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Thomas Osborne

Thomas Osborne, Earl of Danby (* 1631, † 1712), war ein englischer Staatsmann.

Nachdem er mehrere Verwaltungsämter innegehabt hatte, erreichte Osborne 1673 den Höhepunkt seiner Macht, als er zum Lord High Treasurer ernannt wurde. Osborne war eine der wichtigsten Stützen Karls II., der nach dem Commonwealth of England erst 1660 auf den Thron zurückgekehrt war. Insbesondere bemühte sich der Verwaltungsfachmann um ein Bündnis zwischen König und Anglikanischer Kirche. Im Unterhaus schuf er mit Bestechung und durch die Förderung loyaler Abgeordneter eine starke königstreue Fraktion, die der Adelspartei unter Anthony Ashley Cooper gegenüberstand. Aus dieser Hofpartei entwickelten sich schließlich die Tories, als deren Gründer Osborne damit gelten kann.

Osborne stürzte wegen seiner widersprüchlichen Außenpolitik: Einerseits versuchte er ein Bündnis gegen Frankreich zu schmieden, indem er die spätere Maria II. mit Wilhelm III. von Oranien verheiratete. Gleichzeitig verhandelte er aber für Karl II. auf dessen Willen und entgegen seiner eigenen Überzeugung mit Frankreich um die Zahlung von Subsidien. Seine politischen Feinde enthüllten diese Geheimverhandlungen, worauf Osborne unter hohen politischen Druck geriet. Auch eine Auflösung des Parlaments, mit der Karl 1678 seinen Schatzkanzler zu schützen versuchte, konnte eine Anklage gegen Osborne nicht verhindern. Bis 1684 war er im Tower von London inhaftiert.

1688 war Osborne einer der sechs Unterzeichner der Einladung, auf deren Grundlage Wilhelm III. zum König von England wurde. Als Wilhelm ihn darauf zum Lord President of the Council ernannte und ihm 1694 den Titel des Herzogs von Leeds verlieh, gewann er noch einmal politischen Einfluss, der jedoch 1695 abrupt schwand, als er der Bestechlichkeit durch die Ostindische Kompanie angeklagt wurde. 1699 trat der inzwischen politisch nicht mehr aktive Thomas Osborne von seinen Ämtern zurück.

Personendaten
Osborne, Thomas
Osborne Earl of Danby, Thomas
englischer Staatsmann
1631
1712