trotz der auch diesmal wieder erheblichen Kandidatenselektion durch den Wächterrat. Im Teheraner Stadtrat schnitten die Kandidaten aus dem Präsidentenlager mit zwei Vertretern deutlich schlechter ab als die Konservativen und auch die Reformer. Die Technokraten um Ghalibaf kamen auf acht Sitze. Die Reformer konnten mit vier Sitzen die zweitstärkste Fraktion bilden. Ein Sitz ging an einen den gemäßigten Technokraten nahe stehenden unabhängigen Kandidaten.

In den Stadtrat gewählt wurden bekannte Persönlichkeiten wie Mohammad-Ali Najafi (früherer Vizepräsident unter Mohammad Chātamī und Bildungsminister unter Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī), Ahmad Masjed-Jamei (früherer Kulturminister und Berater unter Chatami), Masoumeh Ebtekar (früherer Vizepräsident unter Chatami und Sprecher der iranischen Studenten während der Geiselnahme von Teheran), Hadi Saei Bonehkohal (Olympiasieger im Taekwondo bei den Olympischen Sommerspielen 2004), Rasul Khadem Azghadi (Olympiasieger im Ringen bei den Olympischen Sommerspielen 1996) sowie Alireza Dabir (Olympiasieger im Ringen bei den Olympischen Sommerspielen 2000). Parvin Ahmadinedschad, Schwester von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, errang für die Liste mit dem Namen „Der süße Duft des Dienstes“ einen Sitz im Stadtrat.[6]

Folgende 15 Kandidaten wurden 2006 in den Stadtrat von Teheran gewählt:[7]

Rang Name Fraktion Stimmen Prozent
1 Mehdi Chamran Ghalibaf 603.766 36,45
2 Morteza Talaei Ghalibaf 539.761 32,58
3 Rasul Khadem Azghadi Ghalibaf 427.097 25,78
4 Abbas Sheibani Ghalibaf 394.457 23,81
5 Hadi Saei Bonehkohal Reformer 384.358 23,20
6 Hamzeh Shakib Ghalibaf 330.233 19,93
7 Alireza Dabir Unabhängiger 306.729 18,52
8 Parvin Ahmadinedschad Ahmadinedschad 242.501 14,64
9 Masoumeh Ebtekar Reformer 232.959 14,06
10 Ahmad Masjed-Jamei Reformer 216.015 13,04
11 Mohammad-Ali Najafi Reformer 202.700 12,24
12 Masoume Abad Ghalibaf 201.754 12,18
13 Hassan Bayadi Ghalibaf 200.397 12,10
14 Khosrow Daneshjou Ahmadinedschad 200.175 12,08
15 Habib Kashani Ghalibaf 197.284 11,91

Städtepartnerschaften

Teheran unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Religionen

96 Prozent der 7,2 Millionen Einwohner Teherans (2007) bekennen sich zum Islam. Der zwölfer-schiitische Islam ist Staatsreligion. Die größte religiöse Minderheit bilden die rund 200.000 entrechteten Bahai (2,8 Prozent) in Teheran (siehe auch: Verfolgung der Bahai). Daneben gibt es Orientchristen, deren Zahl nach der Revolution von 1979 jedoch stark zurückgegangen ist[8].

Die größte christliche Gemeinde Teherans stellen die circa 60.000 Armenier (0,8 Prozent), die traditionell in den Vierteln Vanak, Majidijeh und Haft-e Tir leben. Die armenische Minderheit unterhält in der Stadt zahlreiche Kultur- und Sportstätten unter anderem den berühmten Ararat-Sportkomplex und zahlreiche Bibliotheken sowie die armenischen Grund-, Mittel und Oberschulen Alishan, Maryam und Marie Manukian. Außerdem unterhält die armenische Diözese 42 Kirchen. Des Weiteren leben rund 10.000 Mitglieder der assyrisch-orthodoxen Kirche (0,1 Prozent) und 5000 chaldäische Katholiken (0,05 Prozent) in Teheran, die beide dem syrischen Ritus zuzuordnen sind. Auch die assyrische und chaldäische Gemeinde unterhalten zahlreiche Kirchen in der Stadt. Daneben gibt es noch zahlreiche kleinere christliche Gemeinden, wie die georgisch-orthodoxe und Russisch-orthodoxe Kirche, sowie zahlreiche Evangelikale Gemeinden, wie beispielsweise die Anglican Church of Persia oder die Jama'ate Rabbani[8].

