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Zementindustrie bei Hannover

Die Zementindustrie bei Hannover ist der Schwerpunkt und das Zentrum der niedersächsischen Produktion für den Baustoff Zement und liegt im heutigen Stadtteil von Hannover Misburg. Dort und den benachbarten Orten sind seit 1873 eine Vielzahl von Zementwerken entstanden. Die Zementindustrie prägt die Landschaft.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1873 kauften Friedrich Kuhlemann und Albert Meyerstein in Misburg eine Kalkbrennerei nördlich der bereits existierenden Güterbahn Hannover-Lehrte und legten sie still. 1877 begannen sie auf diesem Gelände mit dem Bau der Hannoversche Portland Cementfabrik (HPC). Im Folgejahr stellten sie den Stettiner Zementexperten Hermann Manske als Betriebsleiter ein und begannen unter der Marke Pferd mit der Zementproduktion von anfänglich 5.000 to pro Jahr.

1881 verließ Manske die Misburger HPC-Fabrik und gründete mit drei Kommanditisten in Lehrte die Zementfabrik Germania. Mit weiteren Kommanditisten begann Manske 1886 den Bau der Misburger Germania-Fabrik südlich der Güterbahn, jedoch in unmittelbarer Nähe zur HPC.

Unabhängig von Manske wurde 1889 die Portland-Cemtentfabrik Kronsberg erbaut. 1897 wurde durch den ehemaligen Betriebsleiter des Misburger Germania-Werks, Berthold Lange, das Teutonia Misburg Portland-Cementwerk in unmittelbarer Nähe zu diesem errichtet. 1898 folgte die Norddeutsche Portland-Cementfabrik in Misburg.

Hermann Manske begann 1899 den Bau seines dritten Zementwerks am späteren Anderter Bahnhof, welches 1901 fertiggestellt wurde.

Manske gründete 1906 die Kommanditgesellschaft Portland-Cementfabrik Alemannia H.Manske & Co mit Firmensitz in der Villa Norstern in Ilten.Diese baute von 1907 bis 1908 die Zementfabrik Alemannia in Höver. Dieses Werk erhält 1908 eine Straßenbahnanschluss der Line 15.

Im Rahmen eines Kapazitätsabbaus wurde das Germania-Werk in Lehrte 1910 stillgelegt.

Von 1935 bis 1937 wurde das Werk Alemmania grundlegend ausgebaut. Neben einer Rohmühle, einer Kohlenmühle und eines Leopolofens wird eine KdF-Badeanstalt am Werk eröffnet.

1943 wurde das Werk Kronsberg stillgelegt. Kriegsbedingt erlitten die verbliebenen Werke durch die Nähe zur kriegswichtigen Deurag-Nerag-Raffinerie Bombentreffer. So melden Germania 4,439 Mio Reichsmark, Teutonia 2,404 Mio RM und HPC 6,727 Mio RM Schäden. Das weiter entfernte Alemannia-Werk in Höver wies lediglich 230.000 RM Schäden auf.

Während nach dem Krieg Alemannia noch 1945 den Betrieb wieder aufnahm, konnten Teutonia erst 1948, Germania 1950 und HPC 1951 wieder in Produktion gehen.

1976 war das Germania-Werk in Misburg Opfer von Konzentrationsbestrebungen, wurde stillgelegt und später abgerissen. 1988 wurde bei HPC die Klinkerproduktion eingestellt. Das Mahlwerk wird durch Teutonia für seine Fertigung weiter betrieben, auf dem Gelände entstand außerdem ein Eisenbahnschwellenwerk.

Gegenwart und Zukunft

Teutonia in Misburg

Die Werke HPC und Teutonia in Misburg gehören heute zur HeidelbergCement AG. Die Mergelgruben HPC I und HPC II sind ausgebeutet und warten auf eine Nachfolgenutzung. Da sich in der Grube HPC I südlich der Misburger Hafens bereits selten Arten angesiedelt haben, soll diese weitestgehend unverändert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein Konzept für die Grube HPC II nördlich des Misburger Hafens sieht vor, diese mit unbelastetem Boden anzufüllen und dort einen Badesee entstehen zu lassen.

Alemannia in Höver

Das Werk Alemannia in Höver gehört zur Holcim-Gruppe. Höver ist von der Zementindustrie gekennzeichnet durch die Verarbeitungsanlagen mit ihren hohen Silotürmen und die tiefen Gruben rund um den Ort zum Abbau des hellen Mergels. Sogar über die Ortsdurchfahrt führen Transportstrecken für Material hinweg. Die unmittelbare Lage am Mittellandkanal erleichtert den Abtransport des erzeugten Zements. Das Werk wird 2008 sein 100 jähriges Jubiläum feiern.

Galerie

Quellen

Website der Teutonia AG

Koordinaten: 52° 22' 29" N, 9° 52' 30" O

Website der Holcim AG, Werk Höver