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Renault Clio

Renault Clio
Hersteller: Renault
Produktionszeitraum: 1991–heute
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Schrägheck, 3/5-türig
Stufenheck, viertürig
Kombi, fünftürig
Vorgängermodell: Renault 5
Nachfolgemodell: keines

Der Renault Clio ist ein Kleinwagen des französischen Automobilherstellers Renault, der als 3- oder 5-Türer erhältlich ist. Die Stufenheckversion des Clio trägt die Bezeichnung Renault Thalia und erfreut sich vor allem in Osteuropa großer Beliebtheit.

Die erste Generation des Clio (Typ 57) wurde 1991 eingeführt. Die zweite Generation (Clio Typ B) startete 1998. Seit 2005 ist die dritte Generation des Clio auf dem Markt (Clio Typ R).

Der Begriff „Phase” verweist bei Renault-Modellen auf die jeweiligen Facelifts der entsprechenden Modellreihe (so handelt es sich z. B. beim Clio B Phase II um das Clio-Modell der 2. Generation mit dem 1. Facelift).

Inhaltsverzeichnis

Clio (Typ 57)

1. Generation

Dreitürer Phase I

Produktionszeitraum: 1991–1998
Motoren: Ottomotoren:
1,2–2,0 Liter
(40–108 kW)
Dieselmotor:
1,9 Liter (47 kW)
Länge: 3.700 mm
Breite: 1.670 mm
Höhe: 1.410 mm
Radstand:
Leergewicht: 855 kg


Der Clio (Typ 57) wurde von 1991 bis Anfang 1998 gebaut. Die Modellreihe durchlief zwei Überarbeitungen und unterteilt sich daher in drei Bauphasen. Die optisch auffälligste Überarbeitung war 1996 das Facelift mit veränderten Frontscheinwerfern.

Motoren

Modell Hubraum Leistung Bauzeit Bemerkung
Otto
1.2 8V (SPI) 1171 cm³ 40 kW (55 PS) 1991–1996 RL, RN, Prima
1.2 8V (MPI) 1149 cm³ 40 kW (55 PS) 1996–1997 Campus, RN
1.2 8V (MPI) 1149 cm³ 43 kW (58 PS) 1997–1998 Campus, RN
1.4 8V (SPI) 1390 cm³ 55 kW (75 PS) 1991–1998 RN, RT, RTi
1.8 8V (SPI) 1794 cm³ 65 kW (88 PS) 1991–1996 RT, Baccara
1.8 8V (MPI) 1783 cm³ 66 kW (90 PS) 1996–1998 Initiale
1.8 8V (MPI) 1783 cm³ 80 kW (107 PS) 1995–1998 RSi
1.8 8V (MPI) 1794 cm³ 80 kW (109 PS) 1993–1995 RSi
1.8 16V (MPI) 1764 cm³ 99 kW (135 PS) 1991–1995 Clio 16V
2.0 16V (MPI) 1998 cm³ 108 kW (147 PS) 1994–1998 Clio Williams
Diesel
1.9 D 1870 cm³ 47 kW (64 PS) 1991–1998 RL, RN


SPI = Single Point Injection (Zentraleinspritzung), MPI = Multi Point Injection

Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell und Ausstattung abhängig.


Ausstattungen

RL-Ausstattung

Scheibenwischer mit zwei Geschwindigkeiten und Wisch/Wasch-Tippkontakt; Ablagefach in der Fahrertür; verstellbare Kopfstützen; höhenverstellbare Sicherheitsgurte vorn, Gurtschlösser im Sitz integriert; umklappbare Rücksitzbank; vollständig verkleidete A-, B- und C-Säulen; serienmäßige Verkabelung für nachträglichen Radioeinbau; heizbare Heckscheibe; mit und ohne Verschleißanzeige für die vorderen Scheibenbremsbeläge.

RN-Ausstattung

Heckscheibenwischer und -wascher; Zeigeruhr; Aschenbecher hinten; Make-up-Spiegel auf Fahrerseite; Radioabdeckung; beleuchteter und verkleideter Kofferraum; Türverkleidung mit Stoffeinsatz; Handschuhfach mit Verschluss.

RT-Ausstattung (zusätzlich zu RN)

Zentralverriegelung mit Infrarot-Fernbedienung; elektrische Fensterheber vorn; Velours-Polsterung; Automatikgurte hinten; Ölstandsanzeige im Armaturenbrett; regelbare Armaturenbeleuchtung; Lesespot; ausstellbare hintere Seitenfenster (Zweitürer); Warmluftdüsen zum Fondabteil.

