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Toleranzedikt von Mailand

Das so genannte Mailänder Toleranzedikt oder Zwei-Kaiser-Edikt (in der heutigen Forschung mittlerweile als "Mailänder Abkommen" bezeichnet), 313 vereinbart zwischen Konstantin I., dem Kaiser des Westens, und Licinius, dem Kaiser des Ostens, gewährt sowohl den Christen als auch überhaupt allen Menschen freie Vollmacht, der Religion anzuhängen, die ein jeder für sich wählt.

Die neuere Forschung weist jedoch darauf hin, dass die Bezeichnung „Edikt“ falsch ist. Man verwendet heute statt dessen den Begriff „Konstitution“, „Protokoll“ oder „Mailänder Vereinbarung“ bzw. „Übereinkunft“.

Die Vereinbarung von Mailand bedeutet Freiheit der Glaubensentscheidung für alle Religionen und nicht nur, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, die Gleichstellung des Christentums neben der römischen Religion. Zur offiziellen Staatsreligion des Römischen Reichs erklärt wurde der christliche Glaube erst im Jahre 391 unter Kaiser Theodosius I.. Das Christentum wird aber besonders betont:

Nachdem wir beide, Kaiser Konstantin und Kaiser Licinius, durch glückliche Fügung bei Mailand zusammenkamen, um zum Wohle aller ... zu regeln ... sowohl den Christen als auch allen Menschen freie Vollmacht zu gewähren ... ihre Religion zu wählen ... damit die himmlische Gottheit uns und allen ... gnädig und gewogen bleiben kann.

Ebenso ist die Mailänder Übereinkunft nicht die Folge einer plötzlichen Bekehrung eines einzelnen Kaisers, sondern die Bestätigung und Ausweitung des Toleranzedikts von Nikomedia, das Kaiser Galerius im Jahr 311 auf seinem Sterbebett herausgab; dieses Edikt ist zwar für die Christen nicht sehr schmeichelhaft abgefasst, aber es gewährt den Christen freie Ausübung ihres Glaubens, solange die öffentliche Ordnung dadurch nicht gestört wird.

Das Toleranzedikt des Galerius wurde sowohl von Konstantin als auch von seinem kaiserlichen Gegner Maxentius akzeptiert – von daher war die Schlacht an der Milvischen Brücke 312 kein Kampf des Christentums gegen das Heidentum, wie es oft dargestellt wird.

Etwa 30% des Textes nehmen Details ein (Rückerstattung von Grundstücken etc.).

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Literatur

Quellen

Der lateinische Text beider Toleranzedikte wird von Lactantius überliefert. Eusebius von Caesarea zitiert in seiner Kirchengeschichte beide Edikte in griechischer Übersetzung, das Edikt von Galerius in Band 8, Kapitel 17 und das Edikt von Mailand in Band 10, Kapitel 5.

Sekundärliteratur