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Remagen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 33,16 km²
Einwohner: 16.148 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 487 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53424
Vorwahlen: 02642, 02228
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 070
Adresse der Stadtverwaltung: Bachstraße 2
53424 Remagen
Webpräsenz:
www.remagen.de
Stadtbürgermeister: Herbert Georgi (CDU)
Lage der Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler

Remagen ist eine Stadt im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, am linken Rheinufer gelegen. Sie grenzt im Norden an den Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Remagen ist Standort des RheinAhrCampus. Weltweit bekannt wurde Remagen durch die Brücke von Remagen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stadtgliederung

Remagen ist in die Stadtteile Unkelbach, Kripp, Oberwinter (mit Bandorf, Birgel und Rolandseck), Rolandswerth (mit Insel Nonnenwerth, Rodderberg, Rodderberghof und Rolandsbogen) und Oedingen gegliedert.

Geschichte

Gründung

Der Ort Remagen geht auf ein römisches Kastell zurück, das vor gut 2000 Jahren errichtet wurde (um das Jahr 3 n. Chr.), und nach dem ursprünglich keltischen Namen Rigomagos, latinisiert Rigomagus, benannt wurde (mit rīgo- von kelt. rīgs = König und kelt. magos = Feld, Ebene – also „Königsfeld“). Nach 274/275 wurde das Kastell zur Festung ausgebaut, und diese überstand 355 unzerstört als Rigomagum oppidum den Germaneneinfall.

Remagen im Mittelalter

1110/17 gründeten die Einwohner von Remagen auf dem rheinnahen Martinsberg selbständig handelnd ein Kloster[1] als Propstei der Abtei Siegburg. 1122 wurde ein Nonnenkloster auf der Insel Nonnenwerth gegründet.

1162 soll der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel dieser Propstei Reliquien des heiligen Apollinaris übereignet haben. Der name des Heiligen Apollinaris wurde daraufhin auf den Berg und das Kloster übertragen, das noch heute besteht. Sichere Kunde vom Apollinaris-Kult erhalten wir aber erst Ende des 13. Jahrhunderts aus einer Ablassurkunde.[2] 1198 brannten Truppen des Philipp von Schwaben den Ort nieder.

1158 und 1189 wurde der rechtliche Status einer mittelalterlichen Stadt erreicht. Zu 1221 bezeichnet sich die Remagener Stadtgemeinde als civitas libera (freie, d.h. von niemandem sonst als dem deutschen König abhängige) Stadtgemeinde. Auch das gegen 1200 entstandene Stadtsiegel nennt den Status einer freien Stadt, der springende Wolf als Symboltier wurde in Bezug zu St. Remaklus gedeutet. 1241 wurden die noch dem Reich gehörenden Besitzungen und Rechte an den Grafen von Berg verpfändet, und nie wieder eingelöst. 1357 gestattete Kaiser Karl IV. dem Grafen von Berg Gerhard I., Remagen mit einer Mauer zu befestigen.

Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Remagen bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Andere Münzen sind in Schatzfunden in den Ländern rund um die Ostsee. Eine genauere Aufarbeitung der Münzen von Remagen ist aber noch ausstehend.

Nach 1600

Im Jülisch-Klevischen Erbfolgestreit fällt Remagen an den katholischen Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges brannten 1633 schwedische Truppen Stadt und Kirche nieder.

Jüngere Neuzeit

Anfang Oktober 1794 rückten französische Revolutionstruppen in die Stadt ein, in der Folge wurde Remagen am 5. November 1797 zum Hauptort des Cantons Remagen bestimmt. Im Rahmen der Säkularisation ab 1802 wurden Kirchengüter eingezogen und verkauft und 1807 auch die Propstei Apollinarisberg. 1815 kam das Rheinland unter preußische Herrschaft.

Von 1839 bis 1842 wurde die Apollinariskirche errichtet und bis 1852 von den Düsseldorfer Nazarenern ausgemalt.