Die jüdische Gemeinde zählt circa 16.-18.000 Mitglieder (0,2 Prozent). In Teheran gibt es heute 18 intakte Synagogen. Ebenso wie die Armenier unterhält auch die jüdische Gemeinde zahlreiche Bibliotheken und Schulen, in denen hebräisch gelehrt wird[8].

Eine ebenfalls wichtige religiöse Minderheit stellen die rund 10.000 Zoroastrier (0,1 Prozent) die traditionell in den Vierteln Qolhak und Umgebung leben. Auch sie unterhalten ihre Kulturvereine und besitzen zwei Feuertempel (Aatashkadeh)[8].

Theater

Das größte Theater der Stadt ist die Vahdat Concert Hall mit rund 1.000 Sitzplätzen. Weitere Theater sind die Rudaki Hall (Heimat des Rudaki Orchesters), das Nasr (ältestes Theater der Stadt) und das Parstheater.

Jedes Jahr im Januar findet seit 1983 das Fadjr-Theaterfestival in Teheran statt. Es war ursprünglich zu Ehren des Revolutionsführers Ajatollah Ruhollah Chomeini gegründet worden und löste das Musik- und Theaterfestival in Schiraz ab. Das Fadjr (Morgenröte) dauert zehn Tage, so lange, wie Chomeini benötigte, um nach seiner Rückkehr aus dem Exil die Macht im Iran zu übernehmen. Von Paris kehrte er am 1. Februar 1979 nach Teheran zurück, am 11. Februar wurde die Regierung des bereits am 16. Januar 1979 geflohenen Schahs gestürzt. Seit 1999 nehmen auch internationale Künstler an dem größten Theaterfestival des Nahen Ostens teil.

Museen

Das Glas- und Keramikmuseum

Bedeutende Museen der Hauptstadt sind das Museum für zeitgenössische Kunst, das Archäologische Museum, das Abgineh Museum mit einer Ausstellung iranischer Töpferkunst, das Rea Abbasi-Museum mit einer Sammlung iranischer Kalligraphie und Gemälde sowie die Rassam Teppichkultur- und -kunstsammlung mit einer Teppichwebereischule. Weitere Museen sind das Nationalmuseum (Iran Bastan Museum) mit archäologischen Artefakten aus der vorislamischen Zeit des Iran, das Anthropologische Museum, das Naturkundemuseum, das Museum für Islamische Kunst und das Glas- und Keramikmuseum mit Schätzen aus Email, Kristall, Perlmutt, Gold und Lapislazuli.

Besonders erwähnenswert ist das Kronjuwelenmuseum in der Nationalbank. In ihm werden ungeheure Mengen von Schmuckstücken und Edelsteinen aufbewahrt, unter anderem der mit Gold und Edelsteinen geschmückte Sonnenthron, der Darja-ye Nur-Diamant (Meer des Lichts) mit 182 Karat und der mit 51.363 Edelsteinen besetzte Juwelen-Globus mit einem Gewicht von 36,5 Kilogramm Feingold. Zur Sammlung gehören des Weiteren die Krone von Reza Schah Pahlavi aus dem Jahre 1924 mit knapp 4.000 Edelsteinen und einem Gesamtgewicht von 2.080 Kilogramm, die Krone der früheren Kaiserin Farah Diba sowie der Kopfschmuck von Nadir Schah (1688-1747), bestehend aus dem großen Smaragd in der Mitte und einem Halbmond aus Diamanten mit 781 Karat.

Bauwerke

In Teheran befinden sich zahlreiche sehenswerte Bauwerke. Die meisten stammen aus der Kadscharenzeit, darunter der Golestanpalast (bis 1979 Sitz des Schahs) und die Schah-Moschee. Der Golestanpalast ist der einstige Regierungspalast der Kadscharen. Er wurde Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. Heute beherbergt der Palast ein Museum, in dem Keramiken, Schmuck und Waffen gezeigt werden. Bekanntestes Ausstellungsstück ist sicher der Pfauenthron.

