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Stammton

Die Stammtöne in der Musik heißen im deutschen Sprachraum C, D, E, F, G, A und H. Sie entsprechen den Tönen der C-Dur- bzw. A-Moll-Tonleiter, auf dem Klavier und ähnlichen Tasteninstrumenten zugleich auch den weißen Tasten. Zwischen E und F sowie H und C liegen Halbtonschritte. Zwischen den anderen Stammtönen liegen Ganztonschritte. Den dazwischenliegenden Halbtönen entsprechen auf Tasteninstrumenten die schwarzen Tasten. Sie werden im Deutschen durch Anhängen von -is und -es an die Namen der Stammtöne benannt (Ausnahmen siehe unten) und im Notenbild durch Kreuze () und Be () gekennzeichnet (als Versetzungszeichen oder Vorzeichen).

Jeder Stammton kann durch ein Kreuz () um einen Halbton erhöht (Cis, Dis, Eis, Fis, Gis, Ais, His) oder durch ein Be () um einen Halbton erniedrigt (Ces, Des, Es, Fes, Ges, As, B (nicht Hes)) werden. Es ist zu beachten, dass bei der Bildung von diatonischen Tonleitern (z. B. Dur, reines Moll oder Modi) jeder Stammton oder eine Ableitung von ihm in der Tonleiter vorhanden sein muss. Die Bestimmung eines Intervalles geht immer von den Stammtönen aus.

In der gleichstufigen Stimmung können durch enharmonische Verwechslung gleichklingende Töne unterschiedlich bezeichnet und im Notenbild unterschiedlich dargestellt werden (z. B. CisDes, aber auch HisC).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des abendländischen Tonsystems

Seit dem 10. Jahrhundert verwendete man zur Bezeichnung der sieben Stammtöne des abendländischen Tonsystems die ersten sieben Buchstaben des lateinischen Alphabets:

A, B, C, D, E, F, G

Mit a als Grundton ergibt sich die Tonart a-Moll, mit c als Grundton die Tonart C-Dur. Da das Tongeschlecht Dur mittlerweile häufiger verwendet wird als Moll, kennen wir heute die Stammtöne in der Reihenfolge:

C, D, E, F, G, A, B

(englische Bezeichnung)

Unterschiedliche Entwicklungen der Stammtonbezeichnungen

Mit Einführung des Monochords (eines einsaitigen Tasteninstruments) wurde zur Ermöglichung eines Quartvorhaltes zum Ton f die Schaffung eines Tones zwischen A und B notwendig, der b rotundum, „rundes“ bzw. „weiches B“ genannt wurde und dem heutigen Ton B entspricht. Dies war der Beginn der Entwicklung der - und -Versetzungszeichen. Das ursprüngliche B wurde als kleines eckiges b (b quadratum) geschrieben. Aufgrund flüchtiger Schreibweise und der Ähnlichkeit dieses Zeichens mit dem Buchstaben h verbreitete es sich im deutschsprachigen, aber auch im slawischen (polnisch, tschechisch) Raum als Tonname H. Diese Entwicklung verfestigte sich später mit der Erfindung des Buchdruckes. Dieses führt dazu, dass noch heute (insbesondere in der sogenannten „E-Musik“) der Ton B als B und der Ton B als H bezeichnet wird, während sich die sogenannte „U-Musik“ eher dem international gebräuchlichen englischen und logischeren System annähert. Dieses führt im deutschsprachigen Raum dazu, dass der Ton B – um Unklarheiten zu vermeiden – fast immer als „B-flat“ und nicht als „Bes“ gesprochen wird, und bei „B“ immer die Frage auftaucht: „Welches?“. Neuere Musiklehrbücher empfehlen aus diesem Grund auch, bei Akkordsymbolen auf das doppeldeutige „B“ ganz zu verzichten und die betreffenden Akkorde mit „H“ und „B“ zu bezeichnen.

Aus dem b quadratum entwickelten sich das Auflösungszeichen sowie das Kreuz .

Andere Tonbezeichnungen

In einigen Musikszenen (z. B. Jazz) werden, zumindest bei Akkordsymbolen, häufig auch die englischen Tonbezeichnungen (B statt H, B statt B, F statt Fis, usw.) verwendet. Nach wie vor werden aber an deutschen und österreichischen Musikschulen, Konservatorien und Hochschulen die deutschen Tonbezeichnungen gelehrt.

Siehe auch