Clio 16V

Stoßfänger in Wagenfarbe mit integriertem Spoiler; verbreiterte vordere Kotflügel aus einem neuartigen flexiblen Verbundwerkstoff (2 mm starkes Noryl). Bei einem Aufprall unter 15 km/h nehmen die Kotflügel wieder ihre ursprüngliche Form ein. Auch die hintere Seitenpartie ist mit einer Verbreiterung versehen. Die Radhäuser sind mit breiten Seitenschwellern verbunden. Über der Heckscheibe befand sich ein Dachspoiler. Die leicht gewölbte Motorhaube war zusätzlich mit einer Lufthutze zur Wärmeableitung vom Auslasskrümmer versehen. Innen verfügte der Clio 16V über Sportsitze, auf Wunsch in Leder. Schalthebel und Dreispeichen-Lenkrad mit Lederbezug, modifiziertes Armaturenbrett mit vergrößertem Blendschutz und darin integrierten Zusatzinstrumenten (Öl-Temperatur, Öl-Druck, Öl-Stand).

Weitere Ausstattungsvarianten

Sondermodelle: Logos

Clio (Typ B)

2. Generation

Dreitürer Phase I

Produktionszeitraum: 1998–2005
Motoren: Ottomotoren:
1,2–3,0 Liter
(43–187 kW)
Dieselmotor:
1,5–1,9 Liter
(48–74 kW)
Länge: 3.821 mm
Breite: 1.639 mm
Höhe: 1.417 mm
Radstand:
Leergewicht: 915–1.400 kg

Im Laufe des Jahres 1998 wurde die zweite Generation des Clios eingeführt, der Clio B Phase I, der in allen Variationen bis Herbst 2005 erhältlich war.

Ab 2000 war der erste Renault Clio Sport mit einem 2.0-16V-Motor und 169 PS erhältlich. Damit setzte Renault die lange Tradition sportlicher Kleinwagen wie dem R5 Turbo (Backenturbo) oder dem Renault Clio Williams (Clio Typ 57) fort.

Auch hier wurde die Generation durch mehrere Überarbeitungen in vier Phasen unterteilt. Im Jahre 2001 erfolgte das erste Facelift, genannt Clio B Phase II, das vor allem an den dynamischer gestalteten Frontscheinwerfern, neuen Rückleuchten und einer hochwertigeren Innenausstattung erkennbar war.

2003 mit Clio B Phase III blieben die optischen Veränderungen vergleichsweise unauffällig. Die Baureihe wurde optisch überarbeitet, um neue Ausstattungsvarianten, einen stärkeren Dieselmotor und motorenmäßig überarbeiteten Renault Clio Sport (2.0-16V, 179 PS) ergänzt.

Der Clio B war in verschiedenen Varianten verfügbar, unter anderem auch als Kompaktsportwagen mit 255 PS (Mittelmotor, V6), Heckantrieb und 6-Gang-Getriebe – mit der Bezeichnung Clio V6 24V.

Auch nach Einführung der 3. Generation ist der Clio B als Sondermodell Campus weiterhin erhältlich. Im September 2006 erhielt diese Version ein weiteres Facelift (Phase IV). Unter anderem wurde die hintere Kennzeichenhalterung von der Heckklappe in die Stoßstange versetzt. In Österreich wird er unter dem Namen „Storia” vertrieben. Der Clio B Campus wird parallel zum aktuellen Twingo 2 im Renault Werk Novo Mesto in Slowenien produziert.


Motoren

Motorisierung Hubraum Leistung Bauzeit Bemerkung
Otto
1.2 8V 1149 cm³ 43 kW (58 PS) 1998–2001
1.2 8V 1149 cm³ 44 kW (60 PS) 2001–heute
1.2 16V 1149 cm³ 55 kW (75 PS) 2001–heute
1.4 8V 1390 cm³ 55 kW (75 PS) 1998–2001
1.4 16V 1390 cm³ 70 kW (95 PS) 1999–2000
1.4 16V 1390 cm³ 72 kW (98 PS) 2000–2005
1.6 8V 1598 cm³ 66 kW (90 PS) 1998–2000
1.6 16V 1598 cm³ 79 kW (107 PS) 1999–2001
2.0 16V 1998 cm³ 124 kW (169 PS) 1999–2001 Renault Sport Clio Phase I
2.0 16V 1998 cm³ 128 kW (172 PS) 2001–2003 Renault Sport Clio Phase II
2.0 16V 1998 cm³ 132 kW (179 PS) 2004–2005 Renault Sport Clio Phase III
3.0 V6 24V 2946 cm³ 166 kW (226 PS) 2000–2002 Clio Renault Sport V6 Phase I
3.0 V6 24V 2946 cm³ 187 kW (254 PS) 2003–2005 Clio Renault Sport V6 Phase II
Diesel
1.5 dCi 16V 1461 cm³ 48 kW (65 PS) 2001–heute
1.5 dCi [1] 16V 1461 cm³ 60 kW (82 PS) 2002–2005
1.5 dCi 16V 1461 cm³ 74 kW (100 PS) 2004–2005
1.9 dTi [2] 16V 1870 cm³ 59 kW (80 PS) 2000–2001
  1. dCi = Turbo & CommonRail Einspritzung
  2. dTi = Diesel Einspritzung

