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Luzern

Dieser Artikel behandelt die Stadt Luzern, weitere Bedeutungen unter Luzern (Begriffsklärung).
Luzern
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Luzern
BFS-Nr.: 1061Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6000–6009
UN/LOCODE: CH LZN
Koordinaten: (665450 / 211356)Koordinaten: 47° 3′ 0″ N, 8° 18′ 0″ O; CH1903: (665450 / 211356)
Höhe: 436 m ü. M.
Fläche: 24,15 km²
Einwohner: 57'890Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Stadt

(31. Dezember 2006)

Website: www.luzern.ch
Karte

Luzern (frz./engl. Lucerne, it./rät. Lucerna, Dialekt Lozärn) ist eine Stadt in der Schweiz. Sie ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Kantons sowie des Amtes (Bezirk). Die Stadt Luzern ist das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Zentralschweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt Luzern liegt am nordwestlichen Ende des Vierwaldstättersees beim Ausfluss der Reuss. Die Reuss teilt die Stadt in die Altstadt und Neustadt. Die älteste gedeckte Holzbrücke der Welt (Kapellbrücke) mit dem Wasserturm und die Spreuerbrücke verbinden die Alt- und Neustadt. Die Lage zwischen See und Bergen (Pilatus, Rigi) ist besonders malerisch und begünstigte die Entwicklung Luzerns als Fremdenstadt und frühe Hochburg des Tourismus ab 1840.

Die Fläche des Stadtgebiets beträgt 24,15 km², davon sind 60,4 % Siedlungsfläche, 11,6 % Landwirtschaftszonen und 25,9 % Wald. Zu Luzern gehört auch eine Exklave am Nordhang des Bürgenstocks.

Stadtquartiere

Die Stadt Luzern ist in 18 Stadtkreise aufgeteilt:

Rechtes Reussufer
01 Oberseeburg/Rebstock 05 Wesemlin/Dreilinden 09 Bramberg/St. Karli
02 Würzenbach/Schädrüti 06 Maihof/Rotsee 10 Kantonsspital/Ibach
03 Bellerive/Schlössli 07 Hochwacht/Zürichstrasse
04 Halde/Lützelmatt 08 Altstadt/Wey
Linkes Reussufer
11 Basel-/Bernstrasse 14 Hirschmatt/Kleinstadt 17 Tribschen/Langensand
12 Bruch/Gibraltar 15 Obergrund/Allmend 18 Sternmatt/Hochrüti
13 Ober-/Untergütsch 16 Neustadt/Voltastrasse


Nach Bundesamt für Statistik sieht die Aufteilung wie folgt aus (Aufteilung Stadtkreis Tribschen/Langensand auf zwei Quartiere, Nr. 17 und 19; Reussbühl und Fluhmühle/Littau nicht aufgeführt):

Rechtes Reussufer

Stadtkreis/Gebiet Nr. BFS-Code
Oberseeburg-Rebstock 1 1061001
Würzenbach-Schädrüti 2 1061002
Bellerive-Schlössli 3 1061003
Halde-Lützelmatt 4 1061004
Wesemlin-Dreilinden 5 1061005
Maihof-Rotsee 6 1061006
Hochwacht-Zürichstrasse 7 1061007
Altstadt-Wey 8 1061008
Bramberg-St.Karli 9 1061009
Kantonsspital-Ibach 10 1061010

Linkes Reussufer

Stadtkreis/Gebiet Nr. BFS-Code
Baselstrasse-Bernstrasse 11 1061011
Bruch-Gibraltar 12 1061012
Obergütsch-Untergütsch 13 1061013
Hirschmatt-Kleinstadt 14 1061014
Obergrund-Allmend 15 1061015
Neustadt-Voltastrasse 16 1061016
Unterlachen-Tribschen 17 1061017
Sternmatt-Hochrüti 18 1061018
Langensand-Matthof 19 1061019

Exklave Bürgenberg

Stadtkreis/Gebiet Nr. BFS-Code
Bürgenberg Wald 1 99 1061099

1 Um die Entsprechung der Areale zu ermöglichen, fügte das Bundesamt für Statistik die auf dem gegenüberliegenden Seeufer gelegene "Exklave Bürgenstock" als Pseudoquartier Nr. 99 (Bürgenberg Wald) hinzu.

