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Gigi Campi

Pierluigi (Gigi) Campi (* 15. Dezember 1928 in Köln) ist ein in Köln lebender italienischer Jazz-Produzent, Architekt und Gastronom.

Campis Eltern gründeten 1925 in Köln die erste italienische Eisdiele. Zwischen 1949 und 1980 betrieb er, zunächst mit seiner Mutter und seiner Schwester, auf der Hohe Straße ein Eiscafé, das er - unter anderem durch die Auswahl der dort gespielten Jazzmusik - zum Treffpunkt internationaler Prominenz machen konnte. Dort trafen sich unter anderen Beniamino Gigli, Juliette Greco, Luise Rinser, Heinrich Böll, Ingeborg Drews, Joseph Beuys, Karlheinz Stockhausen oder Maria Callas, aber auch Jazzmusiker.

Der Jazzfan und angehende Architekt Campi wurde bereits früh zum Jazz-Produzenten. Er gründete 195] sein auf Cool Jazz aus Europa spezialisiertes mod-Schallplattenlabel. Außerdem organisierte er über 400 Konzerte, zunächst vor allem in Köln. Damit trug er dazu bei, den zeitgenössischen Jazz aus den Kellern in die Konzerthallen zu holen und ihm den Weg zur künstlerisch anspruchsvollen Musik und zur bürgerlichen Anerkennung zu ebnen. Des Weiteren organisierte er Festivals am Kölner Tanzbrunnen.

Als Gast bei den Proben der Band von Kurt Edelhagen war Campi wie elektrisiert von den Arrangements, die der Belgier Francy Boland schrieb. 1959 engagierte Campi während des Kölner Karnevals diesen und fünf weitere Jazzmusiker als Band zur Unterhaltung der Gäste in seinem Eiscafé: Dies sollte die Geburtsstunde der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band werden. Die Musik begeisterte Campi nämlich so, dass er entschied, um diesen Kern herum eine größere Band aufzubauen. Im Mai 1961 spielte das zum Oktett erweiterte Ensemble - zunächst unter dem Namen "The Golden Eight" - seine erste Platte mit Bolands Arrangements ein (mit u.a. Dusko Goykovich, Karl Drewo, Derek Humble, Jimmy Woode). Der erste Live-Auftritt der international besetzten und weltweit gerühmten Big Band um Schlagzeuger Kenny Clarke und Pianist Francy Boland folgte allerdings erst 1966. In den folgenden drei Jahren fungierte Campi als Bandmanager und organisierte Gastspiele der Gruppe. Die Presse feierte die Band begeistert als "Vulkan musikalischer Überraschungen". Zu den Gaststars der Band gehörten Stan Getz, Albert Mangelsdorff und Dave Pike, aber auch Schlagersängerin Gitte, die eine Platte mit dieser Band ihrer Plattenfirma abtrotzte.

Gemeinsam mit Alfred Biolek und Juniorpartnern mietete Campi 1983 den alten Wartesaal unter dem Kölner Hauptbahnhof von der Deutschen Bundesbahn. Nach aufwändiger Restaurierung der Art Deco-Räume durch ihn finden dort Konzert-, Fernseh und Tanzveranstaltungen statt. Ebenfalls nach den Plänen Campis wurde 1997 die vormalige Kantine des WDR-Funkhauses am Wallraffplatz geschmackvoll umgebaut, die seitdem von der Familie Campi als Bistro bewirtschaftet wird.

Campi gehört zu den wenigen Gastronomen, die durch eine "Festschrift" zum 70. Geburtstag geehrt wurden.

Literatur

Personendaten
Campi, Gigi
italienischer Jazz-Produzent, Gastronom und Architekt
15. Dezember 1928
Köln