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Badorf

Badorf ist ein Ortsteil der Stadt Brühl im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Badorfer Keramik

Schon für das 7. und 8. Jahrhundert ist die Keramikherstellung an diesem Ort und in der unmittelbaren Nachbarschaft nachweisbar. Die mittelalterliche Produktion war von überregionaler Bedeutung. Badorfer Ware findet sich weit verbreitet im Rheinland, Westfalen und niederländischen Gebieten, aber auch bis hin nach England, im Donau- und Alpenraum und in Skandinavien. Charakteristische sind Kugeltöpfe und Amphoren mit verstärkenden Bandverzierungen. Letztere weisen häufig ein Rollbandmuster auf.

Weitere Ereignisse

Kirchen

St. Pantaleon

Die katholische Kirche St. Pantaleon wurde 1897 im Stil der Backsteingotik fertiggestellt. Der „Dom des Vorgebirges“ fällt allein durch seine im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Lage auf einer Kuppe des Vorgebirges auf.

Zu ihrem Kirchenschatz gehört eine 1888 von dem Goldschmied Franz Wilhelm van den Wyenbergh gefertigte Turmmonstranz.

Nach fast 50 Jahren wird in der Pfarrkirche wieder gebeiert. Das neue Glockenspiel, eine halbautomatische Beieranlage mit dem Zusammenspiel von fünf Glocken, wurde erbaut von Willi Breidenbach und Hubert Willems. Die Planung und Ausführung der E.- Technik wurde von Hans Klein und Herbert Moritz gemacht.

Der Badorfer Pfarrhof wurde 1593 errichtet und in der Barockzeit verändert.

Birkhof-Kapelle

Der Legende nach fand ein Förster an einer Weißbuche ein Muttergottesbild. Er hob es auf und nahm es mit nach Hause, aber am nächsten Morgen war es verschwunden. An der gleichen Stelle wie tags zuvor fand er es wieder. Nachdem sich dieser Vorgang dreimal wiederholte, bat er den Pfarrer, an dieser Stelle eine Kapelle zu errichten. Seither trägt das betreffende Flurstück den Namen Am Muttergottes-Bildchen.

Zusammen mit dem Birkhof wurde 1862 die Birkhof-Kapelle errichtet. Das legendäre Muttergottesbild wurde in die Kapelle verbracht, die seither im Volksmund Modderjoddeskapellche genannt wird.

1912 musste die alte Kapelle dem Braunkohletagebau in den Gruben Berggeist und Lucretia weichen. An ihrer Stelle wurde das heutige Bauwerk errichtet. Das auch in der neuen Kapelle zunächst über dem Altar und dann über dem Portal angebrachte Muttergottesbild wurde von Unbekannten entwendet und ist nie wieder aufgefunden worden.

Die Gottesmutter vom Birkhof, die schmerzhafte Mutter, stammt von dem Bildhauer der Wiedenbrücker Schule Wilhelm Tophinke (1892–1962).

Annakapelle

Bis zur Fertigstellung der Badorfer Pfarrkirche St. Pantaleon 1897 mussten die Einwohner zum Besuch der Heiligen Messe die Pfarrkirche St. Pantaleon im Nachbarort Pingsdorf aufsuchen. Um den Einwohnern den langen Weg nach Pingsdorf zu ersparen, wurde im 15. Jahrhundert die Annakapelle erbaut. Der aktuelle Bau an dieser Stelle stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Anna Kapelle wurde lange Zeit als Kindergarten genutzt (Schwester Blanda), danach als Werkstatt des Restaurators Gangolf Minn. Danach folgte der langsame Verfall, der aber Dank des Eingreifens des damaligen SPD Ratsmitgliedes Hans Szymanski gestoppt wurde. Die Kapelle wurde restauriert und ist ein Kleinod der Gemeinde.

St.-Pantaleon-Brunnen

Am Kirmesplatz in Brühl-Badorf wurde unter der Architektur und Leitung des Brühler Restaurators und Kirchenmalers Gangolf Minn ein Dorfbrunnen erstellt. Dieser Brunnen, mit dem Abbild des Schutzpatrons der Pfarrgemeinde St. Pantaleon, wurde im Jahr 2001 fertiggestellt.

Schule

1825 erhält Badorf seine erste Schule. Sie wird an der Badorfer Kapelle zweiklassig in den Räumen des Wirtes Peter Sengersdorf eingerichtet. Um den Unterricht für schon bald 300 Kinder gewährleisten zu können, wird 1832 am heutigen Standort der Schule ein Neubau errichtet.

187] besteht die Schule nach mehreren Erweiterungen aus insgesamt vier Klassen. 1878 entsteht ein zweite Schulgebäude.

1968 folgt mit der Auflösung der katholischen Volksschule Badorf deren Teilung in eine Grund- sowie eine Hauptschule.

Durch die Zusammenlegung der Grundschule Badorf mit der Grundschule Schwadorf entsteht 1971 die Katholische Grundschule Brühl-Badorf. 1972 wird die Katholische Grundschule in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt.

1995 bekommt das alte Schulgebäude eine zusätzliche Etage als Verwaltungstrakt. 2002 wechselt die Verwaltung in das ehemaligem Hausmeisterhaus und die Übermittagsbetreuung MiKids zieht in das Dachgeschoss des alten Schulgebäudes.

Literatur

Koordinaten: 50° 48' 25" N 6° 53' 28" O