Khalvat Karimkhani, Golestanpalast

In der Nähe des Basars und des Golestanpalastes liegt die Imam-Chomeini-Moschee, durch die der Besucher durch vier enge Durchgänge in den Hof im Inneren mit den vier Eingangsportalen gelangt. Die Moschee wurde auf Veranlassung des Kadscharenherrschers Fath Ali Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Die Arkadengänge und die Giebel sind mit gelbgrundig glasierten Fliesen geschmückt. Der zur Hofseite hin offene Hauptgebetssaal wird von einer blauen Kuppel überspannt.

Am Meidan-e Baharestan (Platz des Frühlings) befindet sich die unter dem Kadscharenherrscher Nasir-ud-Din Schah 1830 fertiggestellte Masdjed-e Schahid Mottahari, die bis zur Islamischen Revolution 1979 Sepahsalar-Moschee hieß. Die mit 3.700 Quadratmetern größte Moschee der Hauptstadt wird von zwei übereinanderliegenden Arkadenreihen umsäumt, die mit Stuckornamentik ausgestatteten Gebetshallen sind offen dem Hof zugewandt. In der Anlage gibt es eine theologische Fakultät, in der theologische Seminare veranstaltet werden.

Eines der bekanntesten moderneren Bauwerke Teherans ist der 45 Meter hohe Freiheitsturm (iranisch: Azadi), der 1971 aus Anlass der 2500-Jahrfeier der iranischen Monarchie aus über 25.000 weißen in Esfahan gebrochenen Steinen errichtet wurde. Mit einem Lift gelangt man zu einer Aussichtsplattform auf dem Turm, der einen herrlichen Ausblick über die Stadt bietet. Meist sind hier auch die von Schnee bedeckten Berge des Elbursgebirges zu erkennen. Heute gilt der Turm als Wahrzeichen des modernen Teheran.

Als Symbole der Islamischen Republik gelten die Stätten des Grabmals des Imam Chomeini und der Friedhof Behesht-e Zahra mit dem Blutbrunnen. Das Mausoleum im Süden von Teheran hat vier Türme mit jeweils 91 Meter Höhe. Die Höhe von 91 Meter wurde entsprechend dem Alter Chomeinis bei seinem Tod 1989 gewählt. Demzufolge wäre er 1898 geboren worden, oder man hat den islamischen Mondkalender, bei dem das Jahr um elf Tage kürzer ist als beim Sonnenkalender, für die Berechnung seines Lebensalters zugrunde gelegt.

Einen Besuch wert ist auch der Saadabad-Palastkomplex im Norden Teherans, der Sommerresidenz des letzten Schah. In dem Areal mit einer Fläche von 410 Hektar befinden sich mehrere Paläste. Das größte Gebäude ist der Weiße Palast, früher Zeremonien-und Empfangspalast von Reza Schah Pahlavi (1878-1944) und seinem Sohn Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980). Weitere Gebäude sind der Palast der Mutter des Schah, der Palast des Kronprinzen, der Schwarze Palast und der Grüne Palast, des ältesten und architektonisch wichtigsten Bauwerkes des gesamten Komplexes.

Höchstes Bauwerk im Iran ist der im Jahre 2007 fertiggestellte 435 Meter hohe Fernsehturm Borj-e Milad im Teheraner Stadtteil Gisha.[9] Er ist nach dem CN Tower in Toronto (553 Meter), dem Ostankino-Turm in Moskau (540 Meter) und dem Oriental Pearl Tower in Shanghai (468 Meter) der viertgrößte Fernsehturm der Welt.

Parks

In Teheran gibt es etwa 800 Parks. Bekannte Parks sind der Daneshju-Park, der Sa'ei-Park und der Shatranj-Park. Einer der größten ist der Mellat-Park, der bis zur Iranischen Revolution 1979 Shahanshahi-Park („Park des Kaiserreichs“) hieß. Er grenzt im Osten an die Valiasr-Allee und im Westen an die Parkway(chamran) und Seoul-Straße.

Im Stadtzentrum, nördlich der Teheran-Universität, liegt der Laleh-Park. Im Osten des Parks befindet sich das Landwirtschaftsministerium, im Nordwesten das Teppichmuseum und im Westen das Museum für zeitgenössische Kunst. In der Nähe gibt es viele Coffee Shops, Fastfood-Restaurants, Einkaufszentren und Designerläden.

