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Tauschhandel

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Der Tauschhandel ist die ursprünglichste Form des Handels. Dabei werden Waren oder Dienstleistungen direkt gegen Waren oder Dienstleistungen getauscht ohne die Verwendung einer Währung.

In wirtschaftlichen Krisenzeiten kann der Tauschhandel auftreten, zum Beispiel tauschen Stadtbewohner bei Bauern ihre Habseligkeiten gegen Nahrungsmittel. Meist übernimmt dann jedoch ein anderer Gegenstand die Rolle der Währung, z.B. Zigaretten im Nachkriegsdeutschland.

Barter (amerikanisch = Tausch/ Austausch) bezeichnet sämtliche Formen der geldlosen Zahlungssysteme Kompensationsgeschäfte, Contertrade, Offset, Buy Back und Barter Clearing.


Inhaltsverzeichnis

Barter-Geschäfte / Barter-Clearing

Unter Barter versteht man verschiedene Formen von geldlosen Verrechnungssystemen bzw. komplementären Zahlungssystemen. Eine Variante ist das Barter-Clearing (häufig auch als Bartering bezeichnet).

Gerade in Zeiten knappen bzw. teuren Geldes ist bartern eine Möglichkeit, zusätzliche Umsätze zu tätigen, neue Kunden zu gewinnen und die Liquidität des eigenen Unternehmens zu schonen. Insbesondere zeichnet sich Barter als attraktives Marketinginstrument aus.

Beim Barter-Clearing werden Waren und Leistungen grundsätzlich nicht bilateral, sondern über ein geldloses Verrechnungssystem zwischen gewerblichen und/oder privaten Nutzern multilateral verrechnet (dies über den gesamten Kaufpreis oder auch zu Anteilen des Waren-/Dienstleistungswertes). Die Verrechnungssysteme werden von Barterorganisationen, die im Regelfall mit Kleinst-, Klein und mittelständischen Unternehmen arbeiten, organisiert, die für jedes Unternehmen ein Verrechnungskonto (das Vergleichbar zu einem Girokonto funktioniert) führen. Dabei wird der Wert der jeweiligen Handels-(Tausch)objekte in der Verrechnungseinheit der jeweiligen Landeswährung ausgedrückt und unter den Teilnehmern des Pools verrechnet. Mit den modernen Kommunikationsmöglichkeiten und den heutigen Technologien ist die bargeldlose Geschäftsabwicklung sehr effizient und einfach geworden.

Der Barter-Handel ist in den Industrienationen in Europa, Nordamerika und Südamerika sowie in Asien und Australien verbreitet. In Afrika sind Barterorganisationen nur in Südafrika und den Mittelmeeranrainerstaaten vertreten.

In der Schweiz sind der WIR Bank e.G. ca. 20% aller Unternehmen (2006: ca. 68.000 Unternehmen) angeschlossen, die ca. 2,0 Mrd. CHF im Zuge des geldlosen Zahlungssystems verrechnen. In Deutschland sind als professionelle Organisationen abc markets B2B Communication Service GmbH (in Deutschland und Österreich tätig), EBB-Euro Barter Business BarterServ GmbH, BLV-Barter Logistik Verbund, Active International und Emerson Trust GmbH zu nennen. In Europa bestehen derzeit insgesamt mehr als 120 Barterorganisationen mit über 300.000 angeschlossenen Unternehmen.

Die Welthandelsorganisation (WTO) schätzt, dass ca. 15 bis 20 Prozent des Welthandels im Zuge von Bartergeschäften abgewickelt werden.

Manche Barterorganisationen, die sich im wesentlichen auf Geschäfte zwischen Unternehmen (B2B) konzentrieren, sind dem Verband IRTA-International Reciprocal Trade Association mit Sitz in Rochester/New York angeschlossen und verpflichten sich, dessen Codes of Ethics einzuhalten.

Eine Marktstudie der IRTA aus dem Jahr 2006 besagt, dass mehr als 13 Milliarden US$ über bargeldlose Verrechnungssysteme umgesetzt wurden.

Nach geographischen Regionen (pro Jahr)


Nordamerika & Lateinamerika:

ca. 450 gewerbliche Verrechnungssysteme

ca. US$ 4,8 Milliarden bargeldlose Umsätze


Europa & Kleinasien:

ca. 140 gewerbliche Verrechnungssysteme

ca. € 5,8 Milliarden bargeldlose Umsätze


Australasia (Australien & Asien):

ca. 80 gewerbliche Verrechnungssysteme

ca. AUS$ 2,5 Milliarden bargeldlose Umsätze

Sonderformen Bartergeschäfte

Tauschhandel im Buchgewerbe

Der Tauschhandel im Buchgewerbe, auch "Verstechen" genannt, war bis Mitte des 18. Jahrhunderts im deutschen Buchgewerbe die gängige Wirtschaftsform. Dabei wurden Büchern und andere schriftliche Erzeugnisse zwischen den einzelnen Druckern bzw. Verlegern nur nach deren Quantität und nicht Qualität getauscht, d.h. dass nach dem Prinzip "Bogen gegen Bogen" bzw. "Buch gegen Buch" gehandelt wurde. Diese Handelsform hatte sich im Buchwesen etabliert, da der komplizierte Geldverkehr zwischen den einzelnen gültigen Währungen im deutschen Sprachraum umgangen werden sollte. Ab Mitte des 18. Jahrhundert wurde diese Handelsart erst vom sogenannten Nettohandel und kurze Zeit später dann vom noch heute gültigen Konditionsverkehr abgelöst.

Literatur

Füssel, Stephan und Helmut Hiller: Wörterbuch des Buches. 7., grundlegend überarbeitete Auflage. Vittorio Klostermann, Frankfurt: 2006. ISBN 978-3-465-03495-7


Siehe auch