1858/1859 wurde der Ort durch die Eisenbahnlinie KölnKoblenz (Linke Rheinstrecke) verkehrstechnisch besser angebunden.

Im Ersten Weltkrieg wurde eine Eisenbahnbrücke über den Rhein gebaut, deren Eroberung 1945 durch amerikanische Truppen am 7. März stellt ein wichtiges Ereignis des Zweiten Weltkrieges dar (Kampf um die Brücke von Remagen). Nach der Einnahme der Brücke durch die Alliierten wurde Remagen als einzige deutsche Stadt mit V2 beschossen.

Westlich des Rheins wurden dann US-Sammellager, „Prisoner of War Temporary Enclosures“ (PWTE), für jeweils 50.000 Deutsche bei Rheinberg, Remagen und Bad Kreuznach angelegt. Doch diese waren schon nach kurzer Zeit zu klein. Weitere 14 Lager wurden errichtet. Ende April 1945 waren nach amerikanischen Angaben 169.036 Kriegsgefangene allein im PWTE Remagen auf den Rheinwiesen.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Rheinland-Pfalz schlossen sich 1969 die Gemeinden Oberwinter, Oedingen, Rolandswerth und Unkelbach mit Remagen und dem Stadtteil Kripp, wo 1705 das erste Haus gebaut wurde, zur Stadt Remagen zusammen.

1980 wurde das Friedensmuseum eröffnet, 1987 die Kapelle Schwarze Madonna errichtet. 1988 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gewerbegebiet „Süd“ und die Südeinfahrt wurde dem Verkehr übergeben, 1994 die Nordeinfahrt. 1998 wurde der RheinAhrCampus, ein Standort der FH Koblenz, auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers der Alliierten eröffnet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1815 – 2.829
  • 1835 – 4.177
  • 1871 – 5.372
  • 1905 – 6.846
  • 1939 – 8.893
  • 1950 – 10.415
  • 1961 – 12.246
  • 1965 – 13.104
  • 1970 – 13.612
  • 1975 – 14.627
  • 1980 – 14.248
  • 1985 – 14.217
  • 1987 – 14.130
  • 1990 – 15.152
  • 1995 – 16.286
  • 2000 – 16.110
  • 2005 – 16.316
  • 2008 - 16.853
Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Remagen besteht aus 32 gewählten Mitgliedern und dem in den meisten Punkten stimmberechtigten Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

CDU SPD Freie Bürgerliste Grüne FDP WG Gesamt
2004 14 7 5 3 2 1 32 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Wahrscheinlich hat eine christliche Gemeinde in Remagen schon in römischer Zeit bestanden. Früheste Zeugnisse sind die Grabinschrift der Meteriola aus dem 5. Jahrhundert und zwei Fragmente von Schrankenplatten mit Christogrammverzierungen, die im Remagener Museum und im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt werden. Die Pfarrkirche, ausgestattet mit dem nach Rom verweisenden Patrozinium der Apostelfürsten, liegt in der Nordwestecke des ehemaligen römischen Kastells. In der Kirchenbefestigung sind Reste dieser Anlage erhalten.

Sicher belegt ist eine Kirche in Remagen für das Jahr 1003, in dem Erzbischof Heribert von Köln der Abtei Deutz Zehntrechte in Remagen übergab. Seit diesem Zeitpunkt waren die Remagener Pastöre bis zur Französischen Revolution immer Deutzer Konventsangehörige. 1495 wurde die Pfarrei dem Kloster inkorporiert. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der 1246 geweihte Chor. Über diese Weihe und den Bauherrn, den Pfarrer Richard, gibt eine Tafel an der Außenseite des Chors Auskunft. Es handelt sich hier um eines der ganz seltenen Baudaten der Zeit. Das Mittelschiff der alten Kirche stammt wohl ebenfalls weitgehend aus dieser Zeit. Im frühen 16. Jahrhundert wölbte man den Chor mit dem reichen spätgotischen Netzgewölbe ein. Das Gewölbe des Schiffs ist eine Erneuerung aus der Zeit des Kirchenneubaus um 1900, das aber auf den alten Gewölbeanfängern ruht.

