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Weliki Preslaw

Weliki Preslaw (Велики Преслав)

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Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Schumen
Einwohner: 10.064 (13. Sept. 2005)
Koordinaten: 43° 10′ N, 26° 49′ OKoordinaten: 43° 9′ 31″ N, 26° 48′ 34″ O
Höhe: 92 m
Postleitzahl: 9850
Telefonvorwahl: (+359) 0538
Kfz-Kennzeichen: H
Verwaltung
Bürgermeister: Ratscho Koschucharow

Weliki Preslaw [vɛˈliki prɛsˈɫaf] (bulgarisch Велики Преслав) ist eine Stadt in Ostbulgarien, in der Oblast Schumen, unweit von Schumen. Nach Schumen und Nowi Pasar ist Weliki Preslaw die drittgrößte Stadt in der Oblast. Weliki Preslaw ist das administrative Zentrum der gleichnamigen Gemeinde Weliki Preslaw.

Bis 1878, dem Ende der 500-jährigen osmanischen Fremdherrschaft über Bulgarien, trug die Stadt den türkischen Namen Eski Stamboluk (eski = alt). Seit 1883 ist Weliki Preslaw eine Stadt.

Geschichte

Die heute eher unbedeutende Kleinstadt war unter dem Namen Preslaw Hauptstadt des ersten Bulgarischen Reiches von 893 bis ca. 972. Die wieder ausgegrabenen Ruinen der Stadt befinden sich in einem archäologischen Park nahe der heutigen Stadt. Die Stadt geht auf eine slawische Siedlung zurück, die von den bulgarischen Herrschern Khan Krum und seinem Sohn Omurtag befestigt wurde, um den Balkanpass abzusichern, über den die Byzantiner 811 in Bulgarien eingefallen waren. Der Ort entwickelte sich zu einem Zentrum von strategischer Bedeutung. 893 wurde der Hauptstadtsitz nach einem Aufstand in der Stadt Pliska von Zar Simeon I. nach Preslaw verlegt. Die Stadt erlebte eine kurze Blütezeit, in welcher sie sich neben Ohrid zu einem Zentrum der altkirchenslawischen Schriftkultur entwickelte (Schule von Preslaw), erreichte aber nie die Größe der alten Hauptstadt Pliska.

Um 970 wurde die Stadt nach der Besetzung durch den Kiewer Fürsten Swjatoslaw I. von der Armee des byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes geplündert und niedergebrannt. Die Stadt konnte sich davon nicht mehr erholen. Im Tatarensturm um 1270 verließen die letzten Einwohner die Stadt und gründeten zwei Kilometer nördlich die neue Stadt Weliki Preslaw.

Literatur

 Commons: Category:Preslav – Bilder, Videos und Audiodateien