Palast im Niavaran-Park

Im Stadtteil Niavaran liegt der Jamshidieh-Park, benannt nach dem Kadscharen-Prinzen Jamshid Davallu Qajar, der diesen Park der iranischen Kaiserin Farah Diba weihte. Im Park am Fuße des Kolakchal-Berges gibt es zahlreiche Gaststätten, Teehäuser und Picknickbereiche. Es beherbergt auch ein klassisch entworfenes Freiluftamphitheater. Ein weiterer Park in Niavaran ist der südlich des Palastes gelegene Niavaran-Park.

Shahr-e Bazi (früher Luna-Park) ist der Name von Teherans größtem Unterhaltungspark. Er befindet sich im Norden der Stadt nahe der Chamran-Autobahn und der Vorderseite des Stadtteils Evin.

Direkt an der Stadtgrenze zum Bezirk 22, in der Provinz Teheran, liegt der Chitgar-Park. Mit 14,5 Quadratkilometern ist er einer der größten Parks in der Provinz. Dort kann man radfahren und eislaufen. Durch den künstlich angelegten Wald fließen die Flüsse Kan und Vardavard. Geplant ist die Anlage eines künstlichen Sees zwischen den Chitgar-Hügeln. Der Park ist über die Landstraße und mit der U-Bahn zu erreichen.

Siehe auch: Persischer Garten

Sport

Teheran war als erste Stadt im Nahen Osten 1974 Austragungsort der Asienspiele. An ihnen nahmen 2.363 Athleten aus 25 Ländern teil.

Der Azadi-Sportkomplex ist mit einem Fassungsvermögen von 110.000 Zuschauern das größte Stadion in Teheran. Er war früher unter dem Namen „Aryamehr“ bekannt. Der letztgenannte Name, ein Titel des Kaisers Schah Mohammad Reza Pahlavi, in dessen Regierungszeit der Komplex errichtet wurde, wurde nach der Revolution 1979 geändert. In ihm trägt die Iranische Fußballnationalmannschaft ihre wichtigsten Länderspiele aus. Dort finden auch die Spiele von Persepolis und Esteghlal in der obersten Fußballliga (Iranian Pro League) statt.

Erfolgreichster Klub ist Perspolis. Der Verein ist mit acht Titeln Rekordmeister im Iran. Weitere Klubs sind Pas (Spielstätte ist das Shahid-Dastgerdi-Stadion), Rah Ahan (spielt im Derakshan-Stadion), Saba Battery (Spielstätte ist das Derakshan-Stadion) und Saipa (spielt im Enghelab-Stadion).

Wegen der hohen Temperaturen und der Luftverschmutzung sind sportliche Aktivitäten im Freien sehr anstrengend. Meistens werden Federball, Tennis und Golf gespielt, aber auch Rollerskating ist beliebt. Zu den wichtigsten Sportarten gehören ferner Ringen und Gewichtheben. Teheran war 1959, 1973, 1998 und 2002 Gastgeber der Ringer-WM. In Teheran finden auch zahlreiche Pferderennen und Polospiele statt.

Außerhalb der Stadt kann auch Wasser- und Wintersport betrieben werden. Die Skigebiete nördlich von Teheran sind bei Wintersportlern sehr beliebt. In den Elburs-Gebirgsketten nördlich von Teheran befinden sich unzählige Skipisten mit idealen Bedingungen und Einrichtungen zu erschwinglichen Preisen. Das Ski-Gebiet bei Tochal gilt als die vierthöchstgelegene Skiregion der Welt.

Einkaufen

Basar in Teheran

Sehenswert ist der Basar von Teheran. Er ist mit einer Länge von knapp zehn Kilometer und über 10.000 Läden der größte überdachte Basar der Welt. In den kleinen Läden wird dem Besucher eine große Auswahl an Waren angeboten, von kostbaren Teppichen über Silber- und Kupferarbeiten bis Lebensmitteln und exotischen Gewürzen.