Ausstattungen:

Clio (Typ R)

3. Generation

Dreitürer Phase I

Produktionszeitraum: 2005–heute
Motoren: Ottomotoren:
1,2–2,0 Liter
(48–141 kW)
Dieselmotor:
1,5 Liter
(50–78 kW)
Länge: 3.986 mm
Breite: 1.707 mm
Höhe: 1.496 mm
Radstand:
Leergewicht: 1.080–1.210 kg


Im September 2005 wurde die dritte Generation des Clio eingeführt, der Clio R. Wie bereits der Renault Modus im Jahr davor, konnte auch der neue Clio die Bestnote von 5 Sternen im Euro NCAP Crashtest erreichen.

Der Clio ist 2007 auch in einer Sondermodellversion erschienen. Zusammen mit dem Surf- und Snowboard Experten Rip Curl entstand dieses kleine „Update“. Das limitierte Sondermodell trägt neben den bekannten Farben auch die neue Lackierung Iceberg Blue sowie die Firmenlogos von Rip Curl. Motorenseitig erhält er die neuen Renault-Motoren; den 1,2 Liter Turbomotor mit 74 kW (100 PS) und den 1,5 Liter Turbodiesel mit 63 kW (85 PS). Ein wichtiges Merkmal dieses Sondermodells ist ein verringerter CO2-Ausstoß. Außerdem legt Renault den Clio F1 R27 auf, ein Clio Sport mit dem Fahrwerk der Cup-Modelle und einer Sonderlackierung.

Im Herbst 2007 stellte Renault auf der IAA in Frankfurt am Main die Serienversion des Clio Grandtour vor, der im Januar 2008 lanciert wird. Der 20 cm längere Grandtour soll im Kleinwagenkombi-Bereich gegen den Skoda Fabia Kombi und den Peugeot 207 SW antreten und diese Nische beleben.

Ebenfalls im Januar 2008 erhalten der 3- und 5-türige Clio eine Modellpflege, die eine Austattungsstraffung und neue Motoren beinhaltet. So fallen der 1,4 und 1,6 Liter Benziner zugunsten des 1,2 TCE aus dem Programm. Der 1,5 dCi 63 kW (86 PS) erhält einen 6. Gang, sowie einen Rußpartikelfilter.


Motoren

Motorisierung Leistung Vmax* Bemerkung
Otto
1,2 16V 48 kW (65 PS) 159 km/h in Österreich nicht erhältlich
1,2 16V 55 kW (75 PS) 167 km/h
1,2 16V TCE [1] 74 kW (100 PS) 184 km/h
1,4 16V 72 kW (98 PS) 183 km/h in Deutschland nicht erhältlich
1,6 16V 65 kW (88 PS) 177 km/h in Österreich nicht erhältlich
1,6 16V 82 kW (112 PS) 190 km/h nur noch als Automatik
2,0 16V 103 kW (140 PS) 205 km/h auch als Automatik
2,0 16V 141 kW (197 PS) 215 km/h Renault Sport
Diesel
1,5 dCi 50 kW (68 PS) 162 km/h
1,5 dCi 63 kW (86 PS) 174 km/h
1,5 dCi 76 kW (103 PS) 190 km/h mit FAP Rußpartikelfilter [2]
1,5 dCi 78 kW (106 PS) 190 km/h
1,5 dCi 75 kW (103 PS) 188 km/h mit FAP
  1. TCE = Turbo Control Efficiency
  2. FAP = Filtre à Particules

