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Lindisfarne (Kloster)

Koordinaten: 55° 40′ 46″ N, 1° 48′ 27″ W

Lindisfarne war ein Kloster auf der Insel Lindisfarne vor der Nordost-Küste Englands in der Grafschaft Northumberland.

Im Jahr 635 wurde dort eine Abtei von schottischen Mönchen unter Führung von St. Aidan gegründet. Fortgeführt wurde sie vom Heiligen Cuthbert. Nach dessen Tod wurden die Lindisfarne Gospels angefertigt (715–721), das Kloster wurde zu einem Wallfahrtsort. Bald war Lindisfarne ein Zentrum der keltischen Klosterkultur, eine Stätte des Glaubens, der Kunst und der Gelehrsamkeit, berühmt durch seine Schreibschule. Von der Insel aus trieben sie die Christianisierung Englands voran, gerieten dabei jedoch bald in Konflikt mit unmittelbar vom Papst beauftragten römischen Missionaren.

Am 8. Juni 793 wurde Lindisfarne von Wikingern überfallen. Dieser Überfall markiert den Beginn der Wikingerzeit. Zu dieser Zeit war Bischof Higbald im Kloster Lindisfarne im Amt (781–803).

Im Jahr 875 verließen die Mönche mit den Reliquien des St. Aidan und St. Cuthbert und den Gospels (Evangelienbuch) das Kloster, um sich vor den andauernden Angriffen der Wikinger in Sicherheit zu bringen. Erst 1082 kehrten Benediktinermönche zurück. Etwa 50 Jahre später bauten sie eine Kirche an der alten Stelle. Die Reste dieser Kirche sind noch heute zu sehen.

1536 wurde das Kloster von Heinrich VIII. aufgelöst. Heute sind nur noch Ruinen erhalten.

siehe auch: Liste der Bischöfe von Durham