Für die unterschiedlichen Handwerke sind gesonderte Bereiche auf dem Markt eingerichtet worden. Dort kann man den Handwerken bei ihrer Arbeit zusehen. Der Basar hat täglich außer freitags und an religiösen Feiertagen geöffnet. Angelegt wurde der Basar in der Kadscharen-Zeit. Ein weiterer großer Basar liegt im Vorort Tajrish, im Norden Teherans.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Der Großraum Teheran ist das größte Industrie- und Handelszentrum des Landes, wo 65 Prozent aller Industrieerzeugnisse im Iran produziert werden.[10] In den Industriebetrieben der iranischen Hauptstadt werden unter anderem Baumwolltextilien, Lebensmittel, Zement und Ziegelsteine hergestellt. Weitere wichtige Wirtschaftsbereiche sind Petrochemie, Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Verkehrstechnik und Automobilindustrie, Aluminium- und Stahlindustrie sowie Wasser- und Abwasserwirtschaft.

Von der National Iranian Oil Company in der Hauptstadt wird die Rohölindustrie, die sich in Abadan und anderen Regionen des Landes konzentriert, verwaltet. Die Wirtschaft unterliegt zum größten Teil der staatlichen Kontrolle. In privater Hand befinden sich ausschließlich kleinere Betriebe.

Die iranische Hauptstadt ist Sitz der 1968 gegründeten Tehran Stock Exchange (TSE).[11] Eine zweite Börse, die Iranische Ölbörse mit Sitz auf der Insel Kish im Persischen Golf wurde am 17. Februar 2008 eingeweiht.[12] Die Eröffnungszeremonie fand in Teheran im Beisein des iranischen Wirtschaftsministers, des Vorsitzenden der „Tehran Stock Exchange“ sowie von Beamten und Finanzexperten in Form einer Videokonferenz statt. Betreibergesellschaft ist die „International Iran Oil Bourse Company“, die sich mehrheitlich im Besitz des Oil Industry Pension Fund in Teheran befindet.[13]

Probleme bereitet die starke Luftverschmutzung, hervorgerufen durch Verkehrsemissionen, den Hausbrand im Winter und die Emisssionen der zahlreichen Industriebetriebe. Etwa 35 bis 40 Prozent der 2,5 Millionen Fahrzeuge − ein Drittel der 7,5 Millionen Fahrzeuge des Landes − war 2007 älter als 20 Jahre und hatte keine modernen Abgasfilter. Das Durchschnittsalter der Autos sinkt nur allmählich. Deshalb und wegen der hohen Sonneneinstrahlung bildet sich täglich ein starker photochemischer Smog.[14]

Der Wassermangel und Mangel an Parkanlagen und Waldgebieten in der Umgebung verstärken die ökologischen Probleme. Ebenso gibt es eine überdurchschnittliche Belastung des Trinkwassers mit Schadstoffen. Eine Folge davon ist eine Zunahme der Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Allergien unter den Einwohnern Teherans. Die Umweltverschmutzung in der Hauptstadt ist im weltweiten Vergleich eine der höchsten.

Verkehr

Fernverkehr

Mit den beiden FlughäfenMehrabad International Airport“ (THR) und dem am 8. Mai 2004 eröffneten „Imam Khomeini International Airport“ (IKA) besitzt Teheran Anschluss an den internationalen Luftverkehr.

Der Flughafen „Mehrabad“ liegt fünf Kilometer westlich Teherans. Die Fahrzeit zur Stadt beträgt mit dem Flughafenbus 45 Minuten und mit dem Taxi 30 Minuten. Der „Imam Khomeini International Airport“ befindet sich 30 Kilometer südlich Teherans. Die Fahrzeit zur Stadt beträgt mit Bus und Taxi jeweils eine Stunde und 30 Minuten. Innerhalb des Landes sind Flugreisen sehr bequem und auch sehr günstig. Tickets müssen allerdings weit im Voraus gebucht werden, da die Flüge oft voll besetzt sind.

Über Überlandbusse besteht Anschluss an Europa. Ab dem Istanbuler Busbahnhof verkehren täglich Linienbusse bis nach Teheran. Des Weiteren ist das hervorragende Autobahnnetz Irans mit Straßen auf mitteleuropäischem Standard auf Teheran zentralisiert. Teheran besitzt auch einen Hauptbahnhof.

