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Bela Ewald Althans

Bela Ewald Althans, eigentlich Bernd Althans, heute Bernd E. Althans (* 1966 in Bremen) ist ein ehemaliger Aktivist der Neonaziszene.

Schon als Schüler trat Althans als Rechtsextremist in Erscheinung. Zunächst wurde er in der „Deutschen Freiheitsbewegung“ von Otto Ernst Remer Mitglied, der Althans in den folgenden Jahren protegierte. Von Jugend an beteiligte sich Althans auch an sogenannten Wehrsportübungen und war Mitglied der Wiking-Jugend.

1983 trat Althans in die ANS/NA um Michael Kühnen und Christian Worch ein. Wie diese Spitzenkader wechselte er nach dem Verbot der Organisation in die FAP. Später beteiligte sich Althans am Komitee zur Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers (KAH). Nach dem Tod Kühnens 1991 wurde Althans zu einer der bedeutendsten Figuren des deutschen Rechtsextremismus. Er war damals federführend mit der Organisation der Rudolf-Heß-Aufmärsche in Wunsiedel befasst. Ungeklärt ist Althans' Rolle während des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen 1992.

Seit Beginn der 1990er trat Althans vermehrt im Zusammenhang mit der Holocaustleugnung auf, indem er Veranstaltungen mitorganisierte, auf denen Revisionisten wie Raimund Bachmann, Karl Philipp und der britische Publizist David Irving auftraten. Außerdem fungierte er für den Nazi Ernst Zündel, der von 1958 bis zur Abschiebung 2005 in Kanada lebte, als Verbindungsperson in Deutschland, wofür er seine PR-Agentur Althans Vertriebswege und Öffentlichkeitsarbeit (AVÖ, intern auch „Amt für Volksaufklärung und Öffentlichkeitsarbeit“) nutzte. In diese Zeit fallen auch zahlreiche Auslandsreisen u.a. nach Kanada und Russland, die dazu dienen sollten, internationale Kontakte mit dem rechtsextremen Untergrund zu knüpfen. 1994 kandidierte Althans bei der Münchener Kommunalwahl für die NPD.

1995 wurde Althans durch den Dokumentarfilm Beruf Neonazi einem breiten Publikum bekannt. Unter anderem sorgte er darin für Empörung, indem er auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz die Ermordung der europäischen Juden leugnete.

Bereits seit 1985 war Althans immer wieder wegen Delikten mit nazistischem Hintergrund angeklagt und teilweise zu Haftstrafen verurteilt worden. 1995 wurde der bisher letzte Prozess gegen ihn geführt, während dessen er sich von der gewaltbereiten Neonaziszene distanzierte. Er wurde wegen Leugnung der Judenvernichtung und Volksverhetzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Durch seine Homosexualität war Althans unter Rechtsextremen schon länger umstritten – dafür in Teilen der schwulen Öffentlichkeit umso beliebter, zum Beispiel bei Rosa von Praunheim, der ihn im Film Männer, Helden, schwule Nazis mitfühlend und bewusst unkritisch porträtierte. Laut Althans' eigener Aussage war seine Homosexualität (also nicht so sehr allgemeinpolitische Differenzen) der Auslöser für seine Loslösung aus der Naziszene. Heute arbeitet er unter dem Namen Bernd E. Althans als Promoter für und Organisator von Schwulenpartys.

Während seines letzten Gerichtsprozesses wurde vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Bericht veröffentlicht, wonach er seit 1990 für den Verfassungsschutz gearbeitet habe. Der Chef des bayerischen Verfassungsschutzes Gerhard Forster sagte aus, Althans habe ihnen für DM 360.000 "umfangreiches Material" angeboten, was dieser bestreitet.

Seine privaten Unterlagen übergab er an das niederländische Forschungsinstitut für Sozialgeschichte IISG.

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Personendaten
Althans, Bernd
Bela Ewald Althans, Bernd E. Althans
ehemaliger Aktivist der Neonaziszene
1966
Bremen