Der Glockenturm, der in seinen Formen an die Türme der Deutzer Abteikirche erinnert, entstand nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Das Turmgewölbe war 1674 vollendet. Für die gewachsene Gemeinde errichtete man von 1900 bis 1904 einen Erweiterungsbau in den Formen der rheinischen Spätromanik nach Plänen des Düsseldorfer Architekten C. C. Pickel. Die alte Kirche blieb nach Abbruch der Seitenschiffe als Vorhalle stehen. Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren wurde der Altbau wieder als eigener Gottesdienstraum eingerichtet.

Von der Ausstattung verdienen der spätromanische Altar, der jetzige Zelebrationsaltar im Neubau, die spätgotische Grablegungsgruppe in der Vorhalle (ehem. Sakristei), das Sakramentshaus und die Fresken in der alten Kirche, sowie die gotische Pieta Beachtung. Hervorgehoben werden müssen zudem die erhaltenen Teile der neuromanischen Ausstattung, die ebenfalls nach Plänen Pickels entstand.

Marienkapelle „in der Lee“

Der Name verweist auf die Flur „in der Lee“, abgeleitet von mittelhochdeutsch „lê“ Hügel, Grabhügel. In dieser Flur lag ein spätrömisches Gräberfeld, auf dem der Grabstein der Christin Meteriola aus dem 5. Jahrhundert entdeckt wurde.

Der in der Literatur vermutete Zusammenhang der Kapelle mit dem Remagener Hospital St. Maria Magdalena besteht nicht. Die Magdalenenkapelle war das heutige Römische Museum, fälschlich als Knechtstedener Kapelle bezeichnet. Der heutige neugotische Bau entstand nach 1850 als Stiftung von J. Schäfer. Dieser vermachte die Kapelle und das dahinterliegende Wohnhaus der Pfarrei Remagen zur Einrichtung eines Krankenhauses. Da die Räume aber zu beengt waren, wurde der Plan nicht verwirklicht. Stilistische Besonderheiten lassen einen Zusammenhang des Baus mit dem Werk des Koblenzer Architekten Nebel vermuten. Unterlagen hierzu existieren nicht. Das Kreuz von 1737 vor der Kapelle stand wohl schon ursprünglich an diesem Ort.

In den letzten Jahren wurde die Kapelle durch private Initiative unter Mitwirkung von katholischer Gemeinde und Stadt, vor allem aber ortsansässiger Handwerker und Verschönerungsverein wiederhergestellt.

Weitere Bauwerke

Museen, Ausstellungen und Denkmale

Sport und Erholung

Der Schachverein SC Remagen spielt in der 1. Schachbundesliga.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Remagen wird durchquert von der Bundesstraße B 9.

Schienenverkehr

Durch das Stadtgebiet von Remagen führt die Linke Rheinstrecke Köln - Bonn - Koblenz. Von ihr zweigt im Bahnhof Remagen die Ahrtalbahn über Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Ahrbrück ab.

Im Bahnhof Remagen halten folgende Züge:

Die übrigen Fernverkehrszüge der Linie 30 fahren ohne Halt durch Remagen durch, siehe auch Liste der InterCity-Bahnhöfe. Aufgrund der niedrigen Bahnsteighöhe können im Bahnhof Remagen keine ICE-Züge halten.

Weitere RegionalBahn-Haltepunkte befinden sich in Oberwinter und Rolandseck an der Linken Rheinstrecke.

Bildung

Persönlichkeiten

Veranstaltungen

Siehe auch

Literatur

 Commons: Remagen – Bilder, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Heyen, Mittelrhein, S. 22–23.
  2. Wisplinghoff, Germania Sacra Siegburg, S. 76.