Vor Überlandreisen mit dem Auto sollte bedacht werden, dass es im Iran pro Stunde durchschnittlich drei Verkehrstote gibt, das heißt pro Jahr circa 27.000. Damit liegt das Land auf Rang eins der internationalen Statistik.[15]

Nahverkehr

Die Verkehrssituation, speziell in der Innenstadt, ist seit geraumer Zeit sehr angespannt. Die explosionsartig angestiegene Einwohnerzahl hatte in direkter Folge den alltäglichen Verkehrsinfarkt zur Folge. Hauptgrund hierfür ist das Fehlen eines effizienten öffentlichen Nahverkehrssystems. Ein Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor auf die Nutzung von Bussen und Taxis angewiesen.

Die ersten Omnibusse fuhren 1927 in der iranischen Hauptstadt. Insgesamt verkehren mehr als 5.000 Busse verschiedener Typen auf etwa 250 Hauptstrecken und rund 100 Expressrouten. Das Bussystem trägt die Hauptlast im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die rund 4.000 Minibusse bedienen über 100 Linien und verbinden die Außenbezirke und Vororte mit der Innenstadt. Wegen des unzureichenden ÖPNV besteht eine große Nachfrage nach Transportmöglichkeiten. Deshalb befördern auch Taxis überschüssige Busfahrgäste. Insgesamt fahren rund 30.000 Taxis auf den Straßen Teherans.[16]

Trolleybusse verkehren seit 14. September 1992 in der Stadt. Das 13,9 Kilometer lange Streckennetz besteht aus zwei Hauptstrecken, die beide vom Meydan-e-Emam-Hoseyn ausgehen. Eine Strecke verläuft 6,9 Kilometer in nordöstliche Richtung durch die Straße Damavand Chiyaban zur Endhaltestelle Terminal-e-Sharq. Die zweite Strecke führt 5,7 Kilometer weit durch die Straße Hefdah-e-Shahrivar Chiyaban über Meydan-e-Chorasan bis Bozorgrah-e-Be'sat. Dazu gibt es noch eine Zweigstrecke, die südlich des Meydan-e-Chorasan abzweigt und 1,3 Kilometer weit durch die Straße Shush bis zum Meydan-e-Shush führt.[17]

Am 7. März 1999 wurde die erste Linie (Linie 5 − Teheran-Karaj-Mehrshahr-Schnellbahn) der U-Bahn in Teheran eröffnet. Teilstrecken der Linie 2 folgten am 21. Februar 2000, und auch ein Teil der Linie 1 wurde am 28. August 2001 in Betrieb genommen. Die drei Linien werden von der „Tehran Urban & Suburban Railway Company“ betrieben. Weitere Streckenabschnitte sind in Bau und Planung.[18]

Medien

Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat), darunter auch einige englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International, Iran Daily, Iran News).

Die in Teheran herausgegebene Tageszeitung „Hamshahri“ (Der Mitbürger) ist die am meisten gelesene Zeitung im Land. Sie wurde 1992 vom früheren Bürgermeister Gholamhossein Karbashi gegründet und wird vom Magistrat der Stadt herausgegeben. Die Leserschaft sind überwiegend Anhänger der progressiv orientierten „Partei der Diener des Aufbaus“.

„Kayhan“ (Die Welt) ist die Tageszeitung mit der zweithöchsten Auflage. Herausgeber der seit 1943 erscheinenden Zeitung ist die Kayhan-Gesellschaft. Durch ihren Anschluss an die internationalen Nachrichtenagenturen AFP, AP und Reuters ist sie weitgehend unabhängig von der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Die Leser sind eher konservativ und stehen dem Revolutionsführer Seyyed Alī Chāmene'ī nahe.

Die Tageszeitung „Iran“ mit Hauptsitz in Teheran gehört zu den zehn am meisten gelesenen Zeitungen und ist die einzige vom Staat finanzierte Tageszeitung des Landes. Herausgeber ist die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Die Leserschaft kann dem politischen Lager der Reformer um den früheren Präsidenten Mohammad Chātamī zugeordnet werden.

Die Zeitungen, aber auch die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender unterliegen staatlicher Zensur. Zusätzlich gibt es über 30 iranische Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet in Teheran empfangen werden können. Diese von der iranischen Zensur nicht erreichbaren Sender spielten während der Studentenproteste 2003 eine wichtige Rolle bei der Koordination der Demonstrationen.