Geschichte

Frühzeit und Stadtverwendung (um 750–1386)

Nach dem Zerfall des Römerreiches nehmen germanische Alemannen seit dem 6. Jh. immer grösseren Besitz von dieser Gegend. Die allemannische Sprache ersetzt allmählich das Latein. Um 750 entsteht durch eine karolingische Gründung das Benediktinerkloster St. Leodegar, das Mitte des 9. Jahrhunderts unter die Herrschaft der elsässischen Abtei Murbach gelangt. Zu dieser Zeit bzw. um 750, nennt man das Gebiet Luceria. Die Vogtei über Murbach und damit auch über Luzern hat seit 1135 das Adelsgeschlecht der Habsburger inne. Die Gründung der Stadt erfolgt wahrscheinlich durch die Brüder von Eschenbach, die Ende des 12. Jahrhunderts die Abtwürde von Murbach und Luzern gleichzeitig besitzen. Das genaue Jahr der Stadtgründung ist unbekannt, es muss aber zwischen 1180 und 1200 liegen. Die Stadt gewinnt immer mehr an Bedeutung als Schlüsselstelle im wachsenden Gotthardverkehr und als Verwaltungszentrum. 1250 erreicht Luzern bereits die Grösse, die es bis ins 19. Jahrhundert beibehält. Luzern ist im 13. Jahrhundert durch Parteikämpfe zwischen Anhängern des Kaisers und des Papstes geprägt und scheint bereits eine städtische Selbstverwaltung mit Rat und Bürgerversammlung besessen zu haben. 1291 erwirbt der deutsche König Rudolf I. von Habsburg die Herrschaftsrechte des Klosters Murbach über Luzern, nachdem er schon die umliegenden Gebiete systematisch aufgekauft hat.

Durch die zunehmende Einbindung in die habsburgische Landesherrschaft sucht Luzern Zuflucht bei den Länderorten. Mit ihnen verbindet die Stadt das Streben nach Selbständigkeit. Mit dem „Ewigen Bund“ vom 7. November 1332 zwischen Luzern und den drei Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden schliessen sie sich zusammen. Später treten die Städte Zürich, Zug und Bern dem Bündnis bei. Mit Hilfe dieses Bündnisses soll die Herrschaft Österreichs beendet werden. Dies gelingt mit dem Sieg der Eidgenossen über die Habsburger in der Schlacht bei Sempach (1386). Für Luzern beginnt eine Zeitspanne grosser Expansion. Luzern gelingt es in kurzer Zeit, zahlreiche Rechte an sich zu bringen, die zuvor den Habsburgern vorbehalten waren. Es entsteht ein Herrschaftsgebiet, das ungefähr dem heutigen Kanton Luzern entspricht.

Von der Stadt zum Stadtstaat (1386–1520)

1415 erhält Luzern von Kaiser Sigismund die Reichsfreiheit und bildet ein kräftiges Glied im eidgenössischen Bund. Die Stadt baut ihre Territorialherrschaft aus, erhebt Steuern und setzt beamtete Vögte ein. Die Zahl der Stadtbevölkerung von 3'000 geht um etwa 40 Prozent zurück. Schuld daran sind die Pest (um 1350) und etliche Kriege. 1419 taucht erstmals im deutschen Sprachraum in den Akten eines Hexenprozesses gegen einen Mann im schweizerischen Luzern das Wort Hexereye auf.

Vorort der katholischen Schweiz (um 1520–1798)

Im wachsenden Staatenbund der Eidgenossenschaft gehört Luzern zu den einflussreichen Stadtorten. Als die Reformation nach 1520 die Eidgenossenschaft spaltet, werden die meisten Städte reformiert, Luzern aber bleibt katholisch. Nach dem Sieg der Katholiken über die Reformierten in der Schlacht bei Kappel (1531) dominieren die katholischen Orte die Eidgenossenschaft. Die Zukunft gehört aber den reformierten Städten wie Zürich, Bern und Basel, die im zweiten Villmergerkrieg (1712) die Katholiken besiegen. Die führende Stellung Luzerns in der Eidgenossenschaft ist für immer vorbei. Im 16. und 17 Jahrhundert werden die Kriege und Seuchen immer seltener, somit nimmt die Bevölkerung auf dem Land kräftig zu.

