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Deutscher Filmpreis

Der Deutsche Filmpreis (früher umgangssprachlich Bundesfilmpreis) gilt als die renommierteste Auszeichnung für den deutschen Film. Er ist das Kernstück der Filmförderung der Bundesrepublik Deutschland. Mit insgesamt fast drei Millionen Euro Preisgeld ist er der höchstdotierte deutsche Kulturpreis.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Deutsche Filmpreis wird seit 1951 vergeben. Bis 1998 wurde er durch den Bundesminister des Innern vergeben, seit 1999 durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die Preisträger wurden bis 2004 von einer Kommission vergeben, in der auch Politiker und Kirchenvertreter saßen. Diese wurde wegen Proporz-Denkens häufig kritisiert. In Anlehnung an das US-amerikanische Vorbild Oscar, das von einer Akademie verliehen wird, wurde 2003 die Deutsche Filmakademie gegründet. Sie ersetzte 2005 die Auswahlkommission als Jury.

Die Verleihung findet seit 2006 im Berliner Palais am Funkturm statt. Der Termin war im selben Jahr um zwei Monate in den Mai vorgezogen worden. Als Grund gab die Filmakademie an, man wolle die Veranstaltung zu Beginn des Kinojahres stattfinden lassen; so könnten die ausgezeichneten Filme den Vermarktungseffekt der Verleihung besser ausnutzen.

Der Spielfilm Das Leben der Anderen brachte es im Jahr 2006 auf 11 Nominierungen und 7 Auszeichnungen, er ist somit der erfolgreichste Film aller Zeiten bei den Lolas.

Trophäe

Als Trophäe wird seit 1999 eine Statuette in Form einer Frauenfigur vergeben. In Anlehnung an Marlene Dietrichs Rolle der Lola in Der blaue Engel und an den gleichnamigen Film von Rainer Werner Fassbinder sowie an Tom Tykwers großen Erfolg Lola rennt trägt diese den Namen Lola. Parallelen zum Oscar, dem bedeutendsten US-amerikanischen Filmpreis und zum französischen César, sind nicht zufällig.

Auswahlprozess

Die zurzeit ca. 750 Mitglieder der Deutschen Filmakademie wählen aus einer Liste mit Vorschlägen zunächst die Nominierungen in den verschiedenen Kategorien. In einem zweiten Wahlgang wird dann für die Gewinner abgestimmt. Die Wahl ist geheim. Sie steht unter Aufsicht des Berliner Notars Hellmut Sieglerschmidt, der als einziger die Gewinner der Lola im Voraus kennt.

Berücksichtigt werden ausschließlich Filme, die zum Zeitpunkt der Nominierung bereits in den deutschen Kinos gestartet sind.

Kategorien

Aktuelle Kategorien

Der Preis wird in den folgenden Kategorien verliehen:

Frühere Kategorien

Bis 2004 waren die technischen Kategorien Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostümbild und Filmmusik zusammengefasst und wurden als „Hervorragende Einzelleistung“ gewürdigt. Die „Hervorragende Einzelleistung“ im Bereich Drehbuch konnte bis dahin sowohl an ein unverfilmtes wie ein verfilmtes Skript verliehen werden. Ebenfalls bis 2004 gab es einen Ehrenpreis für den besten ausländischen Film und einen zweiten Publikumspreis, der den/die beste „Schauspieler(in) des Jahres“ würdigte.

Der Filmpreis wurde früher als Filmband in Gold und Filmband in Silber in verschiedenen Kategorien vergeben, unter anderem für

Eine besondere Auszeichnung für einen Film war die Goldene Schale.

In den frühen Jahren gab es auch zeittypische Kategorien wie

für die Preise wie Kopf mit Flügeln, Goldene Dose, Vase mit goldenem Zweig vergeben wurden.

Eine weitere Kategorie war das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film, das 1962 erstmals vergeben wurde.