Abgeleitete Modelle

Clio 16V

Besonders hervorzuheben sind die Modelle Clio Sport, allgemein als Clio 16V bekannt. Diese Modelle verfügen über einen 16V-Motor mit 1,8 l Hubraum und 136 PS. Eine exklusive Version davon gab es zu Ehren des Formel-1-Teamchefs Frank Williams: den Clio 1 Williams, der sich heute noch größter Beliebtheit erfreut. Dieses auf 5.000 Stück limitierte Sondermodell war mit einem 16V-Motor 2,0 l Hubraum und 147 PS ausgestattet. Des weiteren gab es 1995 ein Modell namens „Grand Prix", gewissermaßen ein „kleiner Bruder" des Williams-Modells, das mit dem 1,8L 16V Aggregat ausgerüstet war. Hervorzuheben an dem Modell war die Ausstattung, es gab einen Fahrer-Airbag und ein komplettes Elektropaket. 500 Exemplare wurden fabriziert. Das Modell wurde von Renault gebaut, da Nigel Mansell zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister mit Williams geworden war.

Thalia

Der Thalia ist die viertürige Stufenheckversion des Clio. Wegen der geringen Nachfrage nach Stufenheck-Kleinwagen in Deutschland (siehe auch Seat Córdoba, VW Polo Classic, Škoda Fabia Sedan) wird der Thalia dort nicht angeboten. Gefertigt wird der Thalia unter anderem in Polen, der Türkei und in Argentinien. Hauptabsatzmärkte sind so genannte Schwellenländer in Lateinamerika, Osteuropa und Asien, da das Modell für die dortigen Verhältnisse Eigenschaften wie einen großen Kofferraum und hohe Variabilität zu entsprechend niedrigen Preisen bietet. Indirekt kann der Thalia als Nachfolger des in den 1970er Jahren in Spanien auf R5-Basis angebotenen R7 gelten. In einigen Ländern wird der Thalia als Renault Clio Symbol, in Mexiko mit geänderter Frontpartie als Nissan Platina[1], in Tunesien als Renault Clio Classic angeboten. Es gibt aber noch mehr Bezeichnungen: In Brasilien ist es ein Renault Clio Sedan, in Argentinien der Renault Clio GNC und in Peru Renault Clio 4 Puertas

Clio Renault Sport V6 24V

Als 1998 der Clio V6 24V auf dem Pariser Automobilsalon als Konzeptstudie vorgestellt wurde, war das Interesse so groß, dass man sich entschied, das Sondermodell zu bauen. Entwickelt wurde es von Renault in Zusammenarbeit mit Tom Walkinshaw Racing (TWR).

Der Clio V6 24V besaß einen 3,0-Liter-V6-Mittelmotor mit Vierventiltechnik. Durch die veränderte Motorlage wurde der Clio zum Zweisitzer; die Rücksitze entfielen. Die erste Generation verfügte über eine Leistung von 166 kW/226 PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Die zweite Generation von 2003 hatte eine Leistung von 187 kW/254  PS und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Insgesamt wurden 2.935 Exemplare produziert.

Diese Versionen wurden im schwedischen Uddevalla bei TWR (erste Generation) bzw. bei Alpine in Dieppe (zweite Generation) „weitgehend von Hand“ endmontiert. Der Neupreis der ersten Generation lag in Deutschland bei 38.500 € und bei der nachfolgenden Generation bei 39.900 €.

Er gilt als indirekter Nachfolger des Renault 5 Turbo.

Renault Clio Sport 197

Ab September 2006 steht die 3. Generation des Renault Clio auch als Sportversion bei den Händlern. Seine Leistungen saugt der Clio aus dem 2.0 16V Motor mit 197 PS (145 kW). Das maximale Drehmoment liegt bei 215 Newtonmeter bei 5.550 U/min. Der Sprint von 0 auf 100 Km/h soll in 6,9 Sekunden erfolgen. Viele technischen Verbesserungen wie z.B. an der Aerodynamik, der Lenkung und dem Fahrverhalten sind vorgenommen worden. Der Radstand wuchs um 10 mm auf 2.590 mm, damit eine bessere Standfestigkeit erreicht werden konnte. Die Bremsen wurden modifiziert; somit soll der Clio von 100 Km/h auf 0 Km/h in nur 35 Metern abgebremst werden. An Bord befinden sich 8 Airbags, viele Ablagefächer und ein maximales Stauvolumen von insgesamt 1.050 Litern. Der Preis liegt bei 22.650 Euro. Hinzu kommt, dass der Clio knapp 10 Liter Super verbraucht.

Clio als Rennwagen

Die Version des Cup heißt 2006: „DMSB Renault Clio Speed Trophy”. 2005 wurde die Serie „DMSB Renault Clio RS Cup” genannt.

Einzelnachweise

  1. Informationen zum Nissan Platina bei Nissan Mexiko
 Commons: Renault Clio – Bilder, Videos und Audiodateien