Jahrhundert der Revolutionen (1798–1914)

1798, neun Jahre nach Beginn der französischen Revolution, marschiert die französische Armee in der Schweiz ein. Die alte Eidgenossenschaft zerfällt, die Herrschaft der Patrizier wird in eine Demokratie umgeformt. Die industrielle Revolution tritt in Luzern erst spät ein. 1860 sind nur 1,7 Prozent der Bevölkerung in der Heim- oder Fabrikarbeit tätig, dies sind viermal weniger als in der übrigen Schweiz. Die Landwirtschaft mit einem hohen Anteil von 40 Prozent der Erwerbstätigen im Bauernstand prägt den Kanton. Dennoch zieht die Stadt etliche Industrien an, die sich aber in den Gemeinden um Luzern ansiedeln. Von 1850 bis 1913 vervierfacht sich die Zahl der Bevölkerung und ihre Siedlungsfläche wächst. Ab dem Jahre 1856 folgen die Bahnen, zuerst jene nach Olten und Basel, 1864 nach Zug und Zürich und 1897 in den Süden.

Entwicklungsakzente im 20. Jahrhundert (1914–2000)

Im 20. Jahrhundert gewinnen die Vororte immer mehr an Bedeutung. Die Bevölkerungszahl im umliegenden Grossraum verdoppelt sich, während die städtische Bevölkerung nur langsam zunimmt. 1981 folgt der Anschluss an die Autobahn.

Entwicklung im 21. Jahrhundert (ab 2001)

Am 17. Juni 2007 stimmten die Bevölkerung von Luzern und Littau der Fusion mit Luzern zu um die gemeinsame Gemeinde Luzern zu schaffen. In Luzern stimmen 9869 Stimmberechtigte für die Fusion, 8875 dagegen. Das entspricht einem Stimmenverhältnis von 53 zu 47 Prozent. Die Littauerinnen und Littauer stimmten der Fusion mit 2824 gegen 2343 zu (55 zu 45 Prozent.) Die Stimmbeteiligung lag in Luzern bei 46,2 Prozent, in Littau bei 60,4 Prozent. Die beiden Gemeinden werden sich am 1. Januar 2010 zusammenschliessen. Die Einwohnerzahl wird 75'000 Personen betragen, die «neue» Stadt wird Luzern heissen und das heutige Stadtwappen wird beibehalten. Der Luzerner Stadtrat sieht darin aber nur den ersten Schritt für weitere Fusionen. Im Gespräch als zukünftige Partner sind die Gemeinden Emmen, Ebikon, Kriens, Horw und Adligenswil. Ziel ist es, mit ca. 150'000 Einwohner die viertgrösste Stadt der Schweiz zu werden.

Wappen

Die Gemeinde Cossonay im Kanton Waadt führt das gleiche Wappen wie Luzern.

Sehenswürdigkeiten

Historisches

Allseits bekannte Luzerner Ansicht mit Kapellbrücke, Wasserturm sowie Turm und Bauernhausdach des Rathauses. Zwei Museggtürme lugen über die Dächer der Altstadt, der Wachturm und der Luegisland.


Museen


Moderne Architektur


Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Luzern

Mit fünf Raddampfern (Uri, Stadt Luzern, Unterwalden, Gallia und Schiller) hat der Vierwaldstättersee die grösste Dampfschiffflotte der Schweiz.

Regelmässige Veranstaltungen/Festivals

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Stadt Luzern hat in den letzten 30 Jahren abgenommen. Um 1975 betrug sie knapp 75'000. Heute leben ungefähr 58'000 Menschen in der Kernstadt der Agglomeration Luzern (200'000). Viele sind in die umliegenden Agglomerationsgemeinden Horw, Kriens, Littau, Emmen, Ebikon, Adligenswil, Meggen, Buchrain sowie Dierikon gezogen (Stadtflucht).

Verkehr

Die Stadt als auch die Agglomeration Luzern ist mit verschiedenen Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar – per Schiene, auf der Strasse und per Schiff.

Die SBB, die Zentralbahn und die BLS AG sind die Partner im Schienenverkehr (Fernverkehr, Regionalverkehr und S-Bahn Luzern). Auf der Strasse erschliessen die Busse der Verkehrsbetriebe Luzern, der Auto AG Rothenburg, der Rottal AG und von Postauto Schweiz die Stadt mit dem Umland. Schliesslich sind verschiedene Gemeinden durch die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) mit Luzern verbunden. All diese Unternehmen handeln im Auftrag von Stadt und Region Luzern und sind die Partnerunternehmen der Gemeinden. Die verschiedenen Linien werden in regelmässigen Abständen öffentlich ausgeschrieben.

Am 11. Dezember 2004 wurde die erste Phase der S-Bahn Luzern mit sechs neuen Haltestellen, einer Verdichtung des Fahrplans – vielfach Halbstundentakt – und neuem Rollmaterial eröffnet.

Die Seebrücke, welche die Altstadt und Neustadt miteinander verbindet, ist eine der meistbefahrenen Strassen der Schweiz.

Die Stadt wird in Nord-Süd-Richtung (teils in Tunneln) von der A2 durchquert. Der Reussporttunnel ist einer der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte der Schweiz. Aus- und Zufahrten sind (von Nord nach Süd) Emmen-Süd, Luzern-Zentrum, Luzern-Kriens und Luzern-Horw. Emmen-Süd erschliesst die Quartiere im Norden der Stadt, während Kriens und Horw für einige südliche Stadtviertel wichtiger sind als die Ausfahrt Luzern-Zentrum.

Das Strassenverkehrsamt befindet sich in Kriens an der Autobahn (nähe Kreisverkehr).

Bildung

Im Jahr 2000 wurde die Universität Luzern als jüngste der zehn Schweizer Universitäten mit den drei Fakultäten Theologie, Geisteswissenschaften und Rechtswissenschaften gegründet. Luzern ist zudem Hauptsitz der Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ) mit ihren fünf Teilschulen und ist neben Zug und Schwyz einer der drei Standorte der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ). Institutionen wie maz - Die Schweizer Journalistenschule, die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik (hsl), die Schweizerische Hotelfachschule Luzern (SHL) oder die Schulen der höheren Kaderausbildung der Schweizer Armee (HKA) runden das Angebot des Bildungsstandortes Luzern ab.

Politik

Stadtpräsident ist Urs W. Studer (Mitglied der FDP - damals LP - bis 1996, seither parteilos). Der Stadtrat (Exekutive) setzt sich aus 5 Mitgliedern (1 parteilos, 1 SP, 1 GB/Grüne, 1 CVP, 1 FDP) zusammen, und das Parlament (Legislative) umfasst 48 Sitze (14 SP, 9 SVP, 8 FDP, 8 CVP, 7 GB, 1 Chance21 (CH21), 1 JungeGruene Luzern (JG)).

Zukunft

Die positive Volksabstimmung über die Fusion mit Littau hat wohl Signalwirkung für die anderen Agglomerationsgemeinden, welche zur Zeit ebenfalls mit dem Gedanken einer Fusion spielen aber noch das Resultat der Volksabstimmung über die Fusion mit Littau abwarten wollten. Längerfristig verfolgt der Stadtrat das Ziel der Schaffung einer Gemeinde Gross-Luzern nach dem Vorbild von Gross-Zürich.

Mit der Vergrösserung will man mehr Gewicht auf nationaler Ebene erreichen. Ausserdem sollen Bürokratieschranken abgebaut werden und Planungen im Grossraum Luzern erleichtern.

Weitere Fusionen mit Ebikon, Horw, Kriens sowie Emmen sind im Gespräch.

Im Zuge der Bahn 2000 war geplant, dass Luzern einen (unterirdischen) Durchgangsbahnhof erhalten soll. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt (s. Bahn 2000 - 2. Etappe).

In Luzern geborene Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Spezialitäten

Aus Luzern kommen viele kulinarische Spezialitäten, wie z.B. der Birnenweggen, Luzerner Lebkuchen, Luzerner Chügelipaschtete (Fleischpastete, meist Fritschipastete genannt), Lozärner Rägetröpfli (Schokoladen-Praline) oder die Lozärner Chatzestreckerli.

Literatur

 Commons: Luzern – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Luzern – Nachrichten
 Wiktionary: Luzern – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik