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Carving-Ski

Ein Carving-Ski ist ein Ski mit einer stärkeren Taillierung als ein klassischer Alpinski. Durch die Taillierung und die darauf abgestimmten Konstruktionsmerkmale Flex (Durchbiegung an der Querachse) und Torsion (Verwindungsteifigkeit bezüglich der Längsachse) sind Carving-Skier sehr drehfreudig.

Carving-Skier haben wegen ihrer positiven Fahreigenschaften konventionell gebaute Skier fast vollständig verdrängt. Entwickelt wurden die Carving-Skier auch als Antwort auf das Anfang der 1990er Jahre neu entwickelte Snowboard, mit dem Kurven sehr sportlich nicht mehr auf der Gleitfläche, sondern ausschließlich auf der Kante des Sportgeräts gefahren werden können. Mit Carving-Skiern und der entsprechenden Fahrtechnik, dem Carving, ist dieses Gefühl von Geschwindigkeit und Beweglichkeit im Skisport zu erleben.

Ein wesentliches Merkmal zur Klassifikation des Carving-Ski ist der durch die Taillierung vorgegebene Kurvenradius. Übliche Radien liegen je nach Einsatzzweck bei zehn bis 20 Metern. Den technisch vorgegebenen Kurvenradius kann der Ski während der Fahrt abhängig von der Durchbiegung und dem Aufkantwinkel verringern. Carving-Ski, die sehr kleine Radien ermöglichen, werden meist mit einer Erhöhungsplatte unter der Skibindung gefahren, damit der Skischuh den Schnee beim daraus folgenden extremen Aufkantwinkel nicht berührt.

Carving-Skier werden umgangssprachlich auch „Carver“ genannt und nach ihrem Einsatzgebiet üblicherweise unter folgenden Bezeichnungen angeboten:

Die ersten Versuche mit Carvingtechnik gehen auf den Vorarlberger k.u.k. Oberleutnant Georg Bilgeri (1873-1934) zurück, der mit kurzen Militärskiern bereits damals den breitbeinigen Fahrstil praktizierte. Der erste Carving-Ski wurde 1909 von Rossignol gebaut, konnte sich am Markt jedoch nicht durchsetzen. In Deutschland wurden erstmals 1989 unter dem Namen Snowrider Carving-Ski produziert, die auf eine Idee des Österreichers Reinhard Fischer zurückgehen.