Bildung

Zu den zahlreichen Universitäten in Teheran gehören unter anderem: Allameh Tabatabaii University, Amirkabir University of Technology, Alzahra University, Bagher Aloloum University, Baghiatollah University, Baqiyatallah Medical Sciences University, Comprehensive University of Technology, Imam Ali University for Army Officers, Imam Hossein University, Imam Sadegh University, Institute for Studies in Theoretical Physics and Mathematics (IPM), International University of Iran, Iran University of Medical Sciences, Iran University of Science and Technology (IUST), Islamic Azad University und K.N.Toosi University of Technology.

Weitere bedeutende Universitäten sind: Medical University for the Islamic Republic of Iran's Army, NAJA University of Police, Payame Noor University, Shahed University, Shahid Beheshti University, Shahid Beheshti University of Medical Sciences, Shahid Sattari University of Aeronautical Engineering, Sharif-Universität für Technologie, Tarbiat Moallem University, Tarbiat Modares University, Tehran University of Applied Science and Technology, Tehran University of Medical Sciences, Tehran University of Tarbiat Moallem, Universität Teheran, University of Emam Reza, University of Islamic Sects, University of Social Welfare and Rehabilitation Sciences und University of The Arts.

Panoramaansicht

Söhne und Töchter der Stadt

Teheran ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten.

Siehe Liste der Söhne und Töchter von Teheran

Blick auf die Hauptstadt Teheran am Fuße des Elburs

Literatur

  • Peter Georg Ahrens: Die Entwicklung der Stadt Teheran, Leske, 1966, ISBN B0000BNNJH
  • Ralf Burnicki, Maryam Sharif: Die Straßenreiniger von Teheran, Edition Av, 2004, ISBN 3-936049-41-6
  • Cornel Braun: Teheran, Marrakesch und Madrid. Ihre Wasserversorgung mit Hilfe von Qanaten, Dümmler, Bonn 1974, ISBN 3-427-75521-5
  • Sonia Seddighi, Betty Mahmoody (Hrsg.): Betty Mahmoody, eine Amerikanerin in Teheran, Das Arabische Buch, Berlin 1995, ISBN 3-923446-80-2
  • Martin Seger: Teheran. Eine stadtgeographische Studie, Springer-Verlag GmbH, 1982, ISBN 3-211-81368-3
  • Manfred Stammel: Die Wahrnehmung von Wohlstand und Armut. Geistesgeschichtliche Entwicklung und indigene Kognition am Beispiel einer erweiterten Verwandtschaftsgruppe in Teheran, wvb Wissenschaftlicher Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86573-064-7

Einzelnachweise

  1. a b City Population: Die Bevölkerung der größten Städte Irans
  2. Laboratoire de Géophysique Interne et Tectonophysique: Microseismicity in the region of Tehran
  3. City Population: Die Bevölkerung der Stadtbezirke von Teheran
  4. WMO: World Weather Information Service
  5. The Washington Institute for Near East Policy: Iran's Municipal Elections: A Turning Point for the Reform Movement?
  6. Middle-east-online: Ahmadinejad Tehran defeat confirmed
  7. IRNA: Final result of Tehran City Council election
  8. a b c d Eliz Sanasarian: Religious Minorities in Iran. Cambridge University Press, Cambridge 2000, ISBN 0-521-77073-4
  9. Miladtowertehran.com: Offizielle Website
  10. Die Zeit: Lexikon Iran
  11. TSE: Offizielle Website
  12. IRNA: 1st phase of Iran oil stock inaugurated on Kish island
  13. Bundesagentur für Außenwirtschaft: Pläne für Ölbörse Irans ohne erkennbare Fortschritte
  14. Bundesagentur für Außenwirtschaft: Branche kompakt - Kfz-Industrie und Kfz-Teile - Iran, 2007
  15. Bundesagentur für Außenwirtschaft: Irans Pkw-Produktion steigt auf Rekordniveau
  16. TU Berlin: Der Öffentliche Personennahverkehr in Teheran
  17. Trolleymotion.com: Netzkarte des Trolleybusbetriebs
  18. Tehranmetro.com: Offizielle Website
 Commons: Teheran – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Teheran – Nachrichten