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Avro Lancaster

Die Avro 683 "Lancaster" war der bekannteste schwere Bomber der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie trug zunächst die Bezeichnung Manchester Mk.III, da es sich um eine viermotorige Weiterentwicklung dieses wenig erfolgreichen Typs handelte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Prototyp war eine umgebaute Avro 679 Manchester mit einem vergrößerten Flügelmittelstück und vier Rolls-Royce Merlin X Triebwerken mit einer Leistung von je 1145 PS (854 kW). Zunächst verwendete man noch das dreiteilige Ruder der Manchester, das aber später zum Seitenleitwerk mit zwei Endscheiben modifiziert wurde. Die Lancaster absolvierte ihren Erstflug am 9. Januar 1941 und ging ab Anfang 1942 in Dienst. Sie war eine Metallkonstruktion und konnte maximal 6,35 Tonnen Bomben mitführen. Insgesamt stellte Avro 3425 Lancaster Mk.I her, 33 davon rüstete man zur Lancaster B Mk.I (Special) mit vergrößertem Bombenschacht für die 9979-kg-Bombe "Grand Slam" um. Die Lancaster B Mk.III ähnelte der Mk.I, hatte aber in den USA unter Lizenz gebaute Merlin-Motoren. Man baute davon 3039 Exemplare, 23 Maschinen wurden zum Transport von Rollbomben für die "Operation Chastise" umgebaut. 430 ähnliche B Mk.X wurden in Kanada hergestellt. Außerdem gab es 300 Mk.II mit Sternmotoren vom Typ Bristol Hercules VI oder XVI sowie 180 Lancaster B Mk.VII mit einem Martin-Waffenstand für zwei 12.7-mm-Geschütze auf der Rumpfoberseite.

Die normale Abwehrbewaffnung bestand aus acht 7,7-mm-Maschinengewehren, die in Zwillingstürmen in der Nase und auf der Rumpfoberseite sowie in einem Vierlingsturm am Heck installiert waren.

Lancasters kamen hauptsächlich bei Nachtangriffen auf (vor allem) deutsche Städte, daneben aber auch bei einigen Spezialoperationen zum Einsatz. Dazu zählte etwa die Versenkung des deutschen Schlachtschiffs Tirpitz mit 5443 kg schweren Bomben (Tallboy), die Bombardierung von Hitlers Berghof bei Berchtesgaden oder die Zerstörung der Möhnetalsperre und der Edertalsperre. Insgesamt flogen die Lancaster im Zweiten Weltkrieg über 156.000 Einsätze und warfen dabei 608.612 t Bomben ab.

Die letzten Lancaster wurden Anfang Februar 1946 ausgeliefert. Aus dem aktiven Dienst in der RAF schieden die letzten Lancaster im Februar 1954. Insgesamt sind heute noch 17 Maschinen erhalten, von denen jedoch nur noch zwei flugfähig sind. Eine ist Bestandteil des Battle of Britain Memorial Flight der Royal Air Force, die zweite gehört dem Canadian Warplane Heritage Museum in Hamilton.

Technische Daten

Avro Lancaster Mk. I
Kenngröße Daten
Länge    21,18 m
Höhe    5,97 m
Flügelspannweite    31,09 m
Tragflügelfläche    120,80 m²
Leergewicht    16.705 kg
Startgewicht    30.800 kg
Startgewicht (max)    31.750 kg
Antrieb    Vier Rolls-Royce Merlin XX mit je 1280 PS
Höchstgeschwindigkeit    448 km/h in 5600 m Höhe
Marschgeschwindigkeit    338 km/h
Steigleistung    6095 m in 41 min mit Bombenhöchstladung
Maximale Reichweite    2675 km mit 6350 kg Bomben
Dienstgipfelhöhe    7467 m
Besatzung    sieben Mann
Bewaffnung    Acht Browning 0303-in-(7,7 mm)-MGs,
bis zu 6350 kg Bomben

Siehe auch

 Commons: Avro Lancaster – Bilder, Videos und Audiodateien