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Mainzer Stiftsfehde

Die Mainzer Erzstiftsfehde, auch bekannt als Badisch-Pfälzischer Krieg, von 1461/1462 ist ein kriegerischer Konflikt um den Stuhl des Mainzer Erzbischofs.

Inhaltsverzeichnis

Anlass und Verlauf

1459 wird Diether von Isenburg mit knapper Mehrheit vor Adolf II. von Nassau zum neuen Erzbischof von Mainz gewählt, jedoch nie von Papst Pius II. bestätigt. Stattdessen wird Diether am 21. August 1461 durch den Papst gebannt und für abgesetzt erklärt. Der Papst begründet diesen Schritt mit Diethers oppositioneller Haltung gegenüber der Kirche und Kaiser Friedrich III., Diethers Reformbestrebungen und seinen Forderungen nach Abschaffung der päpstlichen Annaten. Adolf von Nassau wird vom Papst zum neuen Mainzer Erzbischof ernannt. Die Stadt Mainz unterstützt jedoch weiterhin Diether, der sich weigert, den Erzstuhl zu räumen.

Adolf verbündet sich mit dem Trierer Erzbischof Johann II. von Baden, dem Bischof Georg von Metz, dem Bischof von Speyer und dem Grafen Ulrich V. von Württemberg. Nachdem der Markgraf Karl I. von Baden zunächst versucht, zwischen den zerstrittenen Lagern zu vermitteln, dann aber doch Adolfs Partei an der Seite seines Bruders, des Bischofs Georg von Metz ergreift, kommt es in der Folge zum Badisch-Pfälzischen Krieg, dem Versuch, das Bistum mit Gewalt zu nehmen.

Auf Seiten Diethers kämpfen sein Bruder Ludwig sowie Kurfürst Friedrich von der Pfalz, ursprünglich ein Feind Diethers. Für seine Hilfe erhält Friedrich die Städte Lorsch, Heppenheim und Bensheim.

Zuerst verwüsten die Badener die pfälzischen Besitzungen links des Rheins, dann ziehen die Badener an der Seite der Speyrer und Württemberger rechts des Rheins und wüten auch dort in den pfälzischen Besitztümern. Im Sommer 1462 schenkt man auf Seiten der Allianz um Adolf von Nassau Gerüchten Glauben, wonach sich Friedrich mit seinen Truppen in Bayern aufhalten würde, um dort dem Herzog in einer Fehde gegen den Markgrafen von Ansbach beizustehen. Da die Allianz glaubt, die Pfalz sei offen, marschieren die Badener und Württemberger von Bretten her mit 8000 Mann in die Pfalz ein. Die bischöflichen Truppen kommen sengend und plündernd von Speyer her über den Rhein und bis nach Seckenheim. Da sich Friedrich I. jedoch nicht in Bayern aufhält, werden Adolfs Truppen im Wald bei Seckenheim von Friedrich I. und den Grafen von Leiningen und Katzenelnbogen überrascht und vernichtend geschlagen. Der Schlag gelingt, da die berittene Vorhut sich sicher fühlt und sich weit vom Fußvolk entfernt hat. Markgraf Karl I. und sein Bruder, der Bischof von Metz, werden verwundet und gefangen genommen. Mit der Gefangennahme des gegnerischen Heerführers Graf Ulrich V. durch Hans von Gemmingen endet der Krieg mit einem Sieg. Dieser Sieg in der Schlacht bei Seckenheim bringt Friedrich den Beinamen „der Siegreiche“ ein. Der Name der an gleicher Stelle errichteten Siedlung Friedrichsfeld, heute Stadtteil von Mannheim, erinnert ebenfalls an jene Ereignisse.

Friedrich I. lässt die Gefangenen auf sein Heidelberger Schloss bringen und sie dort in Ketten legen, bis sie die von ihm geforderten Lösegeldzahlungen leisten. Markgraf Karl muss zur Freilassung 25.000 Gulden zahlen, Sponheim als Pfand abgegeben und Pforzheim zum pfälzischen Lehen erklären. Den Metzer Bischof kostet seine Freilassung 45.000 Gulden. Für Friedrich bedeutet der Sieg vor allem aber die nachhaltige Sicherung seiner Position als Kurfürst.

Weitere Scharmützel kosten viele Opfer und sorgen aller Orten für Verwüstungen. In der Nacht zum 28. Oktober 1462 überfällt Adolf mit 500 Soldaten die Stadt Mainz und nimmt sie in seinen Besitz. In den 12-stündigen Straßenkämpfen verlieren 400 Menschen ihr Leben. Es kommt zu Plünderungen und Brandschatzungen; Mainz verliert seine Freiheitsprivilegien und damit seinen Status als Freie Stadt. Am nächsten Tag werden die Bürger auf dem Dietmarkt zusammengerufen. Es erscheinen 800 Bürger die alle aus der Stadt vertrieben werden. Etwa 400 von ihnen werden etwas später wieder eingelassen und dürfen in Mainz bleiben.

Diether von Isenburg erkennt Adolf erst ein Jahr später im Vertrag von Zeilsheim als seinen Nachfolger an. Nach dem Tode Adolfs im Jahr 1475 wird Diether dann durch das Mainzer Domkapitel erneut zum Erzbischof von Mainz gewählt und sogar vom Papst bestätigt. Dieses Mal regiert Diether ohne weitere Konflikte bis zu seinem Tod 1482.

Weitere Informationen

Während dieses Konflikts wird die Buchdruckkunst erstmals für innenpolitische Zwecke benutzt. So lässt Diether von seinem Freund Johannes Gutenberg Plakate und Flugblätter drucken. Interessant sind auch die verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den Hauptkontrahenten: Die Nichte Adolfs II., Maria von Nassau-Wiesbaden ist die Ehefrau von Diethers Bruder Graf Ludwig II. von Isenburg-Büdingen.

Literatur

Siehe auch