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Bonstetten ZH

ZH dient als Kürzel für den Schweizer Kanton Zürich und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Bonstetten zu vermeiden.
Bonstetten
Basisdaten
Kanton: Zürich
Bezirk: Affoltern
BFS-Nr.: 0003Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 8906
Koordinaten: (677916 / 241062)Koordinaten: 47° 18′ 57″ N, 8° 28′ 9″ O; CH1903: (677916 / 241062)
Höhe: 543 m ü. M.
Fläche: 7.42 km²
Einwohner: 4794

(31. Dezember 2007)

Website: www.bonstetten.ch
Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Bonstetten ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern des Kantons Zürich in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Wappen

Blasonierung

In Schwarz mit goldenem Bord drei aneinanderstossende, geschliffene silberne Rauten

Geographie

Die Gemeinde besteht aus den zwei Teilen Bonstetten-Dorf und Bonstetten-Schachen. In Schachen befindet sich auch der Bahnhof Bonstetten-Wettswil auf 527 m ü. M.; Bonstetten-Dorf liegt beim Gemeindehaus/Kirche auf 543 m.

Wirtschaft

Bonstetten ist eine ländliche Agglomerationsgemeinde mit 70% Wegpendlern.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1635 495
1712 612
1850 887
1900 691
1950 888
1960 1180
1990 2738
2000 3893
2005 4450

Politik

Gemeindepräsident ist Charles Höhn (FDP)

Der Gemeinderat besteht aus folgenden Mitgliedern: Ruth Früh (FDP), Jachen Denoth (parteilos), Roger Mella (SVP), Daniel Eichenberger (SP)

Geschichte

Drei Grabhügel aus der Bronze- und der Hallstattzeit bilden die ersten Spuren menschlicher Ansiedlung in Bonstetten. Im Gibel fand man die Reste eines römischen Wohnhauses.

Erstmals schriftlich als "Boumstettin" erwähnt wird es im Jahr 1122 in einem Dokument des Bistums Konstanz. Eine kleine Burganlage wurde 1989 genauer untersucht. Dabei könnte es sich um den Stammsitz der Herren von Bonstetten handeln, die 1217 erstmals erwähnt werden.

In der Nachfolger der Habsburger gelangt die hohe Gerichtsbarkeit 1415 an den Kanton Zürich.

Nach dem Dorfbrand von 1783, dem 23 Wohnhäuser zum Opfer fielen, erliess die Zürcher Regierung strenge Bauvorschriften für den Wiederaufbau. Mit dem Bau der Waldeggstrasse nach Zürich 1827 und der Eisenbahn 1864 erlebte die Gemeinde einen gewissen Aufschwung.

Bildung

In Bonstetten bestehen eine Primarschule und die Oberstufe. Die Mittelschule (Gymnasium) wird zumeist in einer Kantonsschule in der Stadt Zürich besucht.

Persönlichkeiten

Ernst Äberli

Ernst Äberli, genannt Funk, (* 1893, † 1980) war ein Dorforiginal aus Bonstetten.

Einer, der Verkehrsvorschriften missachtete

Mit seiner Schwester Luise führte er einen Kleinbauernbetrieb. Sie hatten ihren Hof an einer engen Kurve der Hauptstrasse. Äberli kam ins Gerede, da ein Fliederbusch auf die Fahrbahn ragte und den Autofahrern die Sicht verdeckte, was nicht ungefährlich war. In der Folge war er mit den Gemeindebehörden im Disput. Den motorisierten Verkehr liebte er nicht. Das Gartentor öffnete sich gegen die Straße, und der Bauer öffnete es jeweils, ohne sich umzusehen. Er argumentierte damit, dass das Bauerngut älter war als die Autos. Mit dem Brückenwagen fuhr er rückwärts von der Scheune direkt auf die Straße. Sein Satz „Ich bi zeerscht da gsii, di andere söled uufpasse! (Ich war zuerst hier, die andern sollen aufpassen!)“ war mit seinem Namen untrennbar. Er missachtete diverse Verkehrsvorschriften und fuhr Fahrrad mit der Sense auf der Schulter. Wenn man ihm eine Geldbusse androhte, zeigte er sich unbeeindruckt.

Das Unglück

Ernst Äberli war auch geizig. So unterliess er es, den morsch gewordenen, hölzernen Boden des Pferdestalles zu ersetzen. Das Pferd brach im Boden ein und stürzte in die darunterliegende Jauchegrube. Mit Hilfe eines Nachbarn und einer Seilwinde wurde das Tier aus seiner misslichen Lage befreit. Die Anekdote wird dem Jahr 1947 zugeordnet und wurde an der darauffolgenden Fasnacht zu einem Sujet, was den Bauern sehr verärgerte.

Als Präsident der Viehversicherung Bonstetten

Er verdankte es wohl seinen anhaltenden Schimpfkanonen, dass er zu einem heute unbekannten Zeitpunkt zum Präsidenten der Viehversicherung Bonstetten gewählt wurde. Auch aus dieser Phase ist eine Anekdote erhalten geblieben. Er begleitete seine Vorstandskollegen nach Wohlen. Dort stand der Kauf eines Viehtransportwagens auf dem Programm. Als der Handel abgeschlossen war, wurde ihnen ein Imbiss mit einem Riesenschüblig offeriert. Ernst Äberli pflegte die Gewohnheit, Cervelats zu essen und sagte: „Dee bring i mim Läbe nie in Buuch ine. (Die bringe ich in meinem Leben nie in meinen Bauch hinein.)“

Das Ende

Eines Tages wurde er tot in seiner Stube gefunden. Auf dem Tisch stand noch eine halbvolle Kaffeetasse.

Sonstiges

Wer den Filmklassiker Es geschah am hellichten Tag (u.a. mit Heinz Rühmann) anschaut, kann sich im ersten Teil des Films ein kleines Bild von Bonstetten in den 50er Jahren machen. Der Film wurde 1958 teilweise in Bonstetten